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Kreisliga B2 Lemgo

TuS Ahmsen – Alte Legenden feiern Renaissance

Ein Vierteljahrhundert ist schon eine lange Zeit. Ich kann mich noch schemenhaft an diese Zeit erinnern, denn damals machte ich noch Karriere im Kindergarten, während alte Recken wie Lothar Köhnemann sich in den lippischen Fußballgeschichtsbüchern verewigten. Hier ist die Geschichte der Meistermannschaft aus dem Jahr 1992.

Geschichte wird neu geschrieben

Kreisliga B2 Lemgo (hk). Das Jubiläum wurde ein voller Erfolg. 25 Jahre nach dem Aufstieg in die Landesliga gelingt der Sprung in das Kreisoberhaus für den TuS Ahmsen 1921 e. V. Ganz Ahmsen bebt, denn am 31.5. 1992 schrieben die Ahmser-Kicker Geschichte, während am 11. Juni 2017 die Nachfolger ebenfalls Eingang in die Historie fanden. Dirk Wöhler ist der Erfinder dieser Jubiläumsidee, als er eines Tages auf Ahmsen-Obmann Lothar Köhnemann zugekommen ist und ihn mit der Idee konfrontierte: „Wie geil wäre es, diesen unvergessenen Sonntag, den 31.05.1992, noch einmal erleben zu dürfen?” Es folgte die Umsetzung und ein wahrlich unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten.

Von Henning Klefisch

Sämtliche Akteure der damaligen Meistermannschaften wurden eingeladen. Am 10. Juni sollte das Treffen der Aufstiegself stattfinden. Einen Tag vor dem Aufstieg der Nachfolger. Das Feedback war beachtlich. Alle Spieler haben ihre Zusagen gegeben und Köhnemann verrät: „Im Vorfeld gab es schon sehr viele Anekdoten der einzelnen Jungs, die ihr damaliges Wissen zum Besten gaben und herzerfrischende Storys mitteilten, bei denen manche Träne des Lachens, aber auch der Wehmut aufkamen”, kann er sich in diesem Zusammenhang noch an ein Gittarrenstück von seinem Vater erinnern, der mit dem Lied glänzte: „Wo Oleg Mehrmann steht und wo seine Jungens sind, da kann man der Hoffnung sein, dass der Gegner kriegt ein paar Tore rein. Frei nach “wo meine Sonne scheint”, wagt er liebend gerne einen Blick zurück, wo eine Gänsehautentzündung bei ihm garantiert ist. Vor allem stellt dies für ihn auch eine absolute Freude dar, dass er seine alten Mitstreiter nach langer Zeit wiedersehen kann. Fast schon nostalgisch, dass Pitjes, der schon 1992 und auch heute noch der Chefbetreuer ist, akurat die Trikots an den festen Plätzen in der Heimkabine aufgehangen hat. Auch das Catering funktioniert exzellent: „Die Gummibärchen liegen auf der Massagebank im Plastiktöpfchen, die Bananen oder Äpfel sind griffbereit hergerichtet.” Köhnemann schildert: „Oleg muss nur noch ein paar passende Worte finden für den Gegner, um ihn punktgenau zu fixieren und raus geht es. Die hauen wir weg. Tunnelblick, vorbei an der tosenden Menge unterm Tribünendach und raus aufs Spielfeld. Warmmachen ist heute nicht nötig, sind ja alle fit genug”, glänzen die athletischen Astralkörper in der Mittagssonne. Auch Rolf Seddig, der schon damals mit seiner sonoren Stimme den Stadionsprecher gemacht hat, stellt jeden einzelnen Kicker vor. Köhnemann, in einem Hauch von Melancholie: „Es ist, als ob wir das Rad der Zeit zurückdrehen könnten. Wenn man die Augen schließt und es über sich ergehen lässt, fühlt man sich 25 Jahre jünger und topfit”, fühlt er sich auch für wichtige Einsätze in der ersten Seniorenmannschaft absolut befähigt. Mit 5:2 gewinnt die Ahmser-Aufstiegsmannschaft das Duell gegen die damalige Zweite, wobei auch ein 5:5 hätte absolut möglich sein können.

Emotionen gibt es gratis

Die Feierlichkeiten nach diesem Traditionsmatch sind dafür umso interessanter gewesen. In den 25 Jahren ist schließlich ausgesprochen viel passiert. Manch eine Anekdote musste mehrfach erzählt werden. Nicht das Alter, sondern auch der Genuss von alkoholischen Getränken hat zu dieser Wiederholung geführt. Der 31. Mai 1992 zieht sich aber wie ein roter Faden durch die unterhaltsame Runde. Gegen den direkten Konkurrenten Warburg 09 lagen die Ahmser im letzten Heimspiel mit 0:2 zurück. Immerhin waren die Warburger ähnlich stark, wie Leese im Jahr 2017. Aus der Kabine kamen die Ahmser äußerst motiviert, agierten sehr druckvoll. Die Köhnemannsche Wucht bekam der damals beste Libero der Spielklasse, Warburgs Ansgar Schönlau zu spüren, der bei einem Luftkampf, der von viel Bewegung und Körpereinsatz geprägt war, den Kürzeren zog und verletzt ausgewechselt werden musste. Dies hat sich als ein Vorteil für die Ahmser erwiesen, die die gegnerische Abwehr von Minute zu Minute mehr zum Wackeln brachten. Zunächst erzielten sie den Anschlusstreffer, ehe sie ausglichen und kurz vor dem Schlusspfiff den 3:2-Siegtreffer in dieser legendären Partie markierten. Lothar Köhnemann ist überzeugt: „Ähnlichkeiten sind zu dieser jetzt laufenden Serie inbegriffen. Das wurde von höherer Stelle so eingefädelt, da kann man gar nicht drauf kommen, es so zu planen. Wer auch immer dahinter steckt. Unser Dank ist ihm sicher”, ist es vielleicht auch der Fußballgott, der da eine Rolle spielt. Emotionale Gefühle gab es bei den Helden zuletzt. Gänsehaut und Tränen gab es inklusive. Auch heute schwärmt Köhnemann noch: „Was waren wir doch damals für eine Klasse Truppe, ein Team, eine Familie, wie damals sind wir es auch heute”, ist er durch die Meisterfeier am Sonntag bestätigt worden. So lagen sich erwachsene Männer in den Armen und weinten kräftig drauflos. Eine Sache ist klar beim TuS Ahmsen: Wer Fußball spielen kann, kann auch feiern. Beides können die Grün/Weißen ausgezeichnet.


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