Connect with us

Panther Hampe sichert den Heimdreier

Spielbericht

(hk). Respekt an alle Beteiligten. Ein B-Liga-Spiel mit Nuancen von A-Liga-Niveau. Kein Wunder, wenn man sich die beiden Kader der Reserveteams aus Hiddesen/Heidenoldendorf und Blomberg etwas genauer betrachtet. Beide liefern sich auf dem Hiddeser Bent ein ansehnliches Spiel. Am Ende gewinnt der Gastgeber nach 90 spannenden Minuten mit 3:2, wehrt sich gegen die mit Ausnahmespielern wie Thomas Stirz verstärkten Ost-Lipper blendend.

Von Henning Klefisch

 

SG II-Coach Jörg Jöstingmeier ist die Coolness selbst, zählt zur Gattung der Eisvögel. Er vertraut seinem Team und der eigenen Stärke, was er auch im Lippe-Kick-Gespräch deutlich kundtut: „Die haben Spieler aus der ersten Mannschaft eingesetzt“, stellt er ganz nüchtern fest, um dann der eigenen Stärke zu vertrauen, „aber das war uns auch egal, weil wir auch sehr viel Qualität besitzen, wenn alle an Bord sind.“ Da Jöstingmeier über Spieler verfügt, die eine gewisse Vorliebe für Urlaubsaktivitäten hegen, hat die Spielgemeinschaft in den ersten fünf Partien nicht die notwendigen PS auf die Straße gebracht. Mittlerweile haben sich die Kicker aus den wohl begehrtesten Stadtteilen der Residenzstadt in die Saison eingegrooved, schlagen Favoriten, auch Kellerkinder. Wählerisch zeigen sich die Jöstingmeier-Jungs dabei nicht. In Duell der Reserveteams profitieren sie von einer günstigen Spielentwicklung, denn nach zwölf Minuten liegen sie bereits mit 1:0 in Front, nachdem Aslan Nuraev (Bild links)  sich als verlässlicher Elfmeterschütze erweist, vom Punkt Nervenstärke demonstriert.

 

Jöstingmeier-Jungs bevorzugen das schöne Spiel

 

BSV II-Coach Alexander Wolf analysiert: „Wir kamen mit dem gewählten System nicht zurecht und wurden des Öfteren überlaufen“, muss sein Team mehrfach in Unterzahlsituationen agieren. „Der Gegner wollte mit aller Gewalt die Punkte mitnehmen. Sie standen sehr hoch und versuchten immer wieder, unsere Vierer-Kette anzulaufen und uns unter Druck zu setzen“, so die Beobachtung von Jöstingmeier. Dass die SG in ihrem Werkzeugkasten auch über die spielerische Klinge verfügt, ist allseits bekannt. Auch in kniffligen Situationen wählen sie die fußballerische Variante, gelangen dadurch mehrfach in Torraumnähe, erhöhen nach einer knappen halben Stunde auf 2:0. Fummel-König Samuel Töws hat notgedrungen eine längere

Thomas Stirz

Verletzungsabstinenz erleiden müssen, sammelt im B-Liga-Team wichtige Spielpraxis und zeigt bei seinem Tor seine große individuelle Klasse. Dass es nicht mit einem 2:0 in die Kabine geht, liegt an Thomas Stirz, der in Spielminute 42 einen Elfmeter verwandelt. HH-Schnapper Niklas Hampe hält diesen Versuch eigentlich glänzend, doch letztlich rollt die Kugel extrem unglücklich aus Gastgeber-Sicht doch noch ins Tor. Wenn es nach Jörg Jöstingmeier geht, hat dieser Einschlag zweifelsfrei reinigende Wirkung, beschreibt er dieses 2:1 als einen „Hallo-Wach-Effekt“, wodurch sein Team wieder besser in die Spur findet.
Die Blomberger versuchen viel, stellen geschickt und sinnvoll um, doch scheitern häufig am wunderbaren Hampe, der seinen monströsen Körper in direkten Duellen clever einsetzt, zudem wie ein Panther durch seinen Strafraum hechtet. Hätten die Blomberger mehr Zielwasser getrunken, wäre eine Führung keineswegs unberechtigt gewesen. „Leider war die Chancenverwertung unser größter Gegner“, grummelt Wolf vor sich hin, ärgert sich, dass sein Rudel nur wenig bissfest unterwegs ist.
Einen Bärendienst erweist Simon Knöllner (Bild links) seinem Team. Er ist gelb-vorbelastet, als er den Ball wegschießt, dafür vom Referee Mehmet Köksal mit der Ampelkarte sanktioniert wird. Für Jöstingmeier eine zumindest strittige Entscheidung, denn für ihn ist solch ein Vergehen nur dann strafbar, wenn die Kugel tatsächlich die Spielfeldlinie überschreitet, was in diesem Fall nicht geschehen ist. Die Halsschlagader vom SG II-Coach schwillt nach 82 Minuten auf Gartenschlauchniveau an, da seine Defensive einen allzu liberalen Verteidigungsstil präferiert, nach einem haarsträubenden Fehler Stirz zum Doppeltorschützen kürt. Gegen drei Gegenspieler setzt sich der Team Detmold-Auswahlspieler durch, zeigt seine enorme Fußball-Intelligenz. Von der Strafraumgrenze schießt Stirz, lässt den famosen Hampe dabei keine Abwehrchance. Der Aufsteiger hat Blut geleckt, möchte den Schwung mitnehmen und die Partie drehen, will hochfliegen, doch fällt tief.

 

„Dürfen so ein Spiel niemals verlieren“

 

Voller Anerkennung nickt Alexander Wolf dem gegnerischen Fänger Niklas Hampe (Bild rechts) zu, sagt über die Fangkünste des Hiddesen/Heidenoldendorf-Hünen: „Ein großes Lob an den gegnerischen Torhüter, der uns mit einigen Paraden zur Weißglut brachte.“ Nur soviel: Wenn Hampe in dieser Woche nicht Eingang in die Elf der Woche findet, beendet der Autor dieser Zeilen seine Tätigkeit bei Lippe-Kick und investiert Zeit und Leidenschaft vollständig für NRW-Kick, Deal. Zurück zum Spiel: Dass Töws ein überragender Kicker ist, beweist er bei seinem Siegtor drei Minuten vor dem Schlusspfiff, ist er der Endverbraucher eines Umschaltspiels aus dem Lehrbuch. Über drei Stationen spielen es die Hausherren vorbildlich aus, schießen in Unterzahl das Siegtor. Wolf ist im Hader-Zustand, klafft doch eine riesengroße Lücke zwischen Aufwand und Ertrag, wenn er nörgelt: „Wir dürfen so ein Spiel, in dem man sich gefühlt 20 Chancen raus spielen konnte, niemals verlieren und diese Niederlage tut schon weh, weil man das Spiel 70 Minuten lang unter Kontrolle hatte.“ Zu viel in den Rückspiegel zu schauen, ist ungesund für die Nackenmuskulatur. Ärgerlich ist diese Niederlage auch für Wolf, weil es am eigenen Spiel gar nicht einmal so viel auszusetzen gibt.

 

Fazit: Ein knapper Sieg, der in einer offenen Partie verbucht wird. Niklas Hampe macht ein Bomben-Spiel, zeigt grandiose Paraden, empfiehlt sich mit dieser Leistung für höhere Aufgaben. Man darf nur hoffen, dass SG-Coach Markus Rüschenpöhler diese Paraden aufmerksam beobachtet hat. Der Autor dieser Zeilen muss keine Wasserfolter befürchten, wenn er sagt, dass auch eine Punkteteilung nicht völlig abwegig gewesen wäre.

 

Tore:
1:0 Aslanbek Nuraev (per Elfmeter; 12. Min.)
2:0 Samuel Töws (27. Min.)
2:1 Thomas Stirz (per Elfmeter; 42. Min.)
2:2 Thomas Stirz (82. Min.)
3:2 Samuel Töws (87. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
13. Oktober 201990'Kreisliga B Detmold2019/2010

Spielort

Sportplatz am Bent
Bentweg 10, 32760 Detmold, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
SG Hiddesen/Heidenoldendorf II213Win
Blomberger SV II112Loss

More in