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Schiedsrichter

Der Mann mit Pfiff. Teil 12: Marko Grujic

Schweigen bedeutet Lob. Wenn über sie nicht berichtet wird, dann haben sie eine einwandfreie Leistung gezeigt. Lippe-Kick möchte in der neuen Serie den Spielleitern die Wertschätzung erweisen, die sie längst verdient haben. Klickt euch mal hinein.

 

Das Pfeifen zwischen Zuckerbrot und Peitsche

Der Mann mit Pfiff (hk). Von den Schiedsrichtern wird stets verlangt, dass sie fehlerfrei agieren. Perfektionismus pur. Manche Kreisliga-Spieler schießen mehr hoch als weit, lassen den Ball vom Schienbein weiter abprallen, als andere passen können. Doch die Spielleiter, die müssen ohne Fehl und Tadel agieren, so das Anspruchsdenken einiger. Man sollte selbstbewusst sein, dazu ein hohes Maß an Souveränität und Fußball-Kompetenz mitbringen, um in diesem Stahlbad seinen Mann zu stehen. Auf den ersten Blick ist das Schiedsrichterdasein ein Solo-Kämpfertum. Man gelangt in eine Einzelkabine, ist auch im Spiel meist auf sich allein gestellt. In seltenen Fällen und bei besonderen Spielen helfen Assistenten an der Seitenlinie aus. Als Referee so einiges erlebt hat bereits Marko Grujic. Der 20-Jährige, der weder verwandt noch verschwägert mit seinem fußballspielenden Namens-Zwilling vom FC Porto ist, lebt quasi seinen Kindheitstraum.

 

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Von Henning Klefisch

 

Bereits als 16-Jähriger pfiff der Deutsch-Serbe Fußball-Spiele in lippischen Gefilden. Es sind gewiss keine pathosgeschwängerten Sprüche, wenn man von einem Kindheitstraum spricht, den er sich seit mittlerweile fünf Jahren erfüllt hat. „Es kam irgendwann einfach so, dass mir in den Kopf kam, ich möchte Schiedsrichter sein. Selbst als Kind habe ich irgendwie schon auf den Schiedsrichter geschaut.“ Das Kreuz muss breit, die Psyche stabil sein, um sich diesem Stahlbad auszusetzen. Immerhin besitzt der Referee doch eine Outstanding-Funktion, gerät oft zwischen die Fronten der zu häufig aufgeladenen Teams. In so einigen Situationen müssen die Exekutiven auf dem Spielfeld in die Rolle als Blitzableiter schlüpfen. Grujic gilt als Daddy Cool in der Schiedsrichter-Zunft, rühmt speziell „die Arbeit im Team, aber auch die schönen Dialoge mit Spielern, Trainern und Co.,  auf und abseits des Feldes.“ Als wichtige Komponente in diesem lippischen Fußball-Kosmos mitzuwirken, das erfüllt ihn mit Stolz. Selbstverständlich schaut er sich die Feinheiten von routinierten Schiedsrichtern ab. Im lippischen Bereich ist es der „Collina mit Haaren“, Timo Franz-Sauerbier, der ihn beeindruckt. Im Profi-Areal hauen ihn Manuel Gräfe und Deniz Aytekin ob ihrer Spielleiter-Fähigkeiten regelmäßig vom Hocker.

 

Wunsch nach mehr Respekt

 

So einige Höhepunkte durfte er ebenfalls erleben. Wie etwa die LZ-Cup-Endrunde in der Spielzeit 2018/19. Ein Event, was von ganz Fußball-Lippe hinlänglich unterstützt wird. Mehr als 3.000 Fans boten in der Phoenix-Contact-Arena einen großartigen Rahmen. Das Halbfinale leitete Grujic. Dies mit Bravour, freut sich der Newcomer doch im Lippe-Kick Gespräch: „An dem Tag war ich sehr zufrieden mit der Leistung von mir und den Schiri-Kollegen/Freunden.“ Wie eingangs bereits erwähnt, wird das aufgestaute Frustpotenzial gegenüber dem Unparteiischen in voller Intensität ausgelebt. Der passionierte Tennis-Spieler erkennt Unterschiede zwischen Ballungsgebieten und Provinzen: „Vor allem in größeren Städten haben Schiedsrichter vor der Pause ein Problem ansteigender Gewalt gehabt. Die Grenze ist für ein kleines Minimum an Spielern von der Beleidigung zum Schlag übergegangen und dagegen muss gearbeitet werden“, so seine unmissverständliche Forderung. „Hier bei uns im ländlichen Raum hat sich, denke ich, nicht viel verändert und ich bin froh, dass viele Spieler und Trainer hier uns einfach mit Respekt behandeln. Mehr erwarten wir ja auch gar nicht“, zuckt er dabei mit den Schultern. Nach dem Match über dieses zu sprechen, vielleicht auch kritische Situationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu analysieren, das wünscht sich der Spielleiter, der sogar Verständnis für leidenschaftliche Anhänger zeigt. Denn: „Zuschauer sind nun einmal Leute, die gerne auf dem Platz ihre angestauten Emotionen herauslassen. Das kann und möchte ich auch nicht ändern. Gute Stimmung ist immer schön.“

 

„Achte darauf, eine Linie zu behalten“

 

Welche Skills sind konkret erforderlich, um erfolgreich Spiele zu leiten? „Ein Schiedsrichter sollte den Mut haben, Entscheidungen zu treffen und mit Kritik umgehen können. Körperliche Fitness ist natürlich auch vorteilhaft.“ Diese Fähigkeiten besitzt Grujic. Er wechselt zwischen Zuckerbrot und Peitsche. Mit einer lockeren Rhetorik versucht er, eine angenehme Atmosphäre auf dem Spielfeld herzustellen. Falls allerdings Grenzen eingehalten werden müssen, besticht er mit gnadenloser Konsequenz. Entscheidend für ihn: „Bei meinen Spielleitungen achte ich besonders darauf, eine Linie zu behalten. Und ich versuche eine gesunde Nähe zu den Spielern zu haben, damit beide miteinander vernünftig kommunizieren können.“ Apropos Linie beibehalten. Zu seinen Hobbys zählt er das Essen. Gerne probiert er die lippische Gastronomie aus. Trotz seines gewaltigen Appetits ist beim drahtigen Grujic ein Delikatess-Hügel im Bauch-Bereich noch nicht sichtbar. Der Grund: Gerne treibt der Twen ausgiebig Sport. In diesen Zeiten, wo das häusliche Umfeld präferiert wird, zockt er zudem leidenschaftlich und ausgiebig an der Spiel-Konsole.

 

Das Spiel im Auto Revue passieren lassen

 

Akribisch und detailversessen bereitet er sich auf seine kommenden Partien nicht vor. Vielmehr spielt für ihn das Unterbewusstsein eine elementare Rolle, kann er dann immerhin „unvoreingenommener“ seine Entscheidungen treffen. Lieber mehrfach zu viel als einmal zu wenig checkt Grujic seine Sporttasche. Bereits am Vorabend packt er diese, überprüft sie dann gleich zehnmal auf Richtigkeit, ehe er 60 Minuten vor dem Anpfiff seine Reise zum Spielort startet. In der Anfangsviertelstunde, nachdem er den Ort des Geschehens erreicht hat, wird kurz mit den Protagonisten gefachsimpelt. Es folgt eine Überprüfung vom Spielfeld und das Warm-Up, bevor der Anpfiff ertönt. „Nach dem Spiel freue ich mich,

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vernünftig über das Spiel zu reden. Am besten bei einer Cola und/oder einer Wurst.“ Es folgt der Eintrag in das DFBnet, eine entspannte Dusche, ehe auf der abschließenden Autofahrt die Partie noch einmal vor dem geistigen Auge abgerufen wird.

 

 

 

 

 

Bild-Quelle: Marko Grujic.

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