Connect with us

RSV Barntrup — SV Atteln

Spielbericht

Barntruper mit bitterer Heimklatsche

 

(hk). Der Fußball schreibt bekanntlich die schönsten Geschichten. Oder auch die merkwürdigsten. RSV Barntrup-Coach Daniel Barbarito entscheidet sich eher für die zweite Variante. „Atteln wusste selbst nicht, wie sie auf einmal 4:0 geführt haben“, glaubt RSV-Coach Daniel Barbarito zu wissen.

Von Henning Klefisch

 

D. Barbarito

Ausgedehnte Tiefschlafphasen und heftige Blackouts offenbart die Barntruper-Defensive, was die Gegentore von Marius Köhler (13., 35. Min.), Marco Backhaus (16. Min.) und Niklas Weber (41. Min.) begünstigt. An drei Toren proklamiert Barbarito Aktien von seinem Team, was mit unforced errors es dem Gegner sehr leicht macht. Er findet: „In der Bezirksliga wird so etwas bestraft. Nicht so wie letztes Jahr in der Kreisliga A.“ Atteln presst früh und gezielt, versucht Dreiecke im eigenen Spiel zu bilden, macht die Barntruper mit diesen Störfaktoren nervös. Die Barntruper Offensive lässt sich von so viel Leichtsinnigkeit aber nicht aus dem Konzept bringen, hat zahlreiche gute Möglichkeiten, weshalb Barbarito sogar überzeugt ist: „Zur Pause muss es 4:4 stehen.“ Was er meint: Es sind gut strukturierte Angriffe, die mit der nötigen Kreativität aufwarten, die gefahren werden. Die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss ist jedoch ein Malus an diesem Tag. Beispielhaft: Kieren Lennard Mc Carthy läuft mutterseelenallein auf Atteln-Fänger Daniel Mantals zu. Sein Schussversuch verfehlt das gewünschte Ziel um nur wenige Zentimeter. Kevin Elsner scheitert nach einem vorbildlichen Kopfball an Mantals, wenig später trifft Elsner aus fünf Metern Torentfernung die Kugel nicht richtig. Die Elsner-Show geht weiter. Als dieser alleine auf das gegnerische Gehäuse stürmt, entscheidet Referee Ansgar Eickmeier auf eine Abseitsposition. „Tatsächlich stehe ich auf der Höhe und Elsner ist einen Meter hinter dem Verteidiger“, so die Beobachtung von Barbarito. Atteln-Coach Frank Ewert meint laut SVA-Obmann Jörg Kahmen: „Zur Halbzeit hätte es gut auch 5 oder 6:2 stehen können, da Barntrup auch gefährlich war. Bitter für den SVA, dass sich im ersten Abschnitt Keeper Mantals verletzt hat, weshalb Feldspieler Andre Mader zwischen die Pfosten muss.

 

Barntruper Tor in Unterzahl

C. Franz

Im zweiten Abschnitt unterstreichen die Roten Teufel ihren großartigen Charakter, verkürzen nach Treffern von Christian Franz (52. Min.) und Johannes Lindemeyer (78. Min.) zum 2:4. „Atteln hat in der zweiten Halbzeit so gut wie gar nicht stattgefunden“, findet Barbarito. Immerhin: Das Tor zum Endstand von Jonas Grote fällt nach einem schönen Spielzug in der Schlussminute. Das zweite Tor markieren die Hausherren in Unterzahl nach einer berechtigten Ampelkarte gegen Jakob Funk, die sie zu verkraften haben. Die erste gelbe Karte schluckt der Barntruper wegen Meckern. Dass die ebenfalls keifenden Attelner nicht sanktioniert werden, versteht Barbarito nicht so wirklich, ist hier auf der Suche nach dem so wichtigen Gleichgewicht. „Der Schiedsrichter hat in vielen Aktionen unglücklich gegen uns gepfiffen. An ihm hat es aber nicht gelegen“, stellt Barbarito klar. Dass diese Partie für die Gesundheit des jungen Familienvaters nicht gerade förderlich ist, steht fest. Schließlich muss er doch gegenüber Lippe-Kick zugeben: „Ich muss mich noch drei, vier, fünf Tage über dieses Spiel aufregen.“ Warum das denn? „Hätte mir vorher jemand diese Leistung attestiert, dann hätte ich gesagt: Wir nehmen auf jeden Fall drei, zumindest einen Punkt mit.“ Als „schade“ tituliert er letztlich die Tatsache, dass der Aufsteiger bei der Zählervergabe dieses Mal komplett leer ausgeht. Immerhin sei man dem SVA „gleichwertig“ und „griffig in den Zweikämpfen“ gewesen. Die fehlende Zielstrebigkeit berührt ihn persönlich sehr, meint er doch: „Wir hatten Chancen für zwei Spiele.“ Ewert teilt Kahmen mit: „Eine gelungene Vorstellung von uns und ein verdienter Sieg.“

 

Fazit: Atteln präsentiert sich als gnadenloser Nutznießer der Barntruper Schwächen, die zu viele Geschenke offerieren. Offensiv sind die Hausherren wirklich mutig und umtriebig unterwegs, doch die letzte Galligkeit wird schmerzlich vermisst. Die Roten Teufel müssen sich an die eigene Nase fassen, denn diese Heimpleite ist ein Stück weit selbstverschuldet.

 

Tore:

0:1 Marius Köhler (13. Min.)

0:2 Marco Backhaus (16. Min.)

0:3 Marius Köhler (35. Min.)

0:4 Niklas Weber (41. Min.)

1:4 Christian Franz (52. Min.)

2:4 Johannes Lindemeyer (78. Min.)

2:5 Jonas Grote (90. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
18. August 201990'Bezirksliga Staffel 32019/202

Spielort

Waldstadion Barntrup
Wolfsiek 6, 32683 Barntrup, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
RSV Barntrup022Loss
SV Atteln415Win

More in