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Kreisliga B1 Lemgo

Kreisliga B1 Lemgo – Don/Voß-Coach Sebastian Milde im Interview

Es ist gut so, wie es ist. Schnell heimisch fühlt sich der juvenile Coach. Im direkten Gespräch wird er konkreter.

„Donop/Voßheide ist wie eine große Familie“

Kreisliga B1 Lemgo (hk). Der FC Donop/Voßheide hält zusammen, bildet eine verschworene Gemeinschaft. Das merkt man schnell, wenn man auf die Sportplätze nach Donop oder Voßheide pilgert. Selbst als Reporter ist man mehr mittendrin statt nur dabei. Auch Coach Sebastian Milde, im Sommer vom B2-Vizemeister SV Wüsten zum FC gewechselt, hat sich extrem schnell akklimatisiert, seine Mannschaft auf ein neues Level gehoben. Wie er die aktuelle Situation bei den Königsblauen bewertet, welche Spielidee er verfolgt, was ihn so fasziniert, all das erklärt er Lippe-Kick-Chefreporter Henning Klefisch im ausführlichen Interview.

 

 

 

Lippe-Kick: Seit diesem Sommer bist Du Coach beim FC Donop/Voßheide. Wie fällt Dein Zwischenfazit aus?

Sebastian Milde: „Sportlich gesehen stehen wir ganz gut da, aber der Weg soll auch weiter so gehen und ein paar Dinge positiver werden. Denn ich denke, man kann einiges mit der Mannschaft erreichen, aber diese Saison ist erst einmal wichtig, dass man sich richtig findet, dass man weiß, wie die anderen so ticken. Der sportliche Erfolg ist natürlich ein positiver Effekt. Klar, wir stehen nicht unter den besten drei Teams, aber das wollen wir auch gar nicht. Für uns ist erst einmal Platz fünf ein sportlicher Erfolg. Ich denke, alles andere wäre jetzt zu viel verlangt. Mir macht es sehr viel Spaß in Donop/Voßheide und ich freue mich sehr auf die nächste Zeit, die wir dann noch positiver gestalten wollen.“

 

Lippe-Kick: Worauf legt Ihr in der Winterpause den Fokus?

Milde: „In der Winterpause wollen wir uns taktisch noch deutlich steigern und eine neue Spielidee einarbeiten. Das Ganze hängt schon mit der neuen Saison zusammen. Wir wollen im Winter einfach noch dazulernen, dass wir für alle Spielstände und Spielsituationen eine Antwort haben. Diese Saison soll genutzt werden, beide Systeme voll zu beherrschen. Deswegen werden wir nach der Winterpause anders agieren als in der Hinrunde. Zur neuen Saison soll das Ganze dann verinnerlicht sein und uns stärker machen. Dann werden wir es nur noch verfeinern und versuchen, eine bessere und leistungsorientierte Saison zu spielen.”

 

Lippe-Kick: Gibt es Überlegungen, zur Rückrunde Euch personell zu verstärken?

Milde: „Jein, eigentlich war es mein Wunsch, uns im Sommer zu verstärken, aber es kommen schon im Winter Spieler zu uns. Wir werden zum passenden Zeitpunkt auch bekannt geben, wer sie sind. Zwei Spieler kommen extern und ein Spieler ist ein Rückkehrer. Die Externen sind Wunsch-Spieler von mir und da freue ich mich besonders darauf. Dazu haben beide gesagt, sie wollen jetzt im Winter schon kommen. So können wir ein gesundes Maß an Konkurrenzkampf in der Mannschaft erreichen, was ich glaube, auch mal guttut. Aber auch die Neuen müssen sich zeigen und ihren Platz in der Mannschaft finden.“

 

Lippe-Kick: Mit welcher Marschroute geht Ihr in das zweite Fußball-Halbjahr?

Milde: „Das Saison-Ziel ist es, unter die besten fünf Teams zu kommen. Davon rücken wir auch nicht ab. Die Mannschaft ist auf jeden Fall in der Lage dazu. Aber das wird verdammt schwer, weil sich sechs Mannschaften darum streiten werden. Bega/Humfeld und Kirchheide werden die Meisterschaft unter sich ausmachen, auf Platz drei wird Kalldorf landen und dann hoffe ich, dass wir uns einordnen, aber Barntrup II, Lüdenhausen/Talle/Westorf und Extertal/LaSi werden genauso ihren Anspruch auf die Top 5 einfordern.“

 

Lippe-Kick: Welche Idee vom Fußball schwebt Dir vor?

Milde: „Ich finde es sehr wichtig, dass man auch in den unteren Ligen versucht, Fußball zu spielen und spielerisch Situationen lösen kann und nicht einfach den Ball lang nach vorne schlägt und das dann als Spielidee bezeichnet oder das ganze Spiel auf den einen Stürmer auslegt. Man sollte gucken, was man zur Verfügung hat und dann entscheiden, wie man das Bestmögliche aus der Mannschaft holen kann und nicht sein Ding auf jede Mannschaft übertragen. Kurz gesagt: Der Trainer muss sich der Mannschaft anpassen, nicht umgekehrt. Bei uns ist etwa der Dienstag beim Training ein Tag, an dem wir Grundlagen trainieren, wie etwa Kombinationen, Passen, Torschuss und Spielzüge. Freitags ist sozusagen nur spielerisch gestaltet und wir spielen nur taktisch Fußball. Nicht einfach den Ball in die Mitte und los geht’s, sondern so spielen von der Taktik her, wie wir es auch am Sonntag machen. Eine Struktur beim Training sollte erkennbar sein und jedes Training darf der Ball nicht fehlen, egal ob in der Vorbereitung auf die anstehende Saison oder wenn man mitten in der Saison ist. Der Ball ist ja das Wichtigste und so bekommt man auch den Spaß am Training in die Mannschaft. Durch Stangen laufen kann jeder, aber nicht jeder kann einen vernünftigen Pass spielen.“

 

Lippe-Kick: Oft wird davon geschwärmt, dass die Gemeinschaft bei Don/Voss ganz speziell ist. Beschreibe diese bitte.

Milde: „Donop/Voßheide kann man kurz und knapp beschreiben: Es ist wie eine große Familie, die in allen Belangen zusammenhält. Es ist einfach eine ganz besondere Atmosphäre und ich bin mir sicher, so etwas gibt es in Lippe ganz, ganz selten. Am Spieltag in Donop ist es einfach toll, zu sehen, wie das Dorf hinter dem Verein steht. Ein Treffpunkt für das Dorf ist sonntags auf dem Sportplatz und da gab es schon Spiele, in denen der Sportplatz auch in der Woche beim Spiel voll war und sowas ist einfach klasse. Man muss es einfach erleben, damit man weiß, was ich meine.“

 

Lippe-Kick: Du hast einmal gesagt, dass Nagelsmann und Frank Schmidt Deine Trainer-Vorbilder sind. Warum?

Milde: „Frank Schmidt von Heidenheim ist einfach ein klasse Typ, der den Fußball liebt und es auch nach außen zeigt. Er ist sehr emotional als Trainer und das finde ich einfach klasse. Ich persönlich kann nicht an der Linie sitzen und emotionslos sein. Ich muss mit meiner Mannschaft mitgehen, sie anfeuern und jeden Ballgewinn feiern. Beim Tor meiner Mannschaft muss ich mich einfach extrem für meine Jungs freuen. Deswegen ist er schon immer ein Vorbild für mich, weil er einfach zeigt, wie sehr er dem Fußball verbunden ist.“

 

Lippe-Kick: Abschließend: Vergleiche bitte das Niveau der B2 Lemgo mit der B1 Lemgo. Was fällt Dir auf?

Milde: „Die B2 hat sich stark verändert. Das zeigt die Tabelle schon. Ich glaube, dass es nicht mehr so ist, dass die B2 Lemgo die stärkere Liga ist im Vergleich zur B1 Lemgo. Vor einem Jahr würde ich sagen, war die B2 schon um einiges besser als die B1, aber das hat sich drastisch geändert. Wer hätte gedacht, dass Lockhausen der Tabellenführer in der B2 ist? Ich glaube niemand! Ich habe Lockhausen gegen Wüsten gesehen und wenn ich den Tabellenführer der B1 sehe, ist das schon eine andere Nummer. TSV Kirchheide spielt einen tollen Fußball für mich, ist in unserer Liga auch die fußballerisch stärkste Mannschaft. Es ist meine MEINUNG, dass die B2 sehr stark an Qualität verloren hat im Vergleich zur letzten Saison.“

 

Lippe-Kick: Sebastian, wir bedanken uns recht herzlich für dieses Gespräch.

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