Connect with us

Strittiges Abseitstor bringt Löwen die Beute

Spielbericht

(hk). Der Höhenflieger ist abgestürzt. Die Rede ist vom Vielflieger Dimitrios Papaioannou, der beim 0:2 seiner Himmelsstürmer aus Donop/Voßheide gegen den TuS Leopoldshöhe keine weitere Heldentat demonstrieren konnte. Einige Jünger vom Koloss von Rhodos haben ihm mit viel Liebe ein Plakat gebastelt. Bitter: Als Vorbote trat FC-Kicker Niklas Wenke in Erscheinung, der in der Halbzeitpause mit einem beherzten Schuss humorlos die Holztafel gen Boden beförderte, für verdutzte Blicke bei den Architekten dieser Kleinkunst sorgte. Was noch mehr schmerzt: Das Führungstor von Philipp Posteher entsprang einer gravierenden Abseitsposition. Eine VW-Multivan-Länge stand der köpfende Neuzugang in der verbotenen Zone.

 

 

Ihr wollt lecker speisen, das in einem tollen Ambiente? Schaut mal vorbei bei:

 

 

 

Von Henning Klefisch

 

Im ersten Durchgang muss der hellenische Tiger mehrfach seine Pranken ausfahren, verhindert einige verlockende Einschussmöglichkeiten der anrennenden Löwen. Man merkt dem Außenseiter allerdings an, dass das Weiterkommen nach Elfmeterschießen gegen Yunus Lemgo dem Selbstbewusstsein zuträglich gewesen ist, treten sie taktisch diszipliniert, resolut in den Zweikämpfen, mit einer sicheren Körpersprache auf. Don/Voß-Coach Sebastian Milde bekommt glänzende Augen, wenn er über die eigene Vorstellung spricht: „Wir waren extrem gut, haben genau das gemacht, was wir uns vorgenommen haben.” Nach 20 Minuten übernehmen allerdings die Jungs vom aktiv coachenden Christian Martens die Initiative, nehmen den Joystick der Partie in die Hand. „Wir waren da auch spielerisch die bessere Mannschaft”, meint Leo-Co-Trainer Jan Plöger. So ist es vollumfänglich im eigenen Sinne gewesen, dass der B1-Ligist zunächst Leopoldshöhe kommen lässt, um bei Ballbesitz mit einem schnellen Umschaltspiel zielstrebig und präzise das Mittelfeld zu überbrücken. Nach einer Viertelstunde Spielzeit ergibt sich nach diesem Schema eine aussichtsreiche Führungschance. Es geht allerdings torlos in die Kabine.

 

 

„Mindestens sechs Meter Abseits”

 

In der Pausenansprache reift die Zuversicht bei den Hausherren, die schnell realisieren, dass durchaus etwas möglich ist. Folglich wird die Offensiv-Power verstärkt, um auf die eigene Chance zu lauern. Das Führungstor erzielen jedoch die Westlipper. In der 63. Minute gelingt Posteher per Kopfball das 1:0. Zugeben muss Plöger, der Neuzugang vom BSV Leese: „Beim 1:0 haben wir Glück, denn ich glaube, jeder auf dem Platz, bis auf den Schiedsrichter, hat gesehen, dass das mindestens drei Meter Abseits waren.” Noch krasser sieht es sein Gegenüber: „Das waren mindestens sechs Meter Abseits”, schüttelt Milde nur verständnislos mit dem Kopf. Seine Jungs befinden sich nach intensiven Diskussionen mit dem Referee Stefan Wattenberg im Schockmodus, agieren sie in den Folgeminuten apathisch in der eigenen Verteidigung, schlucken wenige Augenblicke später nach einem Flachschuss in die rechte untere Ecke das 0:2 durch Niklas Parsiegla. Papaioannou streckt sich, doch kann den Einschlag nicht verhindern. Kurz schütteln sich die FC-Jungs, versuchen mit weiten Bällen aus dem Mittelfeld für Gefahrenmomente zu sorgen, doch es fehlt die Konsequenz im letzten Spielfelddrittel.

 

 

„Für uns zählt nur das Weiterkommen”

 

Milde blickt trotz des Ausscheidens zufrieden auf das Spiel zurück, resümiert im Lippe-Kick-Gespräch: „Aus den Möglichkeiten, die wir hatten, haben wir das herausgeholt, was ging. Mit dem Ergebnis können wir zufrieden sein. Das ist ein ganz normales Ergebnis gegen einen A-Ligisten. Wir haben gut dagegengehalten, uns nicht abschlachten lassen”, mindert dieser Pokal-K.o. keineswegs die Vorfreude auf den Liga-Auftakt. Überrascht worden ist Plöger definitiv nicht, spricht er gegenüber Lippe-Kick doch vom „erwartet schweren Pokalspiel gegen eine sehr gut eingestellte und kämpferische Truppe von Don/Voß.” Was die Rädchen nicht wie gewünscht ineinander greifen lässt: „Dazu muss man sagen, dass wir nicht unseren besten Tag hatten und vieles vermissen haben lassen von den Sachen, die uns eigentlich stark machen.” Ahnungsvoll zeigt sich der Sturm-Tank in seinem finalen Statement: „Für uns zählt nur das Weiterkommen. Dass es gegen B-Ligisten kein Spaziergang ist, haben andere A-Ligisten heute, denke ich, deutlich erkennen müssen.”

 

Fazit: Mit dem zweiten Treffer zieht Leopoldshöhe den Stecker bei den aufopferungsvoll kämpfenden Hausherren, denen aber die Überzeugung in den finalen Szenen fehlt. Die Westlipper reißen sich kein Bein aus, tun das, was für den Erfolg nötig ist, um sich für die dritte Runde zu qualifizieren. Donop/Voßheide hat sich gut präsentiert, doch es langt einfach nicht zum Sprung in Runde drei.

 

Tore:

0:1 Philipp Posteher (63. Min.)
0:2 Niklas Parsiegla (67. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
30. August 202090'Kreispokal Lemgo2020/212. Runde

Spielort

Eichenstadion
20, Alte Chaussee, Donop, Blomberg, Kreis Lippe, Regierungsbezirk Detmold, Nordrhein-Westfalen, 32825, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
FC Donop-Voßheide000Loss
TuS Leopoldshöhe022Win

More in