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Kreisliga A Detmold

Kreisliga A Detmold – Wall of fame

Ehre, wem Ehre gebührt. Das denkt sich auch Lippe-Kick und schaut sich einige fangsichere Fänger aus dem Detmolder Kreisoberhaus an. Die O-Ton-Geber liefern das Porträt ihrer Schnapper. Klickt euch tiefer hinein.

 

 

Die Dörenwald-Katze mit Herz

Kreisliga A Detmold (hk). Was werden doch nur für Jubel-Arien über Goalgetter angestimmt. Über die schönsten Tore etwa. Es wird hier oft vom Salz in der Suppe euphorisch wie bedeutungsvoll philosophiert. Auch Lippe-Kick bietet den besten lippischen Tormaschinen mit dem Goalgetter-Report einen angemessenen Rahmen. Diesen bereits seit der ersten Stunde. Aber: Die Basis für große Erfolge liefert meist eine wohlfunktionierende Abwehr, kommt es auf den Rückhalt an. Dieser Akteur besetzt die Sonderrolle im Team, ist er doch der Einzige – mit Ausnahme der Spieler beim Einwurf – der seine Hände im Spiel benutzen darf. Wenn er tatsächlich einen Fehler macht, liegt der Ball meist im Netz. Es ist längst überfällig, den Schlussleuten in einem Extra-Report die Ehre zu erweisen, die sie seit Langem verdient haben.

 

Ihr wollt nicht nur auf dem Platz gewinnen? Dann ab zu:

 

 

Von Henning Klefisch & André Bell

 

Christopher Reuter, Blomberger SV. 3 Gegentore in 6 Liga-Partien. Kam 2017 vom SV Eintracht Jerxen-Orbke, spielte davor beim FC Donop-Voßheide.

 

Christopher Reuter, der „erfahrener ist, als es der Perso vermuten lässt“, wie Coach Mike Winkler meint, hat seinen Kasten in vier von sechs Liga-Spielen sauber gehalten. Auch aufgrund seiner Stärken. „Hervorragende Reflexe, für sein Alter schon ausgesprochen gute Führungsqualitäten, mitspielender Torwart“, bescheinigt Winkler dem Schlussmann. Schwächen sind bei Reuter kaum auszumachen: „Da Chris bereits ein gutes Gesamtpaket mitbringt und auch entsprechend auftritt geht es nur um Nuancen, die er aufgrund seines Ehrgeizes auch permanent angeht und trainiert.“ An eine „Mischung aus Kahn und Neuer“ fühlt sich Winkler erinnert, wenn er Christopher Reuter spielen sieht. Der Ehrgeiz des einen gepaart mit der spielerischen Klasse des anderen. Es gibt gewiss schlechter Mixturen in Sachen Torwartspiel. Das gemeinsame Torwart-Training mit Dominik Sobanski tut sein Übriges dazu.

 

Wichtige Parade: In diesem Punkt sind keine besonderen Paraden hervorzuheben, denn „beide haben in Spielen einige Paraden gezeigt und die Mannschaft damit zum Beispiel vor Rückständen bewahrt“, meint Winkler mit Bezug auf beide Torhüter.

 

Besonderes: „Stellt sich wie Domo zu jeder Zeit in den Dienst der Mannschaft und besitzt die Gabe, das Team in jeglichen Situationen zu pushen.“

 

Dominik Sobanski, Blomberger SV. 1 Gegentor in 3 Liga-Partien. 39 Jahre alt, stammt aus der Jugend von Amica Wronki, machte danach für Lechia Gdansk, Warta Poznan und Kolejarz Stroze 27 Spiele in der zweiten polnischen Liga. Kam 2013 zum 1. FC Neubrandenburg und über den Umweg Bytovia Bytow Anfang 2015 nach NRW zur Hammer Spvg, von wo er im Sommer desselben Jahres aus zum Blomberger SV wechselte.

 

In den drei Spielen, in denen Sobanski gespielt hat, war zu 100% auf ihn Verlass. Ein einziges Gegentor, welches Sebastian Hüttmann für die SF Oesterholz-Kohlstädt gegen den BSV erzielte, hat der polnische Schlussmann nur kassiert. Sobanski ist der Herr über den Fünfmeter- und Sechzehnmeter-Raum und kann auch mit dem Ball am Fuß einiges anfangen, gilt als „mitspielender Torwart.“ Mike Winkler erwartet allerdings auch, dass der Keeper „seinen Führungsqualitäten mehr vertraut und sich vermehrt einbringt.“ Mit seinen 39 Jahren verfügt Sobanski über einen ausgeprägten Erfahrungsschatz. Winkler vergleicht Sobanski mit Petr Čech, den langjährigen Weltklasse-Torhüter des FC Chelsea.

 

Wichtige Parade: Auch Sobanski hat nicht „die eine“ herausragende Parade gezeigt, sondern sorgt ständig mit gutem Torwart-Spiel dafür, dass der Blomberger SV die beste Defensive der Liga stellt.

 

Besonderes: „Domo stellt sich zu jeder Zeit in den Dienst der Mannschaft, und noch mehr des BSV und nimmt sich selbst im Team nicht zu wichtig, trotz seiner zurückliegenden Profijahre in Polen.“

 

 

Kurz vorab: Beim SV Diestelbruch/Mosebeck ist es in dieser so besonderen, immer noch jungfräulich erscheinenden Saison zu einer Art Torwart-Roulette gekommen. Das Reservoir an außergewöhnlichen Fängern am Dörenwald scheint unerschöpflich. Die Motivation ist groß, ebenso der sportliche Ehrgeiz, die unumstrittene Stammkraft zu sein. Torwart-Trainer Uwe „Kamps“ Peckruhn darf aus einem Trio selektieren, reibt sich vergnügt die Hände, wenn er via Lippe-Kick bekräftigt: „Sie verfügen alle über großes Potenzial und haben alle die in sie gesteckten Erwartungen erfüllt.“ Dass die Rotationsmaschine sich so fleißig dreht, unterliegt dem Leistungsprinzip, wie der erfahrene Torwart-Trainer erläutert: „Aber aufgrund der Leistungsdichte im Training ist dies die gerechteste Lösung. Was natürlich nicht bedeutet, dass dies in Stein gemeißelt ist!“ Lobenswert sind die erst vier kassierten Gegentore in acht Partien. Chapeau, ihr Di-Mo-Schnapper.

 

Sebastian Sundermann, SV Diestelbruch/Mosebeck. Zwei Gegentore in zwei Partien. 32 Jahre alt, seit 2010 hütet er den Dörenwald-Kasten. 

 

Seit mehr als einem Jahrzehnt ist Sundermann also Fänger beim SV Di-Mo. Damals kam er unter Coach Peter Kuckelkorn. Als die Erstvertretung vor mehreren Jahren zurückgezogen wurde, gab er ein kurzes Gastspiel beim Post TSV Detmold. Sundermann schätzt die familiäre Wohlfühloase bei den Rot-Weißen, hat er doch mit Christian Laue, Roman Chwalek und Timo Flecker echte Buddys im Team. In zwei Partien stand der bei der Spielvereinigung Heiligenkirchen ausgebildete Sundermann in dieser Serie zwischen den Pfosten. Er musste jeweils einmal hinter sich greifen. Etwa beim 2:1-Auftakterfolg bei der SG Brakelsiek/Wöbbel, in der Woche darauf beim 1:1 gegen den TSV Horn. Peckruhn adelt die hoch aufgeschossene Galionsfigur als seinen „Wunschspieler“, war es doch sein ausdrücklicher Wunsch, vor acht Jahren einen adoleszenten, entwicklungsfähigen Nachwuchs-Fänger als „Backup“ für den Stammfänger Mecnun Yildiz aufzubauen.

Ehrlich konstatierend: „Die ersten Monate musste hart gearbeitet werden, um Sebastian auf dieses Level zu heben.“ Oft wird ja launig gefachsimpelt, dass Fänger einer ganz besonderen Spezies angehören. Beim routinierten Sundermann (Bild rechts), 2017 immerhin im Tor der Auswahlmannschaft Detmold stehend, ist dies nicht von der Hand zu weisen. Peckruhn schmunzelt: „Sebastian ist ein typischer Torwart – er hat – im positiven Sinn – einen Nagel im Kopf. Aber den brauchst du auch, wenn du auf Asche in den Stürmer reinrutschen musst.“ Wie einst der „Tünn“, der langjährige 1. FC Köln- und DFB-Schnapper Toni Schuhmacher, gilt Sebastian Sundermann als außerordentlich fleißig, „teilweise trainingsbesessen.“ Peckruhn ist maximal fasziniert von diesem Adrenalin-Jünger: „Er ist häufiger beim Training als der eigentliche Cheftrainer – drei Jahre lang 100 Prozent Trainingsbeteiligung – ohne die Einheiten bei der Zweiten, Dritten oder Alt-Herren. Eigentlich wohnt er auf dem Sportplatz”, so die Vermutung.

Das Linienspiel beherrscht Sebastian Sundermann par excellence, besticht in diesem Areal als Reflex-Maschine. Dank seiner Bärenruhe liebt er das direkte Eins-gegen-eins-Aufeinandertreffen mit dem gegnerischen Schützen. Adlerauge Peckruhn attestiert dem langjährigen Di-Mo-Torhüter „fußballerisch der stärkste der drei Torhüter“ zu sein. Nein, Sundermann ist kein Duckmäuser, keiner, der mit seiner Meinung hinter dem Berg hält. Er sagt, was er denkt, auch wenn die Meinung unbequem sein kann. Was seinem Torwart-Trainer ganz konkret gefällt: „Er ist immer für den Verein und das Team da.“

 

Besonderes: Im Detail ein Spiel zu benennen, was ihm besonders im Gedächtnis geblieben ist, fällt dem Porträtierten schwer. Jede Partie in Diestelbruch vor diesen heißblütigen, ja frenetischen Tifosi (Bild rechts) ist eine Wohltat für Körper und Seele. Wartet mal. Aber doch: Sundermann kramt in seinem Gedächtnis, erinnert sich: „Highlights waren sicherlich das erste Bezirksliga-Spiel unter meinem damaligen Trainer Dirk Morawietz oder der Einzug in die Lipperlandhalle beim LZ-Cup mit Sascha Weber und Waldemar Nehring.“ Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren gab es jedoch eine rot-weiße Völkerwanderung, die sich gen Lügde aufmachte. Sundermann blickt wehmütig zurück: „Was aber Diestelbruch ausmacht, sind solche Pokalspiele wie am 1. Mai 2019 in Lügde, wo das gesamte Dorf morgens zur Feuerwehr zum Frühschoppen aufgebrochen ist, um danach nach Lügde zu fahren und die komplette Mannschaft – noch während sie in der Kabine ist – lautstark anzufeuern. So einige Schlachtenbummler haben den Tag aufgrund der Zufuhr von hopfenhaltigen Kaltgetränken nicht ganz überlebt“, sind allerdings noch keine Erlebnisberichte von der finalen Ölung bis zu Lippe-Kick durchgedrungen. Die örtliche Flora in der Osterräderstadt bot recht komfortable Schlafmöglichkeiten, um pünktlich zum Elfmeterschießen im Hitchcock-Stil wieder in den Wachzustand zurückzukehren.

 

 

Leonard Schlegel, SV Diestelbruch/Mosebeck, null Gegentore in drei Partien, 22 Jahre alt, seit 2018 wieder beim SV Di-Mo. Davor in der Jugend beim SV Eintracht Jerxen/Orbke, eine Saison bei den Sportfreunden Berlebeck/Heiligenkirchen. 

 

Schlegel, der Benjamin in diesem Torwart-Trio, hat eine reine, eine weiße Weste. Er stand im Gehäuse der Rot-Weißen beim 4:0 bei Fortuna Schlangen, beim 2:0 gegen Berlebeck/Heiligenkirchen und beim 5:0-Pokal-Erfolg gegen den SC Türkgücü Detmold. Die Gegner verzweifelten am Torwart-Rookie mit den Monster-Pranken. Der Strafraum ist seine Hood. Dieses Territorium verteidigt er mit seinem athletischen, ja vorzeigbaren Körper. Doch Peckruhn erkennt noch Steigerungsmöglichkeiten, was die Muskelmasse angeht, rät ihm freundschaftlich: „Da kann er aber noch mehr zulegen, um sein volles Potenzial auszuschöpfen.“ Tim “Bizeps” Wiese würde dann gewiss auch die Ghetto-Faust als Zeichen der Anerkennung zücken. Zudem attestiert Peckruhn seinem Zögling eine „hohe Lernbereitschaft und Teamgeist.”

Zugleich wählt der „Dörenwald-Kamps“ einen Vergleich, wodurch der Tierfilm-Koryphäe Heinz Sielemann Tränen der Rührung in die Augen schießen würden. „Schlegel packt zu, wie der Tiger, der eine Antilope reißt“, wünscht Lippe-Kick an dieser Stelle guten Appetit. Die Spannweite bei Schlegel ist gewaltig. Mit seinen 190 Zentimetern Gardemaß und seinen langen Armen besitzt er die Deutungshoheit in seinem Wohnzimmer, dem Strafraum.

Im direkten Aufeinandertreffen mit dem polaren Kantonisten besticht der Turm in der Schlacht mit einer gewissen Kompromisslosigkeit. In einer Disziplin muss er keinen Vergleich mit einem der ganz Großen seiner Zunft scheuen.

 

Innerlich klatscht die Torwart-Trainer-Ikone Beifall, postuliert: „Er kann übergreifen wie Oliver Kahn.“ Daher benötigt Peckruhn keinen Gang zur Wahrsagerin, um zu prophezeien: „Ihm wird die Zukunft gehören, wenn er geduldig ist und weiter hart arbeitet.“

 

Achso: Schlawiner Schlegel, der jüngste aus der Schlegel-Brüder-Dynastie, überzeugt mit seiner rhetorischen Schlagfertigkeit, ist die lippische Frohnatur doch zuständig für gute Sprüche während der Übungseinheiten. Viele Mitspieler kennt er schon seit Kindheitstagen, hat so manche Schlacht im Di-Mo-Dress ausgefochten, ist populär im Verein.

 

Besonderes: Obwohl Schlegel immer noch im Brunnen der Jugend badet, hat er bereits viele Spiele absolviert. Zwei sind unvergesslich. Eines bestritt er im BHK-Jersey, ausgerechnet gegen seinen Heimatverein. „Ein verschossener Elfmeter in diesem Spiel und in der zweiten Halbzeit dann selbst noch einen Elfmeter zu halten, gegen meinen Freund Fabian Reimer, waren da schon etwas Außergewöhnliches. Vor allem, weil beide Strafstöße bei einem sehr knappen Spielstand zustande kamen“, so sein persönliches Diarium. Dass dieses emotionale Match mit 1:2 verloren wurde, erweist sich als Störfaktor. Inhaltlich ausführend: „Da mein guter Freund und Grillmontag-Kollege Felix Harte in seinen einzigen drei Kreisliga-A-Minuten gegen mich getroffen hat“, sollte Harte zukünftig den Beinamen Killer in seinem Personalausweis tragen. Ein Match, dem auch Lippe-Kick beiwohnte, möchte Schlegel, der alte Schlingel, ebenfalls hervorheben. 2016 wurde der neue Kunstrasenplatz in Diestelbruch eröffnet. Es ging gegen den Post TSV Detmold II. Schlegel japst nach Luft, atmet tief durch, um dann in den Schwärm-Modus zu gelangen: „Da war die Hölle los am Dörenwald. Beim Flutlichtspiel, etlichen Zuschauern und Wochenende hieß es am Ende 6:1 für uns. Durch die Atmosphäre und die vielen Zuschauer am Platz war es phänomenal, spielen zu dürfen.“

 

 

Selcuk Cakil, SV Diestelbruch/Mosebeck, zwei Gegentore in vier Partien, 37 Jahre alt, seit 2020 im Verein.

 

Jeder Hollywood-Regisseur weiß: Das Leben schreibt doch die besten Geschichten. Eigentlich wollte Selcuk Cakil, der neue Chef vom Nahkauf in Diestelbruch, nur ein wenig seine Beine vertreten, favorisiert mit einem Ball am Fuß. Dass der Fels in der Brandung bereits vier Partien für die Dörenwald-Kicker bestritt, in drei Spielen davon nicht bezwungen werden konnte, kam nicht einmal dem tollkühnsten Optimisten in den Sinn. Einzig im letzten Spiel vor der langen Corona-Pause, beim 2:2 im Spitzenspiel gegen den Blomberger SV, wurde der Teufelskerl überlistet. Die Sportfreunde Oesterholz/Kohlstädt, der RSV Hörste (jeweils torlos), aber auch der TuRa Heiden (0:2), bissen sich jeweils die Zähne aus an der Dörenwald-Katze. Peckruhn bescheinigt ihm daher, der „Garant” für den Heiden-Sieg gewesen zu sein. Staatsmännisch ergänzend: „Auch ist dieses Spiel sein besonderes Highlight in seiner kurzen Dörenwald-Geschichte. Sobald es die Corona-Pandemie wieder ermöglicht, hoffen wir vom SV Di-Mo, dass Selle weitere Spiele in sein eigenes Fußball-Geschichtsbuch schreiben kann”, hat Cakil seinen Stift schon längst angespitzt. Der zuvor in Norddeutschland wohnhafte Cakil kam, sah und überzeugte. Auch menschlich, war es seine offene Art, sein integrativer Charakter, weshalb er sich in Diestelbruch ohne Akklimatisierungsprobleme schnell heimisch fühlte. Und das, obwohl er in Hiddesen wohnt. „Ein Typ, der immer gut drauf und hoch motiviert ist. Der Jean-Marie Pfaff vom Dörenwald.“ Optisch hinkt der Vergleich ein wenig, kann man sich Selcuk Cakil nur schwerlich mit einem blonden Lockenkopf vorstellen.

Die Parallele liegt eher im unbändigen Ehrgeiz begründet, wodurch Cakil das Comeback zwischen den Pfosten feierte. Peckruhn zieht seinen Hut vor solch einer Energieleistung, attestiert ihm: „Zielstrebig und ehrgeizig arbeitete er sich in kurzer Zeit heran und nutzte seine Chance in den Spielen gegen Hörste und Blomberg.“ Welche Skills vereint der Geschäftsmann mit Herz in sich? „Starke Reflexe auf der Linie und im Eins-gegen-eins.“
Die Konkurrenz liegt nicht schläfrig in der Hängematte. Nein, die nächste Torwart-Generation steht bereits in den Startlöchern. Marius Giebe hütet aktuell den Kasten der Zweitvertretung, Florian Stückemann den der A- und B-Junioren. Bis zu sechs Fänger nutzen das regelmäßige Torwarttraining. Nicht zu verachten: Dörenwald-Katze Jan Meier, der etatmäßige Fänger der Drittvertretung. Ein Mentalitäts-Monster vor dem Herrn. Peckruhn blickt hoffnungsvoll in die Zukunft, spricht von „zwei jungen Leuten, die mit Sicherheit in Zukunft noch einiges erwarten lassen”, meint damit Giebe und Stückemann. In der Wohlfühl-Oase Dörenwald lassen sich Torhüter-Diamanten hervorragend schmieden, ist das Klima vorbildlich. Ein kleiner Tipp: Vielleicht sollten die Bayern-Streithähne Hansi Flick und Hasan „Brazzo“ Salihamidzic mal für eine Stippvisite zwecks Harmonie-Workshop beim SV Diestelbruch/Mosebeck vorbeikommen. Wobei. Tja, zu spät.

 

 

 

 

Alban Bela (Bild rechts), TSV Horn, 24 Jahre alt, drei Gegentore in zwei Partien. Seit 2019 im Verein. Rückennummer 1.

 

Als Stamm-Keeper ist der ehemalige FSV Pivitsheide-Akteur in die Serie gegangen. Verletzungsbedingt stand er indes nur in zwei Saisonspielen im Kasten. Zum Auftakt musste er beim 6:3-Erfolg gegen den TuS Eichholz/Remmighausen mehrfach hinter sich greifen. Beim 2:0-Triumph gegen Fortuna Schlangen blieb sein Tornetz unberührt. Wegen einer Handoperation musste der Mittzwanziger meist von der Seitenlinie aus beobachten, wie seine Mitspieler performten. Die Geschichte von Bela ist interessant, streifte er sich relativ spontan die Torwart-Handschuhe über. Während seiner Blomberger Zeit etwa fungierte er als Angreifer, trat indes bereits in der Vorsaison für den TSV unterstützend als Schlussmann in Erscheinung.

Sein Coach Thorsten Schmiech lobt den Universellen: „Absolut bemerkenswert dabei ist, mit welchem Ehrgeiz und Engagement er zusammen mit unserem Torwart-Trainer Uwe Burkatzky jedes Training an seinem Torwartspiel gearbeitet hat und sich zu einem verlässlichen Keeper entwickelt hat! In der Strafraumbeherrschung kann er sicher noch zulegen, seine Führung der Abwehr von hinten heraus ist dagegen nahezu optimal“, beurteilt Schmiech seinen verletzungsgeplagten Torwart.

 

Wichtige Parade: Eine Parade aus der Serie 2019/20 ist außergewöhnlich. In Unterzahl gingen die Horner sogar in Führung. Gerade einmal 60 Sekunden später packte Alban Bela gegen seinen Ex-Verein FSV Pivitsheide einen Monster-Reflex aus, vereitelte somit den durchaus möglichen Ausgleichstreffer. Diese Glanzparade war der Wegbereiter für den überzeugenden 3:0-Sieg.

 

 

Besonderes: Malochen, das macht Bela nicht nur beim Fußball. Als selbstständiger Bauunternehmer bleibt für den Selfmademan nicht sonderlich viel Freizeit. Diese raren Momente verbringt er daher intensiv mit seiner Liebsten.

 

 

Yazan Zarour, TSV Horn, 20 Jahre alt, neun Gegentore in acht Partien. Seit 2019 im Verein, erst A-Jugend, seit Sommer 2020 im A-Team. Rückennummer 30.

 

Ein echter Jungspund mit seinen gerade einmal 20 Lenzen ist Yazan Zarour, der in folgenden Partien zwischen den Pfosten stand: Diestelbruch/Mosebeck (1:1), CSL Detmold (3:2), SuS Pivitsheide (3:0), FSV Pivitsheide (0:2), Brakelsiek/Wöbbel (4:0), SC Türkgücü Detmold (1:2), Oesterholz/Kohlstädt (4:1), RSV Hörste (11:1).

 

Durch die Verletzungsabstinenz von dem Stammfänger Bela kam Zarour in die Gunst, das Horner Tor zu hüten. Diese Chance nutzte er, „hat seine Sache absolut gut gemacht“, wie Schmiech meint. Lobend fortführend: „Er ist unglaublich stark auf der Linie und im Eins-gegen-eins. Aufgrund seines Alters fehlt ihm vor allem die Fähigkeit, das Spiel mitzuorganisieren, da ist er noch viel zu leise, und die Konzentrationsfähigkeit über 90 Minuten!“ Beispiele gefällig? Aber gerne doch. Beim Remis gegen Di-Mo präsentierte er seine ganze Bandbreite. Zunächst war es der Übermotivation geschuldet, dass er leichtfertig einen Strafstoß verursachte. In der Crunch-Time hingegen sicherten zwei „unglaubliche Reflexe“ das so wichtige Remis. Beim 4:0-Erfolg im Spitzenspiel-Derby gegen Brakelsiek/Wöbbel war Zarour der Erfolgsgarant. Über die komplette Spielzeit bestach er mit einer wohltuenden Konstanz und enormen Reife. Schmiech schnalzt mit der Zunge: „Da konnte man sein unglaubliches Talent und seine Fähigkeiten sehen.“ Da ist noch mehr möglich, wenn perspektivisch gedacht wird. Sein Coach traut ihm viel zu: „Aufgrund seiner guten Ausbildung in der Jugend von Hiddesen ist da noch großes Potenzial, wenn er zukünftig auch mental bei sich bleibt!“ Die Qualität auf der Torhüterposition wird mit Winterneuzugang Niklas Hampe weiter verstärkt. Dadurch sollen die einzelnen Fänger zu Höchstleistungen gepusht werden. Solch ein Konkurrenzkampf kann sich nur leistungsfördernd auswirken. Schmiech prognostiziert gegenüber Lippe-Kick: „Auf dieser Position hat er optimale Voraussetzungen, mit starken Partnern weiter zu reifen und zukünftig eine wichtige Rolle bei uns zu spielen!“

 

 

Wichtige Parade: Im Spitzenspiel beim SV Diestelbruch/Mosebeck demonstrierte er einen besonders eindrucksvollen Save. Nach einem flachen Querpass und einer Direktabnahme aus nur fünf Metern Tordistanz, gelangte er heldenhaft an die Kugel, wehrte das nur scheinbar sichere Tor mit einer tollen Rettungstat ab. Für die verdutzten Di-Mo-Jungs blieb nur ein Eckball als Trostpreis.

 

 

Besonderes: Yazan ist ein absoluter Sportfreak. Zusammen mit seinen Freunden stählt er seinen Körper im Fitnessstudio oder wird gerne auch zum Korbjäger – beim gemeinschaftlichen Basketballspielen. Schmiech schmunzelt: „Eine seiner Marotten ist sicher die drohende Symbiose seiner Finger und Ohren mit seinem Handy.“ Eine Erkenntnis, die selbst in der heutigen, so modernen Zeit erstaunlich daherkommt: „Ich habe ihn bis auf die 90 Minuten auf dem Platz wohl noch nie ohne Handy gesehen.“

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