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Marco Schröder macht High Five

Spielbericht

(hk). Die Werl-Asper haben gestern Nacht wohl von Marco Schröder geträumt. Dieser ist beim 6:1-Sieg seines TBV Lemgo III über die personell arg gebeutelte Werl-Asper-Reserve nämlich der spielentscheidende Mann, erzielt er schließlich sagenhafte fünf Tore. Wenn der Autor dieser Zeilen jetzt die Hansestädter in den Kreis der Aufstiegskandidaten aufnimmt, wird er trotz des vertrauensvollen Verhältnisses zu den Hansestädtern möglicherweise böse Blicke ernten. Deshalb gilt: Es wird noch viel Wasser die Bega hinunterfließen, ist die Saison noch lang. Beim SV Werl-Aspe II ist bemerkenswert, dass sie ohne einen Ersatzspieler antreten, weshalb ihnen „von Anfang an bewusst war, dass wir schauen müssen, wie wir mit den Kräften über die 90 Minuten kommen“, so Sprachrohr Marius Grimm.

 

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Von Henning Klefisch

 

Als Warnhinweis von TBV III-Coach Dennis Driedger dürfte die erste Halbzeit gültig sein. In dieser zeigen sie Schwierigkeiten gegen gut geordnete Gäste, die zudem gefährlich vor das gegnerische Gehäuse kommen. Den besseren Start in die Partie erwischt die Gäste-Truppe, die von einigen Defiziten im Lemgoer-Aufbauspiel begünstigt wird. Tore daraus zu erzielen, gelingt ihnen allerdings nicht. Mit einigen schnellen Schnittstellenbällen wollen die Hansestädter die gegnerische Defensive durchdringen, ist diese aber konzentriert zur Stelle, bereinigt die Gefahrenherde bereits im Ansatz. Viel pfeifen muss der umsichtige Referee Detlef Meyer, hat er doch korrekterweise einige Abseitssituationen erkannt. Werl-Aspe II-Akteur Marius Grimm bemüht einen Verbal-Klassiker, sagt: „Wenn man dann schon kein Glück hat, kommt bekanntlich noch das Pech hinzu.“ Nach einer halben Stunde zerrt sich Stefan Tappe, muss ausgewechselt werden. Unglaublich: In Unterzahl trifft Luca Tovitovic (Bild rechts) mit einem Einschlag im kurzen Torwarteck zum 1:0. Die gewünschte Sicherheit gibt diese überraschende, keineswegs unverdiente Führung jedoch nicht. Dieser Rückstand ist der richtige Wachmacher, kommt bei den Lemgoern nun der Kombinationsrhythmus richtig in Schwung, profitieren sie zudem vom personellen Aderlass der Asper. Mit einem Doppelpack von Marco Schröder innerhalb von nur 60 Sekunden drehen die Hausherren die Partie noch vor der Pause. Der TBV Lemgo III ist nach diesem Rückstand motiviert, gleicht Marco Schröder (Bild links) in der 45. Minute aus, nachdem er im gegnerischen Strafraum sehr liberal behandelt wird. Von der Außenposition wird der Ball in den Rückraum vom Strafraum gelegt, dort erneut aufgelegt und zielsicher vom Lemgoer-Spielführer in die gegnerischen Maschen gedroschen. Wenig später fällt die erstmalige TBV-Führung in diesem Spiel.

 

„Man braucht sich das Spiel nicht schönreden“

 

Hilfreich ist vor dem zweiten Abschnitt, dass Timo Höke (Bild links) nach seiner Verletzung sich wieder aufraffen kann, wodurch eine Gleichzahl an Personal auf dem Platz anzutreffen ist. Wie der erste Spielabschnitt endet, so beginnt die zweite Hälfte. Die Asper sind leidenschaftlich, ein sperriger Gegner, beweisen einen vorbildlichen Mannschaftsgeist, haben auch vielversprechende Abschlussaktionen, die sie jedoch allesamt vergeben. Marco Schröder, dieser Sahne-Kicker, ist deutlich cooler im Torabschluss, sind die Blau-Weißen nach Konterattacken und Eins-gegen-eins-Duellen erfolgreich. In den zweiten 45 Minuten wird der Zweitvertretung mit dem Treffer von Darvin Dreymann in der 53. Minute der Stecker gezogen. Die Drangphasen der Asper werden unbeschadet überstanden, gelingt es im Verlauf der zweiten Halbzeit durch einen lupenreinen Hattrick (67.,71.78. Min.) von Schröder das Ergebnis noch weiter in die Höhe zu schrauben. Driedger freut sich über einen „guten Saisonstart, wobei noch Luft nach oben ist.“ Auch in dieser Deutlichkeit ist dieser Erfolg standesgemäß, wären aber für beide Teams noch mehr

Darvin Dreymann

Torerfolge realistisch gewesen. Driedger appelliert: „Unsere Leistungssteigerung kam mit dem 0:1 und englische Wochen sind im Amateurbereich definitiv nicht zu unterschätzen, zwei Spiele in vier Tagen sind doch schon eine Belastung“, wenn man nebenbei noch arbeitet oder studiert. Marius Grimm ist ein Mann der klaren Rhetorik, erklärt dazu via Lippe-Kick: „Man braucht sich das Spiel nicht schönreden und auch nicht Szenarien malen, wie es hätte anders laufen können. Trotz des Ergebnisses war mehr drin. Leider haben wir es nicht ummünzen können.“ Natürlich hätte mit mehr Wechseloptionen auch körperlich eine andere Komponente ins Spiel gebracht werden können. Doch Grimm ist nicht im Phantasialand zur Welt gekommen, ist ein bodenständiger Realist: „Wir können es nicht ändern und müssen nun weitersehen, dass wir in Quantität und Qualität zeitnah Besserung erhalten. Wir dürfen den Anschluss ans rettende Ufer nicht zu früh verlieren.“ Nach zwei Niederlagen zum Start sind in Bälde Punkte dringend erforderlich.

 

 

Fazit: Ausgesprochen teuer verkauft der personell so lädierte SV Werl-Aspe II seine Haut, hat sogar Chancen, um mehr zu verwirklichen. Da die Körner immer weniger werden, die Lemgoer über einen überragenden Schröder verfügen, ist der Sieg am Ende eine hochverdiente Geschichte. Die individuelle Klasse ist letztlich ausschlaggebend für diesen Sieg.

 

 

Tore:
0:1 Luca Tovitovic (40. Min.)
1:1 Marco Schröder (45. Min.)
2:1 Marco Schröder (45. + 1 Min.)
3:1 Darvin Dreymann (53. Min.)
4:1 Marco Schröder (67. Min.)
5:1 Marco Schröder (71. Min.)
6:1 Marco Schröder (78. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
13. September 202090'Kreisliga B2 Lemgo2020/213

Spielort

Jahnplatz
Pideritstraße 15, 32657 Lemgo, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
TBV Lemgo III246Win
SV Werl-Aspe II101Loss

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