Connect with us

Nachbarschaftlich die Punkte geteilt

Spielbericht

(hk). Hin- und hergerissen ist TuRa Heiden-Coach Thorsten Geffers nach der Punkteteilung im Nachbarschaftsduell beim SuS Pivitsheide. Er begründet seine innere Zwiespältigkeit im Lippe-Kick-Gespräch: „Wenn man in Pivitsheide nach einem 0–2-Rückstand am Ende noch einen Punkt holt, kann man nicht meckern. Auf der anderen Seite war aber viel mehr drin als nur der eine Punkt“, liegt die Wahrheit wohl tatsächlich in der Mitte.

 

Von Henning Klefisch

 

 

Lucas Stölting

Mitte der ersten Halbzeit führen die Pivitker mit 2:0. Die Ursache: Sie sind direkt hellwach, betreiben ein aufwendiges und frühes Gegenpressing. Beim ersten Treffer in Spielminute 14 nehmen sie einen echten Bock im Aufbauspiel der Heidener in Anspruch. Der SuS-Kicker Lucas Stölting wird überhaupt nicht gepresst, sodass dieser völlig autark die Kugel von der Strafraumkante in die Ecke schlenzt. Jaja, wie einst der kolumbianische Zauberfuß Elkin Soto für Stöltings Herzensverein FSV Mainz 05, in diesem Style ist der Pivitsheider Ballstreichler erfolgreich. Zehn Minuten danach fehlt die Restverteidigung bei den Gästen nach einem eigenen Eckball, kontert SuS Pivitsheide, dass es eine echte Offenbarung ist. Geffers wundert sich nur: „Anstatt den Gegner fast an der Torauslinie zu stellen, kam von Eugen Lester Meyer die Grätsche zum berechtigten Elfmeter“, den Lasse Merwitz nervenstark verwandelt. Ferdinand „Ferdi“ Lange nimmt zuvor unsanft Bodenkontakt auf, schirmt er den Ball geschickt im gegnerischen Strafraum ab, wie einst Gabriel Batistuta. Klar unterlegen sind die Heidener jedoch keineswegs, erspielen sich vielmehr einige Abschluss-Aktionen, denen aber das nötige Fortune fehlt. Fast schon bestätigend, dass eine Minute vor dem Halbzeitpfiff SuS-Kicker Marian Schulz die Kugel nach einem gefährlich getretenen Eckstoß ins eigene Netz knallt. „Von den Spielanteilen her, waren wir in der ersten Halbzeit das bessere Team“, meint Karsten Kuczer, der Trainer der Hausherren.

 

 

Hartplatz erschwert die feine fußballerische Klinge

Maximilian Unverricht

In den zweiten 45 Minuten übernimmt der Turn- und Rasensportverein immer mehr die Spielkontrolle, wollen die Kuczer-Kicker derweil mit weiten Hieben für Torgefahr sorgen, was aber eher Wunsch als Realität ist. Zwingender Richtung gegnerisches Gehäuse sind da schon die Geffers-Männer unterwegs, scheitern vielversprechend in Person von Pyrlitesku, König und Unverricht, die am starken Marcus Alf ihren Meister finden. Bis zur 75. Spielminute müssen die Heidener warten, bis Maximilian Unverricht ganz viel Gefühl in einen wundervollen Schlenzer legt, den er aus 20 Metern Torentfernung in den Winkel verewigt. In den Schlussminuten berennen die Heidener das gegnerische Gehäuse, doch die letzte Entschlossenheit, das nötige Einschussglück bleibt ihnen verwehrt. „Von daher ist es anhand des Spielverlaufs sicherlich ein gerechtes Unentschieden. Auf dem holprigen Ascheplatz war zudem kein gepflegtes Kombinationsspiel möglich, sodass beide Teams eher ihr Heil in langen Bällen suchten. Es war das erste Spiel nach der langen Winterpause und von daher okay“, möchte Geffers sich nach diesem Punktgewinn an der Hebbelstraße nicht grämen. Zeit, um lange nachzudenken, bleibt sowieso nicht. Schon am Dienstag steht die Nachholpartie gegen das Kellerkind SG Brakelsiek/Wöbbel auf dem Stundenplan. Kuczer ärgert sich: „In der zweiten Halbzeit haben wir vieles von der ersten Halbzeit vermissen lassen.“ Wenig vorteilhaft: „Wir hatten noch zwei, drei gute Konterchancen, die wir aber nicht nutzen konnten. Wenn du sie vorne nicht machst, bekommst du sie eben hinten rein“, ist dies eine ganz alte, aber stets richtige Leier. „Unterm Strich ein verdientes Unentschieden“, meint Kuczer und fasst treffend zusammen: „Erste Halbzeit gehörte dem SuS, die zweite Halbzeit TuRa.“ Sein Führungsspieler Denis Zurheide pflichtet ihm bei: „Man muss, glaube ich, sagen: Insgesamt war es zum Schluss ein gerechtes Unentschieden, wo wir verschlafen haben, frühzeitig den Deckel drauf zu machen“, agieren die Lila-Grünen mit fortlaufender Partie immer passiver.

 

Fazit: Für beide Teams wäre ganz bestimmt auch die volle Punktzahl möglich gewesen. So aber ist dieses Endergebnis keinesfalls völlig abwegig, da beide Teams ihre guten und schlechten Phasen nehmen, am Ende die Punkte schiedlich und friedlich teilen. Hätte Pivitsheide mit mehr Vehemenz auf das dritte Tor gedrängt, wäre wohl der Drops gelutscht gewesen. Die Comeback-Qualitäten der Heidener sind allerdings wahrlich epischer Natur.

 

Tore:

1:0 Lucas Stölting (14. Min.)

2:0 Lasse Merwitz (per Elfmeter; 24. Min.)

2:1 Marian Schulz (per Eigentor; 44. Min.)

2:2 Maximilian Unverricht (72. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
1. März 202090'Kreisliga A Detmold2019/2019

Spielort

Sportplatz SuS Pivitsheide
Hebbelstraße 34, 32758 Detmold, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
SuS Pivitsheide202Draw
TuRa Heiden112Draw

Autohaus Stegelmann

Concordia

Vogt Reisedienst GmbH

Fahrschule Isaak

More in