Connect with us

Unvergessene Vereine

Unvergessene Vereine – TSV Lothe

In unserer lesenswerten Rubrik der „unvergessenen Vereine“ behandeln wir diesmal den TSV Lothe, der Ende der 70er bis in die Landesliga durchmarschierte.

 

Die goldenen 70er

Unvergessene Vereine (ab). Als der TSV Lothe 1979 in die Landesliga aufstieg, wurde Margret Thatcher als erste Frau Premierministerin von Großbritannien, Karl Carstens wurde im selben Jahr Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland und Mutter Theresa erhielt den Friedensnobelpreis. Das nur mal als zeitliche Einordnung, wie lange der größte Erfolg der Südost-Lipper bereits her ist. Über 40 Jahre später blicken wir mit Frank Golüke zurück auf die goldenen Zeiten des TSV Lothe.

 

Dieser Bericht wird Ihnen präsentiert von:

 

 

Die „erfolgreichste Ära der Lother Geschichte“

„Unvergessen“ ist für Golüke die „die erfolgreiche Landesligamannschaft des TSV Lothe 04 e.V.“, die mit ihrem Spielertrainer Wolfgang Schlichthaber und Kapitän Heinz-Dieter Eichmann in der Zeit von 1976 bis zum Jahr 1979 den Durchmarsch von der damaligen 1. Kreisklasse Detmold bis in die ostwesfälische Landesliga schaffte. Dort verbrachte der TSV drei Jahre, die „erfolgreichste Ära in der Lother Fußballgeschichte.“ Insgesamt waren die 70er und 80er Jahre aus lippischer Sicht äußerst erfolgreich. Allen voran natürlich der TuS Horn-Bad Meinberg und der SuS Lage, die in den beiden Jahrzehnten zu Dauergästen in der Landesliga wurden mit gelegentlichen Ausflügen in die Verbandsliga. Aber auch der TSV Detmold, der TBV Lemgo, der SC Bad Salzuflen und der TuS Bexterhagen spielten einige Jahre in der Landesliga. Und eben auch der TSV Lothe.

 

Mit Schlichthaber gelingt der Aufstieg

„Nachdem zwei hochtalentierte Jugendjahrgänge aus dem damals 1400 Seelen zählenden Dorf im lippischen Südosten mehrfach vergeblich versucht hatten, den Sprung in die überkreisliche Bezirksligastaffel 3 zu schaffen, wurde für die Serie 1976/1977 mit Wolfgang Schlichthaber, einem ehemaligen Profitorwart von Arminia Bielefeld, erstmalig ein Spielertrainer verpflichtet“, erinnert sich Frank Golüke. Der Erfolg gab den Verantwortlichen in Vorstand und Betreuerteam Recht, denn „gleich auf Anhieb belohnten sich die Lother Jungs und stiegen endlich nach einem 3:2-Erfolg am heimischen Sportplatz „Unter den Eichen“ gegen den TuS Eichholz-Remmighausen in die Bezirksliga auf.“ Und auch in der neuen Spielklasse fanden sich die grün-weißen TSV-Kicker gleich zurecht und mussten sich als Aufsteiger erst nach zwei Endscheidungsspielen um den Einzug in die Aufstiegsrunde zur Landesliga dem SV Dalhausen geschlagen geben. Doch nur eine Saison später war es soweit, so Golüke: „Die Überraschung war perfekt, nachdem sich die Mannschaft im entscheidenden letzten Spiel vor über 1.200 Zuschauern unter den Lother Eichen mit einem 0:0, wieder gegen den SV Dalhausen, den einen noch fehlenden Punkt in der Bezirksklasse Staffel 3 sicherte und verdient als Meister in die Landesliga aufstieg.“

 

 

Lippische Duelle zogen die Massen an

Die beste Saison der Vereinsgeschichte war die erste in der Landesliga. Auf einem beachtlichen achten Rang lief man am Ende der Saison ein. Auch in den weiteren zwei Spielzeiten spielte der TSV „munter mit und lehrte den Teams aus dem Raum Bielefeld mit Teamgeist, unbändigen Einsatz und viel Talent gehörig das Fürchten.“ Besonders aber die lippischen Duelle gegen den TSV Detmold, gegen SuS Lage oder den TBV Lemgo zogen die Massen an. „Gerade die technisch beschlagenen Teams fürchteten zu der Zeit die Kampfbahn unter den Lother Eichen, die zu einer schwer einzunehmenden Festung wurde.“ Mit dem Heimvorteil hielt man sich auch in der zweiten Landesliga-Saison noch in der Liga, ein Jahr später war das Abenteuer dann aber vorbei. Am Ende der Saison 1981/82 stieg man als Vorletzter wieder in die Bezirksliga ab, wo man dann durchgängig bis 1992 spielte.

 

 

Schalke kommt zum Jubiläum

Ein weiteres Highlight gab es ebenfalls 1979 zum 75-jährigen Vereinsjubiläum: „Der Vorstand belohnte seine erfolgreiche Fußballmannschaft sowie die zahlreichen treuen Lother Fans mit der Verpflichtung der Bundesligamannschaft von Schalke 04 für ein Freundschaftsspiel.“ Am 22. Juli 1979 gastierte das Team um den Kapitän und Jahrhunderttorschützen Klaus Fischer unter den Lother Eichen. „Begleitet vom Präsidenten Günter „Oskar“ Siebert, Kultbetreuer Karl-Heinz „Charly“ Neumann traten die Schalker in stärkster Besetzung an. Trainer Gyula Lorant hatte neben den deutschen Nationalspielern Rolf Rüssmann, Rüdiger „Abi“ Abramczyk, Manfred Drexler und Torwart Norbert Nigbur auch seine internationalen Neuzugänge aufgeboten“, so Golüke. Nach einer starken ersten Halbzeit mit einem überragenden Heinz „Hein“ Altenbernd im Lother Tor musste sich die Schlichthaber-Elf am Ende mit 0:10 geschlagen geben. Über 4.000 lippische Fußballfans, darunter etwa 150 Schalker Knappen, die aus Gelsenkirchen angereist waren, erlebten einen unvergesslichen Fußballnachmittag im lippischen Süd-Osten.“

 

 

Das sind die Lother Aufstiegs-Helden

Heinz „Hein“ Altenbernd, Otto Hoffmeister, Erich Soll, Heinz-Dieter Eichmann, Volkmar Altenbernd, Werner Schröder, Heinz-Werner „Tünnes“ Schlicht, Arthur „Addi“ Chust, Gerhard „Kerze“ Vogel, Jürgen „Grete“ Schröder, Wolfgang „Lupo“ Lange, Paul „Ballermann“ Mühlenhof, Franz-Josef „Siggi“ Hasse, Peter Jacobsen.

„Trainiert wurde die Mannschaft von Wolfgang Schlichthaber, der als Torwart auch sicherer Rückhalt der Mannschaft war. Als Betreuerteam kümmerten sich Physiotherapeut Johannes „Jannes“ Krehs, Wilfried „Witte“ Möller, Edmund Hötger und der unvergessene Fußballobmann Reinhard Schröder um das Lother Ausnahmeteam.“

 

 

Der TSV im Hier und Jetzt

Nach dem Landesligaabstieg folgten in den 80er-Jahren, wie bereits erwähnt, noch einige Serien in der Bezirksliga, bevor mit der Gründung des TSV Schwalenberg-Lothe das Kapitel Fußball im TSV Lothe 04 e.V. geschlossen wurde. Heute ist das Team der SG Brakelsiek/Wöbbel die sportliche Heimat für Lother Fußballer.

More in Unvergessene Vereine

%d Bloggern gefällt das: