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Surreales Fußball-Spiel

Spielbericht

(hk). Der RSV Barntrup entwickelt eine große Sympathie für den Kreispokal-Wettbewerb. Am kommenden Donnerstag stehen die Roten Teufel gegen den SV Werl-Aspe im Endspiel der vorigen Spielzeit. In der zweiten Runde vom diesjährigen Wettbewerb haben die Barbarito-Boys mit dem starken A-Ligisten TuS Asemissen ein Großkaliber aus dem Weg geräumt. Mit dem Resultat kann sich RSV-Coach Daniel Barbarito anfreunden, mit der Leistung eher nicht. Für ihn gilt das Motto: „Mund abputzen und eine Runde weiter.” Auch einen Tag später agiert Asemissen-Coach Carsten Skarupke kopfschüttelnd, wirkt das Zahlenwerk selbst mit Abstand etwas surreal: „Das Ergebnis hätte genauso gut auch andersherum ausgehen können.”

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Von Henning Klefisch

 

Zur Pause führen die Nord-Lipper, dies schon sehr schmeichelhaft”, wie Barbarito (Bild links) findet. „Normalerweise musste Asemissen 2:0 führen und nicht wir.” Skarupke stimmt ihm zu, stellt er doch fest, dass seine Jungs „Barntrup in der ersten Halbzeit dominiert haben.” Eine eklatante Verschwendungssucht beweisen die Hausherren allerdings bei den eigenen Torchancen. Dominic Pollakowski in zwei Szenen und Christoffer Loges haben keinerlei Zielwasser getrunken, versieben Möglichkeiten von allerfeinster Qualität. Der Pfosten und das Außennetz erweisen sich als Ziel ihrer Versuche. Die Konsequenz, mit der die Barntruper ihre Möglichkeiten nutzen, ist beachtlich. Philipp Sölter beweist nach 17 Minuten ganz viel Präzision bei seinem Freistoß-Hammer. Er knallt die Kugel rechts oben in den Winkel. Obwohl hier das Torwarteck anvisiert wird, darf man Asemissen-Fänger Florian Schürmann hier keinen Vorwurf machen. Filtefußballer Leon Baumeister legt eine Minute vor dem Seitenwechsel nach. Er profitiert von einem kolossalen Abwehrschnitzer eines Asemisser-Verteidigers, der ihm die Kugel freiwillig in die Beine spielt – auf dem Silbertablett serviert. Baumeister lässt sich nicht zweimal bitten, schlenzt den Ball mit ganz viel Magie ins Netz.

 

“Fußball ist ein Ergebnissport….”

 

Mit der Führung im Rücken kombinieren die Barntruper flüssiger, ohne aber restlos überzeugen zu können. Neun Minuten nach dem Seitenwechsel schlucken sie durch Dominic Pollakowski das Anschlusstor. Nach einem Zuspiel von der linken Seite vollstreckt der wieselflinke Offensivspieler eiskalt aus nächster Nähe. In mehreren Situationen schnuppern die Asemisser andächtig am Ausgleich, treten sie hier dominant, jedoch unglaublich ineffizient auf. Nur zehn Minuten

D. Pollakowski

danach haben die RSV-Jungs aber gewaltiges Glück, dass ein Foulspiel von Tobias Normann am eigenen Strafraum vom Referee nicht zu Recht sanktioniert wird. „Der sehr gut pfeifende Schiedsrichter hat eine Fehlentscheidung getroffen, indem er ein klares Foulspiel nicht geahndet hat”, ist diese Szene für Skarupke ein Stück weit spielentscheidend gewesen. Die darüber äußerst verdutzten Asemisser werden mit einem schnellen Angriff übertölpelt und schlucken durch Tim Jokers das 1:3. Bomber Niklas Meier sorgt nach 71 Minuten sogar für die Vorentscheidung. Er darf sich beim Feingeist Baumeister bedanken, der mit einem Sohlentrick an Schürmann vorbeigeht, dann den freistehenden Meier bedient, der mühelos das verwaiste Gehäuse mit einem Einschlag beglückt. Zehn Minuten vor dem Schlusspfiff präsentieren sich die Barntruper in Person von Torschütze Meier jedoch unkonzentriert, verhökern den Ball, nachdem RSV-Torwart Bengt Pyka im direkten Duell zuvor glänzend hält. Tim Meier erzielt den 2:4-Endstand. Eine Ecken-Orgie sorgt für immanente Torgefahr für die Asemisser, die das spannungsfördernde dritte Tor jedoch nicht erzielen. „Fußball ist ein Ergebnissport. Insofern muss man Barntrup zum Weiterkommen in die nächste Runde gratulieren. Unter dem Strich kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, hat sie es doch sehr gut gespielt”, zeigt sich Carsten Skarupke (Bild rechts) am Ende durchaus versöhnt. Dass die Barntruper noch das Pokal-Halbfinale von Donnerstag in den Knochen stecken haben, bleibt unübersehbar. Barbarito nörgelt: „Wir haben heute kaum Laufbereitschaft gezeigt und hatten somit keinen guten Spielaufbau. Durch die individuelle Klasse haben wir das Spiel gewonnen. Man muss auch mal unverdient Punkte mitnehmen”, damit im Pokal der Sprung in das nächste Level funktioniert.

 

 

 

Fazit: Mit Verlaub: Manchmal ist der Fußball einfach nur eine Bitch. Der TuS Asemissen wird für den fahrlässigen Umgang mit den eigenen Tormöglichkeiten drastisch bestraft. Barntrup macht es deutlich cooler, demonstriert dabei eine wohltuende Abschlussqualität. Im Leistungssektor gibt es allerdings massiv Luft nach oben.

 

Tore:

0:1 Philipp Sölter (17. Min.)
0:2 Leon Baumeister (44. Min.)
1:2 Dominic Pollakowski (54. Min.)
1:3 Tim Jokers (64. Min.)
1:4 Niklas Meier (71. Min.)
2:4 Tim Meier (79. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
30. August 202090'Kreispokal Lemgo2020/212. Runde

Spielort

Sportzentrum Greste
Grester Str. 169, 33818 Leopoldshöhe, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
TuS Asemissen022Loss
RSV Barntrup224Win

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