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Kreisliga B2 Lemgo

SV Wüsten II – Zufrieden in der neuen Unterhaus-Welt

In der neuen Liga gut angekommen ist der SV Wüsten II, der sich als belebendes Element erweist. Lippe-Kick blickt beim Inside-Report etwas präziser hin.

 

 

Wüsten-Füchse sind fleißig auf der Jagd

 

Kreisliga B2 Lemgo (hk). Der Schein trügt. Auf den ersten Blick würde der SV Wüsten II den Tabellenstand blind unterschreiben, falls Corona allen Beteiligten den Saisonabbruch aufzwingt. Bei Lichte betrachtet könnte allerdings die Quotientenregel angewendet werden. Dann würden die Wüsten-Füchse fußballerisch das kleinere Streichholz ziehen, wenn es denn überhaupt Absteiger gibt. Geehrte Leserschaft, ihr merkt es zeitig, ganz viel Konjunktiv dominiert in dieser so tristen Zeit unser Denken. Der Rudel-Führer Viktor Melnicuk lebt nicht nach dem Hätte-Wenn-Aber-Prinzip, ist ein Mann der Taten, konzentriert sich auf das, was Fakt ist, orientiert sich nicht an halbseidenen Wahrscheinlichkeiten.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

 

Von Henning Klefisch

 

Zwischen 2017 und 2020 war der SV Wüsten II in der tiefsten Kreisliga fußballerisch verortet. Mann, Mann, die C-Liga, was hat sich das Image nur gebessert im Laufe der vergangenen Jahre. Mitte der Nuller-Jahre, als der Autor dieser Zeilen mangels Trainingsfleiß von der A-Liga-Mannschaft in die Kreisklasse C abkommandiert wurde, da war diese Spielklasse noch ein ganz anderes Areal. Eine Spielklasse, die mit reichhaltiger Erfahrung bestückt war. Eine Welt der Bierbäuche und Haarkränze, ich mittendrin statt nur dabei. Da konnte auch am Vorabend noch bis in die frühen Morgenstunden im lokalen Tanzschuppen gezaubert werden, doch im nachfolgenden Spiel am Sonntagmittag gab es Tore satt, denn alles fühlte sich so leicht und locker an. Die Gegenspieler hechelten und keuchten hinterher, einige ließ man wie Slalomstangen stehen. Bloody hell, wie unvergesslich. Deshalb weiß man auch, wovon man schreibt, wenn man selbst in den Kreisligen kickte. Eine andere Zeit, so viel steht fest, denn das Niveau in den C-Ligen hat sich deutlich verbessert. So haben sich die Wüstener nach dem Abstieg 2017 in den jüngsten Jahren zu einem manierlichen C-Liga-Spitzenteam entwickelt, steigerten sich vom sechsten, dann auf den vierten, letztlich auf den dritten Rang. Der Corona-Aufstieg 2020 war die logische Konsequenz einer kontinuierlichen Entwicklung. Nun stehen sie über dem bekannten Strich, weshalb Melnicuk erleichtert konstatiert: „Mit dem bisherigen Saisonverlauf können Marc Schmidt und ich durchaus zufrieden sein!“ Traumtänzer wirken im knapp 4.000 Einwohner-Ort völlig deplatziert, denn der Klassenverbleib gilt als Ziel aller Träume: „Uns war bewusst, dass es eine schwere Saison wird und die Mannschaft hat die Herausforderung angenommen.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neuzugänge ohne Integrationsprobleme

 

Ebenso das Niveau im Lemgoer Kreisunterhaus hat sich im Vergleich zum jüngsten Liga-Aufenthaltsort deutlich gesteigert. Deshalb ist die Trainingsintensität auch parallel dazu erhöht worden, „was aber nicht der Trainingsbeteiligung geschadet hat.“ Die Spieler sind motiviert, ehrgeizig, tragen ihr Herz am rechten Fleck. Von Rückschlägen lassen sie sich nicht unterkriegen, prangert Melnicuk via Lippe-Kick dennoch ehrlich an: „Uns fehlte in manchen Spielen die Spielcleverness, um gegen gestandene Kreisliga B-Mannschaften den ein oder anderen Punkt mehr mitzunehmen. Es wurde aber von Spiel zu Spiel besser.“ Eine vorzeigbare Visitenkarte gaben die Wüstener im Spiel gegen den TuS Lipperreihe II ab. Im finalen Match vor dem erneuten Lockdown musste zwar eine 2:3-Niederlage verkraftet werden, dennoch spricht der SVW II-Trainer von einem „Highlight, dass wir zwar verloren haben, aber auf Augenhöhe waren.“ Die neue Spielklasse wurde sinnvoll durchdacht. So hat das Trainerduo mit Elhan Mustafaev (Bild links unten), Robin Mucks, Julius Eickhoff (Bild rechts unten), Alexander Chrzan, Oliver Bastian und Lukas Prante fähige Kicker als Neuverpflichtungen begrüßt. „Sie haben sich wunderbar ins Team eingefügt und frischen Wind reingebracht. Generell war das ein Genuss, den “jungen” Wilden aus unserem Kader beim Kicken zuzuschauen. Da tut die Saisonunterbrechung besonders weh“, wird hier eine bemerkenswerte Entwicklung jäh gestoppt.

 

„Waldläufe sind nur ein schwacher Trost“

 

In Summe fühlt sich der SV Wüsten II in der neuen Liga angemessen beheimatet. Mit dem 3:1-Heimsieg über den TuS Ahmsen II und dem 3:2 bei der SG Leese/Hörstmar/Lieme II sind sogar zwei unmittelbare Tabellennachbarn aus dem Keller bezwungen worden. Melnicuk meint: „Das Niveau ist in der Liga sehr ausgeglichen, wenn man die Ausnahmekicker vom TSV Schötmar und TuS Rot-Weiß Grastrup-Retzen ausklammert, die unter normalen Umständen nicht zu schlagen sind.“ So taumelten die Wüsten-Füchse auch beim 1:7-Debakel in Retzen nur so über das Spielfeld, hatten sie hier nicht den Hauch einer Chance. Mit Ausnahme dieser Schmach hat der Liga-Neuling viele enge Spiele erlebt, weshalb Viktor Melnicuk gegenüber Lippe-Kick klarstellt: „Jeder kann jeden schlagen. Das macht für uns den besonderen Reiz aus, als Liga-Neuling voll motiviert in die Spiele zu gehen. Dabei gibt es für uns keine besonderen Gegner oder hitzige Spiele, weil wir versuchen, uns auf unser Spiel zu konzentrieren und durchzubringen, unabhängig davon, gegen wen wir spielen“, wird der Fokus auf das eigene Handeln gelegt. Ein ausgeklügeltes Trainingsprogramm haben Schmidt und Melnicuk ihrem Team während der Zwangspause nicht mit auf den Weg gegeben. „Hauptsache sie brennen, sobald es wieder weitergeht“, betont Letzterer. Zugleich bedauernd einräumend: „Meinem Trainerkollegen Marc Schmidt und mir juckt es jedenfalls gewaltig unter den Füßen. Die regelmäßigen Waldläufe sind nur ein schwacher Ersatz für den geliebten Fußball.“

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