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Verstärkte Ahmser mit Kantersieg im Keller-Kracher

Spielbericht

(hk). Die zahlreichen Schaulustigen in der Werrekampfbahn zu Ahmsen kommen voll auf ihre Kosten. Vor allem, wenn denn mit den Hausherren gehalten wird. Eine gezielt verstärkte TuS Ahmsen II-Truppe behält im Kellerduell gegen den weiterhin punktlosen SV Werl-Aspe II eindeutig die Oberhand, triumphiert nach einer Gala-Leistung mit 7:1. Auch Ahmsen-Obmann Lothar Köhnemann kann für einen flüchtigen Moment die Sorgen dieser Welt vergessen, freut sich über ein „munteres Spiel mit vielen abwechslungsreichen Aktionen auf beiden Seiten.“

Dieser Bericht wird präsentiert von:

Von Henning Klefisch

 

Köhnemann, ein wissbegieriger und stets lauschender Zeitgenosse, hat sich wohl auch vor diesem Match-Day die Lippe-Kick-Lektüre gegönnt, weshalb ihm vorab klar ist: „Ich ahnte schon bei den Worten vor dem Spiel, die aus Aspe kamen, dass es heute trotz erneuter Unterstützung aus der Ersten absolut kein Selbstläufer wird.“ Er wird in seiner Vermutung bestätigt, als er auf den großen Kader vom Schlusslicht blickt. Dazu holt er sich kurz vor dem Anpfiff noch wichtige Insiderinformationen ein: „Im Gespräch mit Stefan Tappe (Bild links) konnte ich schnell erahnen, dass sich in den letzten beiden Wochen die Situation im Lager des Kontrahenten erheblich gebessert hatte, die verletzten Spieler und Ausfälle der letzten Tage meldeten sich zurück und somit hatte ich schon feuchte Hände vorm Spiel“, pochte beim Ahmsen-Bomber das Herz so massiv wie vor dem ersten Date mit seiner Ehefrau.

 

Köhnemann rühmt mentale Stärke von Sievert

 

J-H. Pluskat

Hilfreich für die Grün-Weißen, dass mit Luca Angelo Sievert ein echter Ausnahmekönner zwischen die Pfosten rückt. Köhnemann adelt den Sunnyboy: „Alleine durch seine mentale Stärke versprüht er Respekt und ist somit mega-wichtig für die Sicherheit der eigenen Abwehr.“ Da Jan-Hendrik Pluskat und Sören Seifert den Traumsturm bilden, zudem Moritz Brünger in der Defensive für Stabilität sorgt, ist für ein stabiles Fundament gesorgt. Nach 20 Minuten beweist Brünger sein feines Füßchen, als er auf Vorlage von Julius Fleher das 1:0 erzielt – nach einem Eckball. Gäste-Abwehrmann Timo Höke (Bild rechts) köpft die Kugel nicht weg. Im Rücken von ihm trifft Brünger eiskalt. Der SV Werl-Aspe II steckt allerdings nicht auf, erhöht die Schlagzahl, ist dem Ausgleich mehrfach sehr nah. Köhnemann, zur Ehrlichkeit erzogen, offenbart: „Wir hatten ein paar bange Minuten zu überstehen und können durchaus sagen, in einigen Situationen Glück gehabt zu haben.“ Für das mentale Gleichgewicht ist ein Tor so kurz vor dem Halbzeitpfiff exorbitant wichtig. Pluskat macht den Tordealer nämlich in der 44. Spielminute. Nach einem schönen Spielzug über die rechte Seite mit den Stationen Sebastian Schüler und Leon Wippersteg (Bild links) befördert Schüler aus abseitsverdächtiger Position die Kugel zentimetergenau vor das gegnerische Gehäuse. Pluskat riecht den Braten und schiebt aus Nahdistanz ein. Grimm hat hier einen „blöden Fehler im Aufbauspiel“ erkannt. Eine Erkenntnis, die beim SV Werl-Aspe II-Kicker sehr gereift ist: Sein Team hat bewiesen, dass mit viel Konzentration und Ordnung der eigene Matchplan zu großen Teilen umgesetzt werden kann. „Ganz chancenlos waren wir ja nicht, aber der Ball wollte nicht im Netz landen“, muss er mit enttäuschter Stimme feststellen.

 

Werl-Aspe II steckt nicht auf

 

Ahmsen II-Coach Tobias Frenzel (Bild links) wechselt klug, als er Kevin Dietmar Buchmann (Bild rechts) für Fleher einwechselt. Dieser wirkt als eine Art Nähmaschine, läuft, dass selbst Dieter Baumann, der weiße Kenianer, blass vor Neid geworden wäre. Köhnemann jubelt: „Er machte gleich mächtig Dampf über die linke Seite, Attacke, Kevin gab Gas.“ Die Gäste haben sich jedoch noch längst nicht aufgegeben und so geht es in beide Richtungen in einer verteilten Frühphase vom zweiten Abschnitt. Sechs Minuten nach dem Seitenwechsel fasst sich Buchmann ein Herz, spurtet über links, bedient per Querpass Seifert. Dieser vollendet per Grätsche in das gegnerische Gehäuse. Wenig später zeigt Seifert seine Art der Dankbarkeit, als er nach einem tollen Spielzug Buchmann in Szene setzt, der zum 4:0 vollendet. Köhnemann: „Nach diesem Doppelschlag war es eigentlich gegessen, aber auch jetzt war Aspe noch willig und voll drin im Spiel“, spricht die Moral für die Gäste, die im gegnerischen Drittel aber nicht mit der erforderlichen Durchschlagskraft in Erscheinung treten. Mit zunehmender Spielzeit finden die Schwarz-Weißen nicht die richtige Antwort auf die Ahmser Fragen. Sie haben Probleme, auf die taktischen und personellen Umstellungen der Hausherren einzugehen.

 

Big Points für die Ahmser

 

Besser macht es da schon nach 75 Minuten Brünger (Bild links), der zunächst Leon Wippersteg mit einem Pass bedienen möchte, sich dann aber spontan umentscheidet und aus rund 24, 5 Metern den Ball in den Winkel jagt. Ein toller Heber rechts oben in den Winkel über den spürbar verdutzten Gäste-Fänger Alexander Peters. Sievert gönnt sich nur wenige Augenblicke später eine kurze Auszeit, als er Brian Galouo-Auyilaborth in Szene setzt, der in das verwaiste Gehäuse zum 1:5-Ehrentor einschiebt. Der

A. Peters

wieselflinke Buchmann (Bild links) flitzt mit viel Dynamik in der Endphase über die linke Seite, bedient jeweils Wippersteg, der komplett blank nur noch einschieben muss. „Zum Schluss fällt der Sieg um zwei, drei Tore zu hoch aus“, bemängelt Köhnemann, der nicht verachten möchte: „Ein wichtiges Spiel und ein wichtiges Ergebnis für uns.“ Als „sehr ärgerlich“ empfindet es Marius Grimm, dass seine Jungs „bei einem Spielstand von 4, 5:0 weiter mit dem Kopf durch die Wand wollen und die Ordnung vernachlässigen. Hier müssen wir ebenfalls daran arbeiten.“

 

Erst hat man kein Glück, dann…..

 

Für den Gäste-Akteur zählt der altbekannte Fußball-Verbal-Klassiker: „Hat man kein Glück, kommt dann noch das Pech hinzu.“ Er führt konkreter aus: „Viel haben wir uns vorgenommen, viel hat auch funktioniert, aber leider wurde uns der Zahn spätestens zu Beginn der zweiten Hälfte gezogen.“ Ein entscheidender Punkt ist für ihn, dass die Hausherren sich mit einigen Akteuren aus ihrer Erstvertretung verstärken. „Hier will ich Ahmsen keinen Vorwurf machen, das ist alles legitim und auch berechtigt. Für uns leider etwas blöd, da unter anderen Umständen mehr drin gewesen wäre.“ Er unterstreicht: „Wir dürfen nicht die Schuld bei anderen suchen, sondern müssen uns an die eigene Nase packen. Jetzt kann man Gründe und Erklärungen suchen, aber im Grunde sind es zwei. Vorrangig ist es die Fitness und zweitens dann die Bereitschaft, bis zum Ende zu kämpfen. Wir haben hier schon Fortschritte gemacht, zu Punkten hat es aber noch nicht gereicht. Wir werden weiter daran arbeiten.“ Irgendwann werden sich die Asper belohnen. Das dürfte verbrieft sein.

 

Grimm Skepsis mit den steigenden Fallzahlen.

 

Der erste Durchgang macht ihm Mut, dass durchaus Punkte in naher Zukunft realistisch sind. So langsam dürfte mit der Einfuhr jedoch begonnen werden. Immerhin sollen die Rettungsplätze noch weiterhin in Sichtweite liegen, so der Plan. Im zweiten Abschnitt bauen die Asper massiv ab – mental und körperlich. Der erfahrene Spieler hat evaluiert, woran das liegen könnte: „Uns fehlt weiterhin das Erfolgserlebnis. Wenn dieses kommt, dann glaube ich, wird der Knoten platzen. Ich hoffe, dass dies bald ist“, sind die guten Ansätze bereits klar erkennbar. Ein anderes Thema – mit deutlich mehr Tragweite. „Wobei die Aussichten für weitere Spiele bei den aktuellen Fallzahlen der Infizierten nicht sehr rosig sind. Ich glaube, dass jedes Spiel, was regulär stattfindet, ein wichtiges Spiel für den Ligabetrieb ist. Aber, ob man auf Biegen und Brechen einen Ligabetrieb aufrechterhalten will und dadurch Wettbewerbsverzerrungen und auch die Gesundheit in Kauf nimmt, muss meiner Meinung nach Woche für Woche geprüft werden.“ Deshalb gibt er den Fußballern mit auf den Weg: „Bleibt gesund und haltet euch an die vorgeschriebenen Maßnahmen.“

 

 

Fazit: Der SV Werl-Aspe II wird klar unter Wert geschlagen. Die Ahmser zeigen ein gutes Spiel, vor allem im Offensivbereich ziehen sie Nektar aus ihrer enormen Offensivpower. Der Heimsieg ist daher absolut berechtigt.

 

 

Tore:
1:0 Moritz Brünger (21. Min.)
2:0 Jan-Hendrik Pluskat (44. Min.)
3:0 Sören Seifert (51. Min.)
4:0 Kevin Dietmar Buchmann (54. Min.)
5:0 Moritz Brünger (75. Min.)
5:1 Brian Galouo-Auyilaborth (87. Min.)
6:1 Leon Wippersteg (88. Min.)
7:1 Leon Wippersteg (89. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
25. Oktober 202090'Kreisliga B2 Lemgo2020/2110

Spielort

Werrekampfbahn
TuS Ahmsen, 1, Am Sportplatz, Biemsen-Ahmsen, Bad Salzuflen, Kreis Lippe, Regierungsbezirk Detmold, Nordrhein-Westfalen, 32107, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
TuS Ahmsen II257Win
SV Werl-Aspe II011Loss

Stadtwerke Bad Salzuflen

Swiss Life Select

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