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Bezirksliga Staffel 3

Post TSV Detmold – Grundmann im Verbal-Doppelpass

Es ist einiges passiert beim lippischen Aushängeschild, das im Sommer zahlreiche Abgänge verkraften muss. Manager Michael Grundmann blickt aber im Lippe-Kick-Gespräch zuversichtlich in die Zukunft.

 

„Neue Spieler können eine neue Ära prägen“

 

Bezirksliga 3 (hk). Viel ist in den letzten Tagen und Wochen über den Post TSV Detmold geredet worden. Vielleicht ist es erhellender, wenn man einfach mal mit dem Manager vom Post TSV Detmold spricht, denkt sich Lippe-Kick und führt mit Michael Grundmann ein Gespräch. In diesem bezieht er Stellung zu den Zu- und Abgängen im Spieler- und Trainerbereich, erklärt den Umbruch beim Verein aus der Werre-Arena. Klar weiß er, dass Tabellenplatz sechs mit einer 14 Punkte-Hypothek auf den Spitzenreiter SCV Neuenbeken nicht den eigenen Ansprüchen genügt. Doch die Perspektive stimmt bei den Postlern, könnte in Bälde doch auch die Jugendarbeit erste Früchte tragen, wie Grundmann im Interview mit Henning Klefisch frohlockt.

 

Lippe-Kick: Hallo Michael, in den letzten Wochen und Monaten hat es einige personelle Veränderungen bei euch gegeben. Man kann daher von einem Umbruch sprechen. Was ist euch bei der Auswahl an Neuzugängen wichtig gewesen?

Michael Grundmann: „Umbruch heißt Veränderung und als wir wussten, dass Enis Cömert (zieht nach Frankfurt) und Johann Felker (zieht nach Mainz) den Verein verlassen, war uns als Verein relativ schnell klar, dass wir jetzt einen neuen Weg gehen müssen und den Verlust als Chance für etwas Neues sehen sollten. Wir waren uns alle einig, dass wir jetzt einen Umbruch mit jungen, heißen und talentierten Spielern brauchen. Aktuell befinden sich auch fünf, sechs Spieler in unserem Kader, die an der 30 kratzen, was natürlich nicht heißt, dass sie schlecht sind, aber die Jungs werden ihre Einstellung und ihre Spielweise nicht mehr ändern. Uns war bei den Neuzugängen immer wichtig, dass die Jungs, die wir holen, auch einen Bezug zu Detmold haben. Zudem war uns auch wichtig, dass sie hungrig sind und Ehrgeiz haben. Ich will es mal so sagen: Für die Neuzugänge Robin Jöstingmeier, Michael Ring, Marco Rüskaup, Lennard Schröder und Anton Günter würden andere Vereine sehr viel geben, aber Lippe spricht nur von den Abgängen des Post TSV Detmold.

Michael Grundmann

Das zeigt uns einfach, dass wir in den letzten Jahren einfach überragend gearbeitet haben und da auch der Neidfaktor eine große Rolle spielt. In den letzten Jahren sind wir in Lippe nämlich immer die 1 gewesen, deswegen ist es natürlich ein Spektakel, wenn mal Spieler den Post TSV verlassen, was in den letzten fünf bis sieben Jahren nicht so war. Wir haben es geschafft, in den letzten Jahren nicht dieses Theater wie Lemgo oder Salzuflen zu veranstalten, sondern bei uns war immer alles sehr gut und vor allem ehrlich. Post TSV Detmold war noch nie ein Verein, der Spielern hinterhergelaufen ist. Wenn ein Spieler meint, er muss sich verändern, dann wünschen wir ihm viel Erfolg und laufen ihm sicherlich nicht hinterher. Wir brauchen Spieler, die mit voller Leidenschaft und Überzeugung für uns spielen. Drei, vier neue Spieler kommen noch dazu. Sie sollen jung und talentiert sein, Lust auf Fußball haben.“

 

Lippe-Kick: Warum hören mit Christoph Zimmermann, Jens Kaiser und Anton Brum gleich drei von vier Trainern auf?

Christoph Zimmermann

Grundmann: „Christoph Zimmermann hat eine eigene Familie und möchte kürzertreten und sich mehr auf die Familie konzentrieren. Jens ist ein Post Ur-Gestein und hat über Jahre den Verein in allen Phasen unterstützt, auch er hat Zuwachs bekommen und möchte den Fokus mehr auf die Familie legen. Anton hat seinen Job als Trainer der dritten Mannschaft und als Co von Jens toll gemacht und immer alles gegeben, aber uns war als Verein klar, dass wir gerade in der zweiten Mannschaft frischen Wind brauchen und deswegen ist die Lösung mit Tobias Gatzke und Hamo Marhosevic einfach überragend. Tobias kenne ich seit der F-Jugend und Hamo auch schon ein paar Jahre. Zu beiden haben ich ein super Verhältnis und vor allem Vertrauen! Ich bin mir sicher, dass die beiden genau die richtigen Jungs für den Job sind und der Zweiten neue Impulse geben werden.“

 

Lippe-Kick: Warum ist dieser Umbruch so massiv durchgeführt worden, immerhin sind gleich mehrere Post TSV-Spieler zu den Sportfreunden Berlebeck/Heiligenkirchen gewechselt?

Grundmann: „Die Abgänge zu BHK sind völlig okay. Ich denke, die Ex-Postler verdienen dort gutes Geld und haben fast eine Garantie zu spielen. Diesen Luxus können und wollen wir natürlich keinem bieten. Da verfolgt Berlebeck/Heiligenkirchen eine andere Strategie für die Zukunft. Ich wünsche aber allen Spielern nur das Beste und viel Erfolg und vor allem Gesundheit.“

 

Lippe-Kick: Im Sommer verlassen euch mit Alexander Felker und Julien Will auch junge Spieler. Wie bewertest Du diese Wechsel?

Julien Will

Grundmann: „Sportlich macht es nie Sinn, aus der Bezirksliga in die A-Liga zu wechseln, besonders nicht mit Mitte 20. Also muss es andere wichtige Kriterien geben. Bei Julien ist es einfach so, dass er nicht mehr viel trainieren will und am Sonntag nur spielen möchte. Das kann BHK ihm bieten, wir verfolgen da eine andere Strategie. Ein weiterer Aspekt für den Wechsel ist die Tatsache, dass sein bester Freund Huzeyfe Sallan dort spielt.”

 

Lippe-Kick: Wie kann sich da eine neue Achse entwickeln, die in der Vergangenheit mit Spielern wie Zimmer (bleibt), Smithen, den Felker-Brüdern oder auch Schiprowski bestand?

Grundmann: „Ich bin mir sicher, mit den neuen Jungs haben wir Spieler, die über einen längeren Zeitraum eine neue Ära prägen können. Die jungen Wilden werden bei uns keinen Druck bekommen, wir werden sie in allen Sachen unterstützen, damit sie sich in Ruhe weiterentwickeln können. Ich denke, dass wir nächstes Jahr eine gute Mischung aus Jung und Alt haben, die erfolgreich sein kann, wenn alles passt. Wir werden die Achse im Kollektiv auffangen, so ist zumindest unser Plan. Außerdem haben wir mit Felix Buba und Marco Rüskaup zwei Spieler, die sehr viel Erfahrung aus höheren Ligen mitbringen und die jungen Spieler auf dem Platz führen können. Wir wollen natürlich Erfolg haben und die jungen Spieler sollen sich bei uns entwickeln und an den erfahrenen Spielern wie Stork, Albrecht, Triantafyllidis, Unrau, Buba und Rüskaup wachsen. Aber uns ist bewusst, dass nicht alles sofort funktioniert in so einem Umbruch und es einfach Zeit braucht. Das ist uns völlig bewusst.“

Lippe-Kick: Welche Lehren zieht Ihr aus der bisherigen Spielzeit?

Grundmann: „Das siehst du ja am Umbruch, wir sind nicht zufrieden mit der Einstellung mancher Spieler, die dazu noch wenig Leistung bringen. Deswegen gehen wir den anderen Weg. Satte und zufriedene Spieler wollen wir nicht, sondern Jungs, die auf dem Platz für den Verein alles geben, und nicht nur an sich selbst denken.“

 

Lippe-Kick: Welchen lippischen Teams traust Du in den nächsten Jahren zu, eine gute Rolle zu spielen und warum?

Grundmann: „Schwer zu sagen, welchen lippischen Teams ich in Zukunft etwas zutraue. Hörstmar/Lieme wird es ja nicht mehr geben, Lemgo und Salzuflen haben in den letzten Jahren einfach schlecht gearbeitet und die Positionen in der obersten Ebene schlecht besetzt. Ich würde mir wünschen, dass sie jetzt den Dreh bekommen und sich fangen. Augustdorf sehe ich auf einem guten Weg, aber ich glaube auch nicht, dass es für ganz oben reicht. Wir selber müssen Geduld haben und hoffen, dass die Räder ineinandergreifen und wir die 1 in Lippe verteidigen.“

 

Lippe-Kick: Wie bewertest Du die SG Hiddesen/Heidenoldendorf?

Grundmann: „Guter Trainer und talentierte Jungs. Ob sie den Sprung in die Bezirksliga schaffen, kann ich leider nicht beantworten, da gehört schon viel dazu. Vor allem die Klasse zu halten, ist nicht so einfach.“

 

Lippe-Kick: Gibt es Pläne, eure Jugend wieder richtig aufzubauen?

Grundmann: „Unsere Jugend ist im sehr guten Aufbau. Nächstes Jahr sind wir wieder bis zur B-Jugend besetzt. Wir wollen wieder Eigengewächse in den Seniorenteams haben. Das ist natürlich unser Ziel, Leute aus der eigenen Jugend zu entwickeln, aber das wird noch ein paar Jahre benötigen. Patrick Budde und Guido Freitag leisten überragende Arbeit und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir davon in ein paar Jahren profitieren werden.“

Fahrschule Duru

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