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Mehr Gier führt zum Lüerdisser-Heimsieg

Spielbericht

(hk). Bitteschön einige Eimer voll Asche über das Haupt vom Verfasser dieser Zeilen. Etwas zur Übertreibung neigend erkennt man wohl die Lehrzeit in einem bundesweit bekannten Fußball-Magazin. Im Vorbericht wurde doch erwähnt, dass die Torschützen jahrzehntelangen Ruhm erhaschen würden. Soweit wird es nach dem 5:2-Heimsieg des VfL Lüerdissen im Hansestadt-Derby über den TBV Lemgo II wohl nicht einmal für Kenneth Klocke kommen. Dieser führt mit seinem Blitz-Doppelpack kurz nach der Halbzeitpause seine Jungs auf die Siegerstraße. VfL-Spielertrainer Tim Steffen registriert wohl gestimmt: „Ein verdienter Sieg. Wir haben wirklich gut gespielt.“ Gäste-Coach Benjamin Rawe resümiert im Lippe-Kick-Gespräch: „Da ist leider die nächste Auswärtsniederlage auf Rasen. Und sie ist auch verdient.“

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

 

Von Henning Klefisch

 

Engagiert beginnen die Lüerdisser, die mit dem Anpfiff die Spielkontrolle übernehmen, auf ein frühes Pressing setzen, die Lemgoer damit in ihre eigene Hälfte drängen. Die Hausherren nutzen die komplette Spielfeld-Breite, versorgen die dynamischen Flankenläufer mit weitsichtigen Seitenverlagerungen. Ein Eckenfestival ist die Konsequenz dieser aufregenden Spielweise.
Insbesondere in den ersten 20 Minuten entwickeln die Hausherren ein gnadenloses Powerplay, lassen dem Nachbarn kaum Luft zum Atmen. Folgerichtig bringt Norman Wehmeier (Bild links) nach einem Standard Lüerdissen nach sieben Spielminuten mit

J. Hildebrand

1:0 in Führung. In der Endphase vom ersten Spielabschnitt vermindert sich die Dominanz der Hausherren kolossal, egalisiert in dieser Phase Jonas Hildebrand ( 40. Min.). „Das haben sie gut gespielt. Wir haben zu sehr den Raum gedeckt, anstatt die Männer zu attackieren“, spricht Steffen die relevanten Aspekte von diesem Tor an. Das Spitzenteam schlägt in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit jedoch eiskalt zurück, ist Heiner Beckmann nach einem ruhenden Ball erfolgreich.

 

Doppelpacker Klocke als Wegweiser

 

Ebenfalls die Frühphase vom zweiten Abschnitt gehört dem Verein für Leibesübungen, der per Doppelpack von Klocke (Bild links; 51., 53. Min.) mit 4:1 davonzieht, somit auf die Siegerstraße einbiegt. Beim dritten Tor serviert Tim Krüger, tankt dieser sich auf der rechten Seite durch, bedient per präzisem Flachpass Klocke, der viel Willen beim Erzielen dieses Tores demonstriert. Eine gehörige Portion Tatendrang führt kurze Zeit später zum 4:1. Erneut ist es ein stehender Ball, der zielstrebig im gegnerischen

T. Krüger

Gehäuse untergebracht wird. Danach beruhigt sich die Szenerie erheblich, kontrollieren die Lüerdisser Ball und Gegner. Der auffällige Hildebrand verkürzt erneut nach einer smarten Kombination in der 71. Spielminute zwar zum 4:2, doch die Hausherren wirken zu abgeklärt, um danach zu wanken. Hoch wird verteidigt, um den Lemgoern den Abstand zum eigenen Tor zu erschweren. Im gegnerischen Aufbauspiel wird vehement der ballführende Spieler attackiert, um den Spielrhythmus zu stören. Die Hansestädter sind in der Spätphase zwar feldüberlegen, doch entwickeln sich daraus nicht genügend Abschlüsse. Ein Fleißkärtchen hat sich Dominic Linnenbrügger für seinen hervorragenden Assist zum 5:2 vom eingewechselten Fabian Grob (Bild links unten) in der Schlussminute verdient, ist es eine Energieleistung, die diesen Treffer ermöglicht.

 

„Jeder übernimmt Verantwortung“

 

Warum hat der VfL Lüerdissen gewonnen? „Wir waren entschlossener als Lemgo“, findet Tim Steffen im Lippe-Kick-Gespräch. „Mir gefällt unglaublich gut, dass die Verantwortung nicht nur auf zwei Schultern liegt, sondern jeder auf dem Platz Verantwortung übernimmt und das Beste für seine Mannschaft will. Wir haben das Selbstverständnis.“ Die funktionierenden Automatismen sind auch die Konsequenz einer willigen Mannschaft, deren Trainingsbeteiligung extrem hoch ist. Mit nunmehr prächtigen 18 Punkten nach acht Partien kann der Spielertrainer beruhigt in den wohlverdienten Urlaub reisen. Die fehlende Aufmerksamkeit bei den zweiten Bällen nach den Standards prangert indes Rawe an, hält er mit seiner schonungslosen Kritik nicht hinter dem Berg: „Wir waren zwar bei allen Ecken mit in den Luftduellen, konnten aber nie richtig klären und dann steht da jeweils ein Lüerdisser und knallt das Ding aus kurzer Distanz ins Netz.“ Ähnlich wie Steffen argumentiert auch der TBV II-Trainer, wenn es darum geht, was die Ursachen für diesen deutlichen Heimsieg sind: „Lüerdissen hatte die bessere Einstellung und Körpersprache, da haben wir in beiden Halbzeiten zu lange gebraucht, um die Spielweise anzunehmen“, weshalb diese erste Niederlage in Lüerdissen überhaupt in der sportlichen Vita von Rawe (Bild links) eine besondere Note einnimmt.

 

 

 

Fazit: Gegen den Favoriten-Killer verwendet der VfL Lüerdissen die richtigen Mittel, um den sechsten Saisonsieg zu realisieren. Verletzte Stützen wie Alexander Quast und Alexander Kirsch werden exzellent ersetzt. Man spürt in Lüerdissen diese unglaubliche Lust auf den Fußball, einen Zusammenhalt, der sich auf dem Spielfeld bemerkbar macht.

 

Tore:
1:0 Norman Wehmeier (7. Min.)
1:1 Jonas Hildebrand (40. Min.)
2:1 Heiner Beckmann (45. + 1 Min.)
3:1 Kenneth Klocke (51. Min.)
4:1 Kenneth Klocke (53. Min.)
4:2 Jonas Hildebrand (71. Min.)
5:2 Fabian Andres Grob (90. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
9. Oktober 202090'Kreisliga A Lemgo2020/218

Spielort

Waldstadion Lüerdissen
Wittig, Lüerdissen, Lemgo, Kreis Lippe, Regierungsbezirk Detmold, Nordrhein-Westfalen, 32657, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
VfL Lüerdissen235Win
TBV Lemgo II112Loss

Fahrschule Duru

Autohaus Stegelmann

Stadtwerke Bad Salzuflen

Schiewe

Fahrschule Isaak

Gaststätte Wittelmeyer – Der Grieche

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