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Kreisliga C2 Lemgo

Kreisliga C2 Lemgo – Goalkeeper Hall of fame

“Nur Fliegen ist schöner”, lautet das Motto der drei Keeper, die wir heute im Portfolio haben. Drei Keeper, die ihrem Team schon den einen oder anderen Punkt festgehalten haben.

 

 

Das Runde darf nicht ins Eckige

Kreisliga C2 Lemgo (ab). Torhüter gelten allgemein als die verrücktesten Vertreter ihrer Zunft. Klar, wer sich freiwillig die Bälle um die Ohren lassen schießt, sowohl im Spiel als auch im Training, der muss schon eine gesunde Prise Verrücktheit mitbringen. Auf die drei Vertreter, die wir euch heute vorstellen, kann man sich verlassen. In sechs von acht Spielen stand Nick Pucker im Kasten der SG Leese/Hörstmar/Lieme III, musste dabei gerade einmal viermal den Ball aus dem Kasten holen und spielte zweimal „zu Null.“ Christopher Echterhof hütete in sieben Spielen den Kasten des TuS Rot-Weiß Grastrup/Retzen II, musste dabei auch siebenmal hinter sich greifen. In den letzten drei Spielen vor der Unterbrechung hielt er dreimal in Folge seinen Kasten sauber, ebenso wie beim Saisonauftakt gegen Entrup II. Bemerkenswert ist, dass mit Witali Töws ein Keeper auftaucht, der eigentlich kein Keeper ist, auf dieser Position aber überzeugt. In sieben Spielen gab es gerade einmal vier Gegentore für Töws. Gegen Bad Salzuflen II spielte er nicht, da gab es gleich drei in einem Spiel.

 

 

Witali Töws, TuS Bexterhagen III. Vier Gegentore in sieben Ligaspielen. 35 Jahre alt. Bexterhäger Urgestein.

 

Spitzname: The Wall

 

Witali Töws ist eigentlich gar kein Keeper, wurde aber vor einigen Saisons zu einem gemacht. Davor hat er als Stürmer auf der anderen Seite des Spielfelds für Furore gesorgt. Jetzt ist er sicherer Rückhalt der Roten aus Bexterhagen. „Durch Verletzungen am Sprunggelenk musste oder konnte er nicht mehr im Feld spielen und landete so im Tor“, erzählt sein Coach Jan Schulmeister. Er bedauert es, dass Töws nicht aus beruflichen Gründen nicht regelmäßig trainieren kann. „Wenn er das könnte, wäre er normal ein Torwart, der drei bis vier Ligen höher spielen könnte.“ Töws ist auch „menschlich ein top Mann, der unserer Mannschaft richtig guttut und mit seiner ruhigen Art der Abwehr Sicherheit verleiht. Und das schönste ist, das er noch Fußball spielen kann. Ab und an zwar zu viel, wenn er im eigenen Fünf-Meter-Raum Doppelpässe mit unseren Innenverteidigern spielt, aber solange das klappt, ist alles ok.“ Wenn es nach Schulmeister geht, könnte Töws hin und wieder auch mal seinen Kopf ausschalten, denn: „Die einzige Schwäche bei ihm ist, dass er manchmal zu viel denkt und nach einer Niederlage die Fehler bei sich sucht, was totaler Quatsch ist. Wenn wir Wita nicht hätten, würden wir nicht da stehen, wo wir jetzt stehen. Er hat Bälle rausgeholt, die eigentlich schon im Tor waren. Das haben selbst Trainer höherspielender Mannschaften in der Vorbereitung erwähnt. Wenn er dienstags noch beim Torwarttraining teilnehmen könnte, wäre er noch besser, aber leider geht es beruflich nicht.“

 

Besonderes: Witali Töws erinnert Jan Schulmeister in seiner Spielweise an Marc-Andre ter Stegen, „obwohl Manuel Neuer mein Lieblings-Torwart ist, aber was soll man klagen.“ Der TuS-Coach freut sich über so einen starken Rückhalt: „Ich habe mal vor über 20 Jahren gesagt, wenn ich mal Trainer werde, stelle ich einen Spieler ins Tor, weil man automatisch einen Spieler mehr hat und mehr Ballbesitz hat. Und dann kam Wita und meine Wünsche wurden erhört. Er ist so wichtig für diese Mannschaft und diesen Verein und ich hoffe, dass er mindestens noch fünf Jahre macht. Es gibt nämlich keine alten oder jungen Torhüter, sondern nur gute und sagen wir mal weniger gute. Und er ist ein richtig guter.“ Bei dem Hobby ist es übrigens kein Wunder, dass Töws so viele Bälle aus dem Winkel fischt, denn der Keeper geht auch leidenschaftlich gern angeln. Zudem ist der 40-jährige ein echter Familienmensch.

 

 

 

Nick Pucker, SG Leese/Hörstmar/Lieme III. Vier Gegentore in sechs Ligaspielen. 19 Jahre alt.

 

Nick Pucker ist der jüngste in diesem Trio. Mit gerade einmal 19 Jahren ist er eine feste Größe im Team von Patrick Barkei. „Ich finde, dass Nick wahnsinnig gut auf der Linie ist“, ist das erste, was Barkei zu seinem Keeper einfällt. Und: „Er ist für sein Alter extrem abgeklärt und ruhig am Ball.“ Potenzial hat Pucker selbstredend auch noch: „Wir werden, sobald wir wieder dürfen, mit ihm etwas am Spielaufbau arbeiten, was an dieser Stelle keine Kritik von mir ist.“ Barkei sieht es eher als „Vorteil, einen Torhüter zu haben, der auch mit dem Ball am Fuß so viel kann wie auf der Linie.“ Denn da hat Pucker der SG schon den ein oder anderen Punkt festgehalten: „Es ist schwierig, eine von den vielen Paraden rauszupicken. Ich bin einfach froh, ihn zu haben.“

 

Besonderes: Nick Pucker hat einen Großteil seines noch jungen Fußballlebens beim BSV Leese verbracht, abgesehen von einem kleinen Ausflug zum TBV Lemgo. Neben dem Fußballplatz ist der Keeper auch auf der Skipiste zu finden. Zudem spielt er auch Handball in Bünde.

 

 

 

Christopher Echterhof, TuS Rot-Weiß Grastrup/Retzen II. Sieben Gegentore in sieben Ligaspielen. 24 Jahre alt.

 

In den vier Jahren, die Timo Drechshage mittlerweile Trainer des TuS Rot-Weiß Grastrup/Retzen II ist, gab es im Tor immer eine Konstante. Christopher Echterhof ist seitdem Stammkeeper. „Er ist mit seinen 24 Jahren mitten in der Blüte seines Fußballerlebens und für einen Torwart ganz bestimmt noch am Anfang seines Zenits. Er hat noch einiges vor sich in den nächsten zehn, fünfzehn Jahren. Wenn er weiter an sich arbeitet und so weiter macht wie bisher, sehe ich da eine rosige Zukunft für ihn“, so sein Coach. Auch Echterhof gehört zur Generation der mitspielenden Torhüter: „Wenn wir mit Viererkette spielen, ist er eine Art Libero, der das Verschieben der Kette mitbewirkt. Das macht er sehr, sehr gut.“ Doch auch, wenn der Gegner doch mal eine Lücke im Defensivverbund findet, ist der Keeper zur Stelle: „Chrissi ist immer wach, immer da, den muss ich nicht wecken.“ Ein Torhüter, der das Spiel von hinten anleitet: „Er weiß, wann er Ruhe ins Spiel bringen muss. Er weiß, wann er das Spiel mal schnell machen muss, oder wenn er halt auch mal ein bisschen Zeit hat oder Zeit haben soll, um das nett auszudrücken. Und auf der Linie, was da beim Training abgeht, da brauchen wir gar nicht drüber reden. Das ist natürlich auch das, was man von einem Torwart erwartet.“ Drechshage weiß, wovon er spricht: „Ich war selber lange genug Torwart, um das zu wissen. Das ist das, was man von einem Torwart erwartet. Auf der Linie, dass er die Dinger rauskratzt. Aber was er da noch rausholt beim Training oder auch beim Spiel, was er von der Linie kratzt, das ist Hammer.“ Generell ist der Keeper sehr lernfähig, was seinem Coach ebenso wichtig ist: „Wenn ich mit den Torhütern im Training was mache, dann ist das gar nicht dieses solide Torwarttraining, sondern das sind Kleinigkeiten. Der Torwart muss im richtigen Augenblick wach sein. Oft kommen nicht viele Bälle. Und bei denen, die dann kommen, da müssen sie wach sein. Das sind meistens auch Standards.“ Auf die Strafraumbeherrschung legt Drechshage besonderen Wert: „Ich habe natürlich so meine kleinen Tricks, die ich auch Chrissi mitgegeben habe. Wie man sich am besten stellt, wie man sich zum Ball stellt, wie man auch die Mitspieler im Auge behält bei einem Standard, die Mauerstellung beim Freistoß. All diese Kleinigkeiten und da ist er absolut lernfähig und das sehe ich auch im Spiel, dass er das total annimmt.“ In Sachen Schwächen tut sich Drechshage schwer, etwas zu nennen oder zu finden: „Es gibt keinen Fußballer oder keinen Sportler, der keine Kleinigkeiten an Schwächen hat oder Sachen hat, die man noch verbessern muss. Aber die möchte ich hier gar nicht breittreten, weil mir jetzt mal so grob gar nichts einfällt, wo er wirklich absolute Schwächen hat. Das einzige, was er in den Griff kriegen muss, aber dafür ist er halt noch so jung, dass er ruhiger bleiben muss in gewissen Situationen. Da ist er aufgebracht, da kümmert er sich manchmal um unwichtige Dinge im Spiel, wo er sich selber mit aus dem Rhythmus bringt.“

 

Besonderes: Mit einem Torhüter, der sich vor einigen Jahren ein intensives Duell mit Oliver Kahn um den Platz im Tor der Nationalmannschaft geliefert hat, vergleich Drechshage seinen Schlussmann: „Mich erinnert er da so ein bisschen an Jens Lehmann. Gerade so in den Anfangsjahren von Jens Lehmann bei Schalke 04, wo er noch jung war. Da war er auch immer sehr aufbrausend, war immer für eine rote Karte zu haben. Das ist bei Chrissi nicht so ist, aber er war immer da, er war immer auf Sendung und hat auch ganz klar im Sechzehner gezeigt, das hier ist mein Revier, aber auch mit einem sehr guten Fußballspiel, mit einem sehr guten Aufbauspiel, aber dann auch mit super Paraden. Und ich sehe da auch so ein bisschen auch diese Schlaksigkeit im Tor, eine gewisse Größe. Ich sag mal ganz ehrlich, ich als Stürmer möchte nicht so gerne unter Chrissi begraben sein, wenn da Flanken vors Tor kommen oder in Eins-gegen-Eins-Situation mit ihm zu gehen. Da ist er schon sehr robust und auch sehr konsequent.“ An besondere Paraden erinnert sich Timo Drechshage im Spiel beim TuS Helpup II: „Da hat er uns mit ein, zwei ganz tollen Paraden im Spiel gehalten. Wir haben zwar 4:2 geführt, aber Helpup hatte da eine gute Phase und da hatten sie zwei, drei Schüsse aus, achtzehn, neunzehn, zwanzig Metern, die auf dem nassen Rasen eingeschlagen wären. Aber die fischt er aus dem Eck unten raus. Zwei Aufsetzer, zwei Schüsse, die natürlich in guter Torwarthöhe kommen, aber die er auch glänzend hält. Und auch bei Eins-gegen-Eins-Situationen, und da waren die Saison wieder einige dabei, da brauche ich mir fast keine Sorgen machen, weil ich weiß, da ist unser Fänger.“ Und einen Punkt hat der Coach noch, Echterhof ist nämlich auch ein Elfmeter-Killer: „Ich kann mich nicht erinnern, wann wir den letzten Elfmeter reingekriegt haben. Also selbst in der Vorbereitung hat er die Elfer gehalten. Da ist er ein Tier, wenn er sich da aufbaut und dann muss ich auch schon mal schmunzeln, wenn es einen Elfmeter für den Gegner gibt, wobei die Chance für einen Torwart ja nicht besonders groß ist.“

Werbegruppe OWL Sport

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