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Rüschenpöhler-Joker bringen Mastbruch zum Fall

Spielbericht

(hk). Ganz ehrlich: Nicht einmal zehn Euro hätte ich darauf verwettet, dass die „jungen Fohlen“ in Mastbruch etwas Zählbares mitnehmen. Sie strafen mich eines Besseren, triumphieren mit 2:1 beim bisher so prächtigen Spitzenreiter. Auch SF DJK-Kicker David Kremin applaudiert für den Aufsteiger, bezeichnet es als „sehr clever“, was die Spielgemeinschaft vor 50 Zuschauern auf dem Rasenplatz am Deipenweg so demonstriert. SG Hiddesen/Heidenoldendorf-Coach Markus Rüschenpöhler beweist ein goldenes Händchen, wechselt die beiden Joker Jan Block und Christoph Knust eindie treffen entscheidend.

Von Henning Klefisch

 

Seine Wahrnehmung: „Sie standen defensiv kompakt und haben dann mit ihrem schnellen Umschaltspiel gepunktet.“ Nachdem die Spielgemeinschaft eine 15-minütige Akklimatisierungsphase benötigt, um vernünftig im Spiel drin zu sein, geht es so langsam aufwärts. „Wir haben dann richtig gut gespielt, haben Nadelstiche gesetzt, waren aggressiv und laufstark. Gerade im Mittelfeldzentrum haben wir überhaupt nichts zugelassen“, freut sich Rüschenpöhler auch über die gewaltige Präsenz seiner Schützlinge in dieser Phase. Einzig die Außenpositionen verwenden die Mastbrucher, um sich Abschlussaktionen herauszuspielen. Ausschließlich Brinkmann entwickelt nach diesem Schema Torgefahr nach einer Flanke. In den weiteren Szenen hingegen sind die Gäste höchst aufmerksam, gewähren nur wenige Entfaltungsmöglichkeiten.

 

Block, der Torschütze und Vorbereiter

J. Block

Nach einem torlosen ersten Abschnitt schießt sich wenig überraschend der Favorit durch Torben Hoffmann in der 57. Minute mit 1:0 in den Vorteil. Deshalb wenig überraschend, weil die Mastbrucher den Druck in dieser Phase signifikant erhöhen, in der Startphase des zweiten Abschnitts viel investieren, um die Lipper an und in den eigenen Strafraum zu drängen. Nach einem Einwurf über die eigene rechte Seite profitiert Hoffmann bei seinem Treffer von einem gut abgestimmten Spielzug. Für die Spielgemeinschaft ähnelt dieses Gegentor einem Wirkungstreffer, haben sie zunächst einmal sehr daran zu knabbern. Rüschenpöhlers Einwechslungen bringen dann aber den dringend benötigten Schwung, den Punch für das eigene Spiel. Die Mastbrucher-Abwehr stellt sich bei den beiden Gegentoren, die per Doppelschlag fallen, etwas plump ab. Jan Block (abgefälschter Schuss; 77. Min.) und Christoph Knust (82. Min.) drehen innerhalb von nur fünf Minuten die Partie. Vor dem Siegtor tankt sich Block auf der linken Position energisch durch, setzt mit seinem Zuspiel Knust in Szene, der dann erfolgreich ist.

 

„So eine Niederlage tut weh“

T. Bukowski

„Wir haben zwar mehr vom Spiel gehabt, aber haben die Chancen nicht gut zu Ende gespielt“, nörgelt Kremin, dass sein Team gleich zweimal zum Aluminium-Tester mutiert. Auch SG-Fänger Tim Bukowski beweist in einer Szene seine große Extraklasse, pariert exzellent. Mehr Coolness im Torabschluss beweist der kecke Liga-Neuling, der zwei von drei Chancen verwertet. Trotzdem: Eben weil es die Lipper so raffiniert machen, gewinnen sie „nicht unverdient“, wie Kremin findet. Gegenüber Lippe-Kick räumt er ein: „Natürlich tut so eine Niederlage weh, aber wir sind gut in die Saison gekommen und müssen das Spiel jetzt abhaken und uns auf die nächste Aufgabe in Peckelsheim fokussieren.“ Diese bittere Heimpleite dient für den Aufstiegsaspiranten wohl als ganz entscheidender Wachmacher, keinen Gegner mehr auf die leichte Schulter zu nehmen.

 

Das Glück des Tüchtigen

Rüschenpöhler räumt ein: „In der einen oder anderen Phase hatten wir heute sicherlich etwas Glück. Für den keineswegs unverdienten Sieg müssen wir uns jedoch nicht schämen. Das kleine Quäntchen Glück haben wir uns erarbeitet, um auswärts beim Tabellenführer zu gewinnen.“ Sehr angetan zeigt er sich von der gesamten Teamleistung, wählt er hierfür die Begriffe „gekämpft“ und „zerrissen“, findet er dies „ganz, ganz toll.“ Besonders der „läuferische und physische Bereich“ ist lobenswert gewesen, gibt es noch etwas Steigerungspotenzial im Ballbesitzspiel. Als Kritik möchte der SG-Coach dies aber keinesfalls werten, denn Mastbruch stellt schließlich eine ausgezeichnete, bisher sogar tadellose Mannschaft, dar. Mit dieser Performance, dieser Leidenschaft, so beim Tabellenführer aufzutreten, ist eine ganz tolle Werbung. Die Freude im Lager der Spielgemeinschaft aus Hiddesen/Heidenoldendorf über die nächsten wichtigen drei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt ist enorm, weil doch überhaupt nicht zu erwarten.

 

Fazit: Ein überraschender, jedoch keineswegs unverdienter Sieg der Spielgemeinschaft. Mit viel Einsatz, einem klaren taktischen Plan, einer enormen Zielstrebigkeit und Kaltschnäuzigkeit im Torabschluss gewinnen die Gäste. Mastbruch zeigt dosiert seine Qualitäten, doch das reicht gegen wirklich gute Lipper einfach nicht.

 

Tore:
1:0 Torben Hoffmann (57. Min.)
1:1 Jan Block (77. Min.)
1:2 Christoph Knust (82. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
8. September 201990'Bezirksliga Staffel 32019/205

Spielort

Sportplatz Am Deipenweg
Deipenweg 41, 33104 Paderborn, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
SF DJK Mastbruch011Loss
SG Hiddesen/Heidenoldendorf022Win

Dorothea Design

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