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Kreisliga A Lemgo

TuS Bexterhagen – Entspannt und gespannt

Als ein Team aus dem Tabellenmittelfeld der A-Klasse ging der TuS Bexterhagen in die erneute Corona-Zwangspause. Lippe-Kick hat sich mit dem sportlichen Leiter Sven Gleisner unterhalten.

 

 

Herzblut und Zusammenhalt als Erfolgs-Komponenten

Kreisliga A Lemgo (hk). Lippe-Kick ist der lippischen Fußball-Gemeinde sehr dankbar. Kaum droht nach einigem Lob durch Fußball-Profis, Politikern und Auswärtigen der Höhenflug, sorgen die Jungs aus dem Kerngebiet für die nötige Bodenhaftung. Kunde ist König, das ist doch ein offenes Geheimnis. Wir sollten ehrlich sein. Inmitten der derzeitigen Ausnahmesituation einen Inside-Report anzufertigen, gleicht einer echten Herkulesaufgabe. Warum? Nun ja, ob es weitergeht oder nicht, das kann derzeit nicht seriös verifiziert werden. Was bleibt, ist das Zahlenwerk aus der bisherigen Saison. Dieses führt den TuS Bexterhagen mit elf Punkten an elfter Stelle. Gewohnt meinungsstark präsentiert sich Sven Gleisner. Der Sportliche Leiter der „Reds“ bezieht zu verschiedenen Themen Stellung.

 

Dieser Bericht wird präsentiert von:

 

 

Von Henning Klefisch

 

Die Älteren werden sich erinnern. Das letzte Liga-Spiel der Bexterhäger liegt satte fünf Monate zurück. Mitte Oktober 2020 unterlag das Team von Chef-Coach Jens Reitemeier der SG Bentorf/Hohenhausen vor heimischer Kulisse mit 3:7. Dass seine „brutal junge Mannschaft“ noch „Zeit braucht, sich zu entwickeln“, das steht für Gleisner unveränderbar fest. Positiv ist der Ehrgeiz seiner Schützlinge, die Wissbegierde, das Streben nach Lerninhalten. Was auffällt: Dienst nach Vorschrift macht beim Traditionsverein vom alten Postweg keiner, ist die intrinsische Motivation im gesamten Verein eine wahre Erfolgstugend. Fehler zu machen, das gehört zu dieser Entwicklung definitiv dazu, wollen sich die Bexterhäger nicht verrückt machen lassen, wenn es auch mal zu sportlichen Rückschlägen kommt. Dass der Verbesserungsbedarf offensichtlich wird, streitet Gleisner daher keineswegs ab.

Immerhin wächst doch auch der TuS Bexterhagen mit und an den Aufgaben. Bewusst nimmt der Tausendsassa alle mit ins Boot. „Wenn jeder gewillt ist, sich ein wenig zu verbessern, ist das schon viel wert. Dazu zähle ich alle, auch rund um das Team, mich eingeschlossen.“ Grundsätzlich fällt ihm auf, „dass man den Fußball viel zu wichtig nimmt.“ Weil: „Man merkt jetzt gerade, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt als Fußball und gewinnen, verlieren oder unentschieden.“

 

Geduld wird gegen Brake belohnt

Nehmen wir die bisherige Bexterhagen-Serie ein wenig unter die Lupe. Ein echter Tiefpunkt der juvenilen Spielzeit war gewiss die 1:9-Schmach beim Tabellenzweiten TuS Asemissen. Am 20. September erteilten die Blau-Weißen dem Nachbarverein eine echte Lehrstunde. Daher ist es keineswegs skurril, dass Gleisner die Asemisser als bislang stärksten Gegner bezeichnet, die „besten Einzelspieler“ hervorhebt, die über eine „brutale Effizienz“ verfügen. „Wenn sie wollen.“ Ob im Tor Patrick Barthelmeus (Bild links), in der Defensive der „große und trotzdem agile“ Jan Heidschuster oder auch die wieselflinken Lebensversicherungen Seipt und Pollakowski, die aufpassen müssen, in der geschlossenen Ortschaft nicht geblitzt zu werden. Mit einem Punkt Rückstand auf den Spitzenreiter TuS Leopoldshöhe besetzen die Asemisser derzeit die primäre Jäger-Rolle. Ein weiteres unvergessenes Spiel war der Saisonauftakt gegen den TuS Brake. Gegen das letztjährige Schlusslicht nahmen sich die Bexterhäger eine Menge vor. Doch Brake-Schnapper Christopher Bertram erwischte einen Sahnetag, vereitelte so manchen Hochkaräter. Viel Geduld, Schweiß und Nervenkraft waren die Zutaten für diesen mühsamen Sieg. Das war gewiss kein Match für Herz-Kreislauf-Patienten. Nämlich erst wenige Minuten vor dem Schlusspfiff gelang Marius Studtrucker (Bild rechts) mit seinem zweiten Tor des Tages das entscheidende 2:1. „Oder das Spiel gegen die Rentner-Band aus Lüerdissen, brutale Erfahrung. Alt schlägt jung, das verdient“, repetiert er die 2:3-Heimniederlage.

 

„Wer da keinen Bock hat zu spielen…“

Einem Tapsen im Nebel ähnelt es für den umtriebigen Gleisner, wenn es darum geht, die Kaderplanung zu konkretisieren. Seine nachvollziehbare Begründung: „Was soll ich den Spielern erzählen, wann es weitergeht, was unsere Ziele sind? Das kann ich doch erst, wenn ich weiß, wie geht es weiter.“ Dennoch rührt er die Werbetrommel für seine Bex-Erlebniswelt. „Wir haben ein geiles Trainer-Team, eine super Kameradschaft und ein überragendes Sporthaus. Wer da keinen Bock hat zu spielen, da weiß ich es auch nicht“. Man will für den Fall der Fälle nicht aus der kalten Hose heraus agieren, gewappnet für künftige Herausforderungen sein. Trainingspläne wurden erstellt. Diese werden wöchentlich akkurat von den Bexterhäger-Jungs abgearbeitet. Der Coach checkt diese, lässt sie von einem befreundeten Team an der Universität in Paderborn auswerten. Sven Gleisner veranschaulicht damit, dass der Eifer, die Gier in seinem Team enorm ist. Die Entwicklung und der Zusammenhalt sind zwei Aspekte, die ihn positiv überraschten. Auffällig für ihn: „Früher, als ich aus der Kabine kam, waren alle weg. Heute geht es schon mal länger. Fast so, wie es früher war, als die Lokalzeitung eher zu Hause war als die Spieler“, schmunzelt der Kontakter des TuS Bexterhagen nonchalant. Erfreut konstatierend: „Das Kabinen-Leben hat sich super verändert.“ Angetan zeigt er sich auch, was der Nachbarverein SC Bad Salzuflen bisher abliefert. „Ich dachte, die stürzen ab. Es ist aber eine gute Arbeit von Jürgen „Mottek“ Weidenhammer und seinem Team.“ In Summe bescheinigt er dem Lokal-Fußball ein konstantes Niveau, „geben alle ihr Bestes auf ihre Weise.“

 

„Bestes Netzwerk und beste Überredungskunst“ erhöhen den Erfolg

Noch ist das Ende vom Rattenschwanz für die lippische Fußball-Gemeinde nicht abzusehen. Die tatsächlichen Auswirkungen werden wohl erst in einigen Jahren faktisch erkennbar. Vor allem der Jugendfußball leidet, was sich zukünftig auch auf den Seniorenbereich niederschlägt. Gleisner hat aus eigener Erfahrung heraus beobachtet: „Ein, zwei Jahrgängen wird unheimlich viel beraubt. Die verpassen so viel. Das fängt ganz unten an, keine Minis, keine F-Jugend. Ich merke es am Stützpunkt. Die Jungs verpassen fast ein ganzes Förderjahr“, bezeichnet er die Situation für den Nachwuchs als eine „Katastrophe.“ Seine Prognose liest sich wenig erbaulich, apostrophiert er diese als „düster.“ Die Anzahl an Fusionen steigert sich kontinuierlich. „Schau dir die Spielgemeinschaften im Jugendbereich im Kalletal oder Extertal an. Wenn die mit der Begrüßung beim Namen aussprechen ihres Vereins fertig sind, ist die erste Halbzeit rum“, moniert er halb belustigt, halb warnend bei Lippe-Kick. Trotzdem zollt er allen Menschen seinen tiefsten Respekt, „die mit Herzblut diese Möglichkeiten ihren Kindern noch erhalten.“ Was könnten denn die Erfolgs-Faktoren sein? „Der Verein mit dem besten Netzwerk setzt sich durch, mit der besten Überzeugungskraft und geografisch gut liegend.“

 

Tolle Infrastruktur und vorbildlicher Zusammenhalt

Beim TuS Bexterhagen mit seinen drei Senioren-Teams sieht man sich derzeit gut aufgestellt. Trainer Reitemeier harmoniert mit dem sportlichen Leiter und Fußball-Obmann hervorragend. Zudem hat er „total Bock, mit unserem außergewöhnlichen Kader zu arbeiten“, freut sich Gleisner über die perfekte Symbiose sehr. Ebenfalls ist die Infrastruktur top, wird in der kalten Jahreszeit durch den kleinen Kunstrasenplatz neben dem Funktionsgebäude so einiges erleichtert. Alles ist vor Ort, man ist unabhängig in seinem Wirken als Verein. Mit diesen Voraussetzungen kann sich Gleisner sehr gut anfreunden, richtet er folglich ein „großes Lob an alle, die das ermöglicht haben.“ Welche Bedeutung besitzt denn der TuS Bexterhagen für ihn persönlich? Seine Antwort kommt prompt wie ehrlich: „Der TuS ist einfach mein Heimat-Verein. Hier bin ich groß geworden. Hier hat mein Vater, meine Mutter, mein Bruder gespielt. Ich bin in den Grundrissen des Sporthauses herumgestampft. Hier kommen Familien seit Jahrzehnten zusammen.“ Durchaus außergewöhnlich: „Wir sind ein Verein, der zu einer Gemeinde und zu einer Stadt gehört. Der eine Platz gehört Leopoldshöhe, der andere Bad Salzuflen. Aus beiden Kreisen kommen unsere Mitglieder. Unser Sporthaus ist meiner Meinung eines der schönsten in Lippe, wenn nicht das schönste.“ Zugleich ist es die Historie, die fasziniert. Die Reds haben schließlich eine bewegte Berg- und Talfahrt hingelegt. Bis zu Landesliga-Weihen stiegen sie empor, waren es in den schlechteren Jahren die tieferen Kreisligen, die zur neuen fußballerischen Heimat wurden (siehe: https://www.lippe-kick.de/mannschaft/tus-bexterhagen/.) Was konstant blieb: „Es waren immer Menschen, die mit Herzblut ihren Verein weiterführen.“ Auch die Feierlichkeiten manifestieren ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Wie etwa das Osterfeuer oder der Lauf rund um Bexterhagen. Der Slogan bleibt bestehen, wie es Sven Gleisner abschließend im Brustton der Überzeugung ausspricht: „We are the Reds, wir sind Bexterhäger.“

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