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Christian Müller serviert in Obermanier

Spielbericht

(hk). Ganze Gebirge fallen den Spielern, Verantwortlichen und Anhängern vom TuS Lockhausen von den Schultern. Wie ein Geistlicher predigte TuS-Trainer Stefan Braunschweig es immer wieder: Geduld, Warten auf die Entwicklung. Seine Schützlinge füllen diese Worte mit Leben. Nach einem 1:5 in Leopoldshöhe, folgten ein 1:1 in Spork, in der Vorwoche ein 2:2 in Bexterhagen. Im ersten Heimspiel bejubelt der Aufsteiger den ersten Dreier, schlägt den TBV Lemgo II vor begeisterten Fans mit 2:0. „Da ist leider die erste Niederlage. Und sie ist am Ende auch verdient“, erklärt ein grundehrlicher TBV Lemgo II-Coach Benjamin Rawe, dem die massive Enttäuschung anzumerken ist.

 

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Von Henning Klefisch

 

Ob es nur am Naturrasen liegt, dass drei wichtige Zähler für den Klassenerhalt eingesammelt werden, bleibt dahingestellt. In den ersten 45 Minuten fehlt den Hansestädtern die Griffigkeit in den eigenen Aktionen, die letzte Überzeugung. Rawe vermisst zudem „die Bereitschaft, sich auch für den zweiten und dritten Ball zu quälen.“ Lockse nähert sich dem gegnerischen Kasten mit zwei Pfostenschüssen an. Vor allem ist es Ex-Bundesliga-Profi Christian Müller, der mit ganz viel Uneigennützigkeit überzeugt. Vor dem ersten Tor serviert er per Freistoß mit enormer Nächstenliebe. Jonas Weege läuft gut ein, schiebt am langen Pfosten stehend den halbhohen Ball ein. 36 Minuten sind bis dato gespielt. „Lockhausen will in dem Moment einfach mehr das Tor schießen, als dass wir es verteidigen wollen“, konstatiert Rawe (Bild rechts) gegenüber Lippe-Kick.

 

„Eine mannschaftlich geschlossene Leistung“

 

In den zweiten 45 Minuten sind die Lemgoer besser drin im Spiel, brillieren sie mit einem exakten Vortrag im Pass- und Positionsspiel. In die Tiefe werden die Bälle mit der richtigen Schärfe gespielt, im Spiel gegen den Ball ist die angemessene Aggressivität erkennbar. Wenn es in Richtung Lockhausen-Tor geht, verzagen die Gäste jedoch, denn richtige Torgefahr erzeugen sie nicht. Rawe moniert: „Da fehlte bei drei, vier guten Chancen einfach das letzte Quäntchen.“ Beim entscheidenden zweiten Treffer von Dimitrios Giantssos (Bild links) führt Müller nach einem Konter die Kugel bis weit vor das gegnerische Gehäuse, bedient per Querpass seinen Mitspieler, der mühelos versenkt. Bei beiden Toren hat TBV II-Torwart Christian Sawert überhaupt keine Abwehrchance. Ein weißer Kenianer wird „Mü“ nicht mehr, doch den Spitznamen als Raumdeuter trägt er völlig zu Recht. Er sieht auf dem Spielfeld nämlich Räume, die andere nur erahnen können. Dank seiner hohen Spielintelligenz orchestriert er das Spiel vom Neuling, setzt seine Mitspieler gekonnt in Szene. Stefan Braunschweig ist in bester Stimmung: „Es war eine mannschaftlich geschlossene Leistung. Wir waren ein Stück weit aggressiver, haben uns den Sieg absolut verdient.“ Den Schlüssel zum Erfolg sieht er in der Abwehrzentrale und im Maschinenraum, dem defensiv-zentralen Mittelfeld. Spieler wie Bastian Eikmeier, Jan Sundermann, Anto Rados, Jonas Weege und Dennis Brackhage lassen die Offensiv-Sterne funkeln. Rawe kann und mag es nicht ändern, zuckt mit den Schultern: „Schade. Lernen wir daraus und nehmen die nächsten Aufgaben in Angriff.“

 

Fazit: Giftige, entschlossene und sehr gut eingestellte Lockhausener triumphieren auch in dieser Klarheit verdient. Lemgo II erweist sich als zu harmlos im letzten Spielfelddrittel, auch wenn sie allerdings deutlich elanvoller aus der Pause kommen. Der Assist-König ist Christian Müller mit seinen zwei mundgerechten Vorlagen. Es gibt in jeder Fußball-Mannschaft Klavierträger und Pianisten. Müller ist Letzteres.

 

Tore:
1:0 Jonas Weege (36. Min.)
2:0 Dimitrios Giantssos (86. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
20. September 202090'Kreisliga A Lemgo2020/214

Spielort

Sportplatz Auf dem Sepp
Bad Salzuflen, Kreis Lippe, Regierungsbezirk Detmold, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
TuS Lockhausen112Win
TBV Lemgo II000Loss

Autohaus Stegelmann

Stadtwerke Bad Salzuflen

Schiewe

Fahrschule Isaak

Gaststätte Wittelmeyer – Der Grieche

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