Connect with us

TuS WE Lügde — SG Hiddesen/Heidenoldendorf

Spielbericht

Hiddesen/Heidenoldendorf hält alle Trümpfe in der Hand

 

(hk). Den Matchball in Richtung Bezirksliga liegen gelassen hat der TuS WE Lügde vor rund 500 Zuschauern. Mit einem Heimsieg gegen die SG Hiddesen/Heidenoldendorf hätten die Hoffmänner das Ticket für den überkreislichen Fußball gelöst. Nach dem 1:1 in der heimischen Emmerkampfbahn müssen sie nun auf Unterstützung des FC Fortuna Schlangen hoffen, die mit einem Sieg den Lügdern Schützenhilfe gewähren. Alles in der eigenen Hand hat nunmehr Hiddesen/Heidenoldendorf, die ihrerseits mit einem Zähler vor heimischer Kulisse mit dann vier Punkten den Aufstieg packen würden, vorausgesetzt, sie gewinnen mit mehr als einem Tor Differenz. SG-Coach Markus Rüschenpöhler freut sich: „Insgesamt ein gutes Ergebnis, lässt es doch uns noch alle Chancen, aus eigener Kraft aufzusteigen.“ Es geht emotional zur Sache, beginnt die zweite Hälfte einige Minuten später, zieht der Rauch der blau-gelben Bengalos nur langsam vorüber.

 

Von Henning Klefisch

 

In einem torlosen ersten Abschnitt schaffen es die sonst so spielstarken Lügder nicht, sich Torchancen herauszuspielen. Es fehlt die richtige Schärfe, die Fokussierung in den eigenen Aktionen. Die Gäste sind tonangebend, vergeben drei hochkarätige und zwei halbe Einschussmöglichkeiten. Jannik Sprengelmeyer (Bild links) hat allein drei Abschlussaktionen und Christoph Rüschenpöhler köpft über das gegnerische Gehäuse. Hiddesen/Heidenoldendorf kontrolliert die Begegnung gegen die Westfälische Eiche, die ihren Fokus auf die Stabilisierung der eigenen Defensive legt, Manndeckung spielt. „In so einem Spiel muss man die wenigen Chancen ausnutzen“, prangert Rüschenpöhler im Lippe-Kick-Gespräch an. Auch TuS-Trainer Andreas Hoffmann muss zugeben: „So wäre eine Führung für Hiddesen/Heidenoldendorf verdient gewesen.“

 

Römisch-Ausfall wiegt schwer

 

In den zweiten 45 Minuten ist die Begegnung verteilter, sind die Abschlussaktionen jedoch von geringerer Qualität und Quantität im Vergleich zum ersten Durchgang. Die Hausherren sind in der Abteilung Attacke nunmehr besser unterwegs, bemühen sich mehr, in dem Wissen, mit einem Sieg bereits aufzusteigen. Richtig bitter für die „jungen Fohlen“: Valentin Römisch (Bild rechts) hat sich eine schwere Knieverletzung zugezogen, muss mit einem Krankenwagen abtransportiert werden. Ein geknickter Rüschenpöhler: „Wir wünschen Valentin alles Gute“, schließt sich Lippe-Kick diesen Worten an. Es ist ein Fehler im Aufbauspiel der Hausherren, der die flinke Spielgemeinschaft in eine Kontersituation bringt, die diese durch den eingewechselten Serkan Cabuk geschickt ausspielen und durch Goalgetter Jan Block nach 72 Minuten zum 1:0 vollenden. Block lässt dem TuS-Fänger Felix Wessel keinerlei Abwehrmöglichkeit. Von diesem Rückstand angestachelt, erhöht Lügde das Risiko in der Offensive, verlagert sein Spiel weiter nach vorne.

 

Zwei Platzverweise für die jungen Wilden

 

Ab der 82. Minute muss das Rüschenpöhler-Team in Unterzahl antreten nach einem begangenen Elfmeter und einer Ampelkarte gegen HH-Kicker Dorian Fries. Luca Thiele (Bild links) kommt zu Fall, nachdem von der eigenen rechten Seite der Angriff initiiert wird. Rüschenpöhler wundert sich: „Fries klärt den Ball klar und deutlich vor dem Gegenspieler. Der Schiedsrichter pfeift Elfmeter“, kassiert Fries die gelb-rote Karte. Bereits die erste Verwarnung bezeichnet Rüschenpöhler als „mehr als zweifelhafter“, die Gesamtbestrafung als „absoluten Witz“, lässt sich aber spontan kein Boykott durchführen,

J-L. Thiele

spielt es der Gast pflichtbewusst zu Ende. Hoffmann berichtet im Lippe-Kick-Gespräch: „Nach seinen eigenen Angaben trifft er ihn klar am Fuß, er stand freistehend vor dem Keeper“, muss Tim Bukowski in dieser Szene nicht eingreifen. Patrik Blum versenkt den anschließenden Elfmeter in der 82. Minute. Bukowski ahnt zwar die Ecke, pariert jedoch nicht. Obwohl Hiddesen/Heidenoldendorf fortan in Unterzahl agiert, spielen sie munter weiter nach vorn. Der eine oder andere Ball wird in den Strafraum gebracht, aber es fehlt die letzte Entschlossenheit. Neben Fries fehlt auch Michael Reger, der nach seiner Einwechslung die rote Karte kassiert hat. Vor der Ersatzbank der SG Hiddesen/Heidenoldendorf ist ein Lügde-Kicker ausgerutscht, liegt auf dem Boden. Im Lauf kommt ein Gästekicker ins Straucheln, fällt über ihn. Ein weiterer Lügder fällt zu Boden, hält sich die Hände vor das Gesicht. Der Tatvorwurf: SG HH-Ersatzspieler Reger hat den Ball auf das Spielfeld geworfen, trifft dabei den Gegenspieler. Krüger zeigt sich entspannt in dieser Szene, wartet die Situation ab, zeigt in Richtung der Auswechselbank der Gäste die rote Karte.

 

„Wir konnten die Leistungen der letzten Spiele nicht bestätigen“

 

„Wir haben uns viel vorgenommen, doch leider konnten wir die Leistungen der vergangenen Spiele nicht bestätigen. Deswegen nehmen wir das 1:1 so

M. Rüschenpöhler

gerne mit“, so ein insgesamt enttäuschter Hoffmann (Bild rechts). Er führt etwas betrübt fort: „Letztendlich muss man sagen, dass die Jungs nach vier Spielen in zehn Tagen (darunter die 120 Minuten im Pokal) total platt waren. Der Gegner war ausgeruht und zeigte Spielfreude. Der ganze Plan dieser Entscheidungsspiele ist jedenfalls sehr fragwürdig und ein klarer Nachteil für uns. Wir hoffen nun auf Schlangen“, kann die Fortuna selbst bei einem eigenen Sieg die vier Punkte, die aktuell Lügde auf der Habenseite hat, nicht übertrumpfen. Für das Team von Coach Uwe Hohnhold geht es folglich einzig um die Ehre am Pfingstsonntag. Rüschenpöhler findet: „Es ist sicherlich kein optimales Ergebnis für uns, denn wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen, um eine bessere Ausgangsposition vor dem kommenden Sonntag zu haben. Ein Sieg wäre verdient gewesen.“ Was Lippe-Kick sich fragt: Normalweise ist es in einer Dreier-Runde üblich, dass der Verlierer der ersten Partie in der zweiten Begegnung wieder ranmuss. Durch das gestrige Remis ist Schlangen komplett raus, sie spielen um die Ehre. Zwei Möglichkeiten: Entweder spielen sie völlig druckbefreit auf oder für sie ist die Luft raus, es fehlen die letzten Prozent Motivation. Wer den Motivator Hohnhold kennt, kann sich vorstellen, dass Variante zwei eher verpönt sein wird. Wenn Hiddesen/Heidenoldendorf zunächst auf Fortuna Schlangen getroffen wäre, hätte es am Pfingstsonntag ein ultimatives Endspiel zwischen Lügde und Hiddesen/Heidenoldendorf gegeben, dann vielleicht sogar mit einer Zuschauerkulisse im vierstelligen Bereich.

 

Fazit: Ein eher taktisch geprägtes Spiel, in dem Lügde nicht alles abruft, Hiddesen/Heidenoldendorf deutlich aktiver und torgefährlicher ist. Die Hinausstellung von Fries, auch der daraus resultierende Elfmeter ist strittig. Die Spielgemeinschaft hat durch diese Performance bewiesen, dass sie alle Trümpfe in der eigenen Hand hält, mit einem klaren Sieg das Bezirksliga-Ticket vor heimischer Kulisse einfährt.

 

Tore:
0:1 Jan Block (75. Min.)
1:1 Patrik Blum (per Elfmeter; 82. Min.)

Details

DatumZeitLigaSaisonSpieltag
5. Juni 201990'Kreisliga A Detmold2018/19Aufstiegsrunde

Spielort

Emmerkampfbahn Lügde
Neuer Wall, 32676 Lügde, Deutschland

Ergebnisse

Club1st Half2nd HalfGoalsSpielausgang
TuS WE Lügde011Draw
SG Hiddesen/Heidenoldendorf011Draw

Fahrschule Duru

Autohaus Stegelmann

Schiewe

Concordia

Vogt Reisedienst GmbH

Fahrschule Isaak

More in