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TuRa Heiden — SF Berlebeck-Heiligenkirchen

Spielbericht

Heiden lässt sich nicht unterkriegen

 

(hk). Das Borussia Dortmund-Syndrom zeigen die Sportfreunde Berlebeck/Heiligenkirchen. Sie liegen zur Halbzeit bereits mit 3:0 in Vorteil, doch kassieren letztlich noch drei Gegentore zum 3:3-Endstand. BHK-Obmann Matthias Kuhlmann ordnet ein: „Ein Unentschieden in Heiden ist grundsätzlich etwas, worüber man sich freuen könnte.“ Der große Einwand: „Würde man nicht zur Halbzeit mit 3:0 geführt haben und steht am Ende mit gefühlt leeren Händen da, ist man der gefühlte Verlierer“, möchte er seine Enttäuschung nicht verhehlen. Auch Heiden-Coach Thorsten Geffers will nicht verachten: „Ein ziemlich verrücktes Spiel heute.“

 

Von Henning Klefisch

 

Mit Wohlwollen registriert er, dass seine Kicker auf die Heidener Reaktionen stets die richtige Antwort parat haben. Die Gäste überzeugen auf dem Kunstrasenplatz am Werreanger mit einer Zielstrebigkeit vor dem gegnerischen Tor. Kuhlmann gefällt es ausgesprochen, dass die Tore auch schön herausgespielt werden, sind die Pässe mit der richtigen Präzision gespielt. Nach einer Viertelstunde Spielzeit zeigt Marius Grundmann seine Qualitäten als Distanzschüsse, haut er doch einen Freistoß aus 20 Metern Torentfernung humorlos in den rechten Torwinkel. Pedantisch erobert der laufstarke Huzeyfe Sallan (Bild links) die Kugel in der gegnerischen Spielhälfte im Gegenpressing. Er findet bei seinem Schussversuch den Meister in Heiden-Fänger Pascal Möller, dessen Abpraller Jan Trockel in Spielminute 25 zum 2:0 vollendet. In beiden Fällen stehen die Heidener Innenverteidiger Pate und patzen kräftig.

 

Trockel zeigt seine individuelle Klasse

 

Eine Minute vor dem Halbzeitpfiff spielt Trockel einen Steckpass in die Lücke auf Pascal Höcker, der per Hackentrick seinen Gegenspieler austanzt , auch Möller keine Chance lässt. „Wir waren heiß und griffig, waren konzentriert und nah dran“, ist dies ganz nach dem Geschmack vom Manager, dem aber aufgefallen ist, dass die Hausherren keineswegs in Schockstarre ausharren. Geffers (Bild rechts) hat einen „grottenschlechte Leistung“ von seiner Mannschaft gesehen. Er steigt etwas tiefer ein in die Fehleranalyse: „Nicht ansatzweise wurde das seit Wochen trainierte und in den Testspielen gut umgesetzte Kurzpassspiel vollzogen.“ Als wenig hilfreich hat sich erwiesen: „Stattdessen operierten wir mit langen, unkontrollierten Bällen, die keinen Abnehmer fanden.“ Die Laune von Geffers ist folglich eher so mittelgut. „Ich war dementsprechend bedient“, erklärt er via Lippe-Kick. „Folglich gab es in der Halbzeitpause ein Donnerwetter in der Kabine.“ Dieses Verbal-Gewitter besitzt aber in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit nicht die reinigende Wirkung.

 

Dreierpack in fünf Zeigerumdrehungen

 

Dieses Verbal-Gewitter besitzt aber in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit nicht die erhoffte reinigende Wirkung. Sie haben zwar mehr vom Spiel, aber agieren lange Zeit zu ungefährlich im letzten Spielfelddrittel. In den zweiten 45 Minuten verstärkt sich zunehmend die Hektik. Nach einer Stunde Spielzeit gibt es an der Außenlinie ein Foulspiel, es entwickelt sich eine emotionsgeladene Rudelbildung. Geffers beurteilt diese Szene meinungsstark: „In der 61. Minute hatte BHK-Spieler Tobias Giampaolo Glück, dass er nach einem harten Einsteigen von hinten gegen Patrick Grabosch (Bild links) nicht mit Rot vom Platz musste. Der ansonsten gute Schiedsrichter Dräger meinte, dass dunkelgelb auch reicht. Nur kenne ich diese Kartenfarbe nicht. Mein Spieler wird wohl aufgrund einer schweren Verletzung der Achillessehne länger ausfallen“, bedauert er, betont zugleich auch: „Ansonsten war es aber ein jederzeit absolut faires Spiel.“ Matthias Kuhlmann hat nach dieser verbalen Dissonanz eine Zäsur im Spiel seiner Mannschaft erkannt, schaltet diese doch in den passiven Verwaltungsmodus. Das vorstellbare und dann wohl auch vorentscheidende vierte Tor fällt aber nicht zu Gunsten der Sportfreunde. Stattdessen ist es ein taktischer Schachzug von Geffers, der in der 70. Spielminute von einer Vierer- auf eine Dreierkette umstellt. Das Ziel ist klar: Er möchte durch einen Offensivspieler mehr die Durchschlagskraft erhöhen. Die ansteigende Unsicherheit der Sportfreunde ist spürbar. Das wissen die Heidener für sich auszunutzen. Hendrik Böke startet in der 85. Minute die Aufholjagd, vier Minuten später macht Fynn Weiser die Partie noch einmal etwas schärfer.

 

Geffers und seine Mentalitätsmonster

 

Das entscheidende Tor – 94! Minute – zum Remis entspringt einem lang geschlagenen Freistoß, den die Gäste ausgesprochen sorglos behandeln. Maximilian Unverricht trifft mit einem direkten Freistoß. Dass Kuhlmann die Wörter „bitter und ärgerlich“ benutzt, bezeichnet er sogar noch als „untertrieben“, kocht es in ihm, der nicht versteht, dass seine Mannschaft die erforderliche Spannung über die komplette Spielzeit nicht hochhält. Lobende Worte wählt er auch für den Turn- und Rasensportverein, charakterisiert er den Gegner doch als eine „Mannschaft, die nie kaputtzukriegen ist, die immer will und immer macht. Das haben sie heute halt eben gezeigt.“ Thorsten Geffers bilanziert: „Insgesamt geht das Unentschieden in Ordnung, da die erste Hälfte an BHK und die zweite an uns ging. Meine Jungs haben einen starken Willen gezeigt und eine klasse Moral“, freut er sich doch sehr über seine Mentalitätsmonster.

 

Fazit: Dieses Unentschieden entspricht den Verhältnissen auf dem Platz. Zunächst ist BHK deutlich besser im Spiel, führt folgerichtig mit 3:0. Die Aufholjagd spricht aber klar für die Heidener, die viel aus diesem Spiel mitnehmen können.

 

Tore:

0:1 Marius Grundmann (15. Min.)

0:2 Jan Trockel (22. Min.)

0:3 Pascal Höcker (44. Min.)

1:3 Hendrik Böke (85. Min.)

2:3 Fynn Weiser (87. Min.)

3:3 Maximilian Unverricht (90. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
3. März 201990'Kreisliga A Detmold2018/1919

Spielort

Werreanger
Breite Str. 38, 32791 Lage, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
TuRa Heiden033Draw
SF Berlebeck-Heiligenkirchen303Draw

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