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Hiddesen/Heidenoldendorf hamstert weiter

Spielbericht

(hk). Wahnsinn, diese SG Hiddesen/Heidenoldendorf ist eine enorme Bereicherung für diese Liga. Der Aufsteiger besitzt das Potenzial zum Favoritenkiller. Im Heimspiel gegen den SV Heide Paderborn trennen sich die lippischen Newcomer beim 2:2 die Punkte. Vor 50 Zuschauern auf dem Hiddeser Bent geht diese Punkteteilung zwischen zwei der spielstärksten Teams der Liga schon so in Ordnung.
Von Henning Klefisch
Die Paderstädter verfügen in den ersten 45 Minuten über einen gewaltigen Ballbesitzanteil, doch dies in Relation zum Chancenverhältnis steht in einem enormen Ungleichgewicht. SG-Coach Markus Rüschenpöhler etwa hat in den kompletten ersten 45 Minuten keine Abschlussmöglichkeit des Favoriten registriert. Allerdings übt sich auch sein Team in dieser Sparte in vollständiger Enthaltsamkeit. Rüschenpöhler analysiert: „Wir haben sehr diszipliniert gespielt, allerdings im eigenen Ball-Besitz nicht ganz so gut. Aber trotzdem haben wir da die Räume sehr eng gemacht“, freut er sich über die enorme taktische Disziplin, die sein Team an den Tag legt.

Bukowski verhindert Schlimmeres

Ja. Sprengelmeyer

Im zweiten Spielabschnitt liegen die Paderborner sieben Minuten nach dem Seitenwechsel urplötzlich mit 1:0 in Front. Hiddesen/Heidenoldendorf fehlt im Vorfeld die richtige Schärfe, beansprucht einen Einwurf auf der linken Seite, der fälschlicherweise dem Gast gestattet wird, für sich. Dem Aufsteiger fehlt die richtige Zuordnung und Staffelung, wird dies durch Naivität ergänzt, wodurch der SVH über die rechte Offensivseite einen Angriff fährt. Nutznießer ist letztlich Luca D’Angelo, der in der Mitte stehend zum 1:0 für den Aufstiegsaspiranten versenkt. Von diesem Rückstand lassen sich die Lipper nicht zu sehr beeinflussen, gleichen elf Minuten später durch Jannik Sprengelmeyer schnell aus. Er besticht mit einem Solo-Auftritt, befördert die Kugel per beherztem Schuss in die lange Ecke. Für die Spielgemeinschaft kommt es sogar noch besser. In Spielminute 67 ist es eine feine Kombination über die rechte Seite, wodurch Julian Jobstmeier freigespielt wird. Das Küken präsentiert sich wie ein alter Hase, erzielt ganz lässig das 2:1. In der Folge reagieren die Paderborner mit wütenden Angriffen, drängen auf den schnellen Ausgleich. Die SG darf sich auf ihren starken Fänger Tim Bukowski verlassen, der zunächst einen Kopfball hervorragend pariert, zudem im Strafraumspiel seine Qualitäten demonstriert. So richtig zwingende Chancen spielen sich die Paderborner jedoch nicht heraus. Trotzdem schlägt es nach 83 Minuten im lippischen Gehäuse ein. Über die starke linke Seite spielt sich der SVH frei. Die Kugel ist beinahe im Toraus, doch die Gästemannschaft fightet leidenschaftlich, bringt D’Angelo im Zentrum in Position, der zum 2:2 erfolgreich ist.

Moral gestärkt, aber Tabelle ist eng

J. Jobstmeier

Rüschenpöhler darf sich über zwei 2:2 innerhalb von drei Tagen erfreuen, dies gegen absolute Spitzenteams wie Neuenbeken und SV Heide Paderborn. Die Spielgemeinschaft setzt echte Duftmarken, weshalb Markus Rüschenpöhler auch extrem zufrieden ist, wie seine Mannschaft diese Belastungstests überstanden hat. Rein zahlentechnisch hat er recht, wenn er klarstellt: „Zwei Punkte bringen uns natürlich auch nicht entscheidend vorwärts, aber ich denke mal für die Moral und für den Kampf, den wir gezeigt haben, sind wir mit den zwei Punkten belohnt worden. Natürlich wissen wir auch, dass es in der Tabelle jetzt aufgrund der ganzen anderen Ergebnisse sehr eng aneinander gerutscht ist.“ Zuvorderst wandert bei der Spielgemeinschaft der Blick Richtung Abstiegsränge, liegt das Polster derzeit bei sechs Punkten, was keineswegs ein beruhigendes Polster ist. Auf dem ersten gefährdeten Rang steht der kommende Heim-Gegner FC Peckelsheim-Eissen-Löwen. Markus Rüschenpöhler konstatiert: „Gewinnen wir dort, können wir uns weiter absetzen. Verlieren wir, rutscht Peckelsheim immer näher heran. Daher wird es ein ganz, ganz heißer Tanz.“

„Hiddesen/Heidenoldendorf war taktisch hervorragend eingestellt“

Hiddesen/Heidenoldendorf hat eindrucksvoll bewiesen, dass Bonuspunkte gegen die Spitzenteams absolut möglich sind, doch entscheidend werden die direkten Duelle gegen die Teams sein, die auch um den Klassenerhalt kämpfen. Zurzeit ist aber die Freude Trumpf, was Rüschenpöhler im Lippe-Kick-Gespräch so auch bestätigt: „Summa summarum bin ich mit den letzten drei Tagen zufrieden, wie sich die Mannschaft präsentiert hat. Da wir personell doch etwas angeschlagen daherkommen und von daher gegen diese Topteams so zu punkten, war sicherlich im Vorfeld nicht so zu erwarten. Und es war eine gute Sache für uns“, ist die Psyche durch diese Erfolge enorm gestärkt worden. Deutliche Worte verwendet SV Heide Paderborn-Abteilungsleiter Thomas Dressler, wenn er Lippe-Kick in den Notizblock diktiert: „Wir waren heute einfach zu dumm, drei Punkte mitzunehmen.“ Das persönliche Laster: „Wir haben lange gebraucht, um in Führung zu gehen und sind dann anschließend innerhalb von fünf Minuten in zwei unnötige Konter gelaufen.“ Daher darf sich der Favorit letztlich kurz bekreuzigen, dass zumindest die einfache Punkteinfuhr noch geglückt ist. Dressler ist vom Gegner angetan: „Hiddesen/Heidenoldendorf war taktisch hervorragend eingestellt und hat sich bis zum Schluss teuer verkauft.“
Fazit: Was für ein beherzter Auftritt der SG Hiddesen/Heidenoldendorf, die viel investiert, leidenschaftlich kämpft und geschickt kontert. Der SV Heide Paderborn liefert sich ein anstrengendes Match, wirkt zuweilen überrascht vom forschen Spiel des Aufsteigers.
Tore:
0:1 Luca D’Angelo (51. Min.)
1:1 Jannik Sprengelmeyer (62. Min.)
2:1 Julian Jobstmeier (67. Min.)
2:2 Luca D’Angelo (83. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
27. Oktober 201990'Bezirksliga Staffel 32019/2012

Spielort

Sportplatz Heidenoldendorf
Niedernfeldweg 12, 32758 Detmold, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
SG Hiddesen/Heidenoldendorf022Draw
SV Heide-Paderborn022Draw

Dorothea Design

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