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Hiddesen/Heidenoldendorf mutiert zu Mastbruchs Angstgegner

Spielbericht

(hk). Gut möglich, dass die Mastbrucher zukünftig Albträume von der SG Hiddesen/Heidenoldendorf haben. Nicht nur das Hinspiel, auch das Rückspiel verliert die SF DJK Mastbruch gegen den nassforschen Neuling, der mit seiner erfrischenden Spielweise eine absolute Bereicherung für die Liga ist. Es ist nicht nur die fußballerische Qualität, die überzeugt. Auch die Mentalität ist vorbildlich, drehen die Himmelsstürmer doch gegen den Aufstiegskandidaten die Partie. Aufstiegstrainer Markus Rüschenpöhler ist der personifizierte Euphorie-Bremser, doch auch er zeigt sich nun fasziniert von seiner Elf, schwärmt: „Das ist sicherlich nicht zu erwarten, zweimal in einer Saison gegen Mastbruch zu gewinnen. Das ist sicherlich eine starke Leistung“, zieht er voller Anerkennung seine obligatorische Käppi vor diesem Auftritt. Mastbruch-Kicker David Kremin ist auch jetzt noch völlig außer Atem, sagt er nach dem Spiel gegen die jungen Fohlen doch einsichtig: „Es war ein sehr intensives Spiel.“

 

Von Henning Klefisch

 

I. Schmitz

Wie die Partie beginnt, trübt gewiss Rüschenpöhlers Laune erheblich, sorgt zudem für ein Déja-vu-Erlebnis. Bereits im Hinspiel hatte der DJK den Taktstock in der Hand. Mit extrem viel Power starten sie in der Frühphase, sorgen für Vielbeschäftigung in der Hiddesen/Heidenoldendorf-Defensive. Auch Kremin hebt anerkennend den Daumen mit Blick auf den sperrigen David-Vertreter, der es dem Goliath richtig schwer macht: „Hiddesen/Heidenoldendorf stand aber clever hinten drin und hat das sehr gut verteidigt.“ Früh haben sie die erste Chance, vergeben diese nur knapp. Die Spielgemeinschaft hat keinen Zugriff, um das Mastbrucher-Aufbauspiel zu stören, die Gegner so in Stresssituationen zu manövrieren, sodass die Bälle gewonnen werden. Dass Julius Brinkmann nach zwölf Spielminuten den Favoriten mit 1:0 in Führung schießt, ist mehr als logisch nach dieser Startphase. Vielleicht benötigt der Aufsteiger dieses Gegentor, um wach zu werden. Er schüttelt sich kurz, spielt selbstbewusster, sorgt zunächst für latente Torgefahr, um nach einer knappen halben Stunde zu egalisieren. Nach einer präzisen Flanke von Michael Thissen stürmt Kapitän Ingo Schmitz heran, versenkt im Flugmodus mit seinem Haupt zum 1:1. Dieser Treffer lässt die Brust vom Gastgeber anwachsen, sind die Automatismen nunmehr wieder offensichtlicher.

 

Thissen als Siegtor-Initiator

J. Block

Anstrengend ist es für die Beobachter, sich die Partie im zweiten Abschnitt anzuschauen. Mastbruch hat mehr vom Spiel, doch im letzten Drittel sind sie nur selten zu Fuß unterwegs. Die Spielgemeinschaft verteidigt leidenschaftlich und diszipliniert. Trotzdem kommen die Grün-Weißen zu zwei guten Abschlusssituationen. In der einen Szene pariert Niklas Hampe exzellent, in der anderen verfehlt die Kugel ihr Ziel nur knapp. „Hier ein Kompliment an meine Mannschaft, denn Mastbruch ist gerade im Spiel nach vorne sehr gefährlich“, findet Rüschenpöhler. Für den kecken Aufsteiger erzeugt Jan Block in der Schlussphase Torgefahr, steht er völlig alleinstehend vor DJK-Fänger Timo Leifeld und schießt die Kugel am linken Pfosten vorbei. Thissen zeigt, dass er über den Kampfgeist von einem Löwen verfügt, stibitzt er die Kugel, setzt auf der rechten Seite Block in Szene. Der bedient mit einem Querpass den einlaufenden Jannik Sprengelmeyer, der aus kurzer Entfernung den Fuß hinhält – zum frenetisch umjubelten 2:1-Siegtor in der 85. Spielminute. Allerdings begünstigt Mastbruch dieses Konter-Tor durch einen eklatanten Fehler im eigenen Aufbauspiel.

 

„Das war wieder Extra-Klasse“

M. Rüschenpöhler

„Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaft, wie sie kämpferisch dagegengehalten hat, was sie alles in die Waagschale geworfen hat. Das war wieder Extra-Klasse. So ein Spiel gegen Mastbruch zu gewinnen, bedarf natürlich immer ein kleines bisschen Glück“, so die Analyse von Markus Rüschenpöhler. Nur mehr als nachvollziehbar, dass er sich mit dem Auftritt seiner Schützlinge mehr als einverstanden zeigt, bedeuten die bislang geholten 33 Punkte einen ausgezeichneten Vorsprung von 13 Punkten auf den ersten Abstiegsrang. Die halbe Miete für den Klassenerhalt ist somit eingefahren nach diesem Traumstart nach der quälend langen Winterpause. Kremin ist überzeugt, dass mehr möglich gewesen wäre, sagt er gegenüber Lippe-Kick: „Ein Punkt wäre wohl am Ende verdient gewesen, aber Hiddesen/Heidenoldendorf war immer über Konter gefährlich.“ Die wenig rosige Quintessenz: „So stehen wir wieder mit leeren Händen da. Trotzdem muss man dann Hiddesen/Heidenoldendorf beglückwünschen“, haben es die Shooting-Stars ziemlich clever gemacht.

 

Fazit: Die Sportfreunde schaffen es nicht, den gordischen Knoten zu zerschlagen. Sie rennen strebsam an, doch beißen sich an der gut gestaffelten Hiddesen/Heidenoldendorf-Defensive ihre Zähne aus. Natürlich hätte sich der Gastgeber nicht über eine Punkteteilung wundern dürfen. Am Ende siegt die Forschheit, die Unbekümmertheit, auch das Element Matchglück, was sich die jungen Fohlen aber so richtig verdient haben.

 

Tore:
0:1 Julius Brinkmann (12. Min.)
1:1 Ingo Schmitz (27. Min.)
2:1 Jannik Sprengelmeyer (85. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
8. März 202090'Bezirksliga Staffel 32019/2022

Spielort

Sportplatz am Bent
Bentweg 10, 32760 Detmold, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
SG Hiddesen/Heidenoldendorf112Win
SF DJK Mastbruch101Loss

Dorothea Design

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