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Bezirksliga

Bezirksliga 3 – Vorbericht 6. Spieltag 2019/20

Die SG Hiddesen/Heidenoldendorf hat offenbar den Dreh in der Bezirksliga raus, hat zuletzt sogar den Liga-Dominator Mastbruch bezwungen. Für Barntrup geht es derweil darum, mit dem ersten Sieg anzukommen.

Landet Barntrup den ersten Saisonsieg?

Bezirksliga 3 (hk). Auch die sechste Runde hält einige Überraschungen für die drei Lipper parat. Der bestplatzierte Post TSV Detmold (Position sieben), reist zum Tabellendritten SCV Neuenbeken. Nach vier Siegen in Serie (zwei in der Liga, Pokal in Sabbenhausen und Müssen) ist die SG Hiddesen/Heidenoldendorf hochmotiviert, hofft auf den nächsten Sieg im Heimspiel gegen den Tabellennachbarn und Mitaufsteiger Spielvereinigung Brakel II. Der weiterhin sieglose RSV Barntrup muss sich gegen den VfR Borgentreich zur Wehr setzen, der sieben Zähler mehr in den bisherigen fünf Partien gesammelt hat.

 

Von Henning Klefisch

 

SCV Neuenbeken vs. Post TSV Detmold

 

Zwei Spiele und zwei Siege, die Bilanz für den SCV Neuenbeken-Coach Marco Cirrincione könnte besser nicht sein. Beide Erfolge sind in der Vorsaison eingefahren worden. „Gegen einen sehr, sehr starken Gegner Post TSV Detmold. Eine sehr gute Spielanlage, eine sehr gute Spielstruktur“, lobt der eloquente Trainer die Performance der Residenzler. Die Detmolder-Neuzugänge bewertet er als „qualitativ hochwertig“, benennt er konkret den Westfalenliga-Spieler Rüskaup, auch  den Landesliga-Jungen Ayena. Deshalb bezeichnet Cirrincione die Detmolder als eine „Top 3-Mannschaft der Liga.“ Er gilt als akribischer Übungsleiter, der seine Gegner vorher genau unter die Lupe nimmt, die Stärken und Schwächen analysiert, liebend gerne auch persönlich vor Ort. Gut war die Trainingsbeteiligung bei den Neuenbekener-Jungs, waren doch 18 Akteure bei den Übungseinheiten unter der Woche zugegen, weshalb mannschaftstaktische Inhalte genauso geprobt worden sind, wie auch athletische Elemente. Auf sieben Spieler muss der gut gestartete Tabellendritte verzichten. Dennoch glaubt Marco Cirrincione: „Wir freuen uns auf das Spiel. Es wird sicherlich ein hochinteressantes Bezirksligaspiel. Darauf kann man sich freuen“, benötigt der Trainer-Fuchs für diese Aussage sicherlich keinen Pflichtverteidiger.

 

Ein hohes Maß an Reverenz für die fußballerische Klasse des SCV zeigt Post TSV Detmold-Manager Michael Grundmann: „Neuenbeken ist sicherlich das Top-Team der Liga, spielerisch und körperlich sehr stark und präsent. Sie wollen aufsteigen und haben auch die Qualität dafür.“ Selbst haben die Detmolder im gestrigen Westfalen-Pokalspiel dem Landesligisten aus Steinhagen einen tollen Kampf geboten, verloren durch einen Doppelschlag von Daniel Rajic (62.,64. Min.) mit 1:2 vor 150 Zuschauern in der heimischen Werre-Arena. Mehr als das Anschlusstor von Fynn Luca Vollmer (70. Min.), der den Gästefänger Julian Pohlmann mit einem beherzten Flachschuss tunnelte, sprang nicht mehr heraus. Grundmann hat keinen verletzten Stolz, wenn er seine Postler als Außenseiter sieht, benötigt sein Team doch einen „Sahnetag, um dort zu punkten.“ Weiterhin fehlen Robin Jöstingmeier und Philip Wichmann verletzungsbedingt. Allerdings: Mit einem Auswärtssieg könnten die Brokmänner bis auf einen Zähler an Neuenbeken heranrücken.

 

SG Hiddesen/Heidenoldendorf vs. Spvg Brakel II

Zum Aufsteiger-Duell mit dem letztjährigen Höxteraner A-Ligisten, der Spielvereinigung Brakel II, kommt es für die zuletzt so stark auftrumpfende SG Hiddesen/Heidenoldendorf. Mit den je zwei Siegen in der Liga und im Pokal hat die Spielgemeinschaft für mächtig Eindruck gesorgt, ist endgültig in der Liga angekommen. „Trotz der Serie läuft vieles bei uns noch nicht richtig rund. Es gibt noch einiges zu verbessern“, kritisiert SG-Coach Markus Rüschenpöhler gegenüber Lippe-Kick. Trotzdem: Fußball spielt sich auch im Kopf ab. Umso besser ist es, wenn die Ergebnisse die eigenen Leistungen bestätigen. Unterschätzt werden sollte die Reserve aus Brakel auf keinen Fall, hat der Neuling doch im Vorjahr seine Kreisliga mit 20 Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten dominiert. Rüschenpöhler rechnet mit einer technisch starken Mannschaft, die agil das Spielgeschehen in die eigene Hand nehmen möchte, sind die Partien der Kicker aus der Wollitz-Geburtsstadt meist äußerst torreich. „Wir schätzen Brakel II sehr, sehr stark ein. Vor der Saison haben einige Experten die Spielvereinigung als eine Mannschaft gehandelt, die nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird“, erklärt er vor dem Aufeinandertreffen mit dem direkten Tabellennachbarn. Möglich, dass der Brakeler-Kader munter durchgemischt wird, auch Akteure aus der Landesliga-Mannschaft mitspielen. Das erschwert selbstverständlich die exakte Beurteilung durch den Analytiker Rüschenpöhler. Als wenig ruhmreiche Trophäe aus dem Kreispokal-Sieg in Müssen(3:1) hat Hiddesen/Heidenoldendorf noch drei weitere verletzte Akteure. Beim heutigen Abschlusstraining wird verifiziert, ob das Trio einsatzfähig ist. Ein Duo kehrt im Vergleich zum Dienstagsspiel zurück. „Wir wollen vor heimischer Kulisse weiterhin ungeschlagen bleiben. Mit einer Top-Leistung soll das gelingen“, könnte sich die Spielgemeinschaft damit auch weiter in das Mittelfeld der Tabelle vorkämpfen. Priorität genießt aber, den Abstand auf den Rotlicht-Bezirk zu vergrößern. Mit bisher vier Punkten aus den Spielen gegen den Post TSV Detmold (1:1) und FC BW Weser (5:1) ist die Bilanz vor heimischer Kulisse in der Tat sehr manierlich.

 

Allein die Tatsache, dass die Spielgemeinschaft die zuvor als unbesiegbar erscheinenden Mastbrucher bezwungen hat, „lässt vermuten, was sie in der Lage sind zu leisten“, geht Brakel II-Coach Maik Schmitz durchaus mit viel Respekt an diese Aufgabe heran. Er will im Lippe-Kick-Gespräch nicht verhehlen: „Das wird ein ganz schweres Spiel für uns.“ Das liegt auch daran, dass die Personalsituation weiterhin schwierig ist. Als Motiv für einen möglichen Misserfolg will er diese Ausfälle aber nicht heranziehen, möchte man lieber der eigenen Leistung viel Wertschätzung schenken: „Wir wollen aber keine Ausreden, sondern unser gesamtes Potenzial abrufen, um dann am Ende vielleicht auch etwas mitnehmen zu können“, so Schmitz abschließend.

 

Thomas Schmidt ist auf dem Rasenplatz am Hiddeser Bent der Schiedsrichter. Um 15.00 Uhr ist Anstoß dieser Partie.

 

RSV Barntrup vs. VfR Borgentreich

So ganz langsam wird Daniel Barbarito etwas unruhig. Auch nach fünf Partien wartet der RSV Barntrup-Coach weiterhin auf den ersten Saisonsieg mit seinem Team. Er zeigt auch Empathie, wenn er sagt: „Die Jungs brauchen langsam den ersten Sieg, müssen sich für ihre guten Leistungen in Spielen wie gegen Weser oder Post TSV Detmold langsam mal selbst belohnen.“ Dass seine Schützlinge über genügend Fähigkeiten verfügen, steht außer Frage, doch diese auch auf dem Platz zu demonstrieren, darauf wird es nunmehr ankommen. Falls die Negativ-Spirale weiterhin Bestand hat, spielt irgendwann auch einmal die mentale Komponente eine Rolle, der Glaube in die eigenen Fähigkeiten schwindet dann wohl zunehmend. Am Dienstagabend ist beim Training das so enttäuschende 3:4 in Brakel klar thematisiert worden. „Ich denke, die Jungs werden gegen Borgentreich eine Reaktion zeigen. Davon bin ich überzeugt“, so Barbarito. Obwohl die Kicker aus der knapp 9.000 Einwohner-Stadt aus dem Kreis Höxter neun Punkte als Tabellensechster auf der Habenseite haben, „sehe ich sie mit uns auf Augenhöhe“, betont Barbarito, der auf die eigene Torgefährlichkeit verweist. „Wir müssen Sonntag nun versuchen, aus einer guten und stabilen Defensive heraus unser Spiel strukturiert und vor allem mit der nötigen Ruhe zu organisieren.“ Ein plausibler Grund, warum für den Liga-Rückkehrer der Start eher enttäuschend verlaufen ist, könnten die vielen Ausfälle sein. Mit Franz, Meise, McCarthy und Baumeister muss er auf ein Stammspieler-Quartett verzichten. Dazu kommt Lindemeyer, der in der Hauptstadt unterwegs ist. Martin Rethmeier kann die vollständige Spielzeit noch nicht zugemutet werden. Schließlich hat der Rotschopf erstmals seit zwei Wochen wieder mit der Mannschaft trainieren können. Es gibt aber auch Lichtblicke im Barntruper-Umfeld: „Umso glücklicher bin ich, dass Philipp Sölter aus seinem Urlaub zurück ist und Dobrileit seine Verletzung überstanden hat.“

 

Dem aktuell eher wenig furchteinflößenden Tabellenstand vom RSV Barntrup möchte Borgentreich-Manager Thomas Schulte nicht zu viel Bedeutung beimessen. Er mahnt: „Uns erwartet ein schweres Auswärtsspiel in Barntrup. Wir dürfen uns vom derzeitigen Tabellenstand nicht täuschen lassen.“ Ähnlich wie Barbarito prognostiziert auch Schulte ein ausgeglichenes Duell. Vielleicht möchte der Borgentreicher trotz der guten Tabellenposition seiner Mannschaft auch deshalb nicht zu euphorisch sein, weil das letzte Spiel im Barntruper Waldstadion die Gastgeber mit 4:2 für sich entschieden haben. In Borgentreich gab es immerhin einen 3:2-Sieg für das Heim-Team. Die selige Erinnerung: „Mann des Spiels war damals Torjäger Niklas Mertens, der in der ersten Halbzeit innerhalb von 19 Minuten einen lupenreinen Hattrick erzielen konnte. Niklas Mertens konnte am vergangenen Spieltag sein erstes Saisontor erzielen und im Pokalspiel am Mittwoch, das wir mit 1:4 gegen PEL verloren geben mussten, erzielte Mertens den zwischenzeitlichen Ausgleich. Vielleicht ist der Knoten bei ihm jetzt geplatzt und er netzt jetzt wieder wie gewohnt ein“, hofft Schulte, dass Mertens sein Torjäger-Gen auch am Sonntag in Nordlippe der Weltöffentlichkeit präsentiert. Ganz bewusst haben die Borgentreicher beim Pokalspiel gegen den Liga-Konkurrenten FC Peckelsheim-Eissen-Löwen einige Akteure geschont. In Barntrup darf Coach Frank Kleine-Horst auf diese wieder setzen. Bitter für den VfR Borgentreich: „Das Spiel hätten wir im Vorfeld gerne verlegt, da einer unserer Akteure am Samstag heiratet. Leider konnte Barntrup unserem Wunsch, das Spiel vorzuverlegen, nicht entgegenkommen“, bedauert Schulte, der nun mit seinem Team die Saisonzähler zehn bis zwölf anstrebt. Leicht wird die Aufgabe beim Aufsteiger aber nicht. Sympathisch und hilfreich zugleich: Die Borgentreicher Schlachtenbummler kommen voll und ganz auf ihre Kosten. So wird ab 12.45 Uhr am Vereinslokal „Zur Krone“ in Borgentreich ein Fan-Bus eingesetzt, damit die Mannschaft von möglichst vielen VfR-Anhängern vor Ort unterstützt wird.

 

Zsolt Seevald pfeift dieses Duell um 15.00 Uhr auf dem Kunstrasenplatz in Barntrup an.

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