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Unvergessene Vereine

Unvergessene Vereine – FC „Teutonia“ Barntrup von 1911

In dieser Ausgabe blicken wir auf die historische und facettenreiche Zeit des Vereins FC Teutonia Barntrup, heute RSV Barntrup, zurück.

 

Barntrup – die Fahrstuhlmannschaft

 

Unvergessene Vereine (bs). Da zurzeit der Fußball-Sport noch auf Eis liegt, es aber immerhin bald auch wieder im Amateursport weitergehen kann, wollen wir uns bis dahin mal einen spannenden Rückblick auf die Vereinshistorie des FC Teutonia Barntrup gönnen. Der Ort Barntrup liegt im nordrhein-westfälischen Kreis Lippe und hat circa 5000 Einwohner. Die Glanzzeit des Vereins war im Jahr 2008, als der Verein erstmalig in die Landesliga aufstieg (siehe: https://www.lippe-kick.de/mannschaft/rsv-barntrup/).

 

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Von Björn Schran

 

Von sechs jungen Leuten wurde der Verein am 24. Mai 1911 unter dem Namen „Teutonia 1911“ gegründet. Der Verein ist wohl mit einer der ältesten in Lippe. Im Jahr 1912/13 nahm der Club einen schwunghaften Aufstieg. Den ersten Pokal gewann die erste Elf 1912, anlässlich eines Touren- und Sport- Werbefestes in Humfeld, im Spiel gegen Lage mit 3:1.

Erster Weltkrieg zerrüttet die Mannschaft

 

Durch den 1. Weltkrieg wurde eine große Lücke in die Reihen der Mitglieder gerissen. Ein großer Teil der besten Sportler kehrte aus dem Kriege nicht wieder zurück. Nach den Jahren 1914-18, die sich des Vereins annahmen, gelang es, wieder eine recht ansehnliche Zahl junger Leute den Fußballern und Leichtathleten einzugliedern.
Dem W.E.V. gehörte der Club schon in früheren Jahren verschiedentlich an. Letztens trat der Verein dem W.E.V. wieder bei. Im Jahr 1927 konnte die erste aktive Mannschaft die Fußballmeisterschaft des L.R.V.-Bezirkes „Mitte“ sowie die Meisterschaft des gesamten L.R.V.- Fußball-Bezirks erringen. Aber nicht nur von Erfolg gekrönte Jahre, sondern auch Flauten musste der Verein durchmachen. Man erwäge, dass es nicht immer leicht ist, in einem kleinen Ort, wo drei verschiedene Vereine tätig waren, konkurrenzfähig sein zu können.

 

Zwei verschiedene Vereine „Vorwärts“ und „Teutonia“ Barntrup

 

1920 bis 1933 gab es zwei Sportvereine in Barntrup. „Vorwärts Barntrup“ (Hotel Zum Schwan) und „Teutonia Barntrup“(Deutsches Haus). 1927 gewannen beide Vereine die „Meisterschaft“ in den Ligen „Lippischer Rasensport-Verband“ und in der Liga „Arbeiter-, Turn- und Sport-Vereine“. Im Jahre 1929 wurden die Vereinstrikot-Farben auf „rot und schwarz“ festgelegt.

 

Zusammenschluss „Teutonia“ und „Vorwärts“

 

1933/34 haben sich „Teutonia“ und „Vorwärts“ aufgrund von politischen Gegebenheiten zusammengeschlossen. Der „Rasensportverein von 1911 Barntrup“ war geboren.
Im Jahr 1934 gab es hohen Besuch in Barntrup von Deutschlands Mittelläufer von Schalke 04 – Fritz Szepan. Aufgrund von hervorragender Leistung bei der WM 1934 in Italien, erhielt er einen kostenlosen Kur-Besuch in Horn-Bad Meinberg.

 

 

1940-45 Einstellung des Spielbetriebs aufgrund des Zweiten Weltkriegs

 

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die militärischen Bestimmungen gelockert und jede Stadt durfte wieder einen Sportverein haben. Am 15.08.1945 wurde unter der Leitung von Wilhelm Reese der Verein unter den Namen „Turn und Sportverein Barntrup von 1945“ neugegründet. Ebenfalls zu den Gründern gehörten: Heinrich Althoff, Heinrich Schröder und August Fiene. Das Vereinslokal war damals das „Deutsche Haus“ (heute Sparkasse).
1946 wurde die erste Mannschaft ungeschlagener Meister in der Gruppe Lippe-Ost. Daraufhin gab es die Teilnahme bei der Endrunde um die lippische Meisterschaft. Am ersten September 1949 wurde das neue „Waldstadion“ eingeweiht.

 

Aus TuS entstand „RSV Barntrup und „SV Barntrup“

 

Am 21.02.1950 wurde der TuS Barntrup von 1945 wieder aufgelöst und es entstanden die Vereine „RSV Barntrup von 1911“ und „TV Barntrup von 1865“. In den Jahren 1950 bis 1954 gehörte die 1. Mannschaft zum Stamm der 1. Kreisklasse Lemgo.
Ein Jahr später, 1955, kam der unerwartete Abstieg der Mannschaft. Doch ein Jahr darauf gelang der sofortige Wiederaufstieg in das Kreisoberhaus. Ende der 50er Jahre musste der Abstieg in die zweite Kreisklasse verkraftet werden.
1963 gelang der Aufstieg ins Kreisoberhaus. 1964 und 1972 erlitten sie einen erneuten Abstieg in die Zweitklassigkeit im Kreis-Fußball.

 

Trainer Peter Schulz schafft den Aufstieg

 

In der Saison 72/73 gelang Trainer Peter Schulz der langersehnte Wiederaufstieg. In der Saison 1980/81 ging es für die Mannschaft aufgrund diverser Spielerabgänge in die Kreisliga B hinunter.
1985 bekamen Heinz Fischer und Wilfried Beyer die Verdienstnadel in Silber (eine Auszeichnung des DFB). Zum 75-jährigen Bestehen des RSV Barntrup und zum 20-jährigen Bestehen des Kinderdorf Barntrup war am 25.07.1986 die komplette 2. Bundesligamannschaft von Hannover 96 zu Gast. Auch wenn das Spiel mit 0:23 verloren ging, war doch die gesamte Veranstaltung eine gelungene Sache.

 

Heinz Haverich wird Ehrenvorsitzender

 

Rolf-Rüdiger Hütte übernahm vom ehemaligen Ehrenvorsitzenden Heinz Haverich den Vorsitzenden-Posten.
1991 wurde eine Vereinsfreundschaft mit dem SV Eintracht Eisenberg geschlossen. Albert Dubbert (RSV) und Peppi Lohrengel (SV Eintracht Eisenberg) waren dabei federführend. Von 1987 bis 91 gab es diverse Abgänge aus den eigenen Reihen, diese machten sich bemerkbar. Mehrere Trainerwechsel wurden dafür ebenfalls verantwortlich gemacht. Trauriger Höhepunkt: Der Abstieg in die Kreisliga C im Jahre 91/92.

 

Barntrup-Abstieg nach Elfmeter-Drama

 

Doch zwei Jahre darauf, in der Serie 1993/94, gelang es der Mannschaft, in die Kreisliga B aufzusteigen.
In der Saison 95/96 folgte wieder der Abstieg in die Kreisliga C, nach einem spannenden Entscheidungsspiel in Lüdenhausen gegen Matorf. Das Match ging beim Spielstand von 3:3 in die Verlängerung und anschließend ins Elfmeterschießen. RSV-Torwart Maik Dubbert hielt zwar den entscheidenden Elfmeter, doch da er sich angeblich zu früh bewegt hatte, musste der Penalty jedoch wiederholt werden. Der Matorfer Schütze verwandelte ihn und Barntrup war erneut abgestiegen.

 

 

2000 Classic-Cup startet

 

1997 wurde der neue Rasenplatz direkt neben dem Ascheplatz eingeweiht. Nahezu die gleiche Besetzung schaffte im Folgejahr den sofortigen Wiederaufstieg. Spielertrainer Uwe Sieksmeier kam und schaffte in der Serie 97/98 den Aufstieg in die Kreisliga A.
Der RSV I wurde beim Classic-Cup 2000 Dritter, da der TuS Horn-Bad Meinberg mit 5:3 bezwungen wurde. 2003, 2004 und 2005 feierten die Roten Teufel den Hattrick beim Classic-Cup. Spielertrainer Dirk Hilker war in diesem Jahr (03/04) für die spielerische und taktische Einstellung der Spieler verantwortlich, Peter Schulz für die Motivation. In Zusammenarbeit mit Hilkers Siegeswillen auf dem Platz, hat der Verein erstmalig den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft.

 

2008 erstmaliger Aufstieg in die Landesliga

 

Sensationell! Ein Traum wurde wahr, Meister am letzten Spieltag. Konkurrent Erkeln verlor beim TuS Horn-Bad Meinberg und der RSV gewann hochverdient in Kollerbeck. Dank eines besseren Torverhältnisses und nur einem Punkt Vorsprung steigt somit der Verein 2008 zum ersten Mal in die Landesliga auf.
Aber auch die Damenmannschaft konnte viele Erfolge feiern. Sie haben es ebenso geschafft, und das trotz einer langen Liste von verletzten Spielerinnen innerhalb der Saison 2014/15, den Aufstieg in die Landesliga.

 

 

 

 

 

Bild-Quelle: Andreas Pape, Lippische Wochenschau, Lippischer Sonntag.

 

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