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Rottschäfer-Gala beim ersten Saisonsieg

Spielbericht

(hk). Was für eine Erleichterung für Körper und Geist. Nach drei Niederlagen zum Auftakt schlägt der BSV Müssen im Montag-Abend-Spiel den TuS Horn-Bad Meinberg deutlich mit 4:1. Für BSV-Coach Jan Brinkmann fällt dieser dreifache Punktgewinn „verdient“ aus. Viele Schaulustige haben beim Flutlicht-Spiel für eine beeindruckende Atmosphäre gesorgt, hat dieses Ambiente laut Brinkmann dafür gesorgt, dass seine Jungs „ein paar Schritte mehr gehen konnten.“

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Von Henning Klefisch

 

Nach einer leichten Anlaufphase in dieser Begegnung erwischen die Hausherren den besseren Drive. Ein höheres Maß an Spielanteilen besitzen sie, sind präsenter in den direkten Duellen, im Angriffsspiel strukturierter. Die Kurstädter machen es nicht schlecht, beteiligen sich munter an dieser Partie, doch beim finalen Zuspiel hapert es leider meist. Eine Ausnahme: Toni Knöfel (Bild links) hat allerdings die Monster-Möglichkeit, als er ohne Begleitschutz auf BSV-Schnapper Ole Kretzschmann (Bild rechts) zuläuft, er dann aber Nervenflattern bekommt. „Da waren wir ein bisschen entschlossener, haben unsere Torchancen aber nicht genutzt“, so die Erkenntnis von Brinkmann. Das geht so bis zur 27. Spielminute, als Sturm-Juwel Sören Rottschäfer seinen Heimatverein mit einem verwandelten Freistoß mit 1:0 in Führung schießt. Ein grummelnder Möller beschreibt diesen Treffer wie folgt: „Das 0:1 hatte viele kleine Sachen, die gegen uns gelaufen sind. Der Ball sprang zuvor dem Müssener klar an die Hand. Sie spielen die Kugel an die 16er Linie, aus 10, 15 Zentimetern schießt er meinem Spieler an den Arm. Aus dieser kurzen Entfernung…..“, zeigt er für die danach sanktionierte Freistoßentscheidung keine Akzeptanz. Nach seiner Einschätzung hätte Sören Rottschäfer bereits vor der Halbzeitpause duschen gehen können. Eine Ampelkarte wäre durchaus möglich gewesen. Was er meint: „Rottschäfer ist ein aggressiver Spielertyp. Er

Maurice Grüttner

wurde ruppiger. In einer Aktion geht er mit dem Ellenbogen auf die Brust gegen Maurice Grüttner. Gegen Jonathan Pade stellt er ihm von hinten ein Bein. An der Seitenlinie legt sich Grüttner den Ball vorbei, zieht weg. Rottschäfer zieht ihn von den Beinen.“ Durch diesen Rückstand angestachelt, verstärken die Horner ihre Angriffsbemühungen, drängen auf die Patt-Situation noch vor dem Pausenpfiff, was jedoch misslingt.

 

 

Kurzzeitige Spannung durch Capelle-Tor

 

Ein Malheur, was dem Ballspielverein von 1951 allzu häufig in den letzten Spielen passiert ist: Nach dem Seitenwechsel zeigt man sich in vielen Situationen träge, fehlt das zupackende Element gänzlich. Die Gäste schnuppern sogar am Ausgleichstreffer, schlucken stattdessen kurze Zeit später das zweite Gegentor. Erneut trägt sich der auffällige Rottschäfer (Bild rechts) in die Torschützenliste ein. „So ein Tor schießt wahrscheinlich auch selten einer in der A-Liga“, adelt ihn sein Coach. Was ist passiert? Nach einem Querpass am gegnerischen Strafraum legt sich der Instinktfußballer die Kugel in ungünstiger Position zum gegnerischen Tor stehend vor und knallt ihn aus 17-Metern-Torentfernung links unten in die gegnerischen Maschen. Jean-Marc Krumme im TuS-Tor hat hier keinerlei Abwehrchance. Anstatt aber dadurch die nötige Souveränität zu erlangen, schwächelt der Aufsteiger zunehmend. Ist es vielleicht eine Kraftfrage, warum man sich etwas zu sehr hinten hineindrängen lässt? Es ist folgerichtig, dass die Kurstädter in der 66. Spielminute durch ihren Wirbelwind Chris Capelle (Bild links) zum 2:1 herankommen, steigert sich dadurch die Nervosität bei den Müssenern. Brinkmann offenbart: „Ich dachte da schon: Oh, kippt das Spiel jetzt? Wieder kassieren wir einen Gegentreffer nach einer Führung.“ Diese Sorge kann genommen werden. Denn: Nach Ansicht von Sascha Möller stellt sich sein Team „völlig dämlich“ in den entscheidenden Situationen an, bedauert er, dass „jeder Schuss gegen uns ein Treffer ist.“ Und, es fehlt die Gier, der resolute Besitzanspruch bei eigenem Ballbesitz: „Wir erobern uns den Ball, doch geben ihn zu leicht wieder her.“

 

 

Drittes Rottschäfer-Tor als Vorentscheidung

 

Die Blau-Weißen fangen sich aber rechtzeitig, können dem befürchteten Gegner-Druck entgehen, ziehen Nektar aus einem herausragenden Solo-Auftritt vom Ausnahmekönner Rottschäfer, der eine Viertelstunde vor dem Schlusspfiff auf 3:1 aufstockt. „In der A-Liga können vielleicht noch zwei, drei Spieler so ein Tor machen. Sonst aber schießt keiner solch ein Tor“, schwärmt Jan Brinkmann voller Glücksgefühle intus. Seine Gegenspieler lässt er wie Regentropfen an sich abperlen, hält diesen Dynamit-Kicker keiner so leicht auf. Er lässt sich auch durch ein heftiges Trikotziehen nicht aus dem Takt bringen, läuft mit dem Spielgerät fast bis zur Grundlinie, haut die Kugel wagemutig aus diesem spitzen Winkel humorlos in das lange Eck. Ein Tor wie ein Gemälde, nicht von Picasso, aber von „Zecke“ Neuendorf: Konsequent, explosiv, willensstark. Brinkmann freut sich: „Wenn man solch einen Stürmer hat, ist es schön, wenn man davon profitieren kann“, sieht er diesen Treffer auch gleichbedeutend mit dem Finisher für den TuS Horn-Bad Meinberg. „Die Köpfe waren bei den Gästen von da an unten“, so die Beobachtung vom BSV-Übungsleiter. Sein Team reitet nach diesem erneuten Traumtor auf einer Euphorie-Welle, möchte die Schlussviertelstunde nur noch genießen. Es kommt sogar noch besser: Nach einem individuell tollen Auftritt von Anton Habernoll, narrt dieser seine Kontrahenten, ist Bennet Kuhlemann der Nutznießer, schweißt die Kugel zum 4:1-Endstand in der 79. Spielminute ein.

 

„Haben uns auf gar keine Diskussion eingelassen“

 

Jan Brinkmann bilanziert ehrlich im Lippe-Kick-Gespräch: „Vom Ergebnis ist der Sieg ein bisschen zu hoch ausgefallen, weil es von beiden Seiten ein gutes Fußball-Spiel war.“ Die kolossale Enttäuschung der Kurkicker über die eigene Leistung überrascht ihn dann doch sehr, „habe ich diese Leistung doch sehr ansprechend gefunden.“ Spielentscheidend, dass der BSV Müssen den Tunnelblick beherzigt, unterstreicht dies der junge Coach doch: „Wir waren hochkonzentriert, haben uns auf gar keine Diskussion eingelassen, haben uns auf unser Spiel konzentriert, den Schiedsrichter komplett außen vor gelassen.“ Mit diesem Befreiungsschlag im Rücken fällt dem BSV Müssen viel Druck von den Schultern ab. Zugleich gibt dieser deutliche Heimsieg auch einen enormen Schub vor dem Derby gegen den noch sieglosen Nachbarn SuS Pivitsheide am Sonntag. Für den TuS Horn-Bad Meinberg-Coach Sascha Möller steht definitiv fest: „Müssen gewinnt verdient, aber ein, zwei Tore zu hoch. Fußballerisch waren wir gleichauf, in spielerischen Ansätzen waren wir besser.“ Sehr kritisch bewertet er den Auftritt seiner Mannschaft „in Sachen Körpersprache“, fehlt es hier an der notwendigen Einstellung.

 

 

Fazit: Ein absolut verdienter Heimsieg, der jedoch zu deutlich ausfällt. Der TuS Horn-Bad Meinberg macht es nicht schlecht, doch muss sich letztlich der individuellen Klasse von einem Sören Rottschäfer beugen. Endlich haben sich die Müssener rein auf das Fußballerische konzentriert, was belohnt wird.

 

Tore:
1:0 Sören Rottschäfer (27. Min.)
2:0 Sören Rottschäfer (48. Min.)
2:1 Chris Capelle (66. Min.)
3:1 Sören Rottschäfer (74. Min.)
4:1 Bennet Kuhlemann (79. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
21. September 202090'Kreisliga A Detmold2020/214

Spielort

Sportplatz Müssen
11, Hörster Straße, Müssen, Lage, Kreis Lippe, Regierungsbezirk Detmold, Nordrhein-Westfalen, 32791, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
BSV Müssen134Win
TuS Horn-Bad Meinberg011Loss

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Schiewe

Concordia

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Fahrschule Isaak

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