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Innenpfosten-Knaller eröffnet die Wende

Spielbericht

(hk). Das Schalke-Gefühl genossen am Dienstagabend für einige Augenblicke die Protagonisten der SG Sonneborn/Alverdissen II. Für einen kurzen Augenblick sind sie Tabellenführer, wenn auch nicht annähernd so emotional wie der Vier-Minuten-Meister der Herzen aus Gelsenkirchen anno 2001. Fänger René Brinkmann enthusiasmiert: „Die Tabellenführung hat sich gut angefühlt, auch wenn es nur kurz war.“ Oftmals gilt beim Fußball der berühmte Motivationsspruch: Wer 1:0 führt, der stets verliert. So oder so ähnlich geschieht es auch den Akteuren vom FC Donop/Voßheide II, die bereits im Anfangsstadium mit 1:0 in Front liegen.

 

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Von Henning Klefisch

 

Allerdings sind es die Hausherren, die mit der ersten Aktion nach zehn Sekunden den optimalen Start verpassen, in Person von Justin „El Matador” Klocke (Bild rechts. Dieser fehlende Killerinstinkt wird sanktioniert, zeigt Kemena in dieser Situation sein gewaltiges fußballerisches Potenzial, hat hier SG II-Hüter Patrick Lassotta (Bild links) überhaupt keine Abwehrchance. Nach einem langen Zuspiel auf die Seite, einer sogleich erfolgten Hereingabe in das Zentrum, steht dort Kemena gutgelaunt und versenkt im Stil eines Goalgetters. Für Brinkmann ein „wirklich überraschendes“ Gegentor, was bei seinen Jungs für eine gewisse Nervosität sorgt. Kemena  etwa scheitert nur Minuten später am Innenpfosten, damit extrem knapp am zweiten Tor. Tim Frömel bedient ihn zuvor weitsichtig. „Dann hätte es sogar noch ganz, ganz anders laufen können“, wäre es außerordentlich schwer geworden, einem zwei Tore-Rückstand hinterherzulaufen. Dieser Pfosten-Knaller „war ein Hallo-Wach-Effekt für uns“, meint Brinkmann. In der Folgezeit reißen die Hausherren die Spielkontrolle an sich, erspielen sich einige vielversprechende Abschlussaktionen. Bitter: Nikolas Marek, der Spielertrainer der Gäste, muss nach einem Pressschlag verletzungsbedingt vorzeitig das Spielfeld verlassen, ist er einer unter vielen gewesen, die in der Gäste-Mannschaft fehlen. 24 Minuten sind absolviert, als Julius Herzog, der Spielertrainer der Gäste, nach einem Freistoß den Ball unglücklich in den eigenen Kasten abfälscht. Es hätten allerdings auch drei Sonneborn/Alverdissen II-Akteure am langen Pfosten zum Versenken bereitgestanden. Für die stärker aufkommenden Hausherren soll es sogar noch

Robin Kemena

besser kommen, denn in der 37. Spielminute markiert der wieder genesene Justin Klocke aus Nahdistanz die erstmalige Führung für sein Team in diesem Spiel. Don/Voß II verteidigt lasch, befördert den Ball nicht resolut aus der Gefahrenzone heraus. Bitter, dass das Investment, was Klocke für dieses Tor zum 2:1 zahlt, heftig ist, muss er wenig später verletzungsbedingt aus dem Spiel genommen werden. Vielleicht auch eine Folge der kampfbetonten Begegnung, die von zahlreichen Foulspielen gekennzeichnet ist. „Generell war das Spiel sehr umkämpft und ruppig, was in vielen Fouls resultierte“, findet Marek von den Gästen.

Kunze bittet zum Tanz

 

 

Als zäh wie Leder gestaltet sich der zweite Spielabschnitt. Der FC Donop/Voßheide II legt all seine Hoffnungen in die weiten Schläge auf den Ausnahmespieler Kemena, der sich allerdings einer großen gegnerischen Meute erwehren muss, die ihm bei jedem Ballkontakt auf den Füßen steht. Die Gastgeber erweisen sich in Torraumsituationen als nur wenig griffig, sind reichlich Möglichkeiten zur Vorentscheidung da, werden aber leichtfertig verballert. Adrian Lücke etwa testet fachmännisch das gegnerische Aluminium. In der 66. Spielminute darf sich SG II-Coach Markus Hein dennoch zum Jubeln bereitmachen. Sebastian Lücke sieht diese, bedient mit einem Steckpass den einlaufenden Pascal Oberwinter (Bild rechts), der vom agilen Rene Bruckschen zuvor mit einem Schacht-Pass in die komfortable Situation gebracht wird. Oberwinter, kalt wie eine Hundeschnauze, lässt sich nicht zweimal bitten und knallt die Kugel rechts unten in die gegnerischen Maschen. Die Hausherren schießen das Spielgerät sogar noch zweimal an die Torlatte der Gäste. Drei Minuten vor dem Schlusspfiff ist Jannik Kunze für den 4:1-Endstand verantwortlich. Nils Hansmeier bedient ihn zuvor mit einer exakten Flanke aus dem Halbfeld, die auf den langen Pfosten geschlagen wird. Dort schickt Kunze seinen Gegenspieler mit einer Körpertäuschung Richtung Hecke, zirkelt das Objekt der Begierde mit ganz viel Esprit in die lange Ecke.

 

„Das nächste Kapitel der Chronik erfolgreich geschrieben“

 

René Brinkmann(Bild links) bilanziert am Ende des Tages: „Anfangs haben wir uns wirklich schwergetan, bekommen nach der kalten Dusche nicht so wirklich die Kurve, aber hinten raus setzen wir uns dann noch mehr als verdient durch. Ohne überheblich klingen zu wollen, wären aber auch durchaus mehr Tore drin gewesen. Aber bekommen wir das 0:2 in der Phase, wo uns der Zugriff nicht gelingt, könnte es am Ende ganz anders ausgehen“, offenbart er. Schon im Vorfeld hat er vor der komplizierten Aufgabe gegen Don/Voß II gewarnt. Man kommt ganz schön ins Schwitzen, doch letztlich laufen sie mit drei Punkten am Zielhafen ein. „Wir haben das nächste Kapitel der Chronik erfolgreich geschrieben. Ein kleiner Dämpfer ist zwar, dass unser erster Heimtreffer ein Eigentor war, aber das nehmen wir natürlich trotzdem mit auf“, soll man letztlich doch pragmatisch genug sein. Die Aufgabe am Sonntag gegen die bisher so prächtig spielende Erstvertretung vom FC Donop/Voßheide wird eine andere Dimension darstellen. Brinkmann weiß das und sagt: „Jetzt heißt es uns auf Sonntag fokussieren. Da geht’s zum Spitzenspiel und da wartet nochmal eine ganz andere Aufgabe auf uns.“ Zunächst allerdings geht es darum, den derzeitigen Erfolg und den zweiten Tabellenplatz auszukosten, sich kurz zurückzulehnen – nach maximalen sechs Punkten aus zwei Partien.

 

 

 

Fazit: Aufgrund der Leistungssteigerung nach dem 1:1 fährt die SG Sonneborn/Alverdissen II verdientermaßen die ganze Ausbeute ein. Hätte Unruhestifter Kemena allerdings das zweite Tor nachgelegt, nimmt die Begegnung wohl einen gänzlich anderen Verlauf. Was zuschauerfreundlich ist: Ein unterhaltsames Spiel mit einigen Tormöglichkeiten.

 

Tore:
0:1 Robin Kemena (2. Min.)
1:1 Julius Herzog (per Eigentor; 24. Min.)
2:1 Justin Klocke (37. Min.)
3:1 Pascal Oberwinter (66. Min.)
4:1 Jannik Kunze (87. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
8. September 202090'Kreisliga B1 Lemgo2020/212

Spielort

Sportplatz Sonneborn
Sonneborn, Kreis Lippe, Regierungsbezirk Detmold, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
SG Sonneborn/Alverdissen II224Win
FC Donop-Voßheide II101Loss

Gaststätte Wittelmeyer – Der Grieche

Marktkauf Wiele

Wirtshaus Zum Raben

Pizzeria Rustica

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