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Bezirksliga

SG Hiddesen/Heidenoldendorf – Soylu appelliert: „Bitte bleibt zu Hause!“

Sportlich läuft es für die SG Hiddesen/Heidenoldendorf prächtig mit einem manierlichen siebten Tabellenplatz. Doch der Sportliche Leiter Lütfi Soylu wird von einer großen Sorge heimgesucht, die er Lippe-Kick mitteilt.

„Wir müssen füreinander da sein!”

 

Bezirksliga 3 (hk). Kurz zur Einordnung: Das neue Notstandsgesetz wurde verabschiedet, was bedeutet: Mit Ausnahme von Kernfamilien dürfen nur zwei Personen sich gleichzeitig im öffentlichen Bereich aufhalten. Eine vernünftige Regelung, die am Sonntag beschlossen wurde, nahmen doch einige Mitbürger den Corona-Virus nicht ernst, feierten freudetrunken die Corona-Partys, saßen eng umschlungen in Eiscafes, chillten im Park und zockten privat Fußball. Nicht nur junge Leute lebten ihr Leben, war etwa das gastronomische und atmosphärische Angebot im Tierpark Olderdissen insbesondere von der Risikogruppe, Personen ab 60 Jahren, intensiv in Anspruch genommen worden. Lütfi Soylu, der Sportliche Leiter der SG Hiddesen/Heidenoldendorf, schüttelt nur mit dem Kopf, nicht die Hände, ob solch einer Freizügigkeit und Unverantwortlichkeit, die Leib und Leben unser aller bedroht. Die Message vom fußballverrückten Soylu ist klar: „Bleibt zu Hause, wer es kann und darf. Das ist kein Spiel, kein normaler Virus, wie eine Grippe. Schützt euch selbst, eure Familien, eure Mitmenschen.“ Bereits bei Facebook hat er ein nachahmenswertes Statement gesetzt, damit nicht nur die Facebook-Gemeinde wachgerüttelt.

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Von Henning Klefisch

 

L. Soylu

„Wenn ich sehe, dass sich Jugendliche mit Freunden treffen. Ältere Leute treten mit Arbeitskollegen in Verbindung und denken: Die Firma hat zu, wir haben Urlaub. Das ist natürlich nicht schön.“ Der 41-Jährige fordert weniger Egoismus, mehr Fürsorge für die Mitmenschen, speziell für die älteren Leute, die solch einen Virus nicht so leicht verkraften wie etwa Jugendliche. Oft sind es nämlich die älteren Semester, die an Covid-19 schwerer erkranken, zum Teil nicht richtig genesen. „Das ist etwas ganz Schlimmes“, blickt er weit über die Bundesgrenzen hinaus nach Italien oder China, wo schon viele Menschen an dieser Krankheit gestorben sind. Seine Forderung: „Wir müssen füreinander da sein.“ Soylu muss und wird auch weiterhin seinen Dienst in einer Behinderteneinrichtung ableisten, dort viel Menschlichkeit und Nächstenliebe für diesen schützenden Teil der Bevölkerung demonstrieren. Was er sich wünscht: „Alle Firmen müssen dichtmachen. Nur Lebensmittelläden, Apotheken und medizinische Einrichtungen sollten geöffnet haben, nur Berufe, die wir unbedingt benötigen.“ Dass dies „richtig schwierig ist“, der „finanzielle Schaden riesig ist“, dessen ist sich Soylu im Klaren. Trotzdem genießt der eigene Schutz und der Schutz für die Mitmenschen oberste Priorität für die eierlegende Wollmilchsau der Spielgemeinschaft aus Hiddesen/Heidenoldendorf. Der zweifache Familienvater hat auch seinen eigenen Kindern verboten, das Haus zu verlassen – für private Bedürfnisse. Eine nachvollziehbare Ausnahme: Seine Tochter durfte ihrem Dienst in einem Lebensmittelgeschäft in Hiddesen nachkommen. Sein Sohn Miguel (Bild rechts), der beim Bezirksliga 3-Spitzenteam SCV Neuenbeken kickt, wollte gerne laufen, wurde von seinem umsichtigen Vater allerdings mit einem Verbot gebremst.

 

 

 

 

 

„Ich verneige mich vor diesen Menschen”

 

Soylu, der bei der SG über viel Macht im Seniorensektor, auch im Nachwuchsbereich verfügt, hat auch einigen sportinteressierten SG-Kids ein Ausgehverbot erteilt. „Bleibt zu Hause. Aus Solidarität zu anderen Menschen“, formuliert er es unmissverständlich. Lütfi Soylu stieß nicht nur auf Verständnis, schildert er doch anschaulich via Lippe-Kick: „Die verstehen das alle ein bisschen falsch. Sie denken, mit drei Leuten dürfen wir raus. Was ist aber, wenn einer von denen angesteckt ist? Der steckt den anderen an. Das geht ja dann immer weiter. Das kapieren die Kinder und die Jugendlichen nicht. Das gefällt mir gar nicht.“ Der langjährige Seniorentrainer beim TSV Horn und bei der SG Hiddesen/Heidenoldendorf fordert, dass jeder Mensch sich bewusst ist, dass er selbst eine Gefahr für den anderen darstellt. Gebetsmühlenartig fordert er deshalb alle auf, unbedingt in den eigenen vier Wänden, im eigenen Garten, zu bleiben, sich die Zeit mit interessanten Dingen zu vertreiben, somit die möglich aufkommende Langeweile im Keim zu ersticken. Soylu hat einige Vorschläge parat: „Man könnte den Keller aufräumen. Man kann Zeit mit der Familie verbringen, spielt „Mensch ärgere Dich nicht“ oder „Monopoly.“ Lütfi Soylu, der aktiver und passiver Fußballer mit Leib und Seele ist, nicht nur das Kicken auf dem Platz, auch die TV-Übertragungen schmerzlich vermisst, freut sich, dass nun mehr freie Zeiteinteilung für die Familie besteht, man diese sinnvoll nutzen kann. Ihm ist es ein großes Bedürfnis, sich bei den Leuten zu bedanken, die in wichtigen Jobs, wie in der Feuerwehr, in der Polizei, im Krankenhaus, in der Apotheke, im öffentlichen Dienst, in Heimen arbeiten. „Ich verneige mich vor diesen Menschen. Die machen das sehr gut”, zollt der Fußball-Nerd diesen Lebensrettern viel Anerkennung, zieht seinen Hut vor ihnen. Klar ist aber auch: Hoffentlich ertönt bald der Schlusspfiff für diese schreckliche Pandemie.

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