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Schlangen punktet spät gegen acht Sportfreunde

Spielbericht

(ab). Die Sportfreunde Berlebeck-Heiligenkirchen verlieren beim FC Fortuna Schlangen nach 3:1-Führung nicht nur zwei Punkte, sondern nach Platzverweisen auch gleich drei ihrer Spieler. Den 3:3-Endstand erzielt die Fortuna in der fünften Minute der Nachspielzeit.

 

 

Aber eigentlich beginnt das Spiel ziemlich gut für die SF BHK, die von Beginn an gut im Spiel sind und zwei berechtigte Elfmeter zugesprochen bekommen, die Arne Seehrich beide verwandeln kann. Nach zehn Minuten steht es bereits 2:0 für die Gäste und es sieht nach einem entspannten Nachmittag aus. Doch der Eindruck soll noch gewaltig täuschen, trotz weiterer guter Chancen, die von Georg Adam oder Tim Haskins allerdings nicht genutzt werden können. Auf der Gegenseite hat Luca Heise (Bild links) eine gute Chance auf den Abschluss, hat aber zu viel Zeit zum Nachdenken. „Bei Torabschlüssen darf er nicht mehr nachdenken. Er muss einfach dann auf Autopilot stellen, weil dann funktioniert er irgendwie, ist eiskalt und sobald er anfängt nachzudenken, kommen zu viele Sachen auf einmal“, so Fortuna-Betreuer Andre Jesse. Statt selbst den Abschluss zu suchen, legt er nochmal quer, die Chance verpufft. Erst kurz danach ist Heise eiskalt, schiebt den Ball am Torwart vorbei zum 1:2 ins Netz. Klares Abseits, meint SF-Coach Jan Schaper: „Schlangen steht mit zwei Spielern zehn Meter in der gegnerischen Hälfte im Abseits und am langen Ball, den die spielen, ist ein Verteidiger von uns dran und berührt den Ball. Und da sagt der Schiedsrichter, wir haben eine neue Spielsituation, und deswegen wäre es kein Abseits. Habe ich so noch nicht gesehen.“

 

Rot für Schiewe, Adam erhöht trotzdem

Eine Viertelstunde später nimmt das Unheil für die Sportfreunde seinen Lauf. Nach einem Laufduell zwischen Timo Schiewe und einem Fortuna-Kicker fällt letzterer hin, der Unparteiische entscheidet auf Notbremse und schickt Schiewe mit rot vom Platz. Doch auch mit einem Mann weniger haben die Gäste „das Spiel im Griff“, so Schaper. Georg Adam (Bild rechts) kann vor der Pause sogar noch das 3:1 für die Sportfreunde Berlebeck-Heiligenkirchen erzielen. Die Gäste gehen mit einem Zwei-Tore-Vorsprung, aber mit einem Mann weniger, in die Pause. Und nach der Pause machen die Hausherren das, was die Fortuna ausmacht: „Wir haben gekämpft. Viele, viele Wege, viele, viele Pässe, viele, viele Zweikämpfe, die umsonst waren“, so Jesse, aber es führt zum Erfolg. Eine Viertelstunde vor Schluss kann Moritz Voß auf 2:3 stellen. Der Fortuna-Betreuer meint zudem: „Berlebeck hat nur diskutiert mit dem Schiedsrichter, die ganze Zeit. Die komplette Bank war nur fokussiert auf den Schiedsrichter, wo ich jetzt erwartet hätte, dass diese Bank, Team, Ersatzspieler, Verletzte, diese Energie hätten nutzen sollen, um ihr eigenes Team anzufeuern, zu pushen, zu coachen, wie auch immer. Ich finde, dass das absolut ausschlaggebend war für die spätere Situation.“

 

Auch Sallan und Grundmann fliegen vom Platz

Denn für die Sportfreunde kommt es nun knüppeldick. Erst leistet sich Hüzeyfe Sallan eine Undiszipliniertheit in Form von zwei taktischen Fouls innerhalb weniger Minuten, für die er jeweils gelb bekommt, also ebenfalls vorzeitig zum Duschen geschickt wird. Die spielentscheidende Szene spielt sich allerdings in der Nachspielzeit ab, wie Jan Schaper erläutert: „Ein Freistoß aus dem Halbfeld, wie es den immer gibt als letzte Spielaktion. Der Torwart geht mit nach vorne, fällt einmal hin, der Schiri ermahnt ihn und Max Schnitzerling bei uns und danach wird der Freistoß ausgeführt. Der Torwart fällt dann wieder hin, der Schiedsrichter pfeift direkt Elfmeter.“ Den verwandelt Gabriel Bailman (Bild links) zum 3:3-Endstand. Bei dieser Szene sieht übrigens auch Marius Grundmann noch gelb-rot, „weil er den Schiedsrichter darauf hingewiesen hat, dass der Torwart genau das angekündigt hat“, so Schaper. So endet das Spiel ohne Sieger und mit nur noch acht Sportfreunden auf dem Platz. Insgesamt konnte man mit dem jungen Unparteiischen „gut reden“, wie der SF-Coach meint, „aber irgendwie wollte er immer das letzte Wort haben.“

 

Schaper: „Mit elf gegen elf haben die ein ganz schön dickes Brett zu bohren“

„Man kann Schlangen gratulieren, dass sie da irgendwie immer daran geglaubt haben, bei dem Schiedsrichter, glaube ich, ist es denen auch leichtgefallen. Für uns war es bitter, wobei wir auch sagen müssen, diese sechzig Minuten, die wir in einfacher Unterzahl spielen und dann am Ende die letzten zehn in doppelter Unterzahl die acht beziehungsweise neun Feldspieler das sehr gut. Wir verschieben gut, wir lassen keine Torchance zu. Das ist super. Aber am Ende lassen wir uns dann anstecken von einer Leistung von einem jungen Schiedsrichter, der das wahrscheinlich auch nicht nochmal so macht, der wird damit auch nicht zufrieden gewesen sein. Wir hätten vielleicht nicht so darauf eingehen dürfen, wobei man auch sagen muss, diesen Elfmeter am Ende, dem muss er erklären, also den zu pfeifen. Das ist das, was diesen Punktverlust dann wirklich auch sich so anfühlen lässt. Und normalerweise ist Mark Meinhardt ein sympathischer Trainer, den würde ich jetzt auch zum Punktgewinn gratulieren zu Hause. Aber der ist am Ende auch schmunzelnd weggegangen, weil er wahrscheinlich sich auch dachte, mit einem anderen Schiedsrichter gewinnen die nicht. Und mit elf gegen elf haben die ein ganz schön dickes Brett zu bohren gegen uns, aber so ist es nun mal. Jetzt haben wir vierzehn Tage frei und müssen das mal sacken lassen und dann werden wir uns wieder auf den nächsten Gegner vorbereiten und da gibt es dann auch wieder drei Punkte zu vergeben“, so das Abschlussplädoyer von Jan Schaper.

 

Jesse: „Können für Überraschungen sorgen“

Andre Jesse hat vor der Saison davon geredet, dass für die Fortuna „die Möglichkeit besteht, für die ein oder andere Überraschung gut zu sein. Ich würde so ein Spiel dazu zählen. Es waren kämpferisch einfach super, die Zuschauer haben uns komplett unterstützt. Das Ende vom Lied ist, dass wir zu Hause gegen Berlebeck-Heiligenkirchen 3:3 gespielt haben nach 1:3-Rückstand. Ich bin ja immer stolz auf die Jungs, egal was sie für ein Ergebnis abliefern, außer Brakelsiek/Wöbbel, weil das war null, das war ja keine Mannschaft.“

 

Fazit: Die Sportfreunde Berlebeck-Heiligenkirchen scheinen das Spiel eigentlich im Griff zu haben, hadern dann aber zu sehr mit den Entscheidungen des Schiedsrichters. Schlangen nutzt das aus und kommt zu einem überraschenden, aber nicht unverdienten Punktgewinn.

 

Tore:

0:1 Arne Seehrich (5. Min., 11m)

0:2 Arne Seehrich (10. Min., 11m)

1:2 Luca Heise (17. Min.)

1:3 Georg Adam (45. + 1. Min.)

2:3 Moritz Voß (75. Min.)

3:3 Gabriel Bailmann (90. + 5. Min., 11m)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
11. Oktober 202090'Kreisliga A Detmold2020/218

Spielort

Rennekamp
Badstraße 2a, 33189 Schlangen, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
FC Fortuna Schlangen123Draw
SF Berlebeck-Heiligenkirchen303Draw

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