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It‘ s Döller-Time, Baby!

Spielbericht

(hk). Mit einem hart erkämpften 3:2-Auswärtssieg verteidigt der TuS RW Grastrup/Retzen am Ende vom siebten Spieltag den zweiten Tabellenrang. Ein Doppelpack vom ewig jungen Sascha Döller ist entscheidend für den knappen, zugleich späten Erfolg beim SV Werl-Aspe II. Interessant: Beim Asper A-Liga-Team hat Chefcoach Thorsten Meier aus persönlichen Gründen mit sofortiger Wirkung sein Amt niedergelegt, sein Assistent Carsten Voelzke ist ebenfalls von seinen Aufgaben zurückgetreten. Es passiert also einiges bei den Schwarz-Weißen. Die Reserve rangiert nach der neuerlichen Heimniederlage mit sechs Zählern an Position elf, mit zwei Punkten Bonus auf einen Abstiegsrang. Den neuerlichen Rückschlag kommentiert Werl-Aspe II-Defensivmann Marius Grimm mit einem Hauch von Enttäuschung in seiner Stimme: „Mal wieder sehr bitter. Unser Kampf wurde nicht belohnt. Uns war bewusst, dass es nicht leicht wird. Wir haben uns aber gut aufgestellt und sind auch kompakt gestartet.“

 

Von Henning Klefisch

 

In der Anfangsviertelstunde trauen sich beide Teams noch nicht so richtig aus dem Windschatten. Es tut sich zunächst auffällig wenig. Die SV Werl-Aspe II-Abwehr wirkt zunächst äußerst stabil und fokussiert. Zugleich nimmt der Mut der Hausherren in der gegnerischen Spielhälfte zu. Dann übernimmt der Favorit die Initiative, entwickelt einen Plan, wie das Mittelfeld sinnvoll überbrückt werden kann. In der 17. Minute fällt das 1:0 durch den fuchsigen Döller (Bild links), der nach einem Lupfer über die Asper-Abwehr die Kugel aufnimmt, Werl-Aspe II-Fänger Alexander Peters gekonnt überlupft. In der Folgezeit erspielt der TuS RW Grastrup/Retzen sich unzählige Abschlussaktionen, die jedoch allesamt nicht genutzt werden. Die Hausherren haben enorme Schwierigkeiten, sich von diesem Angriffsdruck zu entledigen, schaffen es nur selten, sich an den gegnerischen Strafraum heranzutrauen. Dennoch gelingt Julian Lindheim in der 26. Minute der Ausgleichstreffer. Zuvor wird Joel Losch dazu gezwungen, in das direkte Laufduell zu gehen. Sein Pass auf seinen Fänger Andre Brandenburg misslingt aber, weil zu kurz. Die Folge: Lindheim erhält das Spielgerät, legt dieses geschickt an Brandenburg vorbei ins Netz. „Also ein Geschenk“, so das klare Urteil von RW-Coach Thore Eitner. Was ihn ein Stück weit noch mehr ärgert: „Die letzten zehn Minuten ließen wir unerwartet die Köpfe hängen, da wir bis dato klar überlegen waren. Dies hatte zur Folge, dass Aspe Spielanteile erlangte“, diese aber nicht mit einem Tor krönt.

 

„Suchten die Mitte in der Gefahrenzone des Gegners“

In der Halbzeitpause sind es eindringliche Worte vom Wikinger-König, der dadurch die Motivation seiner Jungs gezielt fördert. Die Zuschauer kommen in der zweiten Halbzeit voll auf ihre Kosten. Eitner beobachtet einen „offenen Schlagabtausch“, der sich zunehmend entwickelt. Mit Tayb Kaval wird ein Aktivposten eingewechselt, der für enormen Schwung im Offensivbereich sorgt. Problematisch: Teilweise sind die Gäste etwas übermotiviert, haben zu viel Willen offensichtlich intus, weshalb sie den Ruge-Jungs auch Abschlussaktionen gestatten. „Grastrup/Retzen wollte die Führung und wir suchten die Mitte in der Gefahrenzone des Gegners“, analysiert Grimm. Mehrfach sind sie dort anzutreffen, ohne daraus aber echte Torgefahr zu entwickeln. Das Problem sind die Körperteile der Gäste, die sich mit aller Vehemenz dagegen sträuben, den Ball durchzulassen. „Beide Seiten lieferten sich einen offenen Kampf. Beide Seiten zeigten gute Ballstafetten, die häufig bis zum Sechzehner kamen. Es war ein temporeiches Spiel“, ist Grimm arg verzückt. Kurzum: Es wird reichlich Werbung für die B2-Lemgo betrieben mit dieser Darbietung.

 

„Ein ansehnlicher Fight für die Zuschauer!“

„Ich denke, es war ein ansehnlicher Fight für die Zuschauer“, unterstreicht Eitner, der in der 87. Minute wieder einmal jubeln darf. Jannis Lorenz spielt sich auf der linken Offensivseite durch, erzielt das leistungsgerechte 2:1 für den Favoriten. Zuvor haben die Schwarz-Weißen die Kugel im Spielaufbau leichtfertig verloren. Die Euphorie beim TuS RW Grastrup/Retzen ist wahrlich zu spüren. Vielleicht zu sehr. Die Asper nutzen diese aus, hauen beim Anstoß die Kugel Richtung Brandenburg, der sich bereits auf den Weg macht, diese souverän abzufangen. Grastrup/Retzen-Kicker Sören Krack (Bild rechts) macht diesem Versuch jedoch einen Strich durch die Rechnung, ist wohl noch besoffen vor Glück. Vielleicht wird der ehemalige WA II-Kicker auch vom Flutlicht geblendet. Selbst die klare Ansage von Brandenburg hilft nichts. Und so klärt Krack hoch motiviert mit dem Hinterkopf, der den Ball aus rund 18 Metern-Torentfernung zum Ausgleich in die rechte untere Ecke befördert. Eine wahrhaftige Slapstick-Einlage, keine Frage.

 

„Hätten wir Aspe nicht die Tore geschenkt…“

Ein weiterer Weckruf für den Aufstiegsaspiranten, der von der Ballfertigkeit eines Jannis Lorenz (Bild links) profitiert. „JLo“ setzt zu einem seiner gefürchteten Solo-Auftritte auf der linken Seite an, flankt das Objekt der Begierde auf die Rübe von Döller, der in der Schlussminute zum vielumjubelten 3:2-Siegtreffer einköpft. Der dreimalige Team Lemgo-Auswahlspieler zeigt sich in dieser Szene als Herr der Lüfte, lässt die Zeit für einen kurzen Augenblick stehen, als er seinen Adonis-Körper in die Horizontale emporstreckt. Ein Tor wie eine Urgewalt. Wahnsinn. Eitner rekapituliert im Lippe-Kick-Gespräch: „Eine kämpferisch starke Partie, in der wir oftmals mehr Ballbesitz und mehr Torchancen hatten. Hätten wir Aspe nicht die Tore geschenkt, wäre das eine klare Sache geworden. So hatte Aspe immer wieder die Möglichkeit, das Spiel zu drehen“, ist es in Konsequenz bis zum Schlusspfiff äußerst spannend. „Schade. Wieder einmal ist ein Spiel in den Schlussminuten gegen uns entschieden worden“, ist diese Entwicklung wenig förderlich für das Seelenheil der Asper.

 

Fazit: Sehr tollpatschig und unglücklich stellt Grastrup/Retzen sich bei den Gegentoren an, die sie erheblich mitverschulden. Am Ende ist es ein lebendiger, offener Kampf mit dem besseren Ende für Grastrup/Retzen, die mit Akteuren wie Lorenz und Döller über eine gewaltige individuelle Qualität verfügen. Werl-Aspe II macht es dennoch richtig gut.

 

Tore:
0:1 Sascha Döller (17. Min.)
1:1 Julian Lindheim (26. Min.)
1:2 Jannis Lorenz (87. Min.)
2:2 Sören Krack (per Eigentor; 88. Min.)
2:3 Sascha Döller (90. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
10. September 201990'Kreisliga B2 Lemgo2019/207

Spielort

Heerser Bruch
Werl-Aspe, Bad Salzuflen, Kreis Lippe, Regierungsbezirk Detmold, Nordrhein-Westfalen, 32107, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
SV Werl-Aspe II112Loss
TuS RW Grastrup/Retzen123Win

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