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Fanstory

Fanstory – BSV Müssen

In diesen Tagen ist es beileibe nicht leicht. Einige Vereine strafen die Reporter mit gnadenloser Ignoranz. Wer nicht will, der möchte eben nicht. Anders verhält sich der sehr emsige BSV Müssen, über den wir hier die Fan-Story liefern.

Schwarz-gelbes Reisefieber

 

Fanstory (hk). BSV Müssen-Jugendobmann und Borussia Dortmund-Anhänger Bernd Esselmann ist ein O-Ton-Geber, wie man ihn sich nicht besser backen könnte. Freundlich, eloquent, voller Fachkenntnis und enorm fußballverrückt. Im lokalen Bereich drückt er den Blau-Weißen die Daumen, ist doch sein Ballspielverein aus Müssen sein Heimat- und Herzensverein. Was den höherklassigen Fußball angeht, würde er wohl seinen Sohnemann glatt enterben, wenn dieser auf einmal in das blau-weiße Lager wechseln würde – zum FC Schalke 04. Lange Rede, kurzer Sinn. Freunde der Sonne, schaut und genießt die kurzweilige Fanstory vom Fußball-Verrückten aus dem Herzen von Lippe.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

Von Bernd Esselmann

 

Unser rastloser Super-Redakteur Henning schrieb mich eines Abends an und wollte die alte FanStory von 2015 ein wenig aufgepimt haben. Gut, dachte ich mir, das kann er haben, aber aus der zweiten Ansicht in meinem Leben und das ist die schwarzgelbe Seite in mir und die meiner Familie.

 

 

Es gibt zwischen den beiden Berichten sogar eine einschneidende Überlappung: Nämlich, als meine Frau Elke mich vor die Entscheidung stellte, entweder Vorsitzender des von mir im Jahr 1991 gegründeten BVB Fan-Clubs Die Treue 13 oder Jugendobmann des BSV Müssen.
Wie viele wissen, wurde ich Jugendobmann des BSV und war fortan in die Vereinsarbeit des BSV eingebunden, welche ich aber auch zu 100 Prozent annahm und auch gelebt habe. Das unterstrich aber auch, dass es nicht schlimm war, das eine loszulassen und sich neuen Aufgaben zu stellen. Was ja auch nie beinhaltete, meine schwarzgelbe Treue und auch Liebe zur Borussia schmälern zu müssen.
Jetzt hieß es halt: Beide Sachen unter einen Hut zu bringen.

 

Zwischendrin übernahmen Elke und ich die Bewirtung am Platz in Müssen und unser Sohn Marcel kickte mittlerweile in den Senioren des BSV Müssen. Das hieß dann aber auch, jeden Samstag, an denen es Jugendheimspiele in Müssen gab, dort alles so durchzuorganisieren oder selbst am Platz vor Ort zu sein, um dann noch den Platz zu finden, unserer Borussia hinterherzufahren. Ihr glaubt, das geht nicht? Doch, mit vielen tollen Helfern, die uns immer unterstützt haben, so dass wir uns beiden Hobbys widmen konnten und in Zukunft können werden. Das beruht aber auch auf Gegenseitigkeit: Nehmen und Geben und füreinander da sein. Danke auch nochmal von hier aus an die fleißigen Helfer/innen. Nur so funktioniert
das Miteinander!

 

Das große Ganze setzte sich dann immer sonntags bei den Senioren fort. Entweder, im Hüttenteam am Platz, oder unseren Junior, mit der ersten Seniorenmannschaft, zu seinen Auswärtsspielen begleiten.

 

 

Der BVB nahm und nimmt allerdings ein wenig mehr Raum und Zeit in meinem Leben ein.
Wenn ich überlege, dass man früher Busfahrten zu den Europapokalspielen per Bus antrat und dafür Zeitungsanzeigen geschaltet hat und seinen Anrufbeantworter zu Hause dafür jedes Mal neu betextet hatte, dann ist das für viele gar nicht mehr vorstellbar. Das Zeitalter der Technik war damals allerdings auch nicht so ausgereift wie heute und das machte erfinderisch.

 

Um zum AS und Lazio Rom zu kommen, war man dann drei Tage nur im Bus und das ohne Übernachtung.
Heute wird, nach den Auslosungen, direkt eine Whats-App-Gruppe gegründet, um sich innerhalb von wenigen Stunden um Hotels und Flüge zum Zielort zu kümmern! Das größte Problem dabei war immer, die Beschaffung der Tickets fürs Stadion. Es hat aber immer auf direkten und indirekten Wegen geklappt.

 

So haben wir mittlerweile viele wunderschöne europäische Metropolen wie zum Beispiel Porto, London, Glasgow, Lissabon, Madrid, Barcelona, Kopenhagen, Manchester, Liverpool, Amsterdam, Brügge, Wien etc. kennengelernt. Die Sonneninsel Zypern ist dadurch sogar zu einem neuen Urlaubsziel geworden. Apoel Nikosia war unser damaliger Gegner.

In diesem, von mir beschriebenen Zeitraum, liegen nicht nur viele tatsächlich erlebte Jahre, sondern auch die Entwicklung der Wegbegleiter und das ist heute das Schönste an diesem Vereinsleben, egal, ob blau und weiß oder schwarz und gelb, auf das man zurückschauen kann!

 

Mein Vater nahm mich mit zum BVB, zwischendrin Stehplatzdauerkarte auf der Süd, heute Sitzplatzdauerkarte in der Südwestecke. Ich, als Vater, nahm meinen Sohn mit zum BVB. Heute hat er eine Südstehplatzdauerkarte. Vielleicht sitzt er auch irgendwann in der Südwestecke.
Viele aus unserem Club, die Elke und ich, sehr jung kennengelernt und aufwachsen gesehen haben, sind mittlerweile selbst verheiratet und haben Kinder.
Jeden zweiten Samstag fährt unser Fanbus von Asemissen los. Auf der Fahrt nach Dortmund wird das eine oder andere Bier getrunken und über unsere lippischen Vereine gefachsimpelt. Es ist ja immer alles vertreten: BSV, TuRa, FSV, TuS Bexterhagen usw., da herrscht das Motto: In den Farben getrennt und in der Sache vereint!

 

 

Am Stadion trifft man dann wiederum andere Borussen/innen, mit denen man seit vielen Jahren diverse Auswärtsfahrten zusammen geplant und durchgeführt hat. Dann geht es in das gute, alte Westfalenstadion, wo mal mehr oder weniger erfolgreicher oder erfolgloser Fußball gespielt wird. Im Anschluss wird dann im Bus über die ein oder andere Szene gefachsimpelt. Es gibt zum Teil unterschiedliche Sichtweisen und das hat nichts mit dem Standort im Stadion zu tun, sondern mit dem Pegel derer, die es einfach anders gesehen haben. Prost! Und am Sonntag haben dann unsere Kreisliga-Kicker wieder unsere volle Aufmerksamkeit.

 

 

Das eine war der Einblick in die Jahre des Jugendobmannes des BSV Müssen. Das da oben ist der Einblick in ein verdammt großes Stück des Lebens, als Fans eines Vereins aus dem Ruhrgebiet.

 

 

Bleibt gesund!

 

Alles Gute für das Jahr 2021!

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