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Don/Voß-Strohfeuer erlischt schnell

Spielbericht

 

 

(hk). Das Erfolgs-Aufflackern war schön, aber nur von kurzer Dauer. Lediglich ein flüchtiges Strohfeuer war das emotionsgeladene 3:2 über den SV Wüsten. Das Heimspiel gegen den VfL Lüerdissen II geht für den FC Donop/Voßheide mit 0:2 verloren. Positives Denken kann sich durchaus auch auf die Ergebnisse auswirken. Dessen ist sich auch der freudestrahlende VfL Lüerdissen II-Coach Dragan Sumanovic bewusst, der beim Fußball-Portal seines Vertrauens aus dem Nähkästchen plaudert. „Insgeheim hoffe ich vor jedem Spiel, dass wir gewinnen. Das ist mein Naturell.“ So ist der Startschuss stets mit einem Zähler bedacht. „Ob es mehr Punkte werden oder keiner nach 90 Minuten herausspringt, hängt von der Mannschaft ab.“ Diese lässt ihn im Donoper San Siro nicht im Stich.

 

Ob groß, ob klein, der Grieche lädt euch ein! Wir haben nicht nur Gyros, den alten Mythos!

 

 

Von Henning Klefisch

 

Die Königsblauen verpassen es, den Schwung vom berauschenden Sonntags-Sieg hinein in dieses Spiel zu transportieren. Es fehlt das Selbstverständnis im eigenen Spiel, sind es technische Unsauberkeiten und eine fehlende Wachsamkeit, die bei Don/Voß zu beobachten sind. Bei der Eroberung der zweiten Bälle sind die Hausherren meist nur der zweite Sieger, fehlt die angemessene Kommunikation untereinander, weshalb ohne Esprit weite Schläge probiert werden, denen aber die Idee fehlt. Die beiden Torchancen vergibt der FC. Ein Distanzversuch ist dabei. Ganz anders sind da die Lüerdisser unterwegs, hat Adler-Auge Sumanovic (Bild rechts) bereits nach einer Viertelstunde erkannt, dass der eigene Match-Plan von seinem Team mit Leben gefüllt wird. Ihn freut es außerordentlich: „Wir waren griffig und präsent in allen Mannschaftsteilen. Wir haben im Mittelfeld gepresst, sind auf den Ballführenden gleich draufgegangen, haben die Gegenspieler zugestellt“, was zu einer extremen Chancenarmut für die Hausherren führt. Da das Lüerdisser-Stellungsspiel äußerst clever die Räume eng macht, sinnvoll verschiebt, ist Ebbe im Don/Voß-Angriffsspiel erkennbar, versanden viele Zuspiele in die Spitze.

 

Kehrmann als Tor-Butler für Karadan

 

A. Karadan

Zu Beginn der zweiten Halbzeit scheint Donop/Voßheide das Spiel auf seine Seite zu ziehen, kassieren aber nach einem „Kullerball“, wie ihn Milde bezeichnet, durch Ayhan Karadan zehn Minuten nach dem Seitenwechsel das 0:1. Philipp Gronemeier serviert zuvor per Eckball. Florian Kehrmann nimmt den abgewehrten Ball von der halblinken Position auf, macht den Tor-Butler, chippt das Objekt der Begierde zu Karadan, der aus zentraler Position die Kugel im gegnerischen Gehäuse unterbringt. Vom Innenpfosten prallt die Kugel in das Tor. „Das hat bei uns noch einmal richtig einen Motivationsschub gegeben

Florian Kehrmann

und wir spielten weiter auf das 2:0“, freut sich Sumanovic, der weiter fortführt: „Was mein Team geackert und sich reingebissen hat in das Spiel, das war unglaublich.“
Kampfstark und läuferisch sehr umtriebig rennt Don/Voß an, versucht viel, doch der gegnerische Strafraum mutiert zu einem unbekannten Terrain. Effektiver sind die Lüerdisser, die in der 80. Spielminute durch Eugen Born auf 2:0 erhöhen. Born bekommt die Kugel in der eigenen Hälfte, sprintet über eine 30-Meter-Distanz und schiebt überlegt zum 2:0 in die lange Ecke.

 

„Über weite Strecken das Spiel dominiert“

 

Milde klagt bei Lippe-Kick sein Leid: „Nach dem 0:2 haben wir gekämpft wie Sau, aber irgendwie kamen wir nicht durch und hatten auch wieder Möglichkeiten. So ist das leider, wenn du nicht den Ball vernünftig aufs Tor bekommst.“ Sehr angetan von der Vorstellung seiner Mannschaft zeigt sich Dragan Sumanovic, lobt er sein Team ausdrücklich: „Was mein Team geleistet hat, verdient ein Extra-Lob“, müsse man doch solch eine „sehr spielstarke und lauffreudige Mannschaft“ erst einmal „so besiegen.“ All dies ohne Verstärkung aus der eigenen Erstvertretung, was häufig in den Vorberichten von gegnerischen Trainern „suggeriert“ wird. „Das war ein Anliegen meiner Mannschaft, das richtigzustellen“, soll die Qualität der Zweitvertretung dadurch explizit hervorgehoben werden. Schlussendlich bilanziert ein entspannter Dragan Sumanovic: „Wir haben über weite Strecken das Spiel dominiert und sehr viel investiert und somit verdient gewonnen.“

 

„Wir müssen jetzt erst recht Gas geben“

 

Wenn man selbst offensiv harmlos ist, im Abwehrbereich patzt, dann bleibt es eben bei einer 0:2-Niederlage. Eine „bittere“, wenn man Mildes Worten lauscht. Enttäuscht fortführend: „Lüerdissen hat echt gut gespielt und versucht, mit langen Bällen uns in Gefahr zu bringen. Am Ende müssen wir uns als Verlierer betiteln und müssen jetzt den ganzen Frust am Sonntag von uns spielen!“ Am Sonntag geht es gegen die SG Bentorf/Hohenhausen II, die mit 3:1 die FC-Reserve am vergangenen Spieltag bezwungen hat. Die bereits dritte Niederlage besitzt für die Königsblauen eine Signalwirkung: „Das war für uns ein deutliches Zeichen, dass wir jetzt erst recht Gas geben müssen, um weiter an den Top 5 dranzubleiben. Lüerdissen II ist für mich die Überraschungs-Mannschaft der Saison. Da werden einige sich die Zähne ausbeißen“, beglückwünscht er die Gäste. Seine Jungs sollen nach dieser unangenehmen Niederlage weiterhin den Kopf oben behalten, um im dritten Heimspiel in Serie am Sonntag endlich wieder dreifach zu punkten.

 

 

Fazit: Ein völlig verdienter Lüerdisser Sieg. Für den FC gilt: Einige gute Minuten nach dem Seitenwechsel reichen bei weitem nicht aus, die Hausherren überzeugen fußballerisch nicht. Sie agieren zu planlos mit langen Bällen, die das gegnerische Gehäuse nur selten in Schwierigkeiten manövrieren.

 

Tore:
0:1 Ayhan Karadan (55. Min.)
0:2 Eugen Born (80. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
30. September 202090'Kreisliga B1 Lemgo2020/215

Spielort

Eichenstadion
20, Alte Chaussee, Donop, Blomberg, Kreis Lippe, Regierungsbezirk Detmold, Nordrhein-Westfalen, 32825, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
FC Donop-Voßheide000Loss
VfL Lüerdissen II022Win

Gaststätte Wittelmeyer – Der Grieche

Marktkauf Wiele

Wirtshaus Zum Raben

Pizzeria Rustica

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