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„Studi“ sorgt für sandigen Sieg

Spielbericht

(hk). Der TuS Bexterhagen erkämpft sich einen knappen 2:1-Heimsieg. Ganz viel Mühe, Einsatz und Schweiß sind erforderlich, um den widerstandsfähigen TuS Brake letztlich in die Knie zu zwingen. Einen Schönheitspreis gewinnen die „Reds“ nicht bei diesem Duell der beiden TuSB-Teams, die jeweils keinen Fußball vom Reißbrett anbieten, vielmehr die Grundtugenden zur Anwendung bringen. Die Gäste legen sehr viel Wert auf eine ausführliche Defensivarbeit, was auch Sven Gleisner, dem sportlichen Leiter der Hausherren, ins Auge sticht: „Brake steht kompakt. Im Grunde wie beim Handball – um den Kreis laufen lassen“, sind kreative und durchschlagskräftige Varianten erforderlich, um zum Erfolg zu kommen.

 

Von Henning Klefisch

 

Marius Studtrucker

Die Bexterhäger bringen die nötige Geduld mit, lösen nach 35 Minuten den gordischen Knoten. Marius Studtrucker netzt ein. Arne Middeldorf ist der finale Lieferheld nach einem schönen Spielzug. Die Freude über die 1:0-Führung währt nur kurz, gleicht Brake im direkten Gegenzug aus. An diesem sandigen Tag trifft ausgerechnet, Achtung, Daniel Sander nach cleverem Zuspiel von Nico Dörmann zum 1:1. „Unglaublich“, stöhnt Gleisner und zieht sich sein Käppi tief ins Gesicht. Auch in den zweiten 45 Minuten ist ganz viel Besonnenheit erforderlich, wählt Handball-Freund Gleisner einen äußerst prominenten Vergleich: „Als wenn der THW Kiel gegen TBV Lemgo spielt.“ Ebenfalls TuS Brake-Geschäftsführer Michael Berge sieht ein, dass die Hausherren dominant sind, mehr Torgefahr ausstrahlen, man selbst nur einmal in dieser Disziplin in Erscheinung tritt. Was ihn innerlich beglückt: „Aber die Mannschaft hat gekämpft und dagegengehalten, so wie ich es mir erhofft hatte“, weshalb er einen Moral-Punkt als „klasse“ empfunden hätte, um sich zu belohnen. Eine fulminante Flugshow bietet derweil Brake-Goalie Christopher Bertram, der mit starken Paraden den Torschrei auf den Lippen der Reds-Supporter schnell verstummen lässt. Der Fußball kann wahrlich ungerecht sein, denn 78 Minuten sind absolviert, als Bertram sehr unachtsam agiert, seinen Kasten nur lasch bewacht, somit relativ easy bei einem langen Ball von Matchwinner Studtrucker überwunden wird. Dass Bertram vor dem entscheidenden Tor auf dem Hosenboden sitzt, hat für Berge auch mit dem Untergrund zu tun. So hadert er drastisch: „Auf dem Platz kann man ja auch keinen Fußball spielen. Das geht ja gar nicht. Der ist mit Tonnen von Sand aufgefüllt.“ Allerdings ist er sich im Klaren, dass mit diesen Bedingungen beide Mannschaften gleichermaßen zurechtkommen müssen.

 

„Eine total unglückliche Niederlage“

 

Gleisner analysiert letztlich: „Für mich war Brake nicht auf Augenhöhe und es war ein verdienter Sieg“, ist diese Überlegenheit mit dem Ergebnis allerdings nicht kompatibel. Ein gewichtiger Ansatzpunkt: „Wir müssen lernen, noch mehr Chancen gegen so eine kompakt stehende Mannschaft herauszuspielen. Und die Chancen dann auch nutzen.“ In dieser stressigen Saisonstartphase steht am Donnerstag die nächste Aufgabe an. Für die mentale Stärkung war dieser Sieg sehr wichtig, haben die Reds doch wichtiges Selbstvertrauen getankt. Am liebsten würde Berge in die Tischkante beißen, meckert er doch gegenüber Lippe-Kick: „Eine total unglückliche Niederlage.“ Er kann diese Schwermut in seiner Stimme auch begründen: „Das war schon sehr ärgerlich. Da hält unser Keeper zwei unmögliche. Wahnsinn, die Paraden und dann rutscht er beim 2:1-Siegtreffer unglücklich auf dem Sandboden aus und der Ball segelt über ihn zum 2:1 ins Netz.“ Trotz der bitteren Niederlage überwiegt bei Berge das Selbstwertgefühl nach solch einem Spiel. Er bringt klar zum Ausdruck: „Aber ich möchte wirklich den Einsatzwillen der Mannschaft herausheben. Sie hat zu keiner Zeit aufgegeben und den Kopf in den Sand gesteckt.“ Jaja, Sand ist das richtige Stichwort. Richtig fett Eigenwerbung hat A-Jugend-Kicker Niklas Köhring in seinem Premieren-Match bei den Senioren betrieben, dem Berge ein „Bomben-Spiel gegen Hotes“ bescheinigt. Unglücklich, dass Köhring verletzungsbedingt vorzeitig Platz machen musste.

 

Fazit: Mehr Spielkontrolle haben die Hausherren, die von einem Fauxpas des sonst so grandios haltenden Gästefängers profitieren. Der Heim-Dreier geht in Ordnung, weil die Bexterhäger mehr in dieses Spiel investierten, vor allem im Angriffsbereich.

 

Tore:
1:0 Marius Studtrucker (35. Min.)
1:1 Daniel Sander (36. Min.)
2:1 Marius Studtrucker (78. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
6. September 202090'Kreisliga A Lemgo2020/211

Spielort

Sportplatz Bexterhagen
Bexterhagen, Leopoldshöhe, Kreis Lippe, Regierungsbezirk Detmold, Nordrhein-Westfalen, 32107, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
TuS Bexterhagen112Win
TuS Brake101Loss

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