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Kreisliga C1 Lemgo

Kreisliga C1 Lemgo – Der Goalgetter-Report

Auch in dieser Winterpause liefern wir euch die populäre Rubrik, die selbstredend nun mit vier Spielern besetzt ist.

„Ich vermisse die Eiseskälte vor dem Tor“

Kreisliga C1 Lemgo (hk). Die vier Spieler sind auf nur zwei Vereine konzentriert. Dass alle davon bei kickenden Aufstiegsaktien im Kader stehen, ist nicht verwunderlich. Immerhin schießen Teams wie der TuS Sonneborn II (80 Tore) und FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghausen II (66) fleißig das Runde in das Eckige. Von den Sonnebornern und dem FC SSW II sind jeweils zwei Akteure dabei.  Lippe-Kick möchte diesen Spielern die angemessene Ehre erweisen, sie durch ihre Trainer vorstellen, ein Porträt über die Spieler anfertigen, die den Teamerfolg mit ihren erfolgreichen Netzversuchen honorieren.

 

Dieser Bericht wird Ihnen präsentiert von:

 

Von Henning Klefisch

 

Justin Klocke (Bild links), TuS Sonneborn II, 27 Tore, 22 Jahre alt. Ehemalige Vereine: RSV Barntrup, TBV Lemgo. Seit 2015 beim TuS Sonneborn. Trikot-Nummer: 9.

 

Spitzname:

El Matador, King Klocke, diese Begriffe haben sich durchgesetzt. TuS II-Coach René Brinkmann gibt zu, dass die Aussagen aus der Feder von Lippe-Kick entstammen, „aber wir haben die einfach adaptiert“, waren diese offensichtlich gar nicht einmal so unpassend.

 

Marotten:

Er hat immer einen Energy-Drink parat.

 

Der schönste Treffer:

Trotz der demoralisierenden 3:7-Niederlage beim ärgsten Verfolger FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghausen II hat Klocke ein echtes Ausrufezeichen setzen können. Klar, sein Tor zum zwischenzeitlichen 1:6 eine Minute nach dem Seitenwechsel ist nicht mehr als Ergebniskosmetik, doch die Schönheit dieses Tores überstrahlt alles. Aus 25 Metern Torentfernung fasst er sich ein Herz, zirkelt per Außenrist die Kugel in den Winkel.

 

Was macht ihn so besonders:

Sein Coach René Brinkmann ist fasziniert vom gefährlichsten Scharfschützen der gesamten Spielklasse, ist sich im Klaren, dass Klocke nicht allein auf das Toreschießen reduziert werden darf. Er feiert King Klocke: „Er ist einfach unheimlich laufstark, man kann ihn immer lang schicken, wenn man keine andere Lösung findet. Er ist auch fintenreich, um den ein oder anderen Gegner stehenzulassen.“ So richtig aufzuhalten ist der Nachwuchs-Goalgetter nicht, findet Brinkmann schließlich, dass sein Schützling „nur durch ein Foul zu stoppen ist.“ Er räumt ehrlich ein: „Das ärgert mich als Trainer allerdings echt sehr“, um einschränkend zu ergänzen: „Als Spieler war ich früher allerdings auch nicht besser.“

 

Torgefährlichkeit:

„Er ist einfach ein Vollblutstürmer, der weiß, wo das Tor steht und immer hungrig ist. Wenn er mal kein Tor schießt, dann wird er schnell bockig“, so Brinkmann. Und: „Er ist beidfüßig, kann links wie rechts schießen und ist somit unberechenbar“, ist dieser Stürmer für die gegnerischen Verteidiger zu greifen wie ein Stück nasse Seife.

 

Steigerungspotenzial:

Wünschenswert wäre es für seinen Übungsleiter, wenn Justin Klocke ehrgeiziger ist, weniger Faulheit demonstriert. Er meint

René Brinkmann

konkret, dass er sich von seinem Schützling auch während der Übungseinheiten oder bei einem deutlichen Vorsprung wünscht, dass die eigene Grenzerfahrung nach oben ausgetestet wird, „um einfach noch besser zu werden.“ Was auf den ersten Blick vielleicht ein wenig merkwürdig klingt – bei knapp drei Toren pro Partie. „Trotz seiner überragenden 27 Tore bisher könnte er viel mehr auf dem Konto haben, wenn er es nicht immer mit dem ganz feinen Pinsel machen würde“, hilft ihm vielleicht ein klein wenig mehr Pragmatismus vor dem gegnerischen Kasten. Wo ebenfalls noch Luft nach oben existiert: „Woran er auch noch arbeiten muss, ist sein Verhalten, wenn es mal nicht so gut bei ihm läuft. Dann lässt er gerne mal schnell den Kopf hängen. Das merkt man dann sofort.“ Auch würde ihm vielleicht etwas mehr Coolness in gewissen Situation behilflich sein. Brinkmann kritisiert: „Als Heißblut-Kicker fährt der Puls, wenn er gefoult wird, ganz, ganz schnell hoch. Da hat er noch eine ganz kurze Zündschnur.“ Sein lieb gemeintes Empfehlungsschreiben: „Da muss er versuchen, noch cooler zu werden. Und ein bisschen mehr Körper könnte er sich zulegen, um auch gegen kräftigere Gegner etwas dagegen halten zu können.“

 

Fazit:

Natürlich dominiert rund um Justin Klocke allerdings das Positive, denn 27 Tore von in Summe 80 Einschlägen erzielt zu haben, ist eine stolze Bilanz. Dessen ist sich selbstverständlich auch René Brinkmann absolut bewusst, räumt er via Lippe-Kick vollends ein: „Man kann als Trainer einfach nur froh sein, so einen Spieler in seinen Reihen zu haben.“ Die mannigfaltigen Qualitäten fasst Brinkmann im Lippe-Kick-Gespräch pointiert zusammen: „Er ist universell einsetzbar, nicht nur als zentraler Mittelstürmer, auch über die Außen ist er eine echte Waffe.“

 

Ole Zietz (Bild links), FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghhausen II, 15 Tore, 24 Jahre alt. Ehemalige Vereine: Ausschließlich für den SSW und davor für die dortigen Jugend-Teams war er aktiv. Bis Sommer 2019 kickte er für die Erstvertretung. Trikot-Nummer: 15, „da dies unser einziges M-Trikot im Koffer ist. Ansonsten waren ihm alle Sachen zu groß“, so die plausible und launige Erklärung von seinem Coach Simon Dümpe.

 

Spitzname:

 

Marotten:

Derzeit ist er außerordentlich auf den Jagdschein konzentriert. Deshalb kann er im Trainingsbetrieb nicht mehr so sehr aktiv sein, um seinen Hut in den Ring für die Erstvertretung zu werfen.

 

Der schönste Treffer:

Einen Viererpack steuert Zietz beim glamourösen 7:3-Erfolg über den TuS Sonneborn II bei. Dümpe schwelgt glückselig in den schönsten Erinnerungen: „Unvergessen sind seine vier Tore innerhalb von 25 Minuten, in denen er den Gegner fast im Alleingang überrannt hat.“

 

Was macht ihn so besonders:

Zietz gilt als Speedy Gonzales unter den SSW-Jungs, lobt Dümpe explizit die „überragende Schnelligkeit.“ Die Folge: „Diese bereitet bis jetzt jeder C-Liga-Abwehr große Sorgen.“

 

Torgefährlichkeit:

Neben der bekannten Dynamik ist es auch sein unfassbarer Torriecher, der ihn „mit Sicherheit zu dem oder einen der besten C-Liga-Stürmer im Kreis macht“, enthusiasmiert Simon Dümpe.

 

Steigerungspotenzial:

Dümpe hat in einem Bereich noch Luft nach oben erkannt: „Seine Schwäche, würde ich sagen, liegt darin, ab und zu mal den Kopf hochzunehmen, um den besser postierten Mitspieler anzuspielen.“ Für dieses Defizit hat er jedoch auch eine angemessene Begründung parat: „Aber da ist er halt Stürmer.“

 

Rene Bruckschen

Rene Bruckschen (Bild links), TuS Sonneborn II, 13 Tore, 26 Jahre alt. Ehemalige Vereine: Jugend JSG Alverdissen/Sonneborn/Barntrup. Im Seniorenbereich nur beim TuS Sonneborn. Trikot-Nummer: 5.

 

Spitzname:

John Anthony Brooks. In Anlehnung an den baumlangen und durchtrainierten VfL Wolfsburg-Profi besitzt er diesen Spitznamen. TuS Sonneborn II-Coach René Brinkmann bringt Licht ins Dunkel. „Die Initialen mussten wir übrigens auf seine Malle-Badehose drucken lassen, weil RB ja schon mir gehört.“

 

Marotten:

Brinkmann ist nicht entgangen: „Da muss ich echt überlegen, aber paffen tut er sehr gerne. Ich kenne keinen, der öfters in der Shisha-Bar ist als er, eine richtige Pferdelunge.“ Charakterlich ist er ein „feiner Kerl, bei jedem Arbeitseinsatz anwesend, wirklich vorbildlich und das sogar als ‚Nicht-Sonneborner”, beeindruckt ihn dies sehr.

 

Der schönste Treffer:

Es ist nicht unbedingt so, dass die Tore so schön sind wie ein Bild von Pablo Picasso. Vielmehr hat er den berühmten Riecher, schiebt oder köpft bevorrechtigt aus Nahdistanz ein, erzielt vor allem in engen Partien einen Treffer. Seine Weltpremiere feierte der Mittzwanziger, als er einen Hattrick beisteuerte. „Auf der offensiven Sechs entfaltet er jetzt sein gesamtes Potenzial. Ich hätte vor der Saison nicht gedacht, dass er so weit vorne in der Torschützen-Liste ist. Früher hat er meist nur ins eigene Tor getroffen“, könnte er hier vielleicht die unzweifelhaften Fähigkeiten eines Nikolce Noveski (ehemaliger Mainz 05-Kultprofi) intus haben.

 

Was macht ihn so besonders:

In der Truppe mit den vielen jungen Hüpfern gilt Bruckschen als einer der Methusalems, sind in seiner Vita sogar einige A-Liga-Partien gelistet. Nicht völlig unvernünftig, dass er zum Spielführer gewählt wurde, somit in der Verantwortung steht und für die zahlreichen Youngsters eine Anspielstation auf und ein Ansprechpartner außerhalb des Platzes ist. Bruckschen ist das Metronom im Mittelfeld, kann das Spiel beschleunigen, aber auch verlangsamen, wenn es die Situation erfordert. Sein Coach René Brinkmann adelt ihn: „Er ist definitiv einer unserer Führungsspieler, der sich das Vertrauen der Trainer mehr als verdient hat und die Mannschaft als Captain aufs Feld führt“, ist dies die logische Konsequenz.

 

Torgefährlichkeit:

Rene Bruckschen verfügt über eine Pferdelunge, läuft wie ein Duracell-Häschen, ist zudem bei stehenden Bällen immer gefährlich, da meist an der richtigen Stelle. „Er geht einfach die Wege, die man von ihm erwartet auch mit und steht dann da, wo man eigentlich einen Mittelstürmer erwartet und schiebt dann nur noch ein“, beschreibt Brinkmann. Zudem ist er als ursprünglicher Innenverteidiger schon qua Position mit einer gewissen Kopfballstärke gesegnet, kann er diese Waffe nun gewinnbringend als Gefahrenherd für das gegnerische Gehäuse einsetzen.

 

Steigerungspotential:

13 Treffer sind für einen ausgebildeten Abwehrspezialisten eine starke Bilanz. Das geschulte Auge vom Trainerfuchs Brinkmann hat allerdings erkannt, dass zuweilen die „Eiseskälte vor dem Tor“ vermisst wird. Er wird konkreter: „Da könnte er tatsächlich noch etwas kaltschnäuziger werden. Er hat auch noch das ein oder andere Tor mehr auf seinem Konto liegen lassen. Und etwas lauter könnte er nach meinem Geschmack auf dem Platz noch werden“, liegt das wohl am Naturell von Rene Bruckschen, ist dieser doch eher ein „sehr ruhiger, gechillter Vertreter.“ Mehr Lautstärke, mehr Dominanz auch in seiner Körpersprache, das sind die Wünsche, die Brinkmann an seinen zweitbesten Torschützen richtet. Er verdeutlicht: „Er soll jetzt nicht anfangen, unfair zu spielen, aber wenn der Spielverlauf entsprechend ist, dann mal die Ärmel hochkrempeln, die Jungs in den Arsch treten, motivieren und fighten.“

 

Marius Lutter (Bild links), FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghausen II, 10 Tore, 20 Jahre alt. Ehemalige Vereine: JSG Dörentrup. Trikot-Nummer: 3. „In Anlehnung an den berühmten Nicklas Bendtner“, erklärt SSW II-Coach Simon Dümpe im Lippe-Kick-Gespräch den Vorbildcharakter vom ‘Lord.’

 

Spitzname:

Ortega Moreno. Dümpe erklärt: „Aufgrund seiner Meinung nach guten Qualitäten im Tor.“

 

Marotten:

Das Stadtwerke-Model, das attraktiv spielt und ebenso aussieht, muss nach jedem Spiel zunächst einmal ganz entspannt eine rauchen, „ganz im Sinne des C-Liga-Kickers“, so ein grinsender Dümpe.

 

Der schönste Treffer:

Der 2:1-Erfolg im Dörentrup-Derby über die SG Bega/Humfeld II ist Balsam für Körper und Geist. Den Siegtreffer erzielt „Martin Lutt(h)er“ mit einem Volleyschuss nach einer Maßflanke.

Was macht ihn so besonders:

Er weiß, wann und wie er die Kugel abklemmen muss, ist er doch ein Akteur mit einer hohen Spielintelligenz. Lutter gilt als ein Kicker, der den Rhythmus einer Partie bestimmen kann, adelt ihn sein Coach: „Er ist für uns ein ganz wichtiger Spieler auf der Sechser- oder Zehner-Position.“

 

Torgefährlichkeit:

„Ich bin echt froh, einen Spieler seiner Qualität zu haben“, schwärmt Simon Dümpe. Er hebt gezielt Lutters Weitschussqualitäten hervor.

 

Steigerungspotenzial:

Im Spielaufbau, auch im Segment der Balleroberung, registriert Dümpe noch Verbesserungsbedarf. Doch er lässt Milde walten: „Aber es ist seine erste Saison als Sechser.“

 

 

 

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