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Kreisliga B2 Lemgo

Fanstory – TuS Helpup

Nicht nur im Profifußball wird in diesen Tagen immer mehr deutlich, dass ganz viel fehlt ohne Fans. Kaum anders sieht es im Amateurfußball aus. Wie bei der TuS Helpup und Anhänger Andreas Stolte.

 

Einmal Helpup, immer Helpup

 

Fanstory (hk). Ich habe einen Nachbars-Jungen. Mitten in der tiefsten Pubertät befindlich. Jetzt mal so unter uns: Er wechselt seine Fußballvereine ungefähr so häufig wie einst Lothar Matthäus seine Ehefrauen in seiner Hochphase. Der Teenager, nennen wir ihn einfach mal Pascal, präferiert seine temporäre Vereinsliebe nach den jeweiligen Erfolgen im DFB-Pokal und im europäischen Wettbewerb orientierend. Mal ist Bayern München vorne, dann wahlweise Frankfurt, Wolfsburg, Dortmund, FC Sevilla, Real Madrid oder auch der FC Liverpool. Völlig gegensätzlich gestaltet sich hierbei schon die Sachlage beim treuen TuS Helpup-Anhänger Andreas Stolte.

 

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Von Henning Klefisch

 

61 Jahre ist Stolte mittlerweile alt. Wir müssen weit zurückgehen in der Zeit-Skala, konkret in das Jahr 1966, als der damals sechsjährige Bub in der Helpuper E-Jugend kickte, sein Vater als Fußballspieler der ersten Mannschaft die Fäden zog. Da auch Andreas‘ Freunde bei den Turn- und Sportlustigen fröhlich der Kugel hinterherjagten, wurde bei ihm schnell die Begeisterung für die TuS Helpup entfacht. Weil der Oerlinghauser Stadtteil mit seinen knappen 5.000 Einwohnern erfahrungsgemäß nicht als unbedingt pulsierende Metropole mit mannigfaltigen Ablenkungsmöglichkeiten daherkommt, war der Besuch der lokalen Fußball-Szene eine geeignete Ausgleichsmöglichkeit, „wenn Schalke 04 nicht spielt“, betont der Fan der Knappen, Andreas Stolte, schmunzelnd bei Lippe-Kick.

 

 

„Alle Fahrten in das schöne Lipperland sind etwas Besonderes“

 

 

Einen festen Platz, um sich die Szenerie auf dem Spielfeld anzuschauen, den hatte Stolte nie. Es gab verschiedene Optionen, um dem sportlichen Treiben zu frönen. Hinter der Theke, vor der Theke oder auch auf der Tribüne. Allzu gerne war er Zeuge beim Ortsderby gegen den TSV Oerlinghausen, vergleicht er diese Partie mit dem Ruhrpott-Schlager zwischen Schalke und Dortmund. Zugleich mit der Träne im Knopfloch konstatierend: „Leider sind beide Begegnungen ein Zukunfts-Traum.“ Zur Erinnerung: Die Schalker sind gerade aus der Bundesliga abgestiegen, während Oerlinghausen in der Bezirksliga spielt, die Helpuper im Lemgoer Kreisunterhaus fußballerisch verortet sind. Im Kreisfußball-Alltag jedoch „sind alle Fahrten in das schöne Lipperland etwas Besonderes“, so der Porträtierte. Als Begründung ergänzt er: „Die Vereine und auch die Fans kennen sich und man begrüßt sich und freut sich auf ein gutes Spiel am Sonntagnachmittag.“

 

 

„Endlich wieder eigenständig“

 

 

Natürlich gibt es traditionsreiche Rituale, die Andreas Stolte vor jedem Match-Day beherzigt. Nach einem ausgedehnten Sonntags-Frühstück folgt das Checken der Experten-Fähigkeit beim Sport1-Doppelpass, ehe es „auf zum Wäldchen mit Schal, Trikot und dem Nachbarn“ geht. Obligatorisch trifft man sich in der Blumenstraße, um nach einem zehnminütigen Fußmarsch am vielleicht schönsten Rasenplatz in ganz Fußball-Lippe anzukommen. Nach einem Getränk und dem Verzehr einer Bratwurst „mit selbstgemachtem Ketchup von Irmchen Schmale“ wird konzentriert der Spielvortrag beobachtet. Ein echtes Faustpfand: Die TuS Helpup darf auf eine treue, begeisterungsfähige und zahlreiche Fangemeinde zählen, ist die Anhängerschaft in jeglicher Hinsicht bunt gemischt.

Dass nach einer kurzweiligen SG-Zeit mit dem TuS Kachtenhausen wieder autonom gegen den Ball getreten wird, erfreut Stolte sehr, feuert er doch gerne „die eigenen Jungs aus dem Dorf an.“ Zugleich stellt der passionierte Fan erleichtert fest: „Endlich sind wir wieder eigenständig – nach Corona geht es wieder los“, kann er den Startschuss kaum erwarten.

 

 

Bild-Quelle: Andreas Stolte.

Werbegruppe B2 Lemgo

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