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Müssen, wie es stürmt und lacht

Spielbericht

(hk). Dieser BSV Müssen bereitet eine riesengroße Freude. Der Premieren-Sieg über den TuS Horn-Bad Meinberg scheint reinigende Wirkung zu besitzen. Im Duell der Überraschungsmannschaften zieht die FSV Pivitsheide den Kürzeren und verliert mit 1:5 in Müssen. Fassungslosigkeit ist derweil im Lager der FSV Pivitsheide anzutreffen.

 

Von Henning Klefisch

 

 

C. Grün

Im ersten Abschnitt hat der Gastgeber alles im Griff, lässt den Ball gut durch die eigenen Reihen laufen und veranlasst die Gäste zu einer ausführlichen Laufeinheit. BSV-Coach Jan Brinkmann hat rund „80 Prozent Ballbesitz“ für seine Mannschaft konstatiert. Die Gäste rühren zunächst Beton an, wollen ihr eigenes Gehäuse verteidigen, um dann mit blitzschnellen Umschaltaktionen zum Erfolg zu kommen. Da die Müssener Restverteidigung hervorragend funktioniert, verpuffen viele Versuche bereits im Entstehen. Einzig bei einem schlampigen Müssener-Spielaufbau ziehen die Schwarz-Gelben ihren Nektar, entwickeln selbstständig nur wenig Torgefahr. Das einzige Tor der ersten Halbzeit markiert Christopher Grün in der 31. Spielminute. Dem geht ein „katastrophaler Fehler“ der Gäste voraus, die sehr gönnerhaft den Ball herschenken. Der BSV-Coach bedauert jedoch: „Wir hätten viel höher als mit 1:0 führen müssen.“ Mehr Ertrag für den großen Aufwand hätte sich Brinkmann von seinem Team gewünscht. FSV Pivitsheide-Trainer Dennis Brokmann stimmt seinem Gegenüber hier zu, wählt eine klare Rhetorik für den Auftritt seiner Mannschaft: „Wir haben in der gesamten ersten Halbzeit keinen Fußball gespielt und wirklich keine Einstellung gezeigt“, fehlt ihm vor allem die Einstellung, das Abrufen der talentfreien Tugenden wie Laufen und Kämpfen.

 

Demmer mit einem Sonntags-Hammer

Der BSV Müssen gönnt sich in der Frühphase der zweiten Hälfte ein kurzes Nickerchen. Sie laden Tilman Demmer christlich zum Torerfolg ein, wird der Gast im Zentrum nicht gestört. Dieser bedankt sich mit dem Ausgleichstor in der 47. Spielminute. Demmer knallt den Ball per Traumtor in die gegnerischen Maschen, dies mit dem ersten Torschuss für sein Team. Das 1:1 gleicht einem Wirkungstreffer, denn in der Folgezeit sind die Pivitsheider zunehmend besser drin im Spiel, trauen sich mehr aus der Deckung, initiieren auch selbstständige Offensivaktionen. Mehr Gelassenheit im eigenen Spielvortrag ist erkennbar, werden die Angriffszüge planvoll vorbereitet, dann gut, aber nicht erfolgreich, abgeschlossen. „Sie haben zwar mehr gemacht, aber auch nicht richtig konsequent. Sie haben davon profitiert, dass wir die Bälle selber hergeschenkt haben durch ein schlechtes Aufbauspiel“, erklärt Brinkmann via Lippe-Kick. Der famos reagierende Ole Kretschmann im Müssen-Gehäuse pariert glänzend, als ein FSV-Akteur beherzt auf ihn zuläuft, Kretschmann aber als Sieger aus diesem Duell hervorgeht. Der BSV-Coach gibt zu: „Ich weiß nicht, wie wir reagiert hätten, wenn wir dieses Gegentor geschluckt hätten.“

 

„Völlig unerklärlich, wie man so auftreten kann“

Thorben Pöhl

Statt im Hintertreffen liegt nach einem verwandelten Handelfmeter von Bennet Kuhlmann aber plötzlich der Aufsteiger wieder in Führung. „Wenn man die Regel verstanden hat, ist dieser berechtigt“, so das Urteil von Jan Brinkmann bei Lippe-Kick. So hat der FSV-Akteur bei einem Müssener-Torschuss die Körperfläche mit seiner Hand verbreitert, dies durch eine unnatürliche Armhaltung. Dieses 2:1 hebt die Laune und die Spielfreude bei den Blau-Weißen, die selbstbewusst in der Schlussphase drei weitere Tore erzielen. Oussama Mghairi Mesbah (82. Min.), Thorben Pöhl (90. Min.) und Jonas Dosch (90. + 1 Min.) dealen den 5:1-Kantersieg. Brinkmann bilanziert:„Durch die etwas ansprechendere Leistung von Pivitsheide Anfang der zweiten Halbzeit ist das 5:1 vielleicht ein bisschen zu hoch ausgefallen. Ein klarer Sieg war durchaus verdient.“ Konsterniert ist Brokmann, was nach dem 1:2 von seiner Equipe so angeboten wird: „Nach dem 1:2 lassen wir uns ohne Gegenwehr abschießen. Uns hat komplett die Einstellung gefehlt, völlig unerklärlich, wie man so auftreten kann.“ Hier werden wohl noch deutliche Worte fallen.

 

Fazit: Ein absolut berechtigter Sieg, da die Pivitsheider nach dem 1:2 wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen. Müssen bestimmt den ersten Abschnitt, hätte sich hier eine komfortable Führung herausschießen können, wackelt bis Mitte der zweiten Halbzeit, um mit dem 2:1 auf den Erfolgspfad einzubiegen. Erschreckend, wie teilnahmslos die Brokmänner nach dem zweiten Gegentor sind.

 

Tore:

1:0 Christopher Grün (31. Min.)

1:1 Tilman Demmer (47. Min.)

2:1 Bennet Kuhlmann (per Eigentor; 72. Min.)

3:1 Oussama Mghairi Mesbah (82. Min.)

4:1 Thorben Pöhl (90. Min.)

5:1 Jonas Dosch (90. + 1 Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
4. Oktober 202090'Kreisliga A Detmold2020/217

Spielort

Sportplatz Müssen
11, Hörster Straße, Müssen, Lage, Kreis Lippe, Regierungsbezirk Detmold, Nordrhein-Westfalen, 32791, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
BSV Müssen145Win
FSV Pivitsheide011Loss

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