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TSV Schötmar II — SV Werl-Aspe II

Spielbericht

Stammkeeper Ümit Can-Ok macht den Matchwinner

(hk). Die Laune beim TSV Schötmar II ist prächtig. Der Grund dafür ist leicht verständlich. Mit einem 3:2-Heimsieg wird die Reserve des SV Werl-Aspe im Derby besiegt. TSV II-Spielführer Ersan Dargecit jubelt gutgelaunt: „Es war ein Spiel mit großem Spaßfaktor.“ So ist die Lockerheit in diesem Nachbarschaftsduell Trumpf, gibt es neben den fünf Toren auch zahlreiche Einschussmöglichkeiten.

Von Henning Klefisch

Das Trainerduo-Alexander Ruge/Christoph Schlautkötter muss einmal mehr Kreativität in der Aufstellung beweisen. Die Stamminnenverteidigung mit Sören Krack (Urlaub) und Timo Höcke (Sperre) fehlt. Kurzfristig haben Boris Bergheim und Florian Rausch abgesagt. Da das Spiel ergebnistechnisch keine allzu große Relevanz besitzt, wird munter durchgewechselt. „Wir starteten insgesamt druckvoll und drängten den TSV in die eigene Hälfte. Der Ball lief nicht ganz rund durch unsere Reihen, dennoch hatten wir Überhand bei den Spielanteilen“, schildert Werl-Aspe II-Kicker Marius Grimm (Bild rechts) die Szenerie. Nach seiner Einschätzung forcieren die Schötmaraner ihr Spiel vor allem mit langen Bällen. Diese werden durch die Schnittstellen gespielt, um die Angreifer in Szene zu setzen. Oft gelingt dies nach Grimms Ansicht aber nicht. Auch die eigenen Angriffsbemühungen sind nicht von Erfolg geprägt. Überhastet und unkontrolliert werden die Chancen vergeben. In der 20. Spielminute ist es Utku Karacan, der mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze abschließt. SV II-Fänger Knuth Stickdorn hält diesen zunächst zwar noch, lässt ihn aber letztlich doch durch die eigenen Hände gleiten. „Durch diesen mehr als unglücklichen Treffer gepusht drangen wir noch mehr auf das TSV-Tor und wurden belohnt“, gelingt Daniel Worthmann nur drei Minuten später das Ausgleichstor. Jonas Ullmann bringt die Asper in der 35. Spielminute sogar erstmals in dieser Begegnung in Führung. Nach einem gescheiterten Klärungsversuch nach einem Eckball ist es Fatih Gürel, der aus zweiter Reihe das 2:2 markiert. Keine Chance hat in dieser Szene Stickdorn, der die Kugel zu spät sieht und machtlos ist. Grimm konstatiert etwas enttäuscht: „Sehr bitter dieses Pausen-Unentschieden. Ein 2:0 auf unserer Seite wäre hier deutlich gerechter gewesen. Insbesondere da wir hier noch deutlich mehr aus unseren Chancen hätten machen müssen“, ist es die unzureichende Effizienz, die ihn stört. Er rechnet vor, dass es sogar „zwei, drei 1000-prozentige Torchancen“ gegeben hat, die nicht verwertet werden. Grimm bedauert, dass sein Team nicht für mehr Klarheit in solchen Szenen gesorgt hat.

Aspe-Ärger über das Siegtor

Ein anderes Spiel entwickelt sich in den zweiten 45 Minuten. Schötmar II agiert konzentrierter und passsicherer, während Aspe in diesen Bereichen nachlässt, zudem auch mit schwindenden Kräften zu kämpfen hat. Die Hausherren forcieren ihr Offensivspiel, pressen früh. „Aber zwingend war hier auch nicht viel“, beurteilt der Gästekicker. Seine Truppe sieht er auch in dieser Spielphase keineswegs als chancenlos. Dennoch fehlt die nötige Torgefahr. „Beide Seiten waren gewillt, hier die Entscheidung zu bringen, doch es sollte eigentlich nicht sein“, haben sich offenbar beide Teams mit einer Punkteteilung abgefunden. Dargecit (Bild links) findet: „Als Erlöser kam dann unser Torwart Ümit-Can Ok ins Spiel. Aufgrund einer Schulterverletzung saß er dieses Spiel auf der Bank und wurde als Feldspieler eingewechselt“, ist es der gut kickende Fänger, der für die Wende in diesem Spiel sorgt. Eine Viertelstunde vor dem Schlusspfiff wird Ok zum Matchwinner. „Er bekam einen langen Ball über die linke Seite, lief los wie der brasilianische Ronaldo zu seinen besten Zeiten, zog in den Strafraum und schoss den Ball ganz locker ins kurze Eck“, ist dieses Tor wahrlich von einer beeindruckenden Schönheit gewesen. Sein Capitano lobt den „No-Look-Schuss“, auch die „Leichtigkeit“, dass man denkt, er hat sein ganzes Leben nichts anderes gemacht als Tore schießen.“ Damit der Matchwinner auch seinen verdienten Szenenapplaus erhält, ist er nach dem Treffer direkt ausgewechselt worden. Weitere Tore auf beiden Seiten wurden trotz bester Gelegenheiten aber verpasst.

Grimm über den Schiri-Ärger

Was Grimm wirklich stört: „Um hier dennoch einen Sieger zu haben, half der Unparteiische dem Gastgeber ungemein, als er die Abseitsposition (mindestens drei Meter) vor dem dritten Treffer nicht erkannte.“ So ist sein Mitspieler Alexander Peters in dieser Szene im direkten Duell ohne Chance gewesen. Einen Kritikpunkt an sein Team möchte er dennoch nicht außer Acht lassen. So habe seine Truppe schlichtweg das Fußballspielen in der Schlussphase vergessen, dabei den Mund mehr als die Beine bewegt. Die unrühmliche Konsequenz der fehlenden Fokussierung: „So fanden wir keinen Weg durch die tiefstehende Gastgebertruppe.“ Ergo bekommt der TSV Schötmar II keineswegs unverdient die volle Punktzahl. „Wir gehen mit der Niederlage in die Sommerpause und wissen, woran wir arbeiten müssen, um es nächste Saison besser zu machen“, sind für Marius Grimm die Fehler offensichtlich.

Vorfreude allenthalben

Ersan Dargecit resümiert abschließend in guter Stimmung: „Wir sind froh, vor heimischem Publikum die Saison mit einem Sieg beendet zu haben und freuen uns schon auf die nächste Saison.“ Etwas anders gestaltet sich hingegen die Laune von Gästekicker Marius Grimm, der in diesem Spiel „quasi die komplette Zusammenfassung der Saison“ erkennt. Die kurzfristigen Ausfälle nerven ihn. Klarheit über den Kader gibt es erst kurz vor dem Anpfiff. Die Konsequenz: „Keiner weiß so recht, wo er hinlaufen muss/sollte. Wir kassieren sehr unglückliche Gegentore aber schaffen dennoch dranzubleiben.“ Auch hochkarätigste Möglichkeiten bleiben ungenutzt. Der Gegner hingegen nimmt die Fehler dankend an und trifft. Auch die nachlassenden Kräfte in diesem Spiel sind ein Spiegelbild für die gesamte Serie. „Auch spielen die Entscheidungen des Unparteiischen dem Gegner in die Karten. Alles im allen eine gegessene Saison, die man „vergessen“ sollte“, so Grimms Resümee. Was immerhin als positiv erachtet werden soll: „Einzig die Erinnerung, dass man so in der nächsten Saison nicht auftreten will, sollte bleiben. Wir haben viel zu tun, wissen aber auch, woran wir als erstes arbeiten müssen“, stimmt ihn dies doch hoffnungsfroh.

Fazit: Ein Sieg für den TSV Schötmar II, der aus Sicht der Gäste unglücklich zustande kommt. Sie hadern mit den Schiedsrichterentscheidungen, begehen leichte individuelle Fehler und haben unter der Personalmisere arg zu kämpfen. Schötmar II wechselt den Sieg ein, lässt sich auch vom Rückstand nicht verunsichern, gewinnt deshalb nicht unverdient.

Tore:

1:0 Utku Karacan (20. Min.)

1:1 Daniel Worthmann (23. Min.)

1:2 Jonas Ullmann (35. Min.)

2:2 Fatih Gürel (44. Min.)

3:2 Ümit-Can Ok (75. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
10. Juni 201890'Kreisliga B2 Lemgo2017/1830

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
TSV Schötmar II213Win
SV Werl-Aspe II202Loss

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