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Kreisliga A Lemgo

TuS Lockhausen – Neuer Teppich in grün

Es tut sich so einiges in Lockhausen. Auf und neben dem Spielfeld. Lippe-Kick verwendet die Lupe.

 

Fleißig für den Rasen-Traum

 

Kreisliga A Lemgo (hk). Eine wohlige Atmosphäre herrscht rund um den TuS Lockhausen. Es gibt lippische „Big City Clubs“, da reagieren die Vereins-Granden so abweisend auf einen Lippe-Kick-Besuch, als hätte der Reporter rabiate Nachrichten an die Frau Gemahlin geschrieben. Und es gibt Lockse – mit dem jovialen Obmann Matthias „Matze“ Höcker, den wohl lässigsten Zeitgenossen seiner Gattung in ganz Fußball-Lippe. Jawohl, schnell fühlt man sich hier heimisch, so kurz vor Herford. Der Akklimatisierungsprozess geht zeitlich Richtung ein Pi, wird man doch geachtet wie geschätzt, wenn man als Reporter den Sportplatz „Auf dem Sepp“ betritt. So auch bei der Ortsbegehung, wird doch vom fürsorglichen Höcker eine famose Kaffeelandschaft zum legalen Konsum angeboten. Milch, Zucker, alles, was das Herz begehrt. Aber, schaut, trübt mich mein Blick? Der Sportplatz ist nicht wiederzuerkennen, gleicht er doch einer gewaltigen Erdlandschaft. Erfreulich, dass Lockhausen jedoch nicht auf den kollektiven Trend-Zug springt, den nächsten Kunstrasenplatz aus dem Boden zu stampfen. Vielmehr lockt bald ein sattes Grün, was von der Firma Strabag, aber vor allem auch in Eigenleistung, entwickelt und umgesetzt wird.

 

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Von Henning Klefisch

 

Wäre der Rasenplatz „Auf dem Sepp“ ein Fußballspieler, dann würde er mit seinen 41 Jahresringen wohl in den Untiefen der Altherren-Mannschaft gegen den Ball treten. Der nunmehr grundlegend überholte Sportplatz ist bereits 1980 ins Leben gerufen worden. Im Herbst 2019 wurde der Daumen gehoben, dass das komplette Spielfeld vollständig ausgewechselt wird. 142.000 Euro kostet der gesamte Umbau, werden 20.000 Euro durch Eigenmittel vom agilen TuS Lockhausen bestritten. Die restliche Summe, rund 90 Prozent, wird über ein Förderprogramm vom Land NRW kompensiert, wofür sich der Turn- und Sportverein aus dem knapp 3200 Einwohner-Ort erfolgreich beworben hat. „Unser Präsident Jörg Reipke war da sehr aktiv mit den Förderungsanträgen und den Planungen für den neuen Teppich“, lobt Höcker den Vereins-Boss für sein außerordentliches Engagement via Lippe-Kick.

 

Gemeinschaftliche Verbesserungen durch den TuS

 

Um immerhin zehn Prozent der Endsumme zu sparen, haben die „Lockse“-Jungs selbst tatendurstig Hand angelegt. Natürlich Corona-konform, das versteht sich von selbst, mit reichlich Abstand und nur in Zweier-, Dreier-Gruppen, wurde gearbeitet. Sogar Stefan Braunschweig, der Chefcoach der ersten Mannschaft, ackerte unermüdlich in seiner Freizeit. Seit knapp einem Monat, exakt ab dem 26. April 2021, ist der neue Rasenplatz in der Mache.

Beim TuS Lockhausen genießt die gemeinschaftliche Arbeit eine gewaltige Bedeutung, haben die aktiven und passiven Mitglieder vom letztjährigen A-Liga-Neuling so einige Vorbereitungen vorab getroffen. Barrieren wurden entfernt, die Schaukel abgenommen, einige Gräben für die Kabel gebuddelt.

„Wir möchten den Moment nutzen“

 

Jaja, die fleißigen Lockhausener haben bereits eifrig geschuftet, Fundamente gesetzt, ebenso Gräben für die Beregnungsanlage gezogen. Wichtig für „Matze“ Höcker: „Wir möchten den Moment nutzen und die Voraussetzung zur Installation einer Flutlichtanlage vorbereiten und in diesem Zuge die erforderlichen Elektroleitungen verlegen und Fundamente für die Flutlichtmasten setzen.“ Auch dies bestreitet der TuS Lockhausen aus eigenen Mitteln, ist mit einer schleunigen Förderung in naher Zukunft wohl nicht zu rechnen.

 

Erfreuliche Alternativen für die Lockse-Kicker

 

Höcker stellt klar: „Unser drittes Projekt zur Erstellung einer Flutlichtanlage mussten wir aus Rücksicht auf andere städtische Vereine, die selbstverständlich auch ihre Projekte für deren vereinseigene Anlagen gefördert sehen möchten, zurückstellen.“ Allein für die Flutlichtmasten fallen 7.000 Euro an. Immerhin müssen doch LED-Lichter installiert werden. Wenn der Herbst kommt, die Tage kürzer, die Nächte länger und vor allem schneller dunkel werden, soll diese neue Intensität an Helligkeit ihre vollständige Wirkung entfalten.

„Aktuell müssen unsere Fußballer in diesen Monaten, aufgrund der fehlenden Flutlichtanlage, auf dem städtischen Tennenplatz trainieren“, so die gute Seele vom Tabellenneunten der abgebrochenen A Lemgo-Spielzeit. Er bedauert: „Das wirkt sich nachteilig auf den Nachwuchs und Zulauf von Fußballern aus.“

 

„Ein großer Schritt zur Umsetzung“

 

Das finanzielle Investment ist speziell in den undurchsichtigen Corona-Zeiten enorm. Folglich glühen auch die Drähte, um Sponsoren zur Mithilfe zu bitten. „In jeder Hinsicht“, betont Höcker diesbezüglich und wünscht sich abschließend: „Dies wäre eine beträchtliche Hilfe und ein großer Schritt zur Umsetzung des Wunsches nach einer Flutlichtanlage.

Immerhin feiert der TuS im nächsten Jahr sein 100-jähriges Vereinsjubiläum.“ Dieses unter einem neu erstrahlenden Flutlicht zu zelebrieren, ja, das wäre doch etwas ganz Feines. Nicht zu verachten. Schlau und kreativ sind die Jungs. So sind die Kicker aus der Reserve auf die sinnvolle Idee gekommen, aus Euro-Paletten schicke wie komfortable Sitzmöglichkeiten zu gestalten. Höcker rechnet kurz im Kopf, dass rund 60 Personen sitzend rund um das Spielfeld Platz finden. Und sein Gedächtnisapparat rattert weiter, wie die Straßenbauer an der nächsten Baustelle.

Maximal könnten nach seiner Hochrechnung bis zu 1500 Zuschauer die Anlage bevölkern. Bis das neue Ambiente bezugsfertig wird, vergeht allerdings noch rund ein halbes Jahr. Erst im Oktober, frühestens im September 2021, darf auf dem neuen Untergrund gezockt werden. Da am 19. August die neue Spielzeit wohl schon beginnt, werden derzeit eifrig Gespräche mit den benachbarten Vereinen geführt, um temporär auf deren Plätze auszuweichen.

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