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Elfer-Killer Sievert sichert Lüerdissen den Punkt

Spielbericht

(hk). Das ewig junge Hansestadt-Derby findet keinen Sieger. Nach 90 hart umkämpften Minuten steht es 2:2-Unentschieden zwischen dem VfL Lüerdissen und dem TBV Lemgo II. Gästecoach Benjamin Rawe ist auch mit etwas Abstand noch immer ganz verzückt von dieser Partie sagt: „Das war mal ein Derby, wie man sich das vorstellt. Viele Zweikämpfe, viel Einsatz auf beiden Seiten, auch einige Fouls, aber keine Unsportlichkeiten.“

Von Henning Klefisch

 

T. Steffen

Die Anfangsphase gehört den Lüerdissern, die prompt einen guten Einstieg finden, viel Esprit verströmen, zugleich torgefährlich sind. Nach neun Minuten darf VfL-Spielertrainer Tim Steffen zum ersten Mal jubeln. Über seinen Freistoß-Hammer. Dieses Tor bringt den Lüerdissern den so wichtigen Auftrieb. Havadir und Quast erweisen sich als Wirbelwinde, die nur schwer zu bändigen sind. Das vielleicht vorentscheidende 2:0 erzielen sie jedoch nicht. Die Hausherren spielen weiter ordentlich, doch begehen ebenso leichte Ballverluste. Wie vor dem 1:1 nach einer halben Stunde, als die Lüerdisser im Offensivbereich die Kugel vertändeln, nicht den Weg in das Gegenpressing finden und Thomas Pries diese Nachlässigkeit für den TBV Lemgo II ausnutzt. Ein Muster an Kaltschnäuzigkeit, verwerten die Lemgoer doch ihre erste annehmbare Möglichkeit.

 

Pries als Nervenbündel

V. Rachlinski

„Wir verlieren ein bisschen den Faden und Lemgo bekommt ein bisschen Oberwasser“, so die Erkenntnis von Tim Steffen, der mit Grauen beobachtet, wie fünf Zeigerumdrehungen später Vitali Rachlinski die Partie sogar vollends dreht. „Beim 1:2 stellen wir uns defensiv nicht gut an“, kritisiert Steffen. Zuvor hat sich Dingemann auf der linken Seite geschickt durchgetankt, passt die Kugel mit rechts flach in den Schnitt, wo Dr. Eisenfaust Vitali Rachlinski steht und versenkt. „In dem Moment waren wir etwas zu unaufmerksam“, könnte Steffen damit durchaus Recht haben. Sogar das dritte Tor für die Lemgoer liegt in der Luft, doch völlig blank versagen Pries die Nerven. Erst schießt er Fiedler auf der Linie an, seine nächste Aktion verfehlt das Ziel nur knapp.

 

Lüerdissen übernimmt den Taktstock

Auch im zweiten Abschnitt erwischen die Lüerdisser den besseren Start. Christopher Bailis gleicht nach 50 Minuten aus, stibitzen sie den Lemgoern die Kugel zuvor im Mittelfeld. Steffen gibt zu: „Auch wenn der Treffer letztlich glücklich zustande kommt, war das nicht unverdient!“ Sein Team sieht er im zweiten Abschnitt als das bessere an, übernehmen sie zunehmend die Spielkontrolle, doch sind glücklos im Torabschluss. Rawe stimmt Steffen zu, moniert am eigenen Spiel: „Danach haben wir leider lange Zeit nicht mehr gut ins Spiel gefunden. Vorne konnten wir die Bälle nicht festmachen und im Mittelfeld war uns Lüerdissen in den Zweikämpfen etwas überlegen.“ Mehrfach pariert TBV II-Torwart Jan Rösener ausgezeichnet, wie bei einem feinen Steffen-Freistoß kurz vor dem Schlusspfiff.

 

Sievert entscheidet das Elfer-Duell für sich

L. Sievert

Bemerkenswert, wie der neue VfL-Fänger Luca Sievert zum Elfer-Killer mutiert, reagiert er doch hervorragend gegen Pries, der ihn vom Punkt bezwingen möchte. Steffen gibt zu bedenken: „Eine alte Weisheit behält wieder Recht: ‚Der Gefoulte sollte nicht selbst zum Punkt!“ Die Analyse von diesem 2:2 fällt bei Tim Steffen mit „gemischten Gefühlen“ aus, wird er im Lippe-Kick-Gespräch etwas präziser: „Betrachtet man das gesamte Spiel, waren wir dem Sieg vielleicht etwas näher! Macht Lemgo das 1:3 oder den Elfer zum Schluss, verlieren wir das Spiel aber auch eventuell! Das wäre hart gewesen! Das Spiel hätte auch knapp für die eine oder die andere Mannschaft ausgehen können“, bedeutet: In diesem Spiel ist viel drin und dran, ebenfalls möglich. Das bewertet auch TBV II-Trainer Benjamin Rawe so, der gegenüber Lippe-Kick klarstellt: „In der Schlussphase brannten plötzlich beide Teams auf den Sieg. Langer Ball Lüerdissen, langer Ball Lemgo, es ging hin und her.“ Und: „Am Ende ist es ein Punkt, mit dem wir gut leben können und auch sollten. Natürlich ist es bitter, wenn man in der Schlussminute die riesen Chance auf den Sieg vergibt, aber da ist der Schütze die ‚ärmste Sau‘ und da werden wir ihn wieder aufbauen!“, konstatiert der eloquente Rawe im Lippe-Kick-Gespräch.

 

Fazit: Ein wahrhaftig interessanter Kick zwischen den beiden Nachbarn. Es geht rauf und runter. Beide Teams haben die Siegchance, hätten noch weit mehr Tore erzielen können. Es ist ein interessantes Spiel mit kurzweiliger Fußball-Unterhaltung. Beide Teams schenken sich nicht viel, hätten mehr verdient gehabt als nur diese einfache Punktausbeute.

 

Tore:

1:0 Tim Steffen (9. Min.)

1:1 Thomas Pries (30. Min.)

1:2 Vitali Rachlinski (35.Min.)

2:2 Christopher Bailis (50. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
15. September 201990'Kreisliga A Lemgo2019/208

Spielort

Waldstadion Lüerdissen
Wittig, Lüerdissen, Lemgo, Kreis Lippe, Regierungsbezirk Detmold, Nordrhein-Westfalen, 32657, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
VfL Lüerdissen112Draw
TBV Lemgo II202Draw

Autohaus Stegelmann

Stadtwerke Bad Salzuflen

Schiewe

Fahrschule Isaak

Gaststätte Wittelmeyer – Der Grieche

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