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Sunny-Boy Wiebe lässt Rüsche strahlen

Spielbericht

(hk). Wenn ein Spieler diesen Siegtreffer in der zweiten Minute der Nachspielzeit verdient hat, dann ist es Sunny-Boy Marvin Louis Wiebe. Unzweifelhaft der freundlichste Kicker, den der Autor dieser Zeilen kennt. Stets ausgeglichen, immer einen Gruß auf den Lippen, dazu auch fußballerisch ein – trotz seines Teenager-Status – echter Gewinn für die SG Hiddesen/Heidenoldendorf. Mit dem letzten Angriff der Partie schießt der diesjährige Auswahlspieler zum späten 2:1-Siegtor gegen den TuRa Elsen ein. Trotz des ultraspäten Erfolges ist dieser Sieg für SG-Coach Markus Rüschenpöhler „hochverdient.“ TuRa Elsen-Coach Andreas Hagenbrock zeichnet es aus, dass er die Dinge beim Namen nennt. „Kein gutes Bezirksliga-Spiel auf einem ganz, ganz niedrigem Niveau. Wenig Fußball, viel Krampf“, ist dies nach seiner Bewertung der ausgewachsenen Abstiegsangst zuzuordnen.

 

Von Henning Klefisch

 

M. Wiebe

Fußballerisch deckungsgleich entwickelt sich der erste Spielabschnitt verfügt der Gastgeber über mehr Ballbesitz, doch Elsen hat viel Pech bei einem Pfosten-Kopfball. Die Schwarz-Weißen wählen dieses bewusste Stilmittel der Standards ganz gezielt, verteidigt die Spielgemeinschaft dieses Stilmittel meist äußerst konsequent. Selbst wird sie zweimal konkret beim Torabschluss. In den ersten 45 Minuten bleibt vieles Stückwerk, bleibt der Spielvortrag auf beiden Seiten meist in Ansätzen stecken. Die Hausherren müssen an diesem unglücklichen Spieltermin den Ausfall von zahlreichen wichtigen Korsettstangen kompensieren, ist vielleicht auch deshalb alles etwas zähflüssig.

 

Hottenträger als Scharfschütze

 

Im zweiten Abschnitt steigt die Agilität der Spielgemeinschaft, pressen sie fleißig. Dies wird elf Minuten nach dem Wiederanpfiff belohnt, denn Jannik

Ja. Sprengelmeyer

Sprengelmeyer köpft das erste Tor dieser Partie. Nur 60 Sekunden später egalisiert Leon Hottenträger mit einem abgefälschten Geschoss aus 22 Metern Torentfernung. Die daraus resultierende Bogenlampe schlägt hinter HH-Fänger Tim Bukowski in seinem Netz ein. „Sehr unglücklich. Da war Pech dabei“, nörgelt Markus Rüschenpöhler im Lippe-Kick-Gespräch. Allerdings steht für ihn auch völlig realitätsnah fest: „Wer nicht schießt, der kann auch nicht treffen.“ Die Spielgemeinschaft bleibt hochmotiviert, tut viel, um erneut in Führung zu gehen, doch es wirkt wild, wenig geplant, wie vorgegangen wird. Rüschenpöhler verlangt aber auch nicht das perfekte Spiel, konstatiert er voller Genugtuung: „Der Wille, die Leidenschaft, der Einsatz war richtig gut.“ Der Lernfaktor ist vorbildlich, denn die jungen Fohlen ziehen die angemessene Quintessenz aus vergangenen Fehlern, haben eine Absicherung im eigenen Spiel, weshalb das Risiko geschickt minimiert wird. Trotz der existenten Schwächen hat der Aufsteiger aus der A Detmold Torraumsituationen. Shootingstar Julian Jobstmeier etwa vergibt aussichtsreich. Völlig verrückt geht es in der 89. Minute zur Sache. Nach einem Standard schießt Ingo Schmitz auf das Elsener-Tor, trifft dabei den gegnerischen Fänger per Headshot. Dieser pariert unfreiwillig und herausragend. Umso größer fällt die Freude nach dem anschließenden Eckball aus, den oben angesprochener Wiebe per Kopf nach einem Lieferservice von Michael Thissen zum frenetisch bejubelten Siegtor versenkt.

 

„Wissen, dass wir noch nichts erreicht haben“

 

M. Rüschenpöhler

Was waren die erforderlichen Voraussetzungen für diesen Triumph? „Wir haben immer daran geglaubt, wollten unbedingt. Wir waren läuferisch und kämpferisch voll da. Das war schon sehr gut.“ Im fußballerischen Bereich ist noch reichlich Luft nach oben. Dafür ist der Druck, der vor diesem wichtigen Spiel um den Klassenerhalt herrscht zu gewaltig, lähmt dieser zumindest teilweise die Beine der Protagonisten. Der Zweck heiligt die Mittel, zählt die Einfuhr drei weiterer Big Points im Kampf um den Klassenerhalt. Extrem unglückselig gestaltet sich die Situation für den verletzten Elsen-Kicker Christopher Fröhleke, der sogar mit dem Krankenwagen abtransportiert werden muss, weshalb die Partie für eine Viertelstunde unterbrochen werden muss. Hätte man Markus Rüschenpöhler vor dieser Saison angeboten, dass sein Team mit 25 Punkten die Hinserie beendet, hätte er dies wohl sofort unterschrieben. Der Fußball-Professor hat jedoch genügend Intelligenz intus, um auf die Euphoriebremse zu treten. „Wir wissen, dass wir noch nichts erreicht haben.“ Bis zur langen Winterpause stehen noch drei Partien gegen Mannschaften aus dem oberen Ranking an. Gegen diese Schwergewichte hat sich die Spielgemeinschaft bis dato relativ leicht getan. Der Delbrücker SC II etwa hat unlängst beim 4:1-Auswärtserfolg in Barntrup bewiesen, dass er ein ganz starkes Team verkörpert. Hier spricht der clevere Rüschenpöhler ebenso über die Einfuhr von Bonuspunkten wie bei den dann folgenden Partien gegen den Post TSV Detmold und SV Atteln. Er weiß: Würde es mit drei Pleiten in Serie in die Pause gehen, bleibt der letzte, dann schlechte Eindruck. Die tolle Hinrunde wäre getrübt.

 

Hagenbrock sieht einen „gebrauchten Tag für uns“

 

Hagenbrock mutmaßt, dass sein Team sich im Schockzustand befindet, da Fröhleke in der 72. Spielminute sich so schwer verletzt hat. Die Tatsache, dass sein Team in der extrem späten Spielphase das entscheidende Gegentor schluckt, bezeichnet er als „bitter“, zugleich „passend“ zu diesem Nachmittag, der ganz und gar nicht den Gästen in die Karten spielt. Von einem „gebrauchten Tag für uns“ spricht der eloquente Coach, der spielerisch beide Teams auf einem mickrigem Niveau angesiedelt sieht. Allerdings ordnet er die Bedeutung dieser knappen Auswärtsniederlage ein: „Durch die schwere Verletzung tritt das Ergebnis völlig in den Hintergrund.“

 

Fazit: Die Meinungen der beiden Trainer divergieren entscheidend. SG Hiddesen/Heidenoldendorf-Trainer Markus Rüschenpöhler betrachtet den Heimerfolg als einen verdienten. Anders sein Gegenüber Andreas Hagenbrock, der eine Punkteteilung als leistungsgerecht empfunden hätte.

 

Tore:
1:0 Jannik Sprengelmeyer (56. Min.)
1:1 Leon Hottenträger (57. Min.)
2:1 Marvin Louis Wiebe (90. + 2 Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
23. November 201990'Bezirksliga Staffel 32019/2017

Spielort

Sportplatz Heidenoldendorf
Niedernfeldweg 12, 32758 Detmold, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
SG Hiddesen/Heidenoldendorf022Win
TuRa Elsen011Loss

Dorothea Design

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