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Unvergessene Vereine

Unvergessene Vereine – Spiel Verein Fortuna Schlangen

In dieser Ausgabe blicken wir Richtung Südlippe, zu einem Verein, der sogar im Paderborner Speckgürtel beheimatet ist. Klickt euch mal hinein.

 

Fortuna Schlangen – 100 Jahre Kult

 

Unvergessene Vereine (bs). Da zurzeit der Fußball auf Eis liegt, und bis auf Weiteres keine Spiele stattfinden werden, wollen wir euch auch weiterhin eine spannende Gelegenheit bieten, das Fußballgeschehen nicht ganz zu vergessen. Deswegen werfen wir heute mal einen genaueren Blick in die erfolgreiche Geschichte der Fortuna aus Schlangen, der circa 9200 Einwohner-Gemeinde aus dem nordrhein-westfälischen Kreis Lippe. Ein Verein, der gerade sein 100-jähriges Jubiläum feierte. Die jüngere Glanzzeit war in der Saison 1997/98, als sie den zweiten Platz mit 61 Punkten in der Bezirksliga 3 schafften (siehe: https://www.lippe-kick.de/mannschaft/fc-fortuna-schlangen/).

 

 

Ihr wollt auch außerhalb vom Spielfeld ein Sieger sein? Dann meldet euch doch bei:

 

 

Von Björn Schran

 

 

Als in den Nachkriegs-Jahren nach dem Ersten Weltkrieg in den Jahren 1919/20 der Fußball-Sport – auch auf dem platten Land – ihren Einzug hielt, da fand sich auch in Schlangen eine Anzahl junger Leute, welche diesem Sport huldigten. Während sich im hiesigen Turnverein unter der Leitung Karl Strohdeichers eine Fußballabteilung bildete, gründeten einige Schlangener, welche in Heessen bei Hamm arbeiteten, dort einen Fußball-Club, welcher sich „Teutonia“ nannte.
Ihr erster Vorsitzender war Hermann Wittbeder. Darauf trat auch diese Abteilung dem Turnverein Schlangen bei. Doch Ende des Jahres 1920 gab es einige Differenzen mit dem Vorstand des Turnvereins. Daher beschloss die Fußballabteilung, einen eigenen Verein zu gründen.

 

Gründung des Vereins

 

Für den 1. Januar 1921 wurde eine Versammlung einberufen, welche die Gründung des jetzigen Spielvereins „Fortuna“ zur Folge hatte.

Zum ersten Vorsitzenden wurde nun Karl Strohdeicher gewählt, zum Schriftführer Gustav Göbel. Es wurde beschlossen, dass beide dem L.R.V. beitreten sollen, um Verbandsspiele austragen zu können. In den darauffolgenden Jahren fand zum ersten Mal eine Silberschild-Runde für den Verein statt, worauf die Mannschaft Silberschild-Meister wurde. Doch aufgrund der schwierigen Zeit, da zurzeit im Land starke Inflation herrschte, musste der Verein viele Krisen überstehen. In erster Linie waren es die Herren Strohdeicher und Wittbeder, welche den Verein weiterhin über Wasser hielten.
Unterdessen war der Verein auch dem W.E.V. beigetreten. Aus beruflichen Gründen musste Karl Strohdeicher den Dienst quittieren, da es ihn nach Bielefeld verschlagen hatte. An seiner Stelle wurde Hermann Wittbeder zum ersten Vorsitzenden gewählt.

 

Titel im Gau Bielefeld-Lippe

 

In der Spielzeit 1926/27 konnte die erste Jugend die Meisterschaft der B-Gruppe des Gaues Bielefeld-Lippe erringen. Im folgenden Jahre holte die erste Mannschaft die Gruppenmeisterschaft der B-Klasse und stieg demgemäß zur A-Klasse (erste Gau-Klasse) auf. Anlässlich des Sport-Werbeheftes des Verbandes in Heidelbeck 1928 wirkten in der Verbandsmannschaft die Fortunen Hamelmann und Waeke mit. Im Jahre 1929 in Lage stellten die Fortunen beim Spiel Süden gegen Norden die beiden Spieler Hamelmann und Schmidt. In der ersten Elf des Vereins wirkte als einziger seit der Vereinsgründung noch der alte Wittbeder mit.

 

Von TuS zum VfL Schlangen

 

Am 10. April 1939 wurde der Verein in den Namen TuS Schlangen umbenannt.
Im Jahre 1946 wurden alle Sportvereine in Schlangen auf Druck der britischen Besatzungsmacht im VfL Schlangen vereint. Die erste Fußballmannschaft schaffte im Jahre 1959 den Aufstieg in die Bezirksklasse und wurde zwei Jahre später Vizemeister hinter dem TuS Spork-Wendlinghausen.
1963 gelang der Aufstieg in die Landesliga, wo der VfL mehrere Jahre in Folge Mittelfeldpositionen einnahm.

1970 wurde der VfL Schlangen Vizemeister hinter dem 1. FC Paderborn und traf in einer Aufstiegsrunde auf die Vizemeister der anderen vier Landesliga-Staffeln – SV Netphen, TuS Eving-Lindenhorst, Hansa Scholven und den SVA Bockum-Hövel.

 

 

1972-1974 erfolgreichste Zeit des Vereins

 

 

Hier setzte sich der VfL durch und stieg in die seinerzeit drittklassige Verbandsliga auf, die damals die höchste Amateurliga Westfalens war. In der Verbandsliga geriet die Mannschaft nur in der Saison 1971/72 ernsthaft in Abstiegsgefahr. Fusionsgespräche mit dem BV Bad Lippspringe zerschlugen sich. Es folgten die erfolgreichsten Jahre der Vereinsgeschichte, als der VfL Schlangen in den Spielzeiten 1972/73 und 1973/74 jeweils Achter wurde. Im Zuge der sogenannten Finanzamtsaffäre konnte der VfL nicht an diese Erfolge anknüpfen und sie mussten 1975 als Vorletzter mit drei Punkten Rückstand auf den VfB 03 Bielefeld wieder in die Landesliga absteigen.

 

Ein Brasilianer aus Chicago als Transfercoup

 

Zurück in der Landesliga sorgte der Verein durch die Verpflichtung des Brasilianers Mike Hasai aus Chicago für Aufsehen.

Der VfL wurde 1976 Vizemeister hinter der Spvg Steinhagen und stieg ein Jahr später unter Spielertrainer Detlef Kemena aus der Landesliga ab. Die Schlänger scheiterten ebenso wie der VfL Mennighüffen in einer Entscheidungsspielrunde am punktgleichen SV Löhne-Obernbeck. 1983 stieg der VfL in die Kreisliga ab und schaffte 1985 unter dem Spielertrainer Hans-Ulrich Brückner wieder den Sprung in die Bezirksliga.

 

1988 vom VfL zum FC Fortuna

 

1988 kam es zu Streitigkeiten zwischen der Fußballabteilung und dem Vorstand des VfL Schlangen. Als Folge daraus löste sich die Fußballabteilung vom VfL und gründete mit dem FC Fortuna einen eigenständigen Verein. 1988 kehrte die Mannschaft wieder in die Landesliga zurück und musste zwei Jahre später wieder in die Bezirksliga absteigen. Im Jahre 2001 ging es in die Kreisliga A hinunter, ehe der Abstieg in die Kreisliga B folgte. Doch im Jahre 2009 gelang der Wiederaufstieg in der Kreisliga A Detmold und man wurde dort 2010 und 2011 jeweils Vizemeister. Zwischen 2015 und 2019 spielten die Blau-Weißen ebenfalls vorne mit, belegten nacheinander den vierten, zweiten, dritten und erneuten zweiten Rang im Endklassement.

 

 

 

 

Bild-Quelle: Bodo Kibgies.

 

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