Connect with us

Am Ende ein Punkt zu wenig

Spielbericht

(hk). Festhalten ist bei diesem Spiel angesagt. Das 4:4-Unentschieden zwischen der SG Hiddesen/Heidenoldendorf und dem Delbrücker SC II gleicht einer Achterbahnfahrt. SG-Coach Markus Rüschenpöhler wird nach diesem Auf und Ab sicherlich das eine oder andere graue Haar bekommen haben. Immerhin kassiert sein Team das entscheidende Gegentor, wodurch spät der Verlust von zwei Punkten hingenommen werden muss, erst in der vierten Minute der Nachspielzeit. Rüschenpöhler ordnet dieses Remis ein: „Grundsätzlich ist das gegen einen starken Gegner sicherlich ein Punktgewinn. Denn, wenn man den Spielverlauf sieht, kann man schon klar von zwei verlorenen Punkten reden.“

Von Henning Klefisch

 

 

M. Wiebe

Schnell führt die Spielgemeinschaft mit 2:0, sind es Marvin Louis Wiebe (6. Min.) und Julian Jobstmeier (17. Min.), die für diesen Vorsprung verantwortlich sind. Die Gäste machen es nicht schlecht, sind couragiert im Angriffspressing, verfügen über schnelle und technisch starke Akteure. Diese wirbeln die SG-Defensive das eine oder andere Mal gehörig durcheinander. Matthias Halfmann verkürzt in Spielminute 33 indessen zum 2:1-Zwischenstand. Die Delbrücker verstärken das Tempo, sind aktiver, doch es bleibt bei der knappen Pausenführung für die Lipper. Der Hiddesen/Heidenoldendorf-Coach verrät im Lippe-Kick-Gespräch das, was sich in der Kabine in Heidenoldendorf kommunikativ abspielt: „Wir haben noch versucht, Kleinigkeiten zu korrigieren, was nach der Halbzeit auch sehr gut geklappt hat.“ Diese Korrekturmaßnahmen fruchten, denn Christoph Rüschenpöhler (46. Min.) und wieder Jobstmeier (51. Min.) erhöhen zum 4:1-Zwischenstand für den Gastgeber, der wie der sichere Sieger aussieht. Scheinbar. Die DSC-Reserve sucht nämlich ihr Glück weiterhin im Angriffssegment, traut sich viel zu, entwickelt eine schön anzusehende Spielfreude. Diese Hingabe wird belohnt, da Halfmann (per Kopfball nach Freistoß; 60. Min.), Raphael Weiss (Abstauber nach Freistoß; 77. Min.) und Nico Leifeld (Abstauber nach Freistoß; 90. + 4 Min.) ein tolles Comeback mit den Toren zum 4:4-Endstand honorieren.

 

Ärger und Freude so nah beieinander

J. Jobstmeier

Rüschenpöhler bilanziert via Lippe-Kick, dass er sich nicht ganz entscheiden kann: „Wir haben heute vieles gut gemacht, einiges aber ganz schwach, wo wir nicht gut ausgesehen haben, demnach eben auch die Gegentore kassieren.“ Vor dem Spiel hätte er ein Remis direkt unterschrieben, nach den 90 Minuten allerdings überwiegt die Enttäuschung. Aber: „Trotz alledem war es jetzt auch nicht unverdient für Delbrück. Ich denke, mit dieser Performance, mit der wird Delbrück auch weiterhin ganz oben in der Tabelle mitmischen und sicherlich am Ende unter den ersten vier, fünf Mannschaften platziert sein.“ Seiner Elf gibt Rüschenpöhler mit auf den Weg: „Wir müssen uns heute sicherlich kurz ärgern über die verlorenen Punkte, aber dann können wir uns auch freuen über die gewonnenen.“ Sich nach diesem Spiel psychisch sammeln, Kraft tanken und Wunden lecken, das ist entscheidend, um es am folgenden Samstag im Auswärts-Derby beim Post TSV Detmold besser zu machen. Rüschenpöhler muss sich eingestehen: „Es ist ein bisschen schwierig heute mit der Gemütslage. Ja klar, wir haben geführt und einen Punkt geholt. Trotzdem aber auch in dem Bewusstsein gegen einen sehr, sehr starken Gegner gespielt zu haben.“

 

„In keinem Mannschaftsteil Normalform erreicht“

DSC II-Coach Benjamin Braune bringt zum Ausdruck: „Wenn man nach einem 0:2 und einem 1: 4-Rückstand noch einen Punkt holt, sollte man eigentlich zufrieden sein. Allerdings haben wir in keinem Mannschaftsteil Normalform erreicht“, nervt ihn dies erheblich. Ihm fehlt das Durchsetzungsvermögen in den direkten Duellen, ist sein Team zudem sehr nervös beim Spielaufbau. Ebenso in der Abteilung Attacke existiert hier noch viel Luft nach oben: „Offensiv haben wir in weiten Teilen des Spiels unsauber agiert und einige falsche Entscheidungen getroffen.“ All diese Defizite führen dazu, dass er sich in Summe mit dieser Leistung „nicht zufrieden“ zeigt, „auch wenn wir uns natürlich über den späten Ausgleich freuen und unsere Serie auf neun ungeschlagene Spiele in Folge ausbauen konnten.“ Er realisiert, dass nicht alles schlecht ist für seine Delbrücker, die an diesem Tag aber wie ein unerfülltes Versprechen wirken.

 

Fazit: Die Leistung sollte die SG Hiddesen/Heidenoldendorf hoffnungsfroh stimmen, denn sie zwingen die Seriensieger bis an den Rand einer Niederlage. Mit mehr Konzentration in der Schlussphase wäre ein Dreier wahrscheinlich gewesen. Das sind alles Erfahrungswerte, die die jungen Fohlen sammeln müssen. Auffällig: Gegen Spitzenteams tun sie sich leichter, was damit zusammenhängen könnte, dass der mentale Druck geringer und der Platz auf dem Spielfeld größer ist.

 

Tore:
1:0 Marvin Louis Wiebe (6. Min.)
2:0 Julian Jobstmeier (17. Min.)
2:1 Matthias Halfmann (per Elfmeter; 33. Min.)
3:1 Christoph Rüschenpöhler (46. Min.)
4:1 Julian Jobstmeier (51. Min.)
4:2 Matthias Halfmann (60. Min.)
4:3 Raphael Weiss (77. Min.)
4:4 Nico Leifeld (90. + 4 Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
1. Dezember 201990'Bezirksliga Staffel 32019/2018

Spielort

Sportplatz am Bent
Bentweg 10, 32760 Detmold, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
SG Hiddesen/Heidenoldendorf224Draw
Delbrücker SC II134Draw

Fahrschule Duru

More in