Connect with us

Kreisliga B Detmold

Hakedahler SV – Patient im kritischen Zustand

Die Saison mit dem Klassenerhalt zu beenden, dann schauen, ob und wie es weitergeht. So lautet der Schlachtplan für den Hakedahler SV, wie im Lippe-Kick-Insidereport verraten wird.

„Die Lage ist sehr kritisch“

Kreisliga B Detmold (hk). Zwei Jahre erst sind ins Land gezogen, als der Hakedahler SV sein 20-jähriges Vereinsjubiläum gefeiert hat. Die Partyzeit ist vorbei beim HSV, geht es dieses Jahr doch nur um das nackte Überleben. Mikail Demir ist als Aushilfstrainer eingesprungen – von der Winterpause bis zum Saisonende, wenn es ihn dann zum BSV Leese in den FuL Kreis-Lemgo zieht. Er macht deutlich: „Der Hakedahler SV muss zurzeit eine sehr harte Zeit durchmachen, da die Mitglieder und Spieler nicht mehr so zahlreich sind, wie es einmal war.“

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

Von Henning Klefisch

 

Mikail Demir

Der Fußball ist ein verdammt schnelllebiges Geschäft. Vier Jahre ist es gerade einmal her, als die Kicker aus Detmold Hohenloh im elitären Kreis-Oberhaus mitspielen durften. Es folgte jedoch der direkte Wiederabstieg, hatte der Aufsteiger doch ein gewaltiges Verletzungspech, was den Niedergang beschleunigte. Nach zwei einstelligen Mittelfeldplätzen in der B-Klasse folgte in der abgelaufenen Spielzeit Position elf im Detmolder Unterhaus. In dieser Saison spitzt sich die Lage weiter zu, belegt der Hakedahler SV den 13. Rang, was zwei Plätze und sechs Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsrang bedeutet. Für den ehemaligen Spieler vom Post TSV Detmold und vom TuS Eichholz/Remmighausen geht es vor allem darum, seinen Herzensverein zu retten. Dann kann er beruhigt das Abenteuer Leese angehen, wo sein ehemaliger Mannschaftskamerad Ferhan Demir Manager ist und er wieder unter seinem Ex-Coach Jens Kaiser trainieren darf.

 

„Spieler waren nicht mehr motiviert“

 

Der 25-jährige Mittelfeldspieler zeigt viel Mitgefühl im Lippe-Kick-Gespräch: „Ich finde das genauso schade, dass es beim HSV nicht so gut läuft, sportlich so wie allgemein. Diesbezüglich steht der ganze Verein kurz vor der kompletten Abmeldung vom Spielbetrieb.“ Die Lage ist äußerst brenzlig, soll nun mit aller Macht der existenzbedrohende Fall in die C-Klasse vermieden werden. Sich selbst bezeichnet er als den „letzten Ausweg, die letzte Hoffnung“, quasi die letzte Patrone, um den worst case zu verhindern. Ein Problem, was sein Wirken erschwert, ist der Spieler-Exodus. Mikail Demir moniert: „Leider fehlen uns die Spieler. Der Verein hat die vielen Spieler verloren, da die Spieler nicht mehr motiviert waren und dann kam noch die Arbeit, Familie usw.“ Heutzutage werden bei vielen Fußballern eben die Prioritäten woanders gelegt. Der eine oder andere Kreis-Kicker rund um die Jahrtausendwende würde sich die verbliebenen Haare raufen und staunen, mit welchen fadenscheinigen Ausreden einige Jungs dem Kicken fernbleiben. Es bleibt festzuhalten: Allgemein ist hier die Entwicklung im lippischen Fußball bedenklich, der Hakedahler SV liefert hier ein alarmierendes Einzelschicksal.

 

„Wir wurden immer unterschätzt“

 

Nuri Kurt

Es geht nicht alles den Bach runter. Der Hakedahler SV steht für Werte wie Toleranz, Fair-Play, Integration, auch für die Kurt-Brüder Nuri, Hasan und Niyazi. Der Sportpark Lippe-Cup, der jedes Jahr in der Winterpause ausgetragen wird, ist eines der attraktivsten Hallenturniere im gesamten Kreisgebiet. Die handelnden Personen arbeiten mit Herzblut, mit Leidenschaft für ihren HSV. Für Demir steht fest: „Der Hakedahler SV ist ein kurdischer Traditionsverein, immer mit Leib und Seele dabei. Das hat man auch in der Vergangenheit gesehen. Anfang der 2000er Jahre haben sie zwei Spielzeiten hintereinander knapp den Aufstieg in die Bezirksliga verpasst. In all den weiteren Jahren wurden wir immer unterschätzt“, sind die Honeymoon-Zeiten rund um den stolzen HSV vorbei. Die derzeitige Lage beschreibt Demir als „äußerst kritisch“, muss doch Spieltag für Spieltag mit einem schmalen Kader geplant und agiert werden. Die Vorbereitung auf die Matches ist alles andere als wunschgemäß, hadert Mikail Demir doch im Lippe-Kick-Gespräch: „Die Trainingsbeteiligung ist auch nicht die beste. Das sind alles Sachen, die eigentlich sehr traurig sind, aber ohne Spieler ist dies nicht möglich und der Vorstand so wie der Verein haben vieles getan, um dies aufrechtzuerhalten. Leider vergeblich.“ Worte, die traurig stimmen, doch auch für den Hakedahler SV gilt: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Vigilant Team Sports

More in Kreisliga B Detmold

%d Bloggern gefällt das: