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Hallenfussball

Classic Cup 2019 – Der große Nachbericht

RSV Barntrup gegen den Post TSV Detmold, ein bemerkenswertes Finale. Auch der gesamte Classic-Cup hat sich trotz vorheriger Bedenken gelohnt. Lippe-Kick hat keine Mühen gescheut und den epischen Nachbericht hier für euch.

Post TSV holt sich Rückenwind für den LZ-Cup

Classic Cup 2019 (hk). Eine ausgezeichnete Vorbereitung auf die anstehenden lippischen Hallenmeisterschaften ist der Classic Cup 2019 in Barntrup gewesen. Es wurde mit Rundumbande gespielt, das Teilnehmerfeld ist hochkarätig besetzt und der Post TSV Detmold hat das Gefühl des Siegens erleben dürfen, gewinnen sie doch das Turnier mit einer Mischung aus Können und der nötigen Prise Glück. Die reichhaltige Belohnung: Die Mitnahme des neuen Wanderpokals, den Spielball von Derby-Star im Wert von 130 Euro und die Siegprämie von 250 Euro. Auch Organisator Andreas Schlingmann ist absolut zufrieden gewesen, freut er sich doch über 300 Zuschauer, die dem Endspiel zwischen seinen Barntrupern und dem Post TSV Detmold beiwohnten. Deshalb fällt der Wert der Zufriedenheit in diesem Jahr höher aus als zuletzt.

Von Henning Klefisch

Schlingmann gibt gegenüber Lippe-Kick unverdrossen zu: „Im Vorfeld des Turniers waren wir vom Vorstand etwas skeptisch, ob die etwas negative Tendenz der letzten Jahre gestoppt werden kann und wir positive Signale in zukünftige Überlegungen mitnehmen können“, sind Erfahrungswerte stets hilfreich. Mehr Zuschauer als 2018, mehr Absatz, auch die Stimmung ist in der Holstenkamphalle prächtig gewesen, was dazu geführt hat, dass die Beobachter in der Halle gehalten werden konnten. Clever: Die Getränkepreise wurden im Vergleich zu den vorherigen Veranstaltungen etwas gesenkt. Dies wurde selbstredend angenommen. Mit freier Sicht auf das Sportliche haben die Nordlipper den Turniermodus modifiziert. In der Vergangenheit haben die Roten Teufel 16 Teams zu Besuch gehabt, dann wurde mit einem Dutzend Teams gespielt, die in zwei Sechsergruppen aufgeteilt worden sind. Nun ist sich für die Variante mit drei Vierergruppen entschieden worden, was Ähnlichkeiten zum LZ-Cup hervorruft. Der entscheidende Unterschied: In Barntrup haben sich die acht besten Mannschaften für das Viertelfinale qualifiziert. Schlingmann verrät: „Diese Änderung ist positiv bewertet worden, weil die zwei besten Drittplatzierten die Chance haben, sich für die Entscheidungsspiele zu qualifizieren und so bis zum letzten Gruppenspiel Spannung vorhanden ist“, bezeichnet er die sechseinhalb Stunden Gesamtturnierdauer als „noch akzeptierbar.“
Schlingmann wäre nicht Schlingmann, wenn er nicht nur alles beschönigend darstellt. So hat er das Niveau der Teilnehmer als „zu unterschiedlich“ bewertet. Die Außenseiter haben gegen die Favoriten oftmals nicht richtig mithalten können, wird dadurch ein mögliches Überraschungspotential verpasst. Das Level in den Halbfinals ist im Vergleich zu den Vorrundenspielen höher gewesen, ging es doch spannend zur Sache. Ein Neunmeterschießen hat jeweils den Finalteilnehmer ermittelt.

Gruppe A

Sehr interessant geht es im Aufeinandertreffen zwischen dem RSV Barntrup und dem TBV Lemgo zur Sache. Die Hausherren führen bis zwei Minuten vor Schluss mit 2:0, doch die Hansestädter beweisen eine tolle Moral, kommen zum Ausgleich. „Bis auf das Spiel gegen Lemgo sind wir locker durchgegangen“, so ein zufriedener Schlingmann. Große Dankbarkeit zeigt TBV Lemgo-Spielertrainer Ilker Siviloglu (Bild links) für die hervorragende Organisation des Turniers. „In der Gruppe sind wir eigentlich souverän mit dem RSV Barntrup ins Viertelfinale eingezogen“, freut er sich über diese Vorstellung sehr.
Der Turniersieg für den Post TSV Detmold geht nach seinem Dafürhalten absolut in Ordnung. Er begründet: „Post TSV hat verdient gewonnen, weil sie den besten Ball an dem Tag gespielt haben.“ Selbst haben die Lemgoer sieben Zähler in der Vorrunde geholt, was für den Gruppensieg ausreicht. Das B1-Lemgo-Spitzenteam FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghausen sichert sich mit drei Zählern und der ausgeglichenen Tordifferenz von 7:7 das Viertelfinal-Ticket.
Eine wahrlich schwache Performance bietet der FC Donop/Voßheide in der Vorrunde. FC-Coach Ralf Ackmann (Bild rechts) bilanziert im Lippe-Kick-Gespräch: „Dass wir in der Gruppe keine Bäume ausreißen, war uns von Anfang an klar. Trotz der Deutlichkeit gegen Barntrup und Lemgo war der Auftritt gar nicht so schlecht, aber gegen einen vermeintlichen Gegner auf Augenhöhe (FC SSW) ließen wir mal wieder alle Tugenden, die dazugehören, um ein Spiel erfolgreich zu gestalten, vermissen“, wurmt ihn die Performance im vermeintlichen Augenhöhe-Duell. Alle drei Gruppenspiele hat Don/Voss meist deutlich verloren, dabei nur zwei Tore erzielt, aber 15 kassiert. Keine Werbung für den stolzen Verein zwischen Blomberg und Lemgo.

Gruppe B

Der Blomberger SV benötigt gegen den TuRa Heiden etwas Zeit, um einen vernünftigen Einstieg in das Turnier zu erleben. Es beginnt etwas holprig, benötigt der Bezirksliga-Absteiger etwas Zeit, um die Vollbande voll und ganz anzunehmen. Speziell in den Schlussminuten ging es aufregend zur Sache. Knapp, dennoch verdient setzen sich die Blomberger mit 1:0 durch, aber es hätte auch ein Remis dabei herausspringen können, wenn die Heidener nicht unmittelbar vor dem Schlusspfiff eine hochkarätige Möglichkeit vergeben hätten. Ganz nach dem Gusto vom BSV-Coach Dirk Winkler ist das folgende Spiel gegen die SG Bentorf/Hohenhausen, was klar mit 6:1 gewonnen wird: „Anfangs ist es noch ausgeglichen, mit zunehmend mehr Spielkontrolle unsererseits und schlussendlich haben wir verdient gewonnen.“ Mit dem gleichen Ergebnis wird auch der SV Werl-Aspe, ein weiterer Vertreter aus dem Lemgoer Kreis-Oberhaus, abgefertigt. Winkler: „Wir sind rundherum dominant aufgetreten und haben zu Recht gewonnen.“ Die Gesamtbilanz von 13:2 Toren und der Maximalausbeute bestätigt dies.

Als Gruppenzweiter qualifiziert sich TuRa Heiden für die Alles-oder-Nichts-Duelle. Sechs Punkte sind dafür ausreichend. Die Hälfte davon fährt die SG Bentorf/Hohenhausen ein, haben sie doch mit 6:9 auch ein negatives Torverhältnis. Da Coach Naki Sevgül im wohlverdienten Urlaub ist, obliegt Stürmer Niklas Brand (Bild rechts) die ehrenvolle Aufgabe der Kaderzusammenstellung. Mit einer Mischmannschaft, bestehend aus Akteuren von der Ersten bis zur Dritten, wird ein zehn-Mann-Kader gebildet. Brand formuliert es ein wenig humorvoll: „Es war auch alles vertreten, was laufen konnte.“ Im Fokus ist der Spaßfaktor beheimatet. Die deutliche Niederlage gegen die Blomberger führt bei Brand zu der Annahme, dass der letztjährige Bezirksliga 3-Vertreter wohl „zwei Nummer zu groß war.“ Die Leistungen beim 4:0-Erfolg über Werl-Aspe, auch bei der 1:3-Niederlage gegen Heiden, haben ihm gefallen. „Lobend möchte ich erwähnen, dass der Mitte 30er Sascha Krahl, Spieler der dritten Mannschaft, sogar ein Tor erzielen konnte, sich mutig unter anderem den Postler in den Weg stellte, anstatt seinen Samstag auf dem Sofa zu verbringen.“ Die Organisation und der Modus haben es ihm richtig angetan, auch die „sehr guten Schiedsrichter“ und die „hervorragende Motivation“ vom Mädchen für alles, Andreas Schlingmann. Brand kündigt bei Lippe-Kick bereits an: „Wir würden bei einer Einladung wohl wiederkommen“, denn: „Besser als bei schlechtem Wetter auf der Couch ist es allemal. Schön ist, dass sich kein Spieler verletzt hat und man viele bekannte Gesichter wiedergetroffen hat“, hat ihm das sehr gefallen.

SV Werl-Aspe Co-Trainer Carsten Voelzke (Bild links) beginnt mit dem Positiven: „Das war eine super Veranstaltung!! Vom RSV ist diese mal wieder top-organisiert gewesen, es fehlte an nichts!“ Auch sportlich hat ihn das Niveau vollauf überzeugen können: „Phasenweise gab es richtig tolle und packende Spiele, mit guten Schiedsrichtern und das alles ganz friedlich, klasse“, hebt er imaginär beide Daumen gen Himmel. Das Defizitäre möchte er nicht gerne unter den Teppich kehren, hat es doch mit seinem Team etwas zu tun: „Nur unsere Performance passte nicht so richtig.“ Den Aktivitäten vom Vorabend muss zumindest eine Teilschuld eingeräumt werden. Sechs Akteure sind ausgefallen, weshalb die Improvisationsmaschine am Samstagmorgen auf Hochtouren läuft. Voelzke will nicht den Stab über seine Mannschaft brechen, sagt er doch über das Resultat von null Punkten und 2:13 Toren: „Mehr war leider nicht drin, aber kein Vorwurf an die Jungs, die eingesprungen sind.“

Gruppe C

Man muss nicht mit dem Werre-Wasser getauft worden zu sein, um zu wissen, dass die individuellen Qualitäten des Post TSV Detmold beim Indoor-Zauber am höchsten in Lippe einzuschätzen sind. Tim Smithen, der Verteidigungsminister für innere Sicherheit, weiß dies nur allzu gut, doch hat er als den Erfolgsschlüssel in Barntrup die mannschaftliche Geschlossenheit in seinem Team ausfindig gemacht. Der Engländer kann die eigenen Qualitäten realistisch einschätzen, sagt deshalb auch im Lippe-Kick-Gespräch korrekterweise: „Wir gehören bei den

T. Smithen

Hallenturnieren immer zum engeren Favoritenkreis.“ Allerdings: „Das alleine ist nie die Garantie für Erfolg“, ist dieses Bewusstsein im Post TSV-Lager allgegenwärtig. Um sich auf das Sehnsuchtsziel LZ-Cup Endrunde 2019 vernünftig vorzubereiten, dienen Turniere wie etwa in Barntrup als vorzügliche Standortbestimmung. „Wir nehmen extrem gerne an diesen Turnieren teil. Die Postler lieben den Hallenfußball“, unterstreicht Smithen (Bild rechts) die enorme Wertschätzung für diese fußballerische Betätigung in der Winterpause. Der entscheidende Faktor für den Gesamtsieg in der Holstenkamphalle: „Es war eine super Kombination aus der nötigen Erfahrung, auch der technischen Qualität und dem taktischen Spielverständnis, wie man es in der Halle machen muss“, ist das Durchsetzen dieser Mischung eine wahre Erfolgsrezeptur gewesen.
Das Auftaktspiel für die Postler ist mit einer gewissen Würze garniert, geht es doch in das ewig junge Duell mit dem SV Diestelbruch/Mosebeck, ein Duell, was in der Zwischenrunde des LZ-Cups für erheblichen Gesprächsstoff gesorgt hat (siehe Lippe-Kick-Berichte). Nach einer dominanten Spielanlage siegt der LZ-Cup-Sieger aus den Jahren 2007, 2015, 2016 und 2017 klar mit 5:1. Pomadigkeit, Laschheit, der fehlende Zug im eigenen Spiel – im anstehenden Spiel gegen den Lemgoer B1-Ligisten SG Extertal/LaSi haben die Residenzler viele Wünsche unbefriedigt gelassen. Die oberste Bürgerpflicht im Fußball, die Sicherung des eigenen Gehäuses, ist unzureichend erledigt worden, kassierte man gegen den Außenseiter doch drei Gegentore. Hilfreich, dass die Offensivmaschinerie gut geölt war, sie achtmal das Runde in das Eckige beförderten. „Wir haben viel zu einfach die Gegentore zugelassen. Das passiert uns normalerweise nicht in der Halle. Das haben wir sofort kritisch angemahnt“, ist der Gesprächsbedarf nach dieser Partie groß gewesen. Der Tenor: Die volle Leistungsbereitschaft hat gefehlt. Im abschließenden Gruppenspiel gegen die SG Bega/Humfeld muss dem Kontrahenten Respekt gezollt werden, hat die Spielgemeinschaft mit einem spielenden Fänger agiert, agiert geschlossen, besitzt das Mehr an Ballbesitz, doch es fehlt der notwendige Offensivgeist, um den haushohen Favoriten wirklich in Bedrängnis zu bringen. Obwohl auch die Postler zunächst schwerlich zu Abschlussaktionen gelangen, fällt der Sieg letztlich mit 5:1 doch allzu deutlich aus. Tim Smithen resümiert: „Das gleiche Ergebnis wie im Auftaktmatch, aber es war ein komplett anderes Spiel. Wir haben den Gegner mehr kommen lassen, hatten nicht oft den Ball.“ Die sich ergebenen Räume haben die Detmolder geschickt ausgenutzt, mit einem konsequenten Konterspiel überzeugt. Mit neun Punkten aus drei Spielen und einem Torverhältnis von 18:5 qualifizierten sich die Postler souverän als Gruppenerster für das Viertelfinale. Andreas Schlingmann adelt die „sehr souveränen Gruppenspiele“ der Postler.

Keine gute Performance liefert der SV Diestelbruch/Mosebeck ab, der nicht das zeigt, was im Tank ist. Spieler Christian Laue (Bild rechts) ist als Klartext-Redner bekannt, weshalb er im Lippe-Kick-Gespräch deutlich macht: „Wir können insgesamt nicht zufrieden sein“, skizziert er kurz das Manko: „An diesem Tag waren wir einfach zu weit davon entfernt, Truppen wie Lemgo oder Post über 15 Minuten lang Paroli zu bieten“, hat einfach zu viel gefehlt. Wenigstens: „Die Organisation in Barntrup ist wie in den Jahren zuvor hervorragend.“ Dennoch holen die Dörenwald-Schützlinge 66 Prozent der möglichen Zähler, dies mit einem Bonus von einem Tor. Nach einem Sieg aus drei Spielen und einem Torverhältnis von 8:13 scheidet die SG Extertal/LaSi als einziger Gruppendritter aus.

SG Bega/Humfeld-Obmann Joachim Drews weiß, dass der Fußball-Gott an diesem Tag gerecht entschieden hat. „Tja, es hat schon die beste Mannschaft gewonnen.“ Selbst habe man sich zwar „ganz gut verkauft“, doch bei diesen Gruppen-Kontrahenten ist einfach nicht mehr möglich gewesen als zwei Tore bei elf gegnerischen Erfolgen. Einen Punkt können sie dabei nicht ergattern. Was zutreffend ist: „Der Unterschied ist da schon ziemlich groß zwischen B und Bezirk.“ Trotz der Überschaubarkeit des eigenen sportlichen Erfolges steht für Drews fest: „Es ist trotzdem immer toll dabei zu sein, das macht der RSV schon klasse. Und“, das will er nicht verschweigen, „Andreas Schlingmann ist schon Kult am Mikrophon, ohne den geht da nicht viel“, ist dies in Summe „eine gelungene Veranstaltung.“

Viertelfinale

In der Runde der letzten acht Teams wartete die SG Bentorf/Hohenhausen auf die Postler. Vorab: Es wird eine Lehrstunde für die Kalletaler, die mit 11:1 aus der Halle geschossen werden. „Wir haben wieder gezeigt, was wir für Qualitäten in der Halle haben. Das Ergebnis spricht für sich.“ Keine allzu große Mühe hat der Blomberger SV mit dem B1-Vertreter FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghausen. Dirk Winkler erklärt zur Taktik: „Gegen abwartende FCler haben wir Ruhe bewahrt, das Spiel kontrolliert und die sich bietenden Chancen genutzt“, geht es für ihn und seinen Bruder Mike doch gegen den Ex-Verein. Ein eher leichtes Spiel haben die Lemgoer mit dem SV Di-Mo, der mit 7:3 abgekanzelt wird. Zunächst haben die Jahnplatz-Jungs aber Probleme, vernünftig in die Partie zu finden, sind auch im Rückstand. Die Leistungssteigerung trifft auf das Wohlwollen von Ilker Siviloglu, der befindet: „Aber dann haben das die Jungs doch noch gut gemacht und das Spiel sehr gut kontrolliert.“ Auch Barntrup macht es beim 4:0-Erfolg über den TuRa Heiden sehr eindeutig.

Halbfinale

Im Halbfinale kommt es für den Post TSV Detmold schließlich zum Aufeinandertreffen gegen den Blomberger SV. Die Nelkenstädter zeigen taktisch eine ansprechende Leistung, bestechen mit einem kompakten Stellungsspiel, bieten nur wenige Lücken. Wie auch im Spiel gegen die Extertaler ist die gute, alte Pomadigkeit im Spiel der Brokmänner anzutreffen, auch das Engagement lässt zu wünschen übrig. Nach einer Viertelstunde Spielzeit steht es berechtigterweise 2:2. Die Blomberger führen bis 60 Sekunden vor dem Schlusspfiff 2:1, sind in zwei Situationen arg schlafmützig. Einen Fehler nutzen die Postler zum Remis. Im Neunmeterschießen demonstriert der Post TSV eine Mischung aus Eiseskälte und Präzision, setzt sich in dieser Disziplin mit 5:4 durch.

Im zweiten Halbfinale hat sich Lokalmatador RSV Barntrup im Prestigeduell gegen den TBV Lemgo durchgesetzt, in dem auch die Stimmung fast schon von südländischer Natur war. Die Lemgoer führen bis 90 Sekunden vor dem Abpfiff mit 2:0. Möglichkeiten für den dritten und vierten Treffer sind in Fülle vorhanden. Es folgt der Anschlusstreffer, ehe sieben Sekunden vor dem Ende das vielumjubelte Ausgleichstor fiel. Im Neunmeterschießen haben die Barntruper die besseren Nerven, übertrumpfen mit dem 5:3-Erfolg. TBV-Trainer Siviloglu zeigt sich mit der eigenen Darbietung „eigentlich zufrieden“, äußert er sich zum dramatischen Semifinale wie folgt: „Wir haben leider unglücklich im Halbfinale gegen den Gastgeber sieben Sekunden vor Schluss den Ausgleich kassiert und anschließend das Neunmeterschiessen verloren. Siviloglu bemerkt: „Ein Neunmeterschießen ist eine Glückssache“, ärgern ihn die 15 Minuten zuvor: „Ich war nur enttäuscht, dass wir das Spiel nicht frühzeitig schon klargemacht haben.“

Spiel um Platz drei

Der Blomberger SV gewinnt das Neunmeterschießen mit 4:3 gegen den TBV Lemgo. Neuverpflichtung Chris Milinski mutiert mit seinem Penalty zum Matchwinner. Blombergs Dominik Sobanski wird als bester Torwart, sein Mitspieler Unur Ünal zum besten Torschützen ausgewählt. Neben einem Sporthaus Babion-Warengutschein von 50 Euro kassieren die beiden Nelkenstadt-Kicker auch jeweils einen „Fuchs“ in bar. Die gesamte Mannschaft erhält als Belohnung 75 Euro, der Vierte TBV Lemgo 50 Euro.

Finale

Das Endspiel ist wie gemalt, kommt es doch zum Spiel zwischen dem Gastgeber RSV Barntrup und dem Post TSV Detmold. Für die Stimmung im Turnier ist dies ein echter Segen. „Es war ein Finale auf Augenhöhe. Es ist kein Geheimnis, dass Barntrup eine super Hallenmannschaft ist, die man immer auf dem Zettel haben muss, gerade beim LZ-Cup“, lobt Smithen, führt mit seiner Lobeshymne weiter fort: „Barntrup weiß, wie man Hallenfußball spielt, agiert taktisch mega clever, lässt den Ball gut laufen.“ Mehr Ballbesitz haben allerdings die Gäste aus der Residenzstadt. Durch ein Tor kurz vor dem Abpfiff siegen die Postler mit 1:0. In Summe stellt der Defensivhaudegen fest: „Das Ergebnis geht in Ordnung. Wir freuen uns extrem darüber.“ Lobende Worte findet er auch für den Classic-Cup an sich: „Das Turnier finden wir alle super. Wir fahren sehr gerne nach Barntrup, nehmen auch jedes Jahr teil. Das macht viel Spaß, ist mit der Rundumbande eine super Vorbereitung auf die Endrunde beim LZ-Cup. Dadurch kommt man sehr gut in den Rhythmus.“ Andreas Schlingmann wählt positive Worte für die Finalteilnehmer, haben sich diese doch auch in den Viertelfinalspielen „souverän“ durchgesetzt. „Aber in den Halbfinalspielen waren alle vier Mannschaften auf dem gleichen Niveau. Blomberg hat es Detmold sehr schwer gemacht, hat auch geführt und Detmold benötigte schließlich den Shoot-out. Genauso wie Barntrup gegen Lemgo. Das Endspiel hätte auch Lemgo gegen Blomberg lauten können“, so seine Einschätzung zur finalen K.-O.-Phase. Immerhin: Der RSV Barntrup erhält den Derby-Star-Ball im Wert von 130 Euro plus eine Summe in Höhe von 125 Euro.

Post TSV liebt den Hallenfußball

Grundsätzlich ist es in dieser Winterpause besonders auffällig, dass neben den lippischen Hallenmeisterschaften nur wenig Zeit für andere Budenzauber bleibt. „Postler lieben Hallenturniere. Wir hatten am Samstag den Classic-Cup, am Sonntag den Neujahrscup, haben beide Turniere gewonnen. Das zeigt, dass Post TSV den Hallenfußball liebt. Uns macht es nichts aus, dass wir derzeit viele Termine haben“, haben die Postler doch zuletzt nur ein freies Wochenende gehabt, das unmittelbar vor dem Weihnachtsfest. „Das finden wir super“, so Smithen. Die Turniere in Barntrup und Horn betrachtet Endzwanziger als „optimale Vorbereitung“ für die Endrunde in Lemgo, gab es doch bei beiden Turnieren auch Auseinandersetzungen mit starken Kontrahenten. Für ihn ist es die „perfekte Generalprobe“ gewesen, in dem Wissen, dass eine Steigerung vonnöten sein wird, um die volle Hand an LZ-Cup-Titeln einzuheimsen. Schlussendlich ist er jedoch optimistisch: „Uns wird es gelingen, dass wir wieder bei 100 Prozent sind, dass wir wieder zeigen, was wir können. Hoffentlich erwischen wir einen guten Tag und spielen eine gute Finalrunde“, wird an diesen Worten deutlich, dass insbesondere bei Tim Smithen die lippischen Hallenmeisterschaften ein Highlight im eng gestrickten Terminkalender darstellen.

Das Resümee bleibt Barntrups Andreas Schlingmann vorbehalten, der via Lippe-Kick erklärt: „Der RSV Barntrup war mit dem diesjährigen Turnier sehr zufrieden und hofft, dass auch im nächsten Jahr wieder viele Mannschaften die Möglichkeit nutzen werden, sich für die Endrunde des LZ-Cups unter fast gleichen Bedingungen einspielen zu können. In Barntrup wird auch dann wieder mit Rundumbande und einem etwas größerem Spielfeld gespielt, ähnlich wie in der Phönix-Contact-Arena.

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