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SG Hiddesen-Heidenoldendorf — TSV Rischenau

Spielbericht

Rüschenpöhler-Fohlen trampeln Rischenau nieder

 

(hk). TSV Rischenau-Obmann Tunke fängt mit dem Positiven an: „Wir halten 25 Minuten gut dagegen“, dann ist es Jan Block (Bild rechts), der nach einem wuchtigen Eckball sträflich freisteht und aus kurzer Distanz keine Mühe bei der Torerzielung zeigt. Er beweist Köpfchen, wird aber von Robin Jöstingmeier stark bedient. In der Folge brechen bei den Hausherren „alle Dämme“, kritisiert Tunke, der beobachtet: „Die 20 Minuten bis zur Pause waren haarsträubend.“ Ein entscheidender Grund für dieses kolossale Unterlegen: „Viel zu viele Ballverluste.“ SG H/H-Coach Markus Rüschenpöhler würde nicht seine Beamtenstellung darauf verwetten, dass sein Team erst ab Mitte der ersten Halbzeit seine Überlegenheit zeigt. Für ihn geht die wilde Fahrt bereits ab Spielminute zehn los. Nach besagtem Block-Tor, zeigt der gleiche Spieler seine große Fußballkunst. „Cristiano“ Block lupft die Kugel über seinen Gegenspieler hinweg, vollendet dann mit einem Schuss in die lange Ecke in der 27. Minute. Ein ultimatives Traumtor. Eine wunderschöne Kombination über den wuseligen Jöstingmeier und Jonas Sprengelmeyer findet Sebastian Schönfelder, der aus kurzer Distanz einschiebt. Ein Indiz für die enorme Spielfreude der Hausherren. Als Niko Ritter (Bild links) in der 37. Minute von seinem Mitspieler perfekt in Szene gesetzt wird und freistehend vor SG-Fänger Tim Bukowski versenkt, denkt man für einen kurzen Moment an neu aufkommende Spannung. Ein Trugschluss. Dennoch findet Rüschenpöhler für dieses Verteidigungsverhalten kritische Worte: „Da haben wir ganz schlecht ausgesehen, haben schlampig verteidigt.“ Steffen Hinder erhöht aber bereits vier Minuten vor Ende der ersten Halbzeit mit einem Distanzschuss in die lange Ecke auf 4:1. Eine bemerkenswerte Kombination über die rechte Seite mit Carlos Schäuble und Thomas Knöllner führt zu Block, der im Strafraum bedient wird, zur 5:1-Pausenführung und seinem 16. Saisontor einschießt. Weitere Möglichkeiten von Schäuble, Sprengelmeyer und Schönfelder ergeben sich. Auch ein Freistoß an die Torlatte von Jöstingmeier sorgt für Gefahr. „Es hat mich geärgert, dass wir in der Rückwärtsbewegung ungewohnt schlampig agiert haben. Da waren wir überhaupt nicht konsequent“, sieht er hier im Training noch Verbesserungsbedarf.

 

Rüschenpöhler erkennt Schwächen in der Rückwärtsbewegung

Immerhin haben sich die Rischenauer in den zweiten 45 Minuten am Riemen gehalten, nur noch in der Schlussminute das Tor zum 6:1-Endstand kassiert. Dies ist allerdings auch der Tatsache geschuldet, dass die Hausherren einige Gänge herunterkuppeln, nicht mehr mit letzter Konsequenz ihre Angriffe zu Ende spielen, nur wenig Tempo in den eigenen Aktionen haben. In der zweiten Minute der Nachspielzeit wird der eingewechselte Lukas Burmeier (Bild rechts) unsanft von den Beinen geholt. Der unnachahmliche Block vollendet mit Saisontreffer Nummer 17 zum 6:1-Endstand. Christoph Knust etwa vergab eine vielversprechende Möglichkeit. Tunke stellt daher zumindest ein wenig versöhnt fest: „In der zweiten Halbzeit war es dann wieder wesentlich besser. Der Sieg war absolut verdient für Hiddesen/Heidenoldendorf“, könnte man ihn für jede andere Aussage auch mit einer Falschaussage belasten. In keiner Phase der Partie beschleicht Hiddesen/Heidenoldendorf-Coach Markus Rüschenpöhler das ungute Gefühl, dass sein Team nicht als Sieger die Partie beendet, ist es doch die Leistung seiner Mannschaft, die ihn positiv stimmt. „Ein nie gefährdeter Sieg. Wir haben zwar einiges an Licht gesehen, aber dennoch war die eine oder andere Schattenseite dar, gerade, was die Rückwärtsbewegung anging“, moniert Rüschenpöhler nach einer Leistung, die er als „ordentlich, aber nicht richtig gut“ charakterisiert. Der stets kritische Zeitgeist scheint der perfekte Dompteur für die jungen Wilden zu sein, die von der Altersstruktur über die vielversprechendste Perspektive im Detmolder Kreisfußball verfügen. In der kommenden Woche kommt es zum „absoluten Top-Spiel“ gegen den TuS WE Lügde, treffen die punktgleichen Führenden im direkten Duell aufeinander. Rüschenpöhler erzählt nichts als die Wahrheit, wenn er sich des erhöhten Schwierigkeitsgrades vollauf bewusst ist. „Wir gehen sicherlich nicht als Favorit in dieses Spiel“, schiebt der Blondschopf ganz geschickt Lügde diese Rolle zu. Ein Grund, warum Rüschenpöhlers Siegerbierchen vielleicht noch etwas besser schmeckt: „Keine Verletzung, keine gelbe Karte, ein deutlicher Fortschritt zu den letzten Spielen“, ist dies alles etwas, was ihm sehr gefällt.

 

Fazit: Eine spektakuläre Vorstellung der SG Hiddesen/Heidenoldendorf, die einmal mehr eine Machtdemonstration zelebriert. Der Sieg geht auch in dieser Deutlichkeit absolut in Ordnung. Rischenau macht einfache Fehler. Rischenau erwischt einen gebrauchten Tag, zeigt seine Qualitäten nur in Ansätzen. Der jüngste Aufwärtstrend wurde gegen das vielleicht spielstärkste Team der Liga jäh unterbrochen.

 

Tore:

1:0 Jan Block (22. Min.)

2:0 Jan Block (27. Min.)

3:0 Sebastian Schönfelder (29. Min.)

3:1 Niko Ritter (37. Min.)

4:1 Steffen Hinder (41. Min.)

5:1 Jan Block (43. Min.)

6:1 Jan Block (per Elfmeter; 90. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
7. Oktober 201890'Kreisliga A Detmold2018/1912

Spielort

Sportplatz Heidenoldendorf
Niedernfeldweg 12, 32758 Detmold, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
SG Hiddesen/Heidenoldendorf516Win
TSV Rischenau101Loss

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