Nach einem erneuten Auswärtserfolg am Freitag setzte es dann am Sonntag die erste Heimniederlage für den HEV. Wir haben beide Berichte.
Ice Dragons müssen erste Heimniederlage einstecken – Herford rennt vergeblich gegen Leipzig an
OWL-Sport. Tor wie vernagelt – der Herforder Eishockey Verein hat in der Oberliga Nord erstmals in dieser Saison ein Heimspiel verloren. Gegen die Icefighters Leipzig gab es vor fast 800 Zuschauern eine 0:3 (0:2/0:0/0:1)-Niederlage, bei der die Ice Dragons 60 Minuten lang vergeblich gegen die Defensivabteilung der Gäste anrannte. Bereits in den ersten Minuten der Begegnung zeichnete sich ab, dass es für Herford das erwartet schwierige Spiel werden sollte. Nutzte man beim 6:3-Erfolg am vergangenen Freitag in Hannover seine Chancen effektiv, war gegen Leipzig zunächst einmal viel Geduld gefordert. Die Ice Dragons hatten in der Anfangsphase durchaus Gelegenheiten zur Führung, doch mit zunehmender Spielzeit agierten die Icefighters gefährlicher. In der 17. Minute rutschte Herfords Torhüter Jakub Urbisch ein Schuss von Konstantin Bongers zum 0:1 über die Fanghand und nur zwei Minuten später erhöhte Jan-Luca Schumacher auf 2:0 für die Gäste.
Mit der Führung im Rücken verteidigten die Sachsen nun sehr kompakt und verhinderten im zweiten Drittel lange Zeit gefährliche Aktionen des HEV. Herford war zwar nun das deutlich spielbestimmende Team, kam jedoch häufig nur zu Abschlüssen aus der Distanz. Erst in der Schlussphase des Mittelabschnittes kamen die Ice Dragons zu hochkarätigen Torgelegenheiten, ließen diese jedoch ungenutzt.
Auch im letzten Drittel veränderte sich das Bild nicht. Herforder kämpfte um den Anschlusstreffer, Leipzig verteidigte hochkonzentriert und sehr clever. Auch die ostwestfälischen Eishockeyfans gaben alles auf den Rängen und unterstützten ihren HEV lautstark. Immer mehr rückte Gästetorhüter Konstantin Kessler nun in den Mittelpunkt, der an diesem Abend einfach nicht zu überwinden war. In den Schlussminuten setzte Herfords Chefcoach Henry Thom noch einmal alles auf eine Karte und brachte für HEV-Goalie Jakub Urbisch einen zusätzlichen Feldspieler auf das Eis, doch die Icefighters ließen einfach keinen Treffer zu und vollendeten ihr Spiel mit dem 3:0 durch Konstantin Bongers in der letzten Spielsekunde.
„Es gibt Tage, da kannst Du noch Stunden weiterspielen und es gelingt Dir trotzdem kein Tor. Die Mannschaft hat alles versucht und gekämpft, aber es sollte heute nicht sein. Leipzig hat sehr gut und sehr clever gespielt und heute dann auch verdient die Punkte mitgenommen. Ich möchte mich ausdrücklich bei unseren Fans bedanken, die super hinter uns gestanden haben und die Mannschaft auch nach dem Spiel noch toll verabschiedet haben. Das ist nicht selbstverständlich und die Jungs haben das sehr, sehr positiv mitgenommen“, lobte Henry Thom die Besucher in der imos Eishalle „Im Kleinen Felde“. Die Ice Dragons nehmen mit 21 Punkten in der Tabelle nun den 5. Platz ein und schauen bereits auf das nächste Heimspiel am Freitag, wenn die Tilburg Trappers ab 20.30 Uhr zu Gast in OWL sind. Tickets gibt es online unter www.scantickets.de sowie im Fachmarkt des Marktkaufs Herford (Deichkamp). Mit Einlassbeginn ab 19.30 Uhr öffnet auch eine Abendkasse. Am Sonntag steht für den Herforder Eishockey Verein das Auswärtsspiel bei den TecArt Black Dragons Erfurt auf dem Programm.
Tore:
0:1 16:05 Konstantin Bongers (Walther Klaus / Erek-Dirk Virch)
0:2 18:23 Jan-Luca Schumacher (Emil Aronsson / Johan Eriksson)
0:3 59:59 Konstantin Bongers (Daniel Visner)
Strafen: Herford 8 Minuten, Leipzig 14 Minuten
Zuschauer: 792
Streambuchungen: 251

Photocredit (c): Jürgen Feyerabend – feyerdragon pic art
Ice Dragons überzeugen am Pferdeturm – Herford holt Sieg in Hannover
OWL-Sport. Prüfung im Indianerland bestanden – der Herforder Eishockey Verein hat in der Oberliga Nord Hauptrunde den nächsten Erfolg eingefahren. Die Ice Dragons siegten bei den Hannover Indians mit 6:3 (2:0/2:0/2:3), zeigten am legendären Pferdeturm eine starke Leistung und nahmen verdient drei Punkte mit nach Ostwestfalen. Wer es von den über 3000 Zuschauern nicht ganz pünktlich ins Eisstadion geschafft hatte, musste sich nach rund 120 Sekunden verwundert die Augen reiben. Herford legte einen Traumstart hin, traf zunächst nach einer Minute Spielzeit durch Emil Lessard Aydin zum 1:0 und erhöhte durch Timo Sticha etwa 60 Sekunden später gar auf 2:0. Indians-Coach Raphael Joly war somit gezwungen, die erste Auszeit zu nehmen, um seine Mannschaft erst einmal wieder zu sortieren und neu einzustellen. In der Folge agierte Hannover zwar feldüberlegen, die Ice Dragons verteidigten jedoch sehr konzentriert und ließen kaum gefährliche Situationen vor dem Tor von HEV-Goalie Jakub Urbisch zu.
Auch im zweiten Spielabschnitt schlug der HEV sofort zu. Nils Wegner schloss in der 24. Minute eine Kontersituation mit dem 3:0 für Herford ab und als Brandon Schultz in der 28. Minute unmittelbar nach einer Überzahlsituation der Ostwestfalen das 4:0 erzielte, verstummte das sonst so laute Eisstadion am Pferdeturm. Lediglich der sehr gut gefüllte Gästeblock war noch im weiten Rund zu hören. Die Gastgeber wirkten nun geschockt, brachten bis zur letzten Pause kaum noch Angriffe zustande, während Herford weiterhin kompakt stand.

Photocredit (c): Jürgen Feyerabend – feyerdragon pic art (Archivfoto Spiel gegen Herne letzten Sonntag)
Als Emil Lessard Aydin im Schlussdrittel in Unterzahl zum 5:0 einnetzte, schien die Entscheidung endgültig gefallen zu sein (45.). Doch die Indians wurden nun offensiv gefährlicher, erzielten zunächst ebenfalls in der 45. Minute das 1:5 durch Robin Palka und kamen nur 60 Sekunden später durch Ryker Killins auf 2:5 heran. Herfords Chefcoach Henry Thom reagierte sofort, nahm eine Auszeit und korrigierte sehr ruhig agierend sein Team. Herford hatte nun das Spielgeschehen wieder im Griff und schließlich sorgte Dennis Sticha in der 49. Minute mit dem 6:2 für klare Verhältnisse. Das 3:6 durch Jussi Petersen in Überzahl war nur noch eine Ergebniskorrektur für die Gastgeber.
„Wir haben in den ersten beiden Dritteln sehr gut gespielt und natürlich fällt es mit einer frühen 2:0-Führung alles etwas leichter. Das zweite Drittel war vielleicht unser bislang bestes der Saison. Die letzten 20 Minuten waren dann ein bisschen wild und wir haben etwas zu viel gewollt, aber insgesamt war ich sehr zufrieden“, äußerte sich Henry Thom im Anschluss an die Begegnung. Nach dem zweiten Auswärtssieg der Spielzeit verbesserte sich der Herforder Eishockey Verein mit 21 Punkten auf Platz 3 der Tabelle.
Tore:
0:1 01:01 Emil Lessard Aydin (Brett Humberstone / Ryley Lindgren)
0:2 02:14 Timo Sticha (Brandon Schultz / Emil Lessard Aydin)
0:3 23:11 Nils Wegner (Timo Sticha / Gleb Berezovskij)
0:4 27:47 Brandon Schultz (Emil Lessard Aydin / Nils Wegner)
0:5 44:11 Emil Lessard Aydin (Timo Sticha / Yannis Walch) SH1
1:5 44:48 Robin Palka (Igor Bacek / Dennis Palka)
2:5 45:58 Ryker Kallins (Gunnars Skvorcovs)
2:6 48:43 Dennis Sticha (Leon Köhler / Dennis König)
3:6 53:54 Jussi Petersen (Igor Bacek / Ryker Killins) PP1
Strafen: Hannover 8 Minuten + 5 Minuten Ryker Killins, Herford 10 Minuten + 5 Minuten Ryley Lindgren
Zuschauer: 3280







