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Handball DHB-Pokal – TBV Lemgo Lippe: Saisonhighlight Final4

Im DHB-Pokal bestreitet der TBV Lemgo Lippe am 3. Juni das Halbfinale gegen den THW Kiel. Hier findet ihr den Vorbericht bei OWL-Sport.

 

Enorme Vorfreude aufs „Do or die“-Spiel gegen Kiel

 

OWL-Sport, 02. Juni 2021. Showtime in Hamburg! Nach 19 Jahren kehrt der TBV Lemgo Lippe am Donnerstag zurück auf die große DHB-Pokalbühne. „Dann wird es auch darauf ankommen, als Mannschaft das ganze Drumherum auszublenden und uns nur auf unser Handballspiel zu konzentrieren“, schärft TBV-Trainer Florian Kehrmann schon einmal die Sinne vor dem mit Spannung erwarteten „Do or die“-Spiel, welches zur Freude aller vor immerhin 2000 Zuschauern in der Barclaycard Arena steigen kann. Mit dem THW Kiel erwartet die „Jedi-Lipper“ im Halbfinale des REWE Final4 (Anwurf 17 Uhr) nicht nur der amtierende Titelverteidiger, sondern auch der erfolgreichste Handballverein aller Zeiten. Damit sind die Rollen klar verteilt – und doch hat diese Konstellation auch historisch betrachtet ihren Reiz.

 

Schon vor ihrer nationalen Titelpremiere bekamen es die Blau-Weißen im Halbfinale der Pokalsaison 1994/95 mit dem damals amtierenden Deutschen Meister aus Kiel zu tun. Was sich daraufhin in der Alsterdorfer Sporthalle ereignete, war eine packende Abwehrschlacht – mit dem besseren Ende für die Lipper, die Volker Zerbe in der Verlängerung mit seinem goldenen Tor zum 17:16 erlöste. Auch im April 2002 traf man auf die Zebras, siegte – und krönte sich tags darauf ein drittes Mal zum Pokalsieger. Nicht ahnend, dass es beinahe zwei Jahrzehnte dauern würde, erneut in den Vierkampf um das begehrte Stück Messing steigen zu können. Anders hingegen Kiel, das in Abwesenheit der Hansestädter zum DHB-Rekordpokalsieger aufstieg. Acht Mal errang der THW die Trophäe seitdem. An der Elbe spricht man bereits vom „längsten Triple aller Zeiten“, sollte dem Deutschen Meister und Champions-League-Sieger von 2020 der nachträgliche Triumph im REWE Final4 gelingen.

 

Damit ist der Bogen in die Gegenwart gespannt: Die Mannschaft des ehemaligen Lemgoers Filip Jicha verfügt über deutlich mehr Endspielerfahrung, nur für einen Bruchteil seines Kaders ist das REWE Final4 gänzlich Neuland. „Vielleicht haben wir dadurch eine Portion mehr Locker- und Unbekümmertheit“, sagt Kehrmann, der mit Abwehrchef Gedeón Guardiola zumindest einen Akteur in seinen Reihen hat, der die Kieler mit den Löwen vor drei Jahren schon einmal als Pokalsieger ablöste. Im jüngsten Ligaspiel gegen Flensburg wurde der spanische Routinier geschont, um in Hamburg wieder in Vollbesitz seiner Kräfte Beton anrühren zu können. Lemgos Coach prophezeit jedenfalls bedingungslose Galligkeit: „Wir werden keinen Meter Boden preisgeben und auf den 20 x 40 Metern Spielfläche mit allem kämpfen, was wir haben.“

 

Das letzte Aufeinandertreffen liegt erst wenige Tage zurück. Erst im Laufe der zweiten Halbzeit hatten sich die Lipper der zweifelsfrei hohen individuellen Kieler Klasse endgültig beugen müssen – auch weil man in der entscheidenden Phase gute Chancen liegenließ. Sei’s drum, die erste Hälfte war ein Mutmacher: „Auch diesmal wird es für uns in der Abwehr darum gehen, die individuelle Klasse gerade von Sander Sagosen, Harald Reinkind und Steffen Weinhold zu unterbinden.“ Auch Domagoj Duvnjak und Miha Zarabec dürften seine Defensivstrategen hierbei nicht außer Acht lassen. Im eigenen Angriff müsse man erneut Antworten auf die verschiedenen Abwehrsysteme finden.

 

Ebenso darauf, dass den Kielern mit dem nach einem Wadenbeinbruch voraussichtlich wiedergenesenen Patrick Wiencek ein entscheidender Faktor in der Abwehr zur Verfügung stehen wird. Aber: „Wir werden uns da ein paar Dinge einfallen lassen und freuen uns jetzt einfach auf dieses Event und darüber, dass diese Sehnsucht endlich gestillt wird.“ Diesen Worten ist vor der Abfahrt gen Norden wahrlich nicht mehr viel hinzuzufügen, außer: volle Kraft voraus!

 

Das 1. Halbfinalspiel zwischen dem TBV Lemgo Lippe und THW Kiel leiten die Unparteiischen Stefan Schneider und Colin Hartmann. Das ZDF zeigt die Begegnung im Livestream auf zdfsport.de sowie in der Mediathek ab 17 Uhr in voller Länge. Die komplette zweite Halbzeit wird zusätzlich auch linear im Zweiten übertragen. Wie gewohnt ist auch Bezahlsender Sky mit von der Partie: Um 16.30 Uhr beginnt auf Sky Sport 1 HD die Vorberichterstattung.

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