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Jugendfussball

Jugendfußball – Nachteile von Corona für den Jugendfußball in Lippe

Christian Schulze vom Jugendfußballverband Lippe hat sich mit Lippe-Kick-Reporter Björn Schran über die potenziellen Corona-Auswirkungen für den Nachwuchsfußball unterhalten. Klickt hier hinein.

 

Skill-Challenges als Übungen, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten

 

Jugendfußball (bs). Aufgrund der Corona-Krise finden momentan keine Spiele im Amateurfußball statt. Davon sind natürlich auch die Jugendmannschaften betroffen. Doch für die Kids ist das Ausbleiben von Trainingsmöglichkeiten und aktiven Spielen besonders schwierig, da die Kinder in ihrer Entwicklung Kontakt zu anderen Kids benötigen. Weil jedoch zurzeit die Inzidenzwerte immer besser werden, kann es auch bald wieder mit dem Jugendfußball losgehen. Deswegen hat Lippe-Kick-Reporter Björn Schran mit Christian Schulze vom Jugendförderverein Lippe ein Interview über dieses Thema geführt.

 

 

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Lippe-Kick: Wie schaffen Sie es, dass während des Lockdowns die Spieler das Interesse nicht verlieren?

 

Christian Schulze: „Ein wichtiger Schritt ist es, den Kontakt zu den Spielern aufrechtzuerhalten. Durch den regelmäßigen Kontakt zu den Spielern können wir die Stimmung und die Laune der Spieler einschätzen und, wenn nötig, darauf einwirken. In Einzelgesprächen per Telefon und Online-Teamveranstaltungen haben wir ein gewisses Gemeinschaftsgefühl aufrechterhalten können. In den Gesprächen musste es nicht unbedingt um Fußball gehen. Wir haben auch über das Allgemeinbefinden in der Coronazeit gesprochen.”

 

Lippe-Kick: Wie halten Sie die Spieler bei Laune?

 

Schulze: „Als noch die Hoffnung bestanden hat, dass die Saison fortgesetzt wird, haben wir den Spielern Kraft- und Konditionspläne zukommen lassen. Diese mussten sie in der freien Zeit absolvieren. Die Jungs waren sehr engagiert dabei. Schließlich war die U16 des TBV Tabellenführer in der Kreisliga A in Lemgo und das als reiner Jungjahrgang.

Als klar war, dass die Saison abgebrochen wird, haben wir die Intensität des Trainings heruntergefahren. Stattdessen haben die Spieler Einzelübungen mit dem Ball für Zuhause bekommen. Mit diesen Übungen haben wir dann „Skill-Challenges“ durchgeführt, in der die Spieler gegeneinander antreten mussten. Das hat den Spielern und uns Trainern sehr viel Spaß gemacht und die Fertigkeiten am Ball und das Ballgefühl sind nicht verloren gegangen.“

 

 

Lippe-Kick: Haben  Sie Angst um die Entwicklung und Leistung der Spieler?

 

Schulze: „Natürlich haben die letzten Monate Spuren hinterlassen. Aber wenn es wieder losgeht, werden alle Mannschaften mit den gleichen Voraussetzungen starten. Ich denke sogar, dass einzelne Spieler die Pause genutzt haben, um an ihrem Körper oder an ihren Schwächen am Ball zu arbeiten. Spieler, die in den letzten Monaten nichts getan haben, werden hier einen Nachteil haben. Die Einstellung eines Spielers ist entscheidend. Und das gilt immer, nicht nur in der Corona-Zeit.“

 

 

Lippe-Kick: Glauben Sie, dass die Psyche der jungen Spieler darunter leidet?

 

Schulze: „Ich bin mir sehr sicher, dass die Psyche der Spieler unter der Corona-Pandemie leidet. Durch die Einschränkungen ist die Entwicklung der Spieler/Kinder stark beeinflusst. Es fehlt der soziale Austausch und die Inspiration. Auch feste Strukturen fehlen im Leben der Spieler/Kinder. Die körperlichen Aktivitäten haben abgenommen und der Medienkonsum hat zugenommen. Das sind alles Faktoren, die sich auf die Psyche eines Spielers/Kindes auswirken.“

 

 

 

Lippe-Kick: Was glauben Sie, was für Folgen der Ausfall der Spiele aufgrund von Corona in der Zukunft haben wird?

 

Schulze: „Wir sollten den Blick nicht auf die Vergangenheit richten, sondern zuversichtlich in die Zukunft blicken. Alles, was passiert ist, können wir nicht ändern. Von daher müssen wir die annullierte Saison akzeptieren und wieder Gas geben, wenn die neue Saison startet.“

 

Lippe-Kick: Was machen die Junioren während der langen Corona-Pause?

 

Schulze: „Leider verbringen die Junioren im Allgemeinen zu viel Zeit vor dem Handy oder ähnlichen Medien. Die Schule beziehe ich hier nicht mit ein. Dort werden Laptop oder Handy sinnvoll genutzt. Aber kann man es den jungen Spielern verübeln? Welche Möglichkeiten haben sie? Mich freut es zu sehen, wenn sich Jugendliche draußen verabreden und sich zum Kicken auf dem Sportplatz treffen. Alles natürlich unter den Corona-Vorgaben.“

 

 

Lippe-Kick: Wie sehen die genauen Pläne für den Re-Start im Jugendfußball aus?

 

Schulze: „Wir (TBV Lemgo & SVE Jerxen-Orbke) waren in den letzten Monaten nicht untätig und werden in der kommenden Saison mit dem Jugendförderverein Lippe (kurz JFV Lippe) an den Start gehen. Die Planung hierfür ist im vollen Gange. Trotzdem wollen wir so schnell wie möglich wieder mit den Spielern auf den Platz. Für Spieler/innen unter 14 ist dies schon wieder möglich und auch die älteren Spieler/innen stehen in den Startlöchern. Geplant ist, dass die Mannschaften im Juli in die Vorbereitung für die kommende Saison gehen. Alles, was vorher möglich ist, nehmen wir natürlich gerne mit. Den Leistungsgedanken stellen wir in den ersten Tagen hinten an – der Spaß steht im Vordergrund. Und darum geht es ja auch im Jugendfußball: Spaß am Fußball.“

 

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