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Kreisliga A Detmold

Blomberger SV – Magers gedenkt des verstorbenen Klobusch

Lippe-Kick berichtet über den plötzlichen Tod des Co-Trainers des Blomberger SV, Stefan Klobusch. Wir vom Team Lippe-Kick erinnern in Dankbarkeit an Stefan Klobusch und sind in Gedanken bei seiner Familie und all jenen, die ihn liebten. Ruhe in Frieden.

 

Tiefe Trauer beim Blomberger SV und seinem Umfeld

 

Kreisliga A Detmold (bs). Der Blomberger SV und Trainer Sebastian Magers erfuhren am Freitag vor Weihnachten vom tragischen Tod von Co-Trainer Stefan Klobusch. Die Trauer zieht sich nicht nur durch den gesamten Verein, sondern auch durch Familie, Freunde und alle, die ihn kannten, die bestürzt über dieses Unglück sind. Trainer Sebastian Magers schildert, wie er diese schwere Zeit verarbeitet und wie aus der gemeinsamen Arbeit eine enge Freundschaft entstand.

 

 

Von Björn Schran

 

Julian Otte

Magers erklärt: „Es ist verrückt. Es kann sein, dass die Worte ein wenig stocken. Nicht, weil ich unendlich traurig bin – ich kann das gut verarbeiten. Es ist der zweite persönliche Schicksalsschlag in zwei Jahren“, zeigt sich Magers sichtlich betroffen. Vor zwei Jahren war Julian Otte verstorben, ein herausragender Jugendspieler, und nun auch Co-Trainer Stefan Klobusch. „Plötzlich ist ein großartiger Mensch weg und hinterlässt zum einen seine wunderbare Frau, zum anderen zwei Kinder. Zwei tolle Schwiegersöhne. Es ist schwer zu begreifen, dass binnen zwei Jahren zwei Menschen aus dem Leben gerissen werden, die einem sehr nahe standen.“

 

 

Eine lange gemeinsame Geschichte

 

Stefan Klobusch

Magers lernte Stefan Klobusch in seiner Anfangszeit kennen, als er aus der Westfalenliga beim TBV Lemgo zurück nach Blomberg kam. Magers wurde anschließend als A-Jugendlicher für die erste Mannschaft freigegeben. Schon damals war er im Fußball ein bekannter Name. „Irgendwann stieß er dann auch als Spieler dazu. Das war absolut großartig. Ich kenne ihn schon seit 20 Jahren“, so Magers. Seine Töchter sind im ähnlichen Alter wie Magers, „theoretisch bin ich mit der Familie groß geworden. Ich kenne seine Frau ebenfalls seit 20 Jahren.“ Auch Magers’ Eltern pflegten stets eine enge und herzliche Beziehung zur Familie Klobusch.

 

 

Gemeinsame Zeit auf und neben dem Platz

 

Sebastian Magers

Magers spielte selbst über sieben Jahre mit Klobusch zusammen. Damals war Klobusch bereits 40 Jahre alt. Und auch noch mit 53 Jahren hatte Stefan Klobusch noch einen Kurz-Einsatz unter Magers in seinem ersten Spiel als Seniorentrainer gegen den TSV Horn. Dort hätte er beinahe noch ein Tor erzielt“, erzählte Magers. „Er war menschlich immer ein Vorbild. Er hat stets gesagt, was er dachte, und war immer ehrlich. So etwas findet man im Fußball viel zu selten“, so Magers. „Es wird oft um den heißen Brei herumgeredet und vieles schöngefärbt. Viel wird versprochen, wenig gehalten. Stefan war immer ein sehr ehrlicher Typ. Man wusste sofort, woran man war. Er hat Tacheles geredet und gesagt, wenn ihm etwas nicht passte. Er hat einem in die Augen geschaut, und man wusste: bis hierhin und nicht weiter.“

 

 

Ehrlichkeit, Kritik und Anerkennung

 

Er sprach Kritik offen an, lobte aber auch im richtigen Moment – sei es von Spieler zu Spieler, von Trainer zu Trainer oder von Mensch zu Mensch. Privat konnte Magers mit ihm über viele Dinge diskutieren. Zwei Eckpfeiler bestimmten Klobuschs Leben: Familie und Fußball, die er zu einhundert Prozent miteinander verband. Wenn er auf dem Platz stand, war seine Familie präsent. „Das war das Schöne an ihm und seiner Familie. Sie haben Stefans Hobby alle geteilt. Das ist etwas Besonderes, das heute viel mehr gefördert werden sollte. Sie haben vorgelebt, wie Mannschaftssport funktioniert“, so Magers. Dies habe ihn über 20 Jahre beeindruckt. „Das war einfach großartig.“

 

 

Vom Mitspieler zum Trainerteam

 

Vor fünf Jahren, zu Beginn von Magers’ Trainerlaufbahn, leitete Klobusch noch die zweite Mannschaft. Ab diesem Zeitpunkt standen sie nicht mehr als Spieler, sondern gemeinsam als Trainer auf dem Platz. „Ich habe unglaublich viel von ihm gelernt. Seine pragmatische Art hat sich perfekt ergänzt“, so Magers. Vor eineinhalb Jahren fragte Magers Klobusch, ob er sich vorstellen könne, unter ihm als Cheftrainer zu arbeiten. „Ich bin nicht immer einfach, habe klare Vorstellungen von Fußball, die ich nach außen vertrete. Ich lasse mich gerne beraten, aber ich habe Grundsätze, die ich einhalte. Stefan war der perfekte Gegenpart. Sein Wort war immer: ‚Basti, welche Grundformation du willst, ist mir egal. Hauptsache, die Jungs reißen sich den Arsch auf.‘“

 

 

Perfekte Symbiose und großes Vertrauen

 

„Er war eine perfekte Symbiose.“ Da Magers Klobusch bereits über 20 Jahre kannte, bestand ein hundertprozentiges Vertrauensverhältnis. „Das größte Gut ist, dass man sich gegenseitig vertraut. Stefan war der perfekte Gegenpart.“ Wenn Magers sich in Details verbissen hatte, brachte Klobuschs Pragmatismus ihn zurück auf den Boden. Schon ein Blick von Klobusch genügte, um Magers zu signalisieren: „Das ist gerade zu viel, ich breche ab.“

 

 

Schmerzlicher Verlust und große Leere

 

Magers freute sich, als Klobusch sein Trainerkollege wurde. Die Zusammenarbeit zahlte sich in vielerlei Hinsicht aus. Nun steht er wieder allein da. „Den Schmerz über diesen Verlust zu verarbeiten, von einem Menschen, dem man so nahestand, gleichzeitig an die Familie zu denken – das ist unglaublich schwer. Wie sehr die leiden müssen, wenn so etwas so plötzlich passiert.“ Magers kann dieses Gefühl nachvollziehen, da er vor vier Jahren selbst seinen Vater verlor. Anfang Dezember hatte Klobusch noch mit den Jungs mittrainiert. „Er war einfach immer fit. Kein Gramm Fett am Körper. Es ist unbeschreiblich, dass er nicht mehr da ist“, so Magers.

 

 

Abschied von einem besonderen Menschen

 

„Man merkt es erst, wenn man wieder auf dem Trainingsplatz ist und dieser Pragmatismus fehlt. Stefan Klobusch war auf dem Platz gefürchtet (scherzhaft), aber neben dem Platz einer der ehrlichsten Menschen, die ich in meiner Karriere kennenlernen durfte. Er wird immer in meinem Herzen bleiben, auch im Herzen des BSV. Viele im Altherrenbereich werden ihn vermissen. Dem ganzen BSV tut es unglaublich leid für die Familie. Ein solcher Tod, urplötzlich – erst ist er da, dann nicht mehr – lässt sich kaum in Worte fassen.“

Der Blomberger SV werde nun versuchen, zusammenzustehen und gemeinsam den Verlust zu tragen. „Vielleicht kann man irgendwann das Leid positiv sehen. Aber im Moment ist das nicht der Fall. Stefan fehlt uns, wir vermissen ihn unendlich. Ich wünsche jedem Familienangehörigen unfassbar viel Kraft und Energie für diese schwierige Zeit. Es ist auf einmal schrecklich, allein dazustehen und einen geliebten Menschen zu verlieren“, so die bewegenden Abschlussworte von Sebastian Magers.

Werbegruppe A Detmold

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