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Seifert verhindert Ahmser-Heimpleite

Spielbericht

(hk). Keinen Gewinner gibt es beim Aufeinandertreffen zwischen dem TuS Ahmsen und dem Favoritenkiller TBV Lemgo II. Erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit sichert Sören Seifert seinem TuS Ahmsen den späten Punktgewinn beim 2:2-Unentschieden. TBV Lemgo II-Coach Benjamin Rawe kratzt sich verdutzt am Hinterkopf, meint bei Lippe-Kick: „Ich glaube, keiner weiß so richtig, ob er sich über den Punkt freuen oder eher über zwei vergebene ärgern soll. Wahrscheinlich wird beides in den nächsten Tagen der Fall sein.“

Von Henning Klefisch

 

Zunächst dauert es ein bisschen, bis beide Mannschaften in die Partie hineinfinden. Die erste leichte Torgefahr erzeugen die Ahmser, die mit fortlaufender Spielzeit immer mehr Torgefahr entwickeln. Die 1:0-Führung in der 22. Minute durch Jan Ehlert ist folgerichtig. Nach einem Lemgoer-Abstoß gewinnen die Ahmser das Duell im Mittelfeld. Die taktisch überaus fleißig agierenden Gäste zeigen sich davon allerdings unbeeindruckt, scheitern fünf Zeigerumdrehungen danach am stark parierenden Ahmsen-Schnapper Till Käufer, der seine Extra-Klasse beweist. Wenig später ist er im Eins-gegen-eins-Duell der Sieger, strahlt eine Bärenruhe in dieser Szene aus. Für Ahmsen-Obmann Lothar Köhnemann ist außergewöhnlich: „Das robuste Spiel der Lemgoer Mannschaft imponiert ein stückweit unsere Jungs, aber da müssen sie jetzt dagegenhalten und ebenso aggressiv in die Zweikämpfe gehen.“ Viele Konter-Angriffe decken Lücken im Ahmser-Abwehrverbund auf. Zweimal haben Ciler und einmal Pulat Pech im Torabschluss. Ahmsen hat hingegen Schwierigkeiten durch den TBV-Abwehrdschungel zu gelangen, fokussiert sich auf ruhende Bälle. Foerster hat etwa bei einem zweiten Ball Pech, setzt er diesen nur knapp über die gegnerische Torlatte. Zwei Minuten vor dem Seitenwechsel rappelt es im Kasten der Hausherren. Die Seifert-Mannen verteidigen diesen Angriff zu lasch, verlieren vorab die Kugel im Mittelfeld. Danach fehlt die nötige Zweikampfintensität, steht die Abwehrkette zu hoch, weshalb sie bei einem lang gespielten Ball in den freien Raum schlecht postiert sind, das Gegentor von Jonas Hildebrand somit nicht verhindern können. Köhnemann zitiert einen Ahmser Edelfan: „Trotzdem sind wir stärker und normal müssen wir das Ding heute doch deutlich gewinnen. Ich fand unsere Jungs zwischendurch etwas unkonzentriert, sie hatten unnötige Ballverluste und waren ab und zu sehr passiv in den Zweikämpfen.“

 

Strittige Freistoß-Entscheidung erzürnt Rawe

In den zweiten 45 Minuten sind die Hansestädter weiterhin äußerst interessiert an direkten Zweikämpfen, während die Hausherren vor allem Ballbesitz und Abschlussaktionen im Kopf und in den Beinen haben. Auffällig bei den Hansestädtern: Die Präzision im Passspiel vermindert sich immer mehr. Es folgt eine gelbe Phase, zeigt der souveräne Referee Felix Wessel hier mehrere Karten, je drei pro Team. Im Vergleich zum berauschenden 3:0-Pokalsieg über Leopoldshöhe fehlt der letzte Punch, wirken die Ahmser etwas eingeschüchtert. Vielleicht ist es auch die Müdigkeit, denn die Grün-Weißen sind in den vergangenen Wochen sehr stark beansprucht. Der Wunsch von Köhnemann soll sich nicht erfüllen: „Wir hofften auf einen Großangriff in der letzten Viertelstunde, doch dann kam alles anders als gedacht.“ Er präzisiert gegenüber Lippe-Kick: „Beim Versuch, den Angriff genauso gekonnt und mit Klasse abzuwehren wie in der ersten Halbzeit, kam Till Käufer diesmal einen Tick zu spät, traf den Stürmer direkt und unvermittelt vor dem Ball und somit klarer Strafstoß für Lemgo.“ Den definitiv berechtigten Elfmeter versenkt Tobias Prachnau mit viel Eiseskälte. Köhnemann erstarrt auf der Tribüne in Schockstarre, reibt sich seine blanke Stirn. In der Crunch-Time steigern die Hausherren die Risikobereitschaft, werfen alles nach vorne und markieren durch den sich selbst einwechselnden Coach Jörn Seifert den viel umjubelten Ausgleichstreffer. „Dieser war immens wichtig für unser Gemüt. Das Tor war hochverdient“, räumt der Ahmsen-Bomber ein, dass die psychologische Wirkung von diesem späten Wirkungstreffer nicht zu unterschätzen sei. Wie kommt es zum Treffer? Nach einem Freistoß klären die Lemgoer die Kugel wenig resolut, weshalb nach einem Querpass Seifert vollendet. Rawe hat dazu eine klare Meinung: „Aus meiner Sicht war es kein Foul vor dem Freistoß und danach beim langen Ball Abseits. Da muss ich mich für meine lautstarke Beschwerde beim Schiedsrichter entschuldigen, aber der Frust ist in dem Moment natürlich groß“, wird sein Team so um den nächsten Favoritenstreich gebracht. Folglich resümiert ein zerknirschter Benjamin Rawe: „Am Ende aus meiner Sicht ein gerechtes Unentschieden, dass sich für uns durch die letzte Aktion natürlich verdammt blöd anfühlt.“ Hier herrscht viel Empathie für den leidenschaftlichen, dennoch stets analytischen Coach.

 

Fazit: Ein Remis, was für den TBV Lemgo II spät, deshalb sehr unglücklich zustande kommt. Ahmsen glaubt bis zuletzt an den Punkt, weshalb sie sich für ihre tolle Moral belohnen können.

 

Tore:
1:0 Jan Ehlert (23. Min.)
1:1 Jonas Hildebrand (43. Min.)
1:2 Tobias Prachnau (per Elfmeter; 84. Min.)
2:2 Jörn Seifert (90. + 2 Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
4. Oktober 202090'Kreisliga A Lemgo2020/217

Spielort

Werrekampfbahn
TuS Ahmsen, 1, Am Sportplatz, Biemsen-Ahmsen, Bad Salzuflen, Kreis Lippe, Regierungsbezirk Detmold, Nordrhein-Westfalen, 32107, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
TuS Ahmsen112Draw
TBV Lemgo II112Draw

Autohaus Stegelmann

Stadtwerke Bad Salzuflen

Schiewe

Fahrschule Isaak

Gaststätte Wittelmeyer – Der Grieche

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